Sabine Kolck

Dissertation:

Kavalierstouren katholischer, lutherischer und reformierten Prinzen vom Ende des 16. bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts: Ein konfessioneller Vergleich

 
Das Dissertationsvorhaben widmet sich einem Thema, das sowohl in der Konfessionalisierungsforschung als auch in der Erforschung der Kavalierstouren bis heute noch nicht detailliert aufgearbeitet worden ist: der Frage, inwieweit die Kavalierstouren von Prinzen als Mittel der konfessionellen Erziehung eingesetzt wurden. Am Beispiel der Kavalierstour sollen die Wirkmächtigkeit bzw. Die Grenzen der Wirksamkeit des Faktors Konfession in der Zeit vom Ende des 16. Bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts untersucht werden. Zu fragen ist, inwiefern die fürstliche Erziehung - und hier im besonderen die Kavalierstour - in dieser Zeit konfessionell ausgerichtet war. Ausgehend von Wolfang Reinhards Feststellung, daß im Zeitalter der Konfessionalisierung jede Konfession ihr eigenes Bildungswesen ausbaute, um die Vermittlung der "richtigen" Einstellungen an den Nachwuchs der Gruppe zu sichern, soll untersucht werden, ob dies auch für die Ebene der fürstlichen Erziehung gilt, und hier im besonderen für die Kavalierstour als Abschluß der fürstlichen Erziehung. Entwickelte jede Konfession eine spezielle Ausprägung der Kavalierstour? Das Dissertationsvorhaben steht demnach unter der Leitfrage, inwiefern im "Konfessionellen Zeitalter", das Wolfgang Reinhard vom 16. Bis in das 18. Jahrhundert ausdehnt, die Kavalierstouren von katholischen, lutherischen und reformierten Prinzen zur konfessionellen Erziehung genutzt wurden.