Nachfolgend finden sie, geordnet nach den jeweiligen Studiengängen, das kommentierte Vorlesungsverzeichnis des Instituts für Didaktik der Geschichte:

  • 2-Fach Bachelor

    Wahlpflichtmodul: Einführung in die Geschichtskultur

    Vorlesung

    PROF. DR. BERND SCHÖNEMANN
    Einführung in die Geschichtskultur
    Do, 14-16 Uhr, Beginn: 19.10.2017, Raum bitte dem HISLSF entnehmen

    Die Vorlesung richtet sich auch und gerade an Studierende des Faches Geschichte, die bewusst kein schulisches Lehramt anstreben, aber später in den verschiedensten außerschulischen Bereichen professionell mit der Vermittlung von Geschichte befasst sein werden. Wer nach Geschichtskultur fragt, der lenkt seine Aufmerksamkeit darauf, wie ganze Gesellschaften oder einzelne ihrer Gruppen Vergangenheiten konstruieren – etwa in Museen, Denkmälern oder Feiertagen, die „da“ sind, auch wenn der Einzelne sie nicht besucht, beachtet oder begeht. Geschichtsbewusstsein ist ein individuelles, Geschichtskultur dagegen ein kollektives Konstrukt – mit differenter Struktur und Funktion, mit abweichenden Entwicklungs- und Veränderungsrhythmen. Auch Geschichtskultur ist nicht ewig: Museen können durchaus geschlossen, Denkmäler geschleift, Feiertage abgeschafft werden. Aber solange sie existieren, folgen sie anderen „Gesetzen“ als das historische Bewusstsein der Individuen. Die Vorlesung befasst sich mit diesem grundlegenden Unterschied in diachroner und systematischer Analyse. Zum einen verfolgt sie die Hauptentwicklungslinien der Geschichtskultur in den letzten zweihundert Jahren, zum anderen arbeitet sie ihre spezifische Struktur (Institutionen, Professionen, Medien, Publika) heraus und berücksichtigt dabei auch das komplizierte Ineinandergreifen politischer, ästhetischer und kognitiver Faktoren.
    Literatur: Bernd Mütter u.a. (Hrsg.): Geschichtskultur. Theorie – Empirie – Pragmatik. Weinheim 2000.


    Praxisübungen

    Die Anmeldung zu den Veranstaltungen erfolgt über SESAM. Bitte beachten Sie die weiterführenden Informationen unter http://www.uni-muenster.de/Geschichte/hist-dida/studieren/index.html.

    DR. MARTIN SCHLUTOW
    Museum und historisches Lernen
    Do, 14-16 Uhr; Beginn: 19.10.2017, Raum F 073

    Zahlreiche Medien und Institutionen der Geschichtskultur widmen sich heute der Vergegenwärtigung von Geschichte. Das Museum nimmt dabei nach wie vor eine prominente Stellung ein: Als Stätte des Sammelns, Erforschens und Ausstellens historischer Objekte ist es seit dem sogenannten ersten Museumszeitalter im 19. Jahrhundert vor allem im städtischen Raum sehr präsent. Heutzutage werden historische Großausstellungen und Museumsgründungen im Fernsehen und in großen überregionalen Zeitungen ausführlich rezensiert und als Medienevents zu echten Besuchermagneten stilisiert. Darüber hinaus fungiert das historische Museum als außerschulischer Lernort, der Schulklassen als wichtige Zielgruppe seines Angebotsrepertoires begreift. Die Veranstaltung möchte darum einerseits zu einer Auseinandersetzung mit ideen- und sozialgeschichtlichen Entwicklungslinien der Institution Museum bis in die Gegenwart anregen und andererseits mittels einer exemplarischen Betrachtung aktueller Dauerausstellungen der Frage nachgehen, wie im Museum historisch gelernt werden kann.
     
    DR. OLIVER NÄPEL
    Geschichte digital – als Teil von Geschichtskultur und Geschichtsunterricht
    Do, 10-12 Uhr, Beginn: 19.10.2017, Raum F 073

    Das in unserer Welt immer bedeutsamer werdende Web2.0 mit seinen vielfältigen Angeboten und Nutzungsmöglichkeiten bietet einen hochspannenden Erfahrungsraum. Auch ‚Geschichte‘ findet sich hier in unterschiedlichster Form und Ausprägung. Dabei sind die Zielsetzungen vieler solcher Angebote nicht immer mit den Vorstellungen der Geschichtsdidaktik übereinstimmend. Die Übung wird keine ‚Medienschelte‘ angesichts der vielfach beobachtbaren inhaltlichen und didaktischen Mängel üben, sondern vielmehr ausgehend von der Diskussion, ob die Zielsetzungen der Geschichtsdidaktik, ihre Konzepte und Kategorien sich sinnvoll auf die gesamtgesellschaftliche Beschäftigung mit Vergangenheit übertragen lassen, versuchen, diese Prinzipien in bestehenden Angeboten wiederzuerkennen. Nach der kritisch-analytischen Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Angeboten, soll der Versuch unternommen werden, Angebote weiter oder eigene selber zu entwickeln (zumindest konzeptionell), ggfls. auch umzusetzen, um das volle Potenzial historischer Bildung im, über und mit dem Web2.0 auszuschöpfen. Die Anbindung solcher Angebote an den Geschichtsunterricht wird ebenfalls ein Schwerpunkt der Veranstaltung sein.

    MAX TWICKLER
    "Kriegerdenkmäler in der Friedensstadt": Durch Münsteraner Geschichte(n)
    1. Termin (konstituierende Sitzung) Mo, 18 Uhr (Einzelveranstaltung) 6.11.2017, Veranstaltungsort für alle Termine: F 271 (2. Etage, Fürstenberghaus, Innenneubau)

    „Wenn wir durch Münster spazieren oder mit dem Rad die Stadt erkunden, dann sehen wir das uns Bekannte, Vertraute und Alltägliche… Aber vieles, was einst einmal da war, von dem heute nur mehr Spuren überdauert haben, oder manches, das inzwischen so gut versteckt ist, dass es kaum auffällt, bleibt verborgen. Dabei sind es oft gerade diese Orte, die besonders spannend und faszinierend sein können. Viele von ihnen haben eine ganz spezielle und einzigartige Geschichte.”
    Diese einleitenden Worte des im Jahr 2016 herausgegebenen 5-bändigen Radtourenführer „Durch Münsteraner Geschichte(n)” wecken gewiss Interesse. Die Übung wird sich mit der 3. Route der Tour auseinandersetzen und die Konzeption des Teilbandes zu „Kriegerdenkmälern in der Stadt des Friedens kritisch hinterfragen. Neben einer didaktischen Einordnung und Kontextualisierung im Hinblick auf eine überregionale Kriegerdenkmalskultur soll die vorgeschlagene Route auch tatsächlich erkundet werden.
    Bitte beachten:
    Diese Übung wird als Blockseminar veranstaltet. Weitere Termine werden in der 1. Sitzung vereinbart. Die Teilnahme an den Sitzungen ist dabei obligatorisch.
    Eine Literaturliste wird in der ersten Sitzung ausgegeben.

