Forschen

Die drei Jahrhunderte zwischen 1500 und 1800, die man heute unter der Bezeichnung ‚Frühe Neuzeit‘ zusammenfasst, sind durch eine grundsätzliche Ambivalenz gekennzeichnet: Die Epoche war sowohl in vieler Hinsicht vor-modern als auch schon früh-modern, d.h. dem heutigen Betrachter präsentiert sich die Frühe Neuzeit stets als eine Verschränkung von fremdartigen und vertrauten Elementen. Diese charakteristische Doppelgesichtigkeit macht den besonderen Reiz der Epoche aus und prägt die Forschungsschwerpunkte an diesem Lehrstuhl.

Dazu gehört die Erforschung symbolischer Kommunikation. Dabei geht es um die Frage, welche Rolle Rituale, Zeremonien und andere symbolische Formen bei der Begründung, Aufrechterhaltung und Veränderung der sozialen Wirklichkeit spielten.

Daneben gilt unser Interesse auch vormodernen Verfahren und der Frage danach, wie und in welchen Formen kollektiv verbindliche Entscheidungen unter frühneuzeitlichen Bedingungen herbeigeführt werden konnten und wie sich daneben allmählich spezifisch moderne Verfahrensformen entwickelten. Hier lagen die hauptsächlichen Interessen des Leibniz-Projekts.

Einen dritten Schwerpunkt bilden – vor allem im Rahmen des Exzellenzclusters – Untersuchungen, die das Verhältnis von Religion und Politik in der Frühen Neuzeit thematisieren.

Die Forschungsinteressen der verschiedenen Lehrstuhlmitarbeiter finden Sie unter der dem Menüpunkt Personen.
Um die strukturelle Kontinuität zwischen Mittelalter und Frühneuzeit zu erforschen, arbeiten die Frühneuzeithistoriker mit den Mediävisten in Münster seit langem eng zusammen. Eine institutionelle Plattform dafür ist das Centrum für Mittelalter- und Frühneuzeitforschung (CMF).  Dort ist unter anderem die Redaktion der Zeitschrift für Historische Forschung angesiedelt, die den Zeitraum vom Spätmittelalter und Früher Neuzeit bis etwa 1800 behandelt.