Projektbeschreibung
Am Institut für vergleichende Städtegeschichte wird derzeit eine umfassende Stadtgeschichte Billerbecks verfasst, die den Anspruch hat, wissenschaftlich fundiert und gleichzeitig verständlich zu sein. Die großzügige Unterstützung des Billerbecker Unternehmers Wolfgang Suwelack ermöglicht es in den nächsten drei Jahren, Forschungen zur Stadtgeschichte durchzuführen.
Innerhalb der nächsten drei Jahre erarbeiten zwei Doktoranden zusammen mit Fachwissenschaftlern der Region unter der Leitung von Prof. Dr. Werner Freitag die Geschichte der Stadt. Zusätzlich zum Stadtgeschichtsband werden zwei Dissertationen zu Billerbeck in vergleichender Perspektive erscheinen, die jeweils das 19. und 20. Jahrhundert thematisieren. Dementsprechend werden zwar diese Epochen schwerpunktmäßig behandelt, aber es sollen gleichzeitig zentrale Ereignisse und Entwicklungen von früher Siedlung, Wigbold, aber auch der Bauerschaften in Mittelalter und Früher Neuzeit bearbeitet werden. Zu den Vorteilen einer so angelegten Stadtgeschichte gehört, dass durch die unterschiedlichen Autoren Vielfalt garantiert wird und dass gleichzeitig die epochenspezifischen Beiträge einer weitgehend einheitlichen Konzeption folgen.
Aus regionaler Perspektive ist die Beschäftigung mit der Stadtgeschichte von Interesse, weil die Geschichte Billerbecks bislang nur in kurzen Zusammenfassungen dokumentiert wurde, die zudem aus den 1950er Jahren stammen. Wichtig erscheint für die Stadtgeschichte insbesondere der Zusammenhang von katholischen Lebenswelten und kleinstädtischen Strukturen: Billerbeck war und ist als Stadt des Hl. Ludgerus bekannt. Die Rahmenerzählungen werden durch wichtige Einzelaspekte ergänzt. Zu denken ist an Billerbecker Lebensbilder, an Kirchen und Kapellen, an Denkmäler, aber auch an Bauernhöfe, Adelssitze und Gewerbebetriebe. Die Ansiedlung des Projektes im Institut für vergleichende Städtegeschichte ermöglicht es dabei aufgrund der kartographischen Kernkompetenz des Instituts die beschriebenen Entwicklungsprozesse durch Karten und Abbildungen zu veranschaulichen.
Das Format der Stadtgeschichte soll jedoch nicht nur der Dokumentation der Heimatgeschichte dienen, sondern darüber hinaus Fragestellungen der modernen Geschichtswissenschaft aufnehmen. Billerbeck als Kleinstadt ermöglicht in diesem Zusammenhang die Aufarbeitung eines Forschungsdesiderates. Während bis in die 1990er Jahre die Beschäftigung mit den großen Städten im Mittelpunkt der Forschung stand, wird gegenwärtig auf die Bedeutung der kleinen Städte hingewiesen. Bis in die Gegenwart ist der Typus „Kleinstadt“ ein fester Bestandteil der Städtelandschaft und dementsprechend gilt es diesen Stadttypus als eigenständiges Phänomen zu charakterisieren und die Spezifika seiner Entwicklung deutlich zu machen. Dies erfordert ebenso eine Bezugnahme auf die großstädtische wie die ländliche Entwicklung in der Vormoderne und Moderne.
Das Projekt wurde am 20. August 2009 in Billerbeck der Öffentlichkeit präsentiert. Den rund hundert interessierten Besuchern stellten sich an diesem Abend die Autoren vor und es wurde über Konzeption, Vorgehensweise und Verlauf des Projektes berichtet. Gleichzeitig bildete diese Veranstaltung den Auftakt für die vorgesehene Zusammenarbeit mit den Billerbecker Bürgern, die durch die Einrichtung einer Geschichtswerkstatt und regelmäßige Vorträge gewährleistet werden soll.
| Schwerpunkt 19. Jahrhundert: Constanze Sieger Tel.: 0251/83-27518 Fax : 0251/83-27535 Email: constanze.sieger@uni-muenster.de | Schwerpunkt 20. Jahrhundert: Dörthe Gruttmann M.A. Tel.: 0251/83-27518 Fax : 0251/83-27535 Email: doerthe.gruttmann@uni-muenster.de |