    JAN MATTHIAS HOFFROGGE
    Der Westfälische Friede als Erinnerungsort
    Mo, 16-18 Uhr, Beginn: 16.10.2017, Raum F 073

    „Am Abend des 24. Oktober 1648 unterzeichneten in Münster die Vertreter dreier Großmächte und zahlreicher deutscher Reichsstände die Urkunden des ersten großen Friedensschlusses der europäischen Geschichte. Von diesem Augenblicke an rechnet man seither eine neue Epoche.”
    Noch in Fritz Dickmanns nüchterner Einleitung in sein Standardwerk „Der Westfälische Frieden” (Münster 1959, S. 1) zeigt sich, dass es sich bei diesen Urkunden um einen Erinnerungsort handelt, der Identität stiftet.
    Das merkt man nicht zuletzt in Münster: angesichts des "Friedenssaales" etwa oder in Werbeanzeigen an Bussen und Bahnhöfen, in denen Münster als Kongressstadt beworben wird. Anlässlich der Zeitachse 1648-1918-2018 sollen in der Stadt zudem eine Handvoll Friedensausstellungen stattfinden – womit wiederum eine Tradition fortgeführt wird. Gab es in Münster doch schon 1898, 1948, 1978, 1988 und 1998 kleine und größere Jubiläumsfeiern zum Jahrestag des Westfälischen Friedens, der zudem in der Zeit des Nationalsozialismus von großer Bedeutung für die städtische Kulturpolitik war.
    Wie wurde und wird der Friede von 1648 bei solch unterschiedlichen Anlässen gedeutet? Welche Gegenwartserfahrungen und Zukunftserwartungen spiegeln sich in den jeweiligen Deutungen? Und welche Rolle spielt die Geschichtswissenschaft bei diesem öffentlichen Vergangenheitsgebrauch?
    Auf der Suche nach Antworten auf diese Fragen müssen wir zunächst die Begriffe „Geschichtskultur” und „Erinnerungsort” klären. Daran anschließend erfolgt eine Einführung in Recherchetechniken, mit denen sie geschichtskulturelle Quellen (leichter) finden werden. Auf dieser konzeptionellen und methodischen Basis finden dann Themensitzungen zu einzelnen Rezeptionsereignissen (vor allem in Münster) statt. Im Zentrum steht dabei die Arbeit mit Quellen, die jeweils einzelne Kommilitonen federführend aufbereitet haben. Denkbar ist, dass wir in diesem Zusammenhang auch (außerschulische) Lernorte besuchen. In einem Abschlussblock wollen wir nach den längerfristigen Entwicklungen fragen. Zudem soll überlegt werden, wie und zu welchem Zwecke sich diese Deutungsgeschichte vermittelt werden kann bzw. sollte.
    Literatur: Für einen ersten Einblick in die Ereignis- und Deutungsgeschichte:
    Repgen, Konrad: Der Westfälische Friede. Ereignis und Erinnerung. In: Historische Zeitschrift 267 (1998), S. 615-647.
    (Im Universitätsnetz abrufbar unter: https://doi.org/10.1524/hzhz.1998.267.jg.615)
    Zur allgemeinen Einführung:
    Duchhardt, Heinz: Das Feiern des Friedens. Der Westfälische Friede im kollektiven Gedächtnis der Friedensstadt Münster, Münster 1997.
    Eichhorn, Jaana: Geschichtswissenschaft zwischen Tradition und Innovation. Diskurse, Institutionen und Machtstrukturen der bundesdeutschen Frühneuzeitforschung, Göttingen 2006.
    François, Etienne: 24. Oktober 1648. Der Westfälische Frieden. In: Erinnerungstage. Wendepunkte der Geschichte von der Antike bis zur Gegenwart, hrsg. v. Etienne François / Uwe Puschner, München 2010, S. 111-126.
    Gantet, Claire: Der Westfälische Friede. In: Deutsche Erinnerungsorte, I, hrsg. v. Etienne François / Hagen Schulze, München 2001, S. 86-104.
    Schönemann, Bernd: Die Rezeption des Westfälischen Friedens durch die deutsche Geschichtswissenschaft. In: Der Westfälische Friede. Diplomatie, politische Zäsur, kulturelles Umfeld, Rezeptionsgeschichte, hrsg. v. Heinz Duchhardt / Eva Ortlieb, München 1998, S. 805-825.
    (Eine Liste mit Spezialuntersuchungen, die zu diesem Erinnerungsort großer Zahl vorliegen, wird zum Semesterbeginn zur Verfügung gestellt.)

    REGINA GÖSCHL
    Geschichtskulturelle Institutionen und Medien
    Mi, 14-16 Uhr, Beginn: 18.10.2017, Raum F 073
    Die Veranstaltung wird sich ausgehend von der geschichtsdidaktischen Forschungskategorie der Geschichtskultur mit unterschiedlichen Institutionen und Medien (z.B. Museum, Gedenkstätte, Film, Comic, Literatur etc.) beschäftigen. Dabei soll der Frage nach den spezifischen Darstellungsweisen von Geschichte im jeweiligen Medium / in der jeweiligen Institution theoretisch und exemplarisch nachgegangen werden.
    Ein Semester- und Literaturplan wird in der ersten Sitzung ausgegeben.

