Das Praxissemester im Fach Geschichte
 


„Im Praxissemester sollen die im Hochschulstudium erworbenen fachwissenschaftlichen, fachdidaktischen und bildungswissenschaftlichen Kenntnisse und Fähigkeiten mit handlungsbezogenen Kompetenzzielen verknüpft werden. Dabei steht nicht die Vermittlung von Handlungsroutinen im Vordergrund. Vielmehr geht es um die Initiierung, Fundierung und Begleitung eines Prozesses ‚Forschenden Lernens‘, in dessen Rahmen eine individuelle, kritisch-konstruktive Auseinandersetzung mit Theorieansätzen, Praxisphänomenen und der eigenen Lehrerpersönlichkeit stattfindet.“
[Ordnung für das Praxissemester der WWU vom 10.06.2014]

Auf den folgenden Seiten finden Sie grundlegende Informationen zur Ausgestaltung des Praxissemesters im Fach Geschichte am Lernort Hochschule. Die Seite »Informationen für Studierende« [LINK] thematisiert in erster Linie Aspekte der Studienorganisation und enthält entsprechend Hinweise zu Anmeldefristen und den universitären Begleitveranstaltungen. Schulen und Lehrkräfte können auf der Seite »Informationen für Schulen« [LINK] grundlegende Hinweise über die fachspezifische Konzeption und deren Umsetzung am Institut für Didaktik der Geschichte erhalten.
Für allgemeine und fachübergreifende Informationen rund um das Praxissemester sei an dieser Stelle zudem auf den entsprechenden Internetauftritt des Zentrums für Lehrerbildung  verwiesen. Für Informationen über die fachspezifischen Begleitformate an den Zentren für schulpraktische Lehrerausbildung besuchen Sie bitte die Internetauftritte der ZfsLs des Regierungsbezirks Münster.

  • Informationen für Studierende


    Auf dieser Seite finden Studierende organisatorische Hinweise zum Praxissemester im Fach Geschichte am Lernort Hochschule.


    Veranstaltungen


    Es empfiehlt sich, vor dem Praxissemester die Veranstaltungen des fachdidaktischen Moduls im Master-Studium belegt zu haben, um entsprechend vorbereitet in die Praxis zu starten.
    Im Rahmen des Moduls »Praxissemester für die Master of Education-Studiengänge« bietet das Institut für Didaktik der Geschichte insgesamt zwei Veranstaltungsformate zur Vorbereitung und Begleitung des Praxissemesters an.

    Methodenseminar »Forschungsmethoden für das Praxissemester«
    Das Methodenseminar ist vor Beginn des Praxissemesters zu absolvieren und kann alternativ auch im zweiten Unterrichtsfach oder in den Bildungswissenschaften belegt werden. Das geschichtsdidaktische Methodenseminar vermittelt empirische Forschungsmethoden, die für die Umsetzung der Studienprojekte im Fach Geschichte hilfreich sind. Ein besonderer Schwerpunkt liegt hierbei auf qualitativen Ansätzen. Es findet eine gründliche Einführung in verschiedene, geschichtsdidaktisch geschärfte Erhebungs- und Auswertungsmethoden statt, wobei schon im Seminar eine Haltung forschenden Lernens angebahnt werden soll. Die Forschungsmethoden werden dabei nicht inhaltsentkoppelt, sondern anhand empirischer Studien zu verschiedenen Schlüsselfragen der geschichtsdidaktischen Lehr-Lern-Forschung erarbeitet und im Hinblick auf ihr fachliches Erkenntnispotential diskutiert.

    »Projektseminar für das Praxissemester im Fach Geschichte«
    Im Projektseminar werden Sie bei der Planung, Durchführung und Reflexion ihres Studienprojekts im Fach Geschichte unterstützt. Dies geschieht in je einer Blockveranstaltung vor, während und nach Abschluss des Praxissemesters. Neben diesen drei Präsenzterminen werden Sie durch ELearning-Angebote sowie in individuellen und bedarfsorientierten Beratungsgesprächen betreut. Im Zentrum des Projektseminars steht die Entwicklung eines Studienprojektes, das der methodengeleiteten empirischen Untersuchung eigener geschichtsdidaktischer und unterrichtsrelevanter Fragestellungen dient. Ausgangspunkt sind – ganz im Sinne des Forschenden Lernens – Ihre eigenen fachspezifischen Erfahrungen und Interessen.


    Anmeldeverfahren


    Für das Praxissemester im Fach Geschichte können Sie am Institut für Didaktik der Geschichte die oben genannten zwei Veranstaltungsformate belegen. Bitte beachten Sie, dass Sie die Projektseminare nur besuchen können, wenn Sie eine gültige Zuweisung zum Praxissemester im Folgesemester nachweisen können (Zuweisungsnachweis). Weitere Informationen zur Zuweisung finden Sie hier. Die Methodenveranstaltung kann unabhängig von der Zuweisung zum Praxissemester ab dem 1. Mastersemester belegt werden und muss vor dem Beginn des Praxissemesters abgeschlossen sein.

