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Prof. Dr. Werner Freitag

Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2013


081925 Kurs: „Westfalen“ im Hochmittelalter

Mi 10-12, Raum: H 4; Beginn: 2. Vorlesungswoche

Der Kurs thematisiert Entwicklungen und Zäsuren des „Raumes“ Westfalen vom Beginn der Sachsenkriege und der Mission im 8. Jahrhundert bis zum Einsetzen des Territorialisierungsprozesses nach der Übertragung des sog. Herzogtums Westfalens an den Kölner Erzbischof im Jahr 1180. Es werden zunächst die wenigen Befunde zu den Westfalen als Teilethnie der Sachsen vorgestellt, sodann Sachsenkriege und Mission beschrieben und in diesem Zusammenhang vor allem die Errichtung der Bischofssitze und Pfalzen diskutiert. Für das 10. und 11. Jahrhundert werden die erneute Pfalzenbildung und die Bedeutung der „ottonischen“ Stadt diskutiert. Weiterhin werden, auch für das 12. Jahrhundert, „Königsnähe“ und „Königsferne“ und dabei insbesondere die Stellung der westfälisch-sächsischen Adels zu König und Reich thematisiert. In Bezug auf die Bistümer geht es um den Aufbau des Pfarrnetzes sowie um die Gründung von Klöstern und Stiften. Abschließend wird auf die Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der frühen Städte sowie auf die Siedlungs- und Agrargeschichte (Höfestruktur, Dorfbildung) eingegangen.

Literatur: Die Beiträge von Wilhelm Winkelmann. Manfred Balzer, Eckhard Freise und Joseph Prinz in Wilhelm Kohl (Hg.), Westfälische Geschichte, Bd. 1: Von den Anfängen bis zum Ende des Alten Reiches, Düsseldorf 1983; Torsten Capelle, Widukinds heidnische Vorfahren. Das Werden der Sachsen im Überblick, Bielefeld 2008.



082037 Hauptseminar: Märkte in der Stadt des Mittelalters: Topographie, rechtlicher Rahmen, ökonomisches Geschehen und symbolische Kommunikation
Mi 16-18, Ort: im Sitzungszimmer des Instituts für vergleichende Städtegeschichte, Königsstr. 46; Beginn: 10.04.2013

Der Markt war für die Stadt des Mittelalters in jeder Hinsicht von zentraler Bedeutung. Ohne diese Orte des An- und Verkaufs wäre eine arbeitsteilige, auf den Ausgleich von Angebot und Nachfrage beruhende Stadtwirtschaft nicht möglich gewesen. Das Seminar versucht das Phänomen Markt für die sog. „asiatische“ Stadt des Hochmittelalters und für die spätmittelalterliche Bürgerstadt aus verschiedenen Perspektiven zu erfassen: Es geht zunächst um die Topographie (Siedlungsgeschichte, Markttypen, Ausdifferenzierung nach Produkten), die Bebauung des Marktes (Verkaufsbuden, Kirchen, Kauf- und Rathaus), sodann um Markt- und Kaufmannsrechte sowie die Regulierungsbemühungen des Rates. Im zweiten Schritt werden die Praktiken des Kaufens und Verkaufens sowie die symbolische „Aufladung“ der Marktplätze behandelt. Abschließend geht es um den Marktplatz als Raum und Bühne städtischer Ereignisse.

Literatur: Karl Polanyi, The Grat Transformation. Politische und ökonomische Ursprünge von Gesellschaften und Wirtschaftssystemen, Frankfurt am Main 1978 (Kap. I 5 und I 6); Maryanne Kowaleski, Local markets and regional trade in medieval England, Oxford 1989; Peter Johanek und Heinz Stoob (Hgg.), Europäische Messen und Märktesysteme in Mittelalter und Neuzeit, Köln 1996 sowie die Beiträge in der Zeitschrift für Archäologie des Mittelalters 34 (2006).

Aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl ist eine Anmeldung im Sekretariat der Westfälischen Landesgeschichte (Raum 35) vom 14.01.2013 bis zum 01.02.2013 sowie vom 18.03.2013 bis zum 12.04.2013 montags bis freitags von 9 bis 11 Uhr erforderlich.