    DR. WOLFHART BECK
    Schüler forschen im Archiv - Historische Projektarbeit am außerschulischen Lernort
    Do, 16-18 Uhr, Beginn: 19.10.2017, Raum: Die Veranstaltung findet im Landesarchiv NRW (Bohlweg 2) statt!
    Geschichte ein Stück weit selber erforschen, historische Spuren suchen, deuten und auswerten und damit einen eigentätigen und lebendigen Zugang zur Geschichte finden – das ist ein hoher Anspruch, der sich mit der historischen Projektarbeit verbindet. Was aber bedeutet das konkret? Schülerinnen und Schüler können eigene Fragen an die Geschichte stellen, geeignete Quellen recherchieren, ihren Forschungsweg planen und reflektieren sowie ihre eigene Narration präsentieren. Damit ist zugleich der Weg zu außerschulischen Lernorten geöffnet. Insbesondere die Archive nehmen dabei eine besondere Stellung ein. Hier begegnen Schülerinnen und Schüler originalen Zeugnissen der Vergangenheit, hier wird die Geschichte der eigenen Stadt oder Region konkret erfahrbar und kann erforscht werden. Die Vielfalt der Quellen im Archiv reicht von mittelalterlichen Urkunden über frühneuzeitliche Hexenprozessprotokolle bis hin zu Akten, Wahlplakaten und Flugblättern der Revolutionen, Diktaturen und Demokratien des 20. Jahrhunderts.
    Historische Projektarbeit kann von kleineren Recherchen im Rahmen des Unterrichts bis hin zu größeren Projektvorhaben (z.B. Geschichtswettbewerb, Stolpersteinprojekte) reichen. In allen Fällen ist die historische Projektarbeit im Archiv handlungsorientiert, kompetenzfördernd und folgt dem Ansatz des entdeckenden bzw. forschenden Lernens.
    Die Übung ist praxis- und anwendungsnah ausgerichtet. In einer Einführungsphase werden zunächst das Lehr-Lernkonzept der Projektarbeit sowie die Möglichkeiten historischen Lernens im Archiv an konkreten Beispielen vorgestellt und ausprobiert. Im Anschluss daran werden die Studierenden selbst in den Beständen des Landesarchivs auf Spurensuche gehen, ein eigenes Projektvorhaben exemplarisch durchführen und didaktisch reflektieren.
    Literatur:
    Michael Sauer (Hrsg.): Spurensucher. Ein Praxisbuch für historische Projektarbeit. Edition Körber-Stiftung, Hamburg 2014.
    Lange, Thomas/Lux, Thomas: Historisches Lernen im Archiv, Schwalbach/Ts. 2004.

    Organisatorischer Hinweis: Im Rahmen der Übung sollen das Ruhrmuseum in Essen und das DFB-Museum in Dortmund besucht werden. Eine Teilnahme an diesen Exkursionen wird von den Teilnehmern erwartet (voraussichtliche Termine: 16.11.17 und 11.01.18).


    Wahlpflichtmodul: Einführung in die Geschichtsdidaktik

    Vorlesung Einführung in die Geschichtsdidaktik (nur im Sommersemester angeboten)

    Proseminare

    Die Anmeldung zu den Veranstaltungen erfolgt über SESAM. Bitte beachten Sie die weiterführenden Informationen unter http://www.uni-muenster.de/Geschichte/hist-dida/studieren/index.html.

    PROF. DR. BERND SCHÖNEMANN
    Einführung in die Didaktik der Geschichte
    Di, 16-18 Uhr, Beginn: 17.10.2017, Raum F 073

    Das Proseminar vermittelt einen einführenden Überblick über die Aufgaben und Arbeitsbereiche der Geschichtsdidaktik. Es behandelt theoretische, empirische und pragmatische Fragestellungen, setzt aber einen klaren Schwerpunkt im Bereich der schulischen Geschichtsvermittlung und den dafür maßgeblichen geschichtsdidaktischen Positionen. Darüber hinaus erfüllt die Veranstaltung eine propädeutische Funktion, indem sie die Teilnehmer mit fachspezifischen Arbeitstechniken vertraut macht und sie in die Nutzung der einschlägigen Handbücher, Kompendien und Periodica einweist.
    Literatur: Hilke Günther-Arndt (Hrsg.): Geschichts-Didaktik. Praxishandbuch für die Sekundarstufe I und II. 3. Aufl. Berlin 2008.

    DR. OLIVER NÄPEL
    Einführung in die Didaktik der Geschichte
    Di, 8-10 Uhr, Beginn: 17.10.2017, Raum F 073

    Ausgehend von den Erfahrungen und Vorstellungen der TeilnehmerInnen mit bzw. zur Geschichtsdidaktik sollen diese im Verlaufe des Seminars überprüft, vertieft und erweitert werden. Wenngleich die Praxis der Geschichtsvermittlung ein wesentlicher Bestandteil des Seminars sein wird, kann eine Beschäftigung mit ihr nicht ohne theoretische Grundkenntnisse geschehen, die gerade für das spätere Berufsleben und das Referendariat von nicht zu überschätzender Bedeutung sind, da beides auf der vertieften Kenntnis dieses Bereichs fußt und sich dort sonst erst mühsam angeeignet werden muss. In einem zweiten Teil werden die hier gewonnenen Erkenntnisse auf praktische Bereiche der Geschichtsvermittlung angewendet und teilweise auch erprobt werden. Hierfür werden die SeminarteilnehmerInnen gehalten, zu von Ihnen selbst bestimmten Schwerpunkten aus den Bereichen der Praxis der Geschichtsvermittlung in Kleingruppen eigenständig Sitzungen zu planen, zu gestalten und auch durchzuführen.

    DR. MARTIN SCHLUTOW
    Einführung in die Didaktik der Geschichte
    Mi, 8-10 Uhr, Beginn: 18.10.2017, Raum F 073

    Das Proseminar ermöglicht einen einführenden Überblick über zentrale Aufgaben und Arbeitsbereiche der Geschichtsdidaktik. Das Selbstverständnis der Disziplin als Wissenschaft vom „Geschichtsbewusstsein in der Gesellschaft“ (Jeismann) hat dabei weitreichende Folgen für theoretische, empirische und pragmatische Fragestellungen. Denn Geschichtsdidaktik versteht sich heute zwar immer noch auch, aber nicht mehr ausschließlich als Didaktik des Geschichtsunterrichts. Da das Geschichtsbewusstsein der Schüler durch die außerschulische Geschichtskultur maßgeblich geprägt wird, gilt es auch Phänomene wie historische Museen und Ausstellungen exemplarisch in den Blick zu nehmen. Inhaltlich wird das Proseminar dementsprechend zwar einen Schwerpunkt auf Fragen nach Inhalten, Zielen, Medien und Methoden historischen Lernens im Geschichtsunterricht legen, doch auch geschichtskulturelle Fragestellungen sollen diskutiert werden.

