Historisches Seminar
Lehrstuhl für Nordamerikanische Geschichte


Michael Schlütter, M.A.
Doktorand
SFB 496 Projekt C9 (2009-2012)
Michael Schlütter

Curriculum Vitae:
1977 geb. in Bad Neuenahr
1997-2008 Studium der Fächer Anglo-Amerikanische Geschichte, Mittlere und Neuere Geschichte sowie Englische Philologie an der Universität zu Köln
2008 M.A. an der Universität zu Köln; Titel der Magisterarbeit: "'Happily we may profit by the experience of others': Die Delafield Commission und der Transfer militärischen Wissens von Europa in die USA, 1855 bis 1862"
2009-2012 Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Teilprojekt C9 des SFB 496 der WWU Münster; Dissertationsprojekt (betreut von Prof. Dr. Heike Bungert): "Symbolische Kommunikation und gesellschaftliche Werte bei panindianischen Bewegungen, 1760-1815"

Projekt:
Die religiös-militärischen panindianischen Koalitionen, 1760-1815

Immer mehr indianischen Gruppen drohte der Verlust ihrer Siedlungsgebiete, Kulturräume, Nahrungs- und Lebensgrundlage, politischen Gemeinschaft und Selbständigkeit durch weiße Siedler. Gleichzeitig konnten indianische Gruppen nicht mehr die Rivalitäten der Kolonialmächte zur Stärkung ihrer Stellung nutzen, da sich Frankreich 1763 und Großbritannien 1783 aus dem Osten und Mittleren Westen der späteren USA zurückziehen mussten. Um diesem Machtverlust entgegenzuwirken, bildeten sich religiös-militärische panindianische Koalitionen, so in den 1760er Jahren unter Rückgriff auf die Lehren insbesondere des Delaware-„Propheten“ Neolin eine panindianische Koalition, die 1763 in Pontiac's War ihren militärischen Ausdruck fand. Zwischen 1805 und 1815 kam es erneut zu einer gruppenübergreifenden Koalition unter Tecumseh und spirituellen Führungspersönlichkeiten wie Tenskwatawa, die gegen Landabtretungen an die USA kämpfte und zeitweise ein Bündnis mit Großbritannien einging. Die beiden genannten Koalitionen stellen lediglich die prominentesten Beispiele panindianischer Kooperation zwischen bis zu dreißig indianischen Gruppen dar.