    »Forschungsmethoden im Praxissemester«
    Es steht Ihnen frei, ob Sie das Methodenseminar in Geschichte, in Ihrem zweiten Fach oder in den Bildungswissenschaften belegen. Sollten Sie sich für eine Belegung am Institut für Didaktik der Geschichte entscheiden, müssen Sie sich wie für alle Veranstaltungen des Instituts über LSF bzw. Sesam anmelden. Es gelten die regulären Anmeldefristen des Instituts, die Sie dieser Seite  entnehmen können.

    »Projektseminar für das Praxissemester im Fach Geschichte«
    Für die Anmeldung zu den Projektseminaren „Praxissemester“ gibt es eine eigene Belegfrist. In dieser müssen sich Studierende, die ihr Praxissemester im Folgesemester durchführen, für die Projektseminare mit dem Zusatz (Vorbereitung) im Titel über HIS anmelden. Eine Liste aller Projektseminare finden Sie im HIS unter der Rubrik »Praxissemester«, Hinweise zu den Belegfristen auf der Homepage des ZfL.  Nach Ablauf der Anmeldephase findet institutsintern eine Verteilung der Seminarplätze statt.
    Melden Sie sich möglichst bei mehreren Projektseminaren an, um eine gleichmäßige Verteilung der Studierenden auf die Veranstaltungen zu ermöglichen. Achten Sie bitte immer auch auf die im Kommentartext angegebenen Termine für den Mittel- und Abschlussblock, um ggf. terminliche Überschneidungen mit den Projektseminaren im zweiten Fach und den Bildungswissenschaften bereits im Vorfeld auszuschließen.


    Ansprechpartner


    Als Ansprechpartner stehen Ihnen die Dozenten Ihrer Methoden- und Projektseminare zur Verfügung. Für Fragen zur Verteilung der Seminarplätze am Institut für Didaktik der Geschichte wenden Sie sich bitte an Frau Ritter.

  • Informationen für Schulen


    Diese Seite richtet sich an alle Akteure, die am Lernort Schule mit der Koordination des Praxissemesters und/oder der Betreuung von Praxissemesterstudierenden betraut sind. Hier erhalten Sie Informationen über die universitären Begleitformate des Instituts für Didaktik der Geschichte.


    Forschendes Lernen


    Ein konstitutives Leitprinzip des Praxissemesters ist das Forschende Lernen, in dessen Kontext die Studierenden eigene, für den Lehrerberuf bedeutsame fachliche, didaktische oder methodische Fragestellungen identifizieren und diesen im Wechselspiel von theoretisch-konzeptuellen Reflexionen, kleineren Studien und praktischem Handeln in schulischen Lernzusammenhängen nachgehen. Die Studierenden sollen so einen systematischen und reflektierten Blick auf das schulische Lehren und Lernen entwickeln.
    Hierzu entwickeln die Studierenden am Lernort Hochschule ein Studienprojekt pro Fach. Die Fachgruppe Geschichte hat sich in diesem Zusammenhang darauf verständigt, keine Untersuchungsschwerpunkte oder Erhebungsinstrumente vorzugeben. Die Studierenden sollen vielmehr von Ihren individuellen Interessen und Beobachtungen ausgehend eigene Fragestellungen entwickeln und dabei die jeweiligen Gegebenheiten der Praktikumsschule berücksichtigen.
    Dieser Ansatz ist recht anspruchsvoll. Deshalb werden die Studierenden durch ein Seminar vor dem Praxissemester in verschiedenen Forschungsmethoden geschult und während des Praxissemesters im Rahmen eines obligatorischen Projektseminars intensiv von einem Dozenten des Instituts für Didaktik betreut.


    Was die Studierenden genau machen müssen


    Während des Praxissemesters müssen die Studierenden im Fach Geschichte Unterrichtsvorhaben und ein Studienprojekt durchführen, letzteres wird benotet. Die Unterrichtsvorhaben werden durch die Fachleiter am Lernort ZfsL begleitet, Dozenten des Instituts für Didaktik der Geschichte betreuen die Studierenden bei der Konzeption ihres Studienprojekts.