    DR. CHRISTIAN WINKLHÖFER
    Einführung in die Didaktik der Geschichte
    Mo, 8-12 Uhr, Beginn: 4.12.2017, Raum F 073

    Das Proseminar ermöglicht einen einführenden Überblick über zentrale Aufgaben und Arbeitsbereiche der Geschichtsdidaktik. Das Selbstverständnis der Disziplin als Wissenschaft vom „Geschichtsbewusstsein in der Gesellschaft” (Jeismann) hat dabei weitreichende Folgen für theoretische, empirische und pragmatische Fragestellungen. Denn Geschichtsdidaktik versteht sich heute zwar immer noch auch, aber nicht mehr ausschließlich als Didaktik des Geschichtsunterrichts. Da das Geschichtsbewusstsein der Schüler durch die außerschulische Geschichtskultur maßgeblich geprägt wird, gilt es auch Phänomene wie Denkmäler, historische Museen und Ausstellungen oder Geschichtsdokumentationen im Fernsehen näher in den Blick zu nehmen.
     
    Bitte beachten Sie: Das Proseminar beginnt erst am 4. Dezember und findet ab diesem Termin jede Woche vierstündig statt!

    MAX TWICKLER
    Einführung in die Didaktik der Geschichte
    Mi, 10-12 Uhr, Beginn: 18.10.2017, Raum bitte dem HISLSF entnehmen

    Das Proseminar soll einen Einblick in zentrale Kategorien und Positionen der Geschichtsdidaktik ermöglichen. Dabei werden sowohl theoretische und empirische als auch pragmatische Aspekte der Disziplin in den Blick genommen. Ein besonderer Fokus des Seminars liegt dabei auf der außerschulischen Geschichtskultur. Anhand einiger Beispiele soll dabei der Begriff des ‚Historischen Lernorts‘ diskutiert werden. Darüber hinaus sollen die Teilnehmer mit den einschlägigen geschichtsdidaktischen Handbüchern und Zeitschriften vertraut gemacht.
    Eine Literaturliste wird in der ersten Sitzung ausgegeben.

    MAX TWICKLER
    Einführung in die Didaktik der Geschichte
    Do, 14-16 Uhr, Beginn: 19.10.2017, Raum bitte dem HISLSF entnehmen

    Das Proseminar soll einen Einblick in zentrale Kategorien und Positionen der Geschichtsdidaktik ermöglichen. Dabei werden sowohl theoretische und empirische als auch pragmatische Aspekte der Disziplin in den Blick genommen. Ein besonderer Fokus des Seminars liegt dabei auf der außerschulischen Geschichtskultur. Anhand einiger Beispiele soll dabei der Begriff des ‚Historischen Lernorts‘ diskutiert werden. Darüber hinaus sollen die Teilnehmer mit den einschlägigen geschichtsdidaktischen Handbüchern und Zeitschriften vertraut gemacht.
    Eine Literaturliste wird in der ersten Sitzung ausgegeben.

  • BaKiJu HRSGe

    Vorlesung Einführung in die Geschichtsdidaktik (nur im Sommersemester angeboten)

    Proseminare

    Die Anmeldung zu den Veranstaltungen erfolgt über SESAM. Bitte beachten Sie die weiterführenden Informationen unter http://www.uni-muenster.de/Geschichte/hist-dida/studieren/index.html.

    PROF. DR. BERND SCHÖNEMANN
    Einführung in die Didaktik der Geschichte
    Di, 16-18 Uhr, Beginn: 17.10.2017, Raum F 073

    Das Proseminar vermittelt einen einführenden Überblick über die Aufgaben und Arbeitsbereiche der Geschichtsdidaktik. Es behandelt theoretische, empirische und pragmatische Fragestellungen, setzt aber einen klaren Schwerpunkt im Bereich der schulischen Geschichtsvermittlung und den dafür maßgeblichen geschichtsdidaktischen Positionen. Darüber hinaus erfüllt die Veranstaltung eine propädeutische Funktion, indem sie die Teilnehmer mit fachspezifischen Arbeitstechniken vertraut macht und sie in die Nutzung der einschlägigen Handbücher, Kompendien und Periodica einweist.
    Literatur: Hilke Günther-Arndt (Hrsg.): Geschichts-Didaktik. Praxishandbuch für die Sekundarstufe I und II. 3. Aufl. Berlin 2008.

    DR. OLIVER NÄPEL
    Einführung in die Didaktik der Geschichte
    Di, 8-10 Uhr, Beginn: 17.10.2017, Raum F 073

    Ausgehend von den Erfahrungen und Vorstellungen der TeilnehmerInnen mit bzw. zur Geschichtsdidaktik sollen diese im Verlaufe des Seminars überprüft, vertieft und erweitert werden. Wenngleich die Praxis der Geschichtsvermittlung ein wesentlicher Bestandteil des Seminars sein wird, kann eine Beschäftigung mit ihr nicht ohne theoretische Grundkenntnisse geschehen, die gerade für das spätere Berufsleben und das Referendariat von nicht zu überschätzender Bedeutung sind, da beides auf der vertieften Kenntnis dieses Bereichs fußt und sich dort sonst erst mühsam angeeignet werden muss. In einem zweiten Teil werden die hier gewonnenen Erkenntnisse auf praktische Bereiche der Geschichtsvermittlung angewendet und teilweise auch erprobt werden. Hierfür werden die SeminarteilnehmerInnen gehalten, zu von Ihnen selbst bestimmten Schwerpunkten aus den Bereichen der Praxis der Geschichtsvermittlung in Kleingruppen eigenständig Sitzungen zu planen, zu gestalten und auch durchzuführen.

    DR. MARTIN SCHLUTOW
    Einführung in die Didaktik der Geschichte
    Mi, 8-10 Uhr, Beginn: 18.10.2017, Raum F 073

    Das Proseminar ermöglicht einen einführenden Überblick über zentrale Aufgaben und Arbeitsbereiche der Geschichtsdidaktik. Das Selbstverständnis der Disziplin als Wissenschaft vom „Geschichtsbewusstsein in der Gesellschaft“ (Jeismann) hat dabei weitreichende Folgen für theoretische, empirische und pragmatische Fragestellungen. Denn Geschichtsdidaktik versteht sich heute zwar immer noch auch, aber nicht mehr ausschließlich als Didaktik des Geschichtsunterrichts. Da das Geschichtsbewusstsein der Schüler durch die außerschulische Geschichtskultur maßgeblich geprägt wird, gilt es auch Phänomene wie historische Museen und Ausstellungen exemplarisch in den Blick zu nehmen. Inhaltlich wird das Proseminar dementsprechend zwar einen Schwerpunkt auf Fragen nach Inhalten, Zielen, Medien und Methoden historischen Lernens im Geschichtsunterricht legen, doch auch geschichtskulturelle Fragestellungen sollen diskutiert werden.