082170 Oberseminar: Mediävistik und Landesgeschichte
Fr 10-14, 14tägig, Ort: Sitzungszimmer des Instituts für vergleichende Städtegeschichte, Königsstr. 46; Beginn: 19.04.2013

Bis in die 1970/80er Jahre hinein bestand eine ausgesprochen enge Verbindung von Mediävistik und Landesgeschichte: Regionale Forschungen waren auf Kirche, Königtum und Reich projiziert, die Verfassungsgeschichte als Landesgeschichte (besonders Hans Patze, Walter Schlesinger und Theodor Mayer) untersuchte Bistümer, die werdenden Territorien, Bistümer, Städte, aber auch das Rechts- und Lehnswesen als Unterbau des Königtums. Auch die Geschichte der Territorien des Spätmittelalters war anerkannter Bestandteil einer auf Herrschaftsstrukturen abzielenden Mediävistik (exemplarisch Wilhelm Jansen) Gleichzeitig waren Wirtschafts- und Sozialgeschichte, etwa die der Eliten, integraler Teil der Mediävistik (Peter Moraw), denn auch anhand dieser Untersuchungsfelder sollten Herrschaft und Sozialgefüge untersucht werden. Auch die von den Erkenntnisinteressen diametral anders gelagerte frühe Kulturgeschichte (Karl Lamprecht) hatte ihr Standbein im Mittelalter. Im Seminar sollen diese Ansätze anhand von wegweisenden Studien nachvollzogen werden. Methodische Innovationskraft, aber auch die Ursachen für die zunehmende Engführung auf das „Land“ sollen abschließend bilanziert werden.

Literatur: Alois Gerlich, Geschichtliche Landeskunde des Mittelalters. Genese und Probleme, Darmstadt 1986; Enno Bünz und Werner Freitag (Hg.), Räume und Grenzen. Traditionen und Konzepte der Landesgeschichte. Epochenübergreifende Sektion auf dem 45. Kieler Historikertag, Kiel 2004, in: Blätter für deutsche Landesgeschichte 139/140 (2003/2004), S. 145-266; Matthias Werner, Zwischen politischer Begrenzung und methodischer Offenheit. Wege und Stationen deutscher Landesgeschichtsforschung im 20. Jahrhundert, in: Peter Moraw und Rudolf Schieffer (Hgg.), Die deutschsprachige Mediävistik im 20. Jahrhundert, Ostfildern 2005, S. 251-364.

Aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl ist eine Anmeldung im Sekretariat der Westfälischen Landesgeschichte (Raum 35) vom 14.01.2013 bis zum 01.02.2013 sowie vom 18.03.2013 bis zum 12.04.2013 montags bis freitags von 9 bis 11 Uhr erforderlich.



082300 Übung: Quellen zur Geschichte der Stadt im Spätmittelalter
Di 16-18, Ort: Sitzungszimmer des Instituts für vergleichende Städtegeschichte, Königsstr. 46; Beginn: 09.04.2013

Die Veranstaltung zielt darauf ab, einige der zentralen Quellentypen zur Geschichte der Stadt des Hoch- und Spätmittelalters vorzustellen. Es geht um königliche Marktprivilegien; Berichte über die „Verschwörungen“ der Bürger gegen den Stadtherren; Stadtrechte, Zunftstatuten, Ratswahlordnungen, Stadtchroniken und „Stadtbücher“ sowie die zahlreichen Quellen, welche über den Alltag berichten: Stiftungen für das Seelenheil, Statuten der Hospitäler, Steuerregister usw. Die Übung will die Freude an der Quellenarbeit wecken, einen erster Einstieg in grundlegende Probleme der Stadtgeschichtsforschung geben, lateinische Sprachkenntnisse anhand von beigefügten Übersetzungen reaktivieren und in die mittelniederdeutsche Sprache einführen. Diese Übung eignet sich besonders für Studenten im Lektüremodul des Grundstudiums.
Die Quellen werden gestellt.

Einführender Überblick: Hirschmann, Frank G., Die Stadt im Mittelalter, München 2009; Eberhard Isenmann, Die deutsche Stadt im Mittelalter 1150-1550. Stadtgestalt, Recht, Verfassung, Stadtregiment, Kirche, Gesellschaft, Wirtschaft, Wien-Köln-Weimar 2012.



(zusammen mit DR. MICHAEL HECHT / PROF. DR. PETER JOHANEK / DR. ANGELIKA LAMPEN) 082659 Kolloquium: Probleme vergleichender Städtegeschichte
Fr 15-17, Ort: Institut für vergleichende Städtegeschichte

Im Rahmen des Kolloquiums des Instituts für vergleichende Städtegeschichte werden laufende Forschungsvorhaben und aktuelle Arbeitsergebnisse einschlägiger Forschungsprojekte Münsteraner und auswärtiger Wissenschaftler als Einzelvorträge präsentiert und diskutiert. Interessierte Studierende sind zur Teilnahme herzlich eingeladen. Ein ausführliches Programm wird zu Beginn des Semesters auf der Homepage des Instituts für vergleichende Städtegeschichte (http:www.uni-muenster.de/staedtegeschichte) bekanntgegeben.


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