    Studienprojekt im Fach Geschichte

    Studienprojekte dienen der methodengeleiteten empirischen Untersuchung ausgewählter geschichtsdidaktischer Fragestellungen. Die Studierenden entwickeln ihre Fragestellungen auf Basis ihrer schulischen Erfahrungen und ihrer eigenen Interessen in den Projektseminaren an der Universität während der ersten Hälfte des schulpraktischen Teils. Ein von der Fachgruppe erarbeitetes, strukturell am Berliner Modell angelehntes Raster fachspezifischer Schlüsselfragen dient ihnen dabei als Orientierung. Gleichwohl erscheint das Primat der Wahlfreiheit zum einen mit Blick auf die heterogenen schulischen Voraussetzungen (Schulform, Zusammensetzung der Lerngruppen, Schulstufen, Projektarbeit usw.), zum anderen mit Blick auf die intrinsische Motivation und das Konzept forschenden Lernens unabdingbar.
    Denkbar ist, dass ein Studienprojekt mit einem Unterrichtsvorhaben verbunden wird. Der Unterschied zu diesem liegt in erster Linie im methodisch-wissenschaftlichen Vorgehen und in der anschließenden Dokumentation des Studienprojekts, die als Studien- und Prüfungsleistung in die Modulabschlussprüfung eingeht.

    Unterstützung durch die Schule

    Die Studierenden sind bei der Durchführung der Studienprojekte auf die Unterstützung der Schule angewiesen. Die betreuenden Lehrkräfte sollten nicht nur als Ansprechpartner bei Fragen den Geschichtsunterricht betreffend fungieren, sondern die Studierenden auch im Hinblick auf organisatorische Aspekte unterstützen.
    Da die Studienprojekte auf eigenen Interessen und Beobachtungen fußen, bedarf es der Öffnung des Unterrichts für Studienprojekte. Die Studierenden sollten – wenn es die Bedingungen vor Ort erlauben – Geschichtsunterricht bei verschiedenen Lehrkräften und in unterschiedlichen Jahrgangsstufen kennenlernen. Auch sollten sie bei Bedarf die Möglichkeit erhalten, eigene Methoden oder Materialien zu erproben und zu evaluieren.
    Grundlegend für empirische Forschung ist die Erhebung von Daten. Dies kann in Abhängigkeit von der Fragestellung auf ganz unterschiedlichen Wegen erfolgen: mit schriftlichen Fragebögen, durch Interviews, durch Beobachtungen. Auch die Auswertung von Schülerprodukten – Hausaufgaben, Klausuren, Schülerzeichnungen – ist denkbar. Den Studierenden sollte es entsprechend ermöglicht werden, entsprechende Daten zu erheben. Dass dabei der Datenschutz gewährleistet wird, ist selbstverständlich.
    Es müssen nicht immer nur Schüler befragt werden. Besondere Einblicke in die Praxis können auch die Geschichtslehrkräfte einer Schule bieten, indem sie etwa ihre Erfahrungen und Vorstellungen teilen. Entsprechend bedarf es der Bereitschaft des Kollegiums, sich offen den Fragen der Studierenden zu stellen.

    Beispiele für ein Studienprojekt

    Schülervorstellungen zum Alten Rom: Eine Studentin erhebt vor Beginn einer Unterrichtsreihe zur römischen Antike, welches Vorwissen bzw. welche Vorstellungen eine Lerngruppe über die Epoche besitzt. Hierfür lässt sie die Schüler Stichworte oder kurze Sätze notieren. Die Daten werden systematisiert und inhaltlich analysiert. Als Ergebnis setzt die Studierende die ermittelten Lernvoraussetzungen der Lerngruppe mit den Lehrplanvorgaben in Beziehung und skizziert eine mögliche Unterrichtsreihe zum Alten Rom.

    Guter Geschichtsunterricht aus Lehrerperspektive: Ein Student hat sich im Studium mit der fachdidaktischen Diskussion um den „guten Geschichtsunterricht“ beschäftigt. Er interessiert sich dafür, welche individuellen Vorstellungen die Geschichtslehrkräfte an seiner Schule vom „guten Geschichtsunterricht“ besitzen. Hierfür führt der Student kurze Einzelinterviews mit den Lehrenden durch. Die Vorstellungen gleicht er mit den in der Literatur genannten Kriterien ab, konkretisiert diese auf Basis der Daten und reflektiert die Befunde im Hinblick auf seine eigene Unterrichtstätigkeit.


    Ansprechpartner


    Die Studierenden werden bei der Konzeption ihres Forschungsprojektes durch den jeweiligen Dozenten des Projektseminars betreut. Sie sind Ansprechpartner, wenn es um konkrete Studienprojekte geht. Für allgemeine Fragen zum Praxissemester im Fach Geschichte am Lernort Universität wenden Sie sich bitte an Dr. Christian Winklhoefer. Bei Fragen zu den Unterrichtsvorhaben im Fach Geschichte helfen Ihnen die Kolleginnen und Kollegen der jeweiligen ZfsLs  gerne weiter.