    DR. CHRISTIAN WINKLHÖFER
    Einführung in die Didaktik der Geschichte
    Mo, 8-12 Uhr, Beginn: 4.12.2017, Raum F 073

    Das Proseminar ermöglicht einen einführenden Überblick über zentrale Aufgaben und Arbeitsbereiche der Geschichtsdidaktik. Das Selbstverständnis der Disziplin als Wissenschaft vom „Geschichtsbewusstsein in der Gesellschaft” (Jeismann) hat dabei weitreichende Folgen für theoretische, empirische und pragmatische Fragestellungen. Denn Geschichtsdidaktik versteht sich heute zwar immer noch auch, aber nicht mehr ausschließlich als Didaktik des Geschichtsunterrichts. Da das Geschichtsbewusstsein der Schüler durch die außerschulische Geschichtskultur maßgeblich geprägt wird, gilt es auch Phänomene wie Denkmäler, historische Museen und Ausstellungen oder Geschichtsdokumentationen im Fernsehen näher in den Blick zu nehmen.
     
    Bitte beachten Sie: Das Proseminar beginnt erst am 4. Dezember und findet ab diesem Termin jede Woche vierstündig statt!

    MAX TWICKLER
    Einführung in die Didaktik der Geschichte
    Mi, 10-12 Uhr, Beginn: 18.10.2017, Raum bitte dem HISLSF entnehmen

    Das Proseminar soll einen Einblick in zentrale Kategorien und Positionen der Geschichtsdidaktik ermöglichen. Dabei werden sowohl theoretische und empirische als auch pragmatische Aspekte der Disziplin in den Blick genommen. Ein besonderer Fokus des Seminars liegt dabei auf der außerschulischen Geschichtskultur. Anhand einiger Beispiele soll dabei der Begriff des ‚Historischen Lernorts‘ diskutiert werden. Darüber hinaus sollen die Teilnehmer mit den einschlägigen geschichtsdidaktischen Handbüchern und Zeitschriften vertraut gemacht.
    Eine Literaturliste wird in der ersten Sitzung ausgegeben.

    MAX TWICKLER
    Einführung in die Didaktik der Geschichte
    Do, 14-16 Uhr, Beginn: 19.10.2017, Raum bitte dem HISLSF entnehmen

    Das Proseminar soll einen Einblick in zentrale Kategorien und Positionen der Geschichtsdidaktik ermöglichen. Dabei werden sowohl theoretische und empirische als auch pragmatische Aspekte der Disziplin in den Blick genommen. Ein besonderer Fokus des Seminars liegt dabei auf der außerschulischen Geschichtskultur. Anhand einiger Beispiele soll dabei der Begriff des ‚Historischen Lernorts‘ diskutiert werden. Darüber hinaus sollen die Teilnehmer mit den einschlägigen geschichtsdidaktischen Handbüchern und Zeitschriften vertraut gemacht.
    Eine Literaturliste wird in der ersten Sitzung ausgegeben.

    Schulisches Historisches Lernen

    DR. MARTIN SCHLUTOW
    Unterrichtsplanung Geschichte
    Do, 16-18 Uhr; Beginn: 19.10.2017, Raum bitte dem HISLSF entnehmen

    Unterrichtsplanung gehört ohne Frage zu den wichtigsten Aufgaben eines Geschichtslehrers. Trotzdem fühlen sich angehende Geschichtslehrer auf dieses Tätigkeitsfeld oft schlecht vorbereitet (vgl. Kanert 2014, S. 237). Umso wichtiger ist es deshalb für Studierende des Lehramtes Geschichte, die relevanten geschichtsdidaktischen Ansätze zur Unterrichtsplanung zu kennen. Dementsprechend ist es das Ziel dieser Veranstaltung, in einem ersten Schritt die theoretischen Grundlagen der Unterrichtsplanung im Fach Geschichte zu erarbeiten. In einem zweiten Schritt sollen diese hinsichtlich ihrer unterrichtspraktischen Relevanz in unterschiedlichen Lehr-Lernkonzepten des Geschichtsunterrichts – darbietend, erarbeitend, aufgabenbasiert, projektförmig oder erkundend – diskutiert werden.

    DR. CHRISTIAN WINKLHÖFER
    Forschendes Lernen im Geschichtsunterricht
    Mi, 10-12 Uhr, Beginn: 6.12.2017, Raum bitte dem HISLSF entnehmen
    Fr, 8-14 Uhr, Einzelveranstaltung, Termin: 12.1.2017, Raum F 073

    „Größenwahn” oder „Königsweg”? Unter dieser zugespitzt formulierten Problemfrage diskutiert Bodo von Borries (2005) Chancen und Grenzen historischen Lernens im projektförmigen Geschichtsunterricht. Vergegenwärtigt man sich die teils beeindruckenden Produkte des alle zwei Jahre stattfindenden Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten, so liegen die Vorteile dieses methodischen Zugriffs jedenfalls auf der Hand. Der Geschichtswettbewerb ist jedoch nur ein Beispiel für forschend-entdeckendes Lernen im Geschichtsunterricht. Die Übung beschäftigt sich darüber hinaus auf theoretischer wie unterrichtspraktischer Ebene auch mit der Planung, Begleitung und Auswertung kleinerer Unterrichtsprojekte sowie mit Schülerreferaten und Facharbeiten, die im geschichtsdidaktischen Diskurs bisher wenig Aufmerksamkeit erfahren haben.
     
    Bitte beachten Sie bitte bei Ihrer Semesterplanung: Die Übung beginnt erst am 06. Dezember. Ferner ist für den 12. Januar ein Block-Termin angesetzt.

    MAX TWICKLER
    Aufarbeitung der Vergangenheit? Vergangenheits- und Geschichtspolitik in der BRD und DDR nach 1945
    Do, 12-14 Uhr, Beginn: 19.10.2017, Raum F 073

    ‚Aufarbeitung der Vergangenheit‘ – Geht das überhaupt? Die Übung wird zum einen, aufbauend auf den Thesen Norbert Freis zur Vergangenheitspolitik, die Dialektik der westdeutschen Demokratiegründung nach 1945 untersuchen. Anders formuliert: Freiheitliche demokratische Grundordnung – Aber zu welchen Preis? Zum anderen sollen hier geschichtspolitische Zusammenhänge, aufbauend auf dem Konzept von E. Wolfrum, aufgedeckt werden. Hier wird insbesondere das Verhältnis zwischen beiden deutschen Staaten im Fokus stehen. Ziel der Übung ist dabei die Diskussion unterschiedlicher Strategien der Konfrontation mit der Vergangenheit und das Herausarbeiten von geschichtspolitischen Argumentationsfiguren als Mittel der Politik.
    Eine Literaturliste wird in der ersten Sitzung ausgegeben.

    DR. OLIVER NÄPEL
    Geschichte digital – als Teil von Geschichtskultur und Geschichtsunterricht
    Do, 10-12 Uhr, Beginn: 19.10.2017, Raum F 073

    Das in unserer Welt immer bedeutsamer werdende Web2.0 mit seinen vielfältigen Angeboten und Nutzungsmöglichkeiten bietet einen hochspannenden Erfahrungsraum. Auch ‚Geschichte‘ findet sich hier in unterschiedlichster Form und Ausprägung. Dabei sind die Zielsetzungen vieler solcher Angebote nicht immer mit den Vorstellungen der Geschichtsdidaktik übereinstimmend. Die Übung wird keine ‚Medienschelte‘ angesichts der vielfach beobachtbaren inhaltlichen und didaktischen Mängel üben, sondern vielmehr ausgehend von der Diskussion, ob die Zielsetzungen der Geschichtsdidaktik, ihre Konzepte und Kategorien sich sinnvoll auf die gesamtgesellschaftliche Beschäftigung mit Vergangenheit übertragen lassen, versuchen, diese Prinzipien in bestehenden Angeboten wiederzuerkennen. Nach der kritisch-analytischen Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Angeboten, soll der Versuch unternommen werden, Angebote weiter oder eigene selber zu entwickeln (zumindest konzeptionell), ggfls. auch umzusetzen, um das volle Potenzial historischer Bildung im, über und mit dem Web2.0 auszuschöpfen. Die Anbindung solcher Angebote an den Geschichtsunterricht wird ebenfalls ein Schwerpunkt der Veranstaltung sein.

    DR. WOLFHART BECK
    Schüler forschen im Archiv - Historische Projektarbeit am außerschulischen Lernort
    Do, 16-18 Uhr, Beginn: 19.10.2017, Raum: Die Veranstaltung findet im Landesarchiv NRW (Bohlweg 2) statt!
    Geschichte ein Stück weit selber erforschen, historische Spuren suchen, deuten und auswerten und damit einen eigentätigen und lebendigen Zugang zur Geschichte finden – das ist ein hoher Anspruch, der sich mit der historischen Projektarbeit verbindet. Was aber bedeutet das konkret? Schülerinnen und Schüler können eigene Fragen an die Geschichte stellen, geeignete Quellen recherchieren, ihren Forschungsweg planen und reflektieren sowie ihre eigene Narration präsentieren. Damit ist zugleich der Weg zu außerschulischen Lernorten geöffnet. Insbesondere die Archive nehmen dabei eine besondere Stellung ein. Hier begegnen Schülerinnen und Schüler originalen Zeugnissen der Vergangenheit, hier wird die Geschichte der eigenen Stadt oder Region konkret erfahrbar und kann erforscht werden. Die Vielfalt der Quellen im Archiv reicht von mittelalterlichen Urkunden über frühneuzeitliche Hexenprozessprotokolle bis hin zu Akten, Wahlplakaten und Flugblättern der Revolutionen, Diktaturen und Demokratien des 20. Jahrhunderts.
    Historische Projektarbeit kann von kleineren Recherchen im Rahmen des Unterrichts bis hin zu größeren Projektvorhaben (z.B. Geschichtswettbewerb, Stolpersteinprojekte) reichen. In allen Fällen ist die historische Projektarbeit im Archiv handlungsorientiert, kompetenzfördernd und folgt dem Ansatz des entdeckenden bzw. forschenden Lernens.
    Die Übung ist praxis- und anwendungsnah ausgerichtet. In einer Einführungsphase werden zunächst das Lehr-Lernkonzept der Projektarbeit sowie die Möglichkeiten historischen Lernens im Archiv an konkreten Beispielen vorgestellt und ausprobiert. Im Anschluss daran werden die Studierenden selbst in den Beständen des Landesarchivs auf Spurensuche gehen, ein eigenes Projektvorhaben exemplarisch durchführen und didaktisch reflektieren.
    Literatur:
    Michael Sauer (Hrsg.): Spurensucher. Ein Praxisbuch für historische Projektarbeit. Edition Körber-Stiftung, Hamburg 2014.
    Lange, Thomas/Lux, Thomas: Historisches Lernen im Archiv, Schwalbach/Ts. 2004.

    JAN MATTHIAS HOFFROGGE
    Soziale Fragen. Geschichtsdidaktische Perspektiven auf Heterogenität
    Di, 14-16 Uhr, Beginn: 17.10.2017, Raum F 073

    Für Siegfried Kawerau war sie in den 1920er-Jahren noch der Ausgangspunkt der Geschichtsdidaktik, Hans-Jürgen Pandel räumte ihr in seinem Dimensionenmodell des Geschichtsbewusstseins eine eigene Kategorie ein – in der gegenwärtigen geschichtsdidaktischen Debatte fristet die soziale Ungleichheit dagegen ein Nischendasein.
    Fragen sozialer Ungleichheit werden politisch jedoch weiterhin kontrovers diskutiert. Und auch in der Geschichtsdidaktik könnten sie bald wieder an Bedeutung gewinnen – etwa unter den Aspekten der Heterogenität, Diversity oder Intersektionalität, die einleitend erörtert werden.
    In der Übung werden wir zunächst geschichtsdidaktische Studien besprechen, die auf ganz unterschiedliche Arten und Weisen Wechselwirkungen zwischen sozialer Ungleichheit und historischem Lernen untersuchen. Zudem sollen Schulbücher und Lehrpläne diachron und synchron dahingehend untersucht werden, wie sie das Thema präsentieren.
    Basierend auf diesen Vorarbeiten sollen Sie abschließend selbst kleinere eigene Unterrichtseinheiten entwickeln. Diese sollen einerseits soziale Ungleichheit als Lerngegenstand vermitteln sowie anderseits die Heterogenität potentieller Lerngruppen berücksichtigen.
    Die Lektüretexte finden Sie in einem Reader, der in der ersten Sitzung vorgestellt werden wird.

    MAX TWICKLER
    Guter Geschichtsunterricht? Empirische Zugriffe und (fach-)spezifische Gütekriterien in der Diskussion
    Mo, 12-14 Uhr, Beginn: 16.10.2017, Raum bitte dem HISLSF entnehmen

    Das Herausarbeiten von Gütekriterien guten/gelingenden Geschichtsunterrichts bezeichnet seit geraumer Zeit ein ebenso bedeutsames wie problematisches Aufgabenfeld der Geschichtsdidaktik. Die Übung soll sich zunächst den beiden wohl bekanntesten empirischen Ansätzen zur Beantwortung dieser Frage widmen, die verwendeten Methoden kritisch hinterfragen sowie die Konsequenzen kontrovers diskutieren. In einem zweiten Schritt sollen bereits zum Konsens gehörende geschichtsdidaktische Prinzipien im Hinblick auf ihre Anwendbarkeit im Schulbetrieb überprüft werden.
    Eine Literaturliste wird in der ersten Sitzung ausgegeben.

    Außerschulische Lernorte

    DR. MARTIN SCHLUTOW
    Museum und historisches Lernen
    Do, 14-16 Uhr; Beginn: 19.10.2017, Raum F 073

    Zahlreiche Medien und Institutionen der Geschichtskultur widmen sich heute der Vergegenwärtigung von Geschichte. Das Museum nimmt dabei nach wie vor eine prominente Stellung ein: Als Stätte des Sammelns, Erforschens und Ausstellens historischer Objekte ist es seit dem sogenannten ersten Museumszeitalter im 19. Jahrhundert vor allem im städtischen Raum sehr präsent. Heutzutage werden historische Großausstellungen und Museumsgründungen im Fernsehen und in großen überregionalen Zeitungen ausführlich rezensiert und als Medienevents zu echten Besuchermagneten stilisiert. Darüber hinaus fungiert das historische Museum als außerschulischer Lernort, der Schulklassen als wichtige Zielgruppe seines Angebotsrepertoires begreift. Die Veranstaltung möchte darum einerseits zu einer Auseinandersetzung mit ideen- und sozialgeschichtlichen Entwicklungslinien der Institution Museum bis in die Gegenwart anregen und andererseits mittels einer exemplarischen Betrachtung aktueller Dauerausstellungen der Frage nachgehen, wie im Museum historisch gelernt werden kann.
     
    Organisatorischer Hinweis: Im Rahmen der Übung sollen das Ruhrmuseum in Essen und das DFB-Museum in Dortmund besucht werden. Eine Teilnahme an diesen Exkursionen wird von den Teilnehmern erwartet (voraussichtliche Termine: 16.11.17 und 11.01.18).

    REGINA GÖSCHL
    Geschichtskulturelle Institutionen und Medien
    Mi, 14-16 Uhr, Beginn: 18.10.2017, Raum F 073
    Die Veranstaltung wird sich ausgehend von der geschichtsdidaktischen Forschungskategorie der Geschichtskultur mit unterschiedlichen Institutionen und Medien (z.B. Museum, Gedenkstätte, Film, Comic, Literatur etc.) beschäftigen. Dabei soll der Frage nach den spezifischen Darstellungsweisen von Geschichte im jeweiligen Medium / in der jeweiligen Institution theoretisch und exemplarisch nachgegangen werden.
    Ein Semester- und Literaturplan wird in der ersten Sitzung ausgegeben.

    MAX TWICKLER
    Aufarbeitung der Vergangenheit? Vergangenheits- und Geschichtspolitik in der BRD und DDR nach 1945
    Do, 12-14 Uhr, Beginn: 19.10.2017, Raum F 073

    ‚Aufarbeitung der Vergangenheit‘ – Geht das überhaupt? Die Übung wird zum einen, aufbauend auf den Thesen Norbert Freis zur Vergangenheitspolitik, die Dialektik der westdeutschen Demokratiegründung nach 1945 untersuchen. Anders formuliert: Freiheitliche demokratische Grundordnung – Aber zu welchen Preis? Zum anderen sollen hier geschichtspolitische Zusammenhänge, aufbauend auf dem Konzept von E. Wolfrum, aufgedeckt werden. Hier wird insbesondere das Verhältnis zwischen beiden deutschen Staaten im Fokus stehen. Ziel der Übung ist dabei die Diskussion unterschiedlicher Strategien der Konfrontation mit der Vergangenheit und das Herausarbeiten von geschichtspolitischen Argumentationsfiguren als Mittel der Politik.
    Eine Literaturliste wird in der ersten Sitzung ausgegeben.

    MAX TWICKLER
    "Kriegerdenkmäler in der Friedensstadt": Durch Münsteraner Geschichte(n)
    1. Termin (konstituierende Sitzung) Mo, 18 Uhr (Einzelveranstaltung) 6.11.2017, Veranstaltungsort für alle Termine: F 271 (2. Etage, Fürstenberghaus, Innenneubau)

    „Wenn wir durch Münster spazieren oder mit dem Rad die Stadt erkunden, dann sehen wir das uns Bekannte, Vertraute und Alltägliche… Aber vieles, was einst einmal da war, von dem heute nur mehr Spuren überdauert haben, oder manches, das inzwischen so gut versteckt ist, dass es kaum auffällt, bleibt verborgen. Dabei sind es oft gerade diese Orte, die besonders spannend und faszinierend sein können. Viele von ihnen haben eine ganz spezielle und einzigartige Geschichte.”
    Diese einleitenden Worte des im Jahr 2016 herausgegebenen 5-bändigen Radtourenführer „Durch Münsteraner Geschichte(n)” wecken gewiss Interesse. Die Übung wird sich mit der 3. Route der Tour auseinandersetzen und die Konzeption des Teilbandes zu „Kriegerdenkmälern in der Stadt des Friedens kritisch hinterfragen. Neben einer didaktischen Einordnung und Kontextualisierung im Hinblick auf eine überregionale Kriegerdenkmalskultur soll die vorgeschlagene Route auch tatsächlich erkundet werden.
    Bitte beachten:
    Diese Übung wird als Blockseminar veranstaltet. Weitere Termine werden in der 1. Sitzung vereinbart. Die Teilnahme an den Sitzungen ist dabei obligatorisch.
    Eine Literaturliste wird in der ersten Sitzung ausgegeben.

