Team Kohlh _fer

Alexandra Kohlhöfer, M.A.

AnschriftLeibniz-Institut für Europäische Geschichte
                  Alte Universitätsstraße 19
                  55116 Mainz
E-Mail:  a_kohl04@uni-muenster.de




Curriculum Vitae

  • 1983 Geboren in Neuss
  • 2003 - 2011 Studium der Neueren und Neuesten Geschichte, Politikwissenschaften und Romanischer Philologie (Spanisch) an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und Córdoba (Spanien)
  • März 2007 – Dezember 2010 Studentische Hilfskraft im Stadtarchiv Münster, Bereich Historische Bildungsarbeit
  • Juli 2011 M.A. Thema der Magisterarbeit: „Hexenprozesse und der Streit um die Blutgerichtsbarkeit. Das Beispiel Neuss“
  • April 2012 - 2014 Promotionsstipendium der “International Max Planck Research School for Comparative Legal History (IMPRS)”, Frankfurt am Main
  • April - Mai 2014 DAAD-Kurzzeitstipendium für eine Archivreise nach Spanien mit Aufenthalten in Pamplona,Valladolid und Madrid
  • Seit Juli 2014: Stipendiatin am Leibniz-Institut für Europäische Geschichte (IEG), Mainz


Dissertationsprojekt

Verfolgung der saludadores in Nordspanien (Schwerpunkt 17. Jahrhundert) [Arbeitstitel]

Als saludadores bezeichnete man im frühneuzeitlichen Spanien Männer, die als magische Heiler und Hexenerkenner arbeiteten. Obwohl der Glaube an die saludadores vermutlich auf vorchristliche Vorstellungen zurückgeht, setzte der Gelehrtendiskurs zu diesem Thema erst im 16. Jahrhundert ein. Während die Figur des saludadors in den entsprechenden Traktaten klar definiert worden ist, zeigt der Blick in die Prozessakten, dass die Abgrenzung der saludadores zu anderen magischen Heilern keineswegs klar gegeben war. Auf diese Diskrepanz möchte ich anhand konkreter Beispiele genauer eingehen. In der Auswahl werden Prozesse präsentiert, die jeweils von verschiedenen Gerichtsbarkeiten – also von den weltlichen und geistlichen Gerichten sowie von der Inquisition – geführt wurden. Eine der Herausforderungen des Dissertationsprojektes wird es sein, sich von den zeitgenössischen Definitionen der saludadores zu lösen und eine eigene funktionelle Definition zu finden. Um eine solche Definition erstellen zu können, sollen anhand der vorgestellten Verfahren Kategorien beziehungsweise Konfliktfelder festgelegt werden, an denen sich die verschiedenen Aspekte der Analyse bestimmen lassen.
Die möglichen Aspekte, die in diesen Fallbeispielen aufgeworfen werden, stehen ebenso wie die unterschiedlichen Strukturen und Verfahrensweisen der verschiedenen Gerichtsbarkeiten im Zentrum der Analyse. Folgende Fragestellungen spielen hier eine besondere Rolle:

  • Welche Delikte wurden den saludadores vorgeworfen, und welche unterschiedlichen Bewertungen trafen die verschiedenen Gerichtsbarkeiten dabei?
  • Waren die Richter von den magischen Kräften der saludadores überzeugt?
  • Welche Funktion erfüllten die saludadores für die Obrigkeiten?
  • Wurde der Gelehrtendiskurs in der juristischen Praxis rezipiert?
  • Wie verhielten sich populäre Glaubensvorstellungen als religiöse Alltagspraxis und die Sozialdisziplinierungsmaßnahmen der Inquisition zueinander?


Wissenschaftliche Veröffentlichungen:

  • „Ein Hexenprozess wird zum Politikum. Der Fall Catharina Halffmans und die Auseinandersetzung zwischen der Stadt Neuss und dem Erzbischof im Jahr 1677“, in: Jens Metzdorf/Uta Husmeier-Schirlitz (Hrsg.), Novaesium 2011. Neusser Jahrbuch für Kunst, Kultur und Geschichte, Neuss 2011, S. 47-66.
  • Tagungsbericht Unversöhnte Verschiedenheit. Verfahren zur Bewältigung religiös-konfessioneller Differenz in der europäischen Neuzeit. 15.11.2013-16.11.2013, Mainz, in: H-Soz-u-Kult, 24.01.2014, <http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/tagungsberichte/id=5198>.
  • Die Inquisition und ihre Wahrnehmung im Alten Reich, Rezension von: Albrecht Burkhardt/Gerd Schwerhoff (Hg.), Tribunal der Barbaren? Deutschland und die Inquisition in der Frühen Neuzeit, (Konflikte und Kultur – Historische Perspektiven, Bd. 25), Konstanz 2012, in: Rechtsgeschichte - Legal History Rg 21 (2013) 233-234, <http://rg.rg.mpg.de/article_id/909>.