    JAN MATTHIAS HOFFROGGE
    Der Westfälische Friede als Erinnerungsort
    Mo, 16-18 Uhr, Beginn: 16.10.2017, Raum F 073

    „Am Abend des 24. Oktober 1648 unterzeichneten in Münster die Vertreter dreier Großmächte und zahlreicher deutscher Reichsstände die Urkunden des ersten großen Friedensschlusses der europäischen Geschichte. Von diesem Augenblicke an rechnet man seither eine neue Epoche.”
    Noch in Fritz Dickmanns nüchterner Einleitung in sein Standardwerk „Der Westfälische Frieden” (Münster 1959, S. 1) zeigt sich, dass es sich bei diesen Urkunden um einen Erinnerungsort handelt, der Identität stiftet.
    Das merkt man nicht zuletzt in Münster: angesichts des "Friedenssaales" etwa oder in Werbeanzeigen an Bussen und Bahnhöfen, in denen Münster als Kongressstadt beworben wird. Anlässlich der Zeitachse 1648-1918-2018 sollen in der Stadt zudem eine Handvoll Friedensausstellungen stattfinden – womit wiederum eine Tradition fortgeführt wird. Gab es in Münster doch schon 1898, 1948, 1978, 1988 und 1998 kleine und größere Jubiläumsfeiern zum Jahrestag des Westfälischen Friedens, der zudem in der Zeit des Nationalsozialismus von großer Bedeutung für die städtische Kulturpolitik war.
    Wie wurde und wird der Friede von 1648 bei solch unterschiedlichen Anlässen gedeutet? Welche Gegenwartserfahrungen und Zukunftserwartungen spiegeln sich in den jeweiligen Deutungen? Und welche Rolle spielt die Geschichtswissenschaft bei diesem öffentlichen Vergangenheitsgebrauch?
    Auf der Suche nach Antworten auf diese Fragen müssen wir zunächst die Begriffe „Geschichtskultur” und „Erinnerungsort” klären. Daran anschließend erfolgt eine Einführung in Recherchetechniken, mit denen sie geschichtskulturelle Quellen (leichter) finden werden. Auf dieser konzeptionellen und methodischen Basis finden dann Themensitzungen zu einzelnen Rezeptionsereignissen (vor allem in Münster) statt. Im Zentrum steht dabei die Arbeit mit Quellen, die jeweils einzelne Kommilitonen federführend aufbereitet haben. Denkbar ist, dass wir in diesem Zusammenhang auch (außerschulische) Lernorte besuchen. In einem Abschlussblock wollen wir nach den längerfristigen Entwicklungen fragen. Zudem soll überlegt werden, wie und zu welchem Zwecke sich diese Deutungsgeschichte vermittelt werden kann bzw. sollte.
    Literatur: Für einen ersten Einblick in die Ereignis- und Deutungsgeschichte:
    Repgen, Konrad: Der Westfälische Friede. Ereignis und Erinnerung. In: Historische Zeitschrift 267 (1998), S. 615-647.
    (Im Universitätsnetz abrufbar unter: https://doi.org/10.1524/hzhz.1998.267.jg.615)
    Zur allgemeinen Einführung:
    Duchhardt, Heinz: Das Feiern des Friedens. Der Westfälische Friede im kollektiven Gedächtnis der Friedensstadt Münster, Münster 1997.
    Eichhorn, Jaana: Geschichtswissenschaft zwischen Tradition und Innovation. Diskurse, Institutionen und Machtstrukturen der bundesdeutschen Frühneuzeitforschung, Göttingen 2006.
    François, Etienne: 24. Oktober 1648. Der Westfälische Frieden. In: Erinnerungstage. Wendepunkte der Geschichte von der Antike bis zur Gegenwart, hrsg. v. Etienne François / Uwe Puschner, München 2010, S. 111-126.
    Gantet, Claire: Der Westfälische Friede. In: Deutsche Erinnerungsorte, I, hrsg. v. Etienne François / Hagen Schulze, München 2001, S. 86-104.
    Schönemann, Bernd: Die Rezeption des Westfälischen Friedens durch die deutsche Geschichtswissenschaft. In: Der Westfälische Friede. Diplomatie, politische Zäsur, kulturelles Umfeld, Rezeptionsgeschichte, hrsg. v. Heinz Duchhardt / Eva Ortlieb, München 1998, S. 805-825.
    (Eine Liste mit Spezialuntersuchungen, die zu diesem Erinnerungsort großer Zahl vorliegen, wird zum Semesterbeginn zur Verfügung gestellt.)

    DR. OLIVER NÄPEL
    Geschichte digital – als Teil von Geschichtskultur und Geschichtsunterricht
    Do, 10-12 Uhr, Beginn: 19.10.2017, Raum F 073

    Das in unserer Welt immer bedeutsamer werdende Web2.0 mit seinen vielfältigen Angeboten und Nutzungsmöglichkeiten bietet einen hochspannenden Erfahrungsraum. Auch ‚Geschichte‘ findet sich hier in unterschiedlichster Form und Ausprägung. Dabei sind die Zielsetzungen vieler solcher Angebote nicht immer mit den Vorstellungen der Geschichtsdidaktik übereinstimmend. Die Übung wird keine ‚Medienschelte‘ angesichts der vielfach beobachtbaren inhaltlichen und didaktischen Mängel üben, sondern vielmehr ausgehend von der Diskussion, ob die Zielsetzungen der Geschichtsdidaktik, ihre Konzepte und Kategorien sich sinnvoll auf die gesamtgesellschaftliche Beschäftigung mit Vergangenheit übertragen lassen, versuchen, diese Prinzipien in bestehenden Angeboten wiederzuerkennen. Nach der kritisch-analytischen Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Angeboten, soll der Versuch unternommen werden, Angebote weiter oder eigene selber zu entwickeln (zumindest konzeptionell), ggfls. auch umzusetzen, um das volle Potenzial historischer Bildung im, über und mit dem Web2.0 auszuschöpfen. Die Anbindung solcher Angebote an den Geschichtsunterricht wird ebenfalls ein Schwerpunkt der Veranstaltung sein.

    DR. WOLFHART BECK
    Schüler forschen im Archiv - Historische Projektarbeit am außerschulischen Lernort
    Do, 16-18 Uhr, Beginn: 19.10.2017, Raum: Die Veranstaltung findet im Landesarchiv NRW (Bohlweg 2) statt!
    Geschichte ein Stück weit selber erforschen, historische Spuren suchen, deuten und auswerten und damit einen eigentätigen und lebendigen Zugang zur Geschichte finden – das ist ein hoher Anspruch, der sich mit der historischen Projektarbeit verbindet. Was aber bedeutet das konkret? Schülerinnen und Schüler können eigene Fragen an die Geschichte stellen, geeignete Quellen recherchieren, ihren Forschungsweg planen und reflektieren sowie ihre eigene Narration präsentieren. Damit ist zugleich der Weg zu außerschulischen Lernorten geöffnet. Insbesondere die Archive nehmen dabei eine besondere Stellung ein. Hier begegnen Schülerinnen und Schüler originalen Zeugnissen der Vergangenheit, hier wird die Geschichte der eigenen Stadt oder Region konkret erfahrbar und kann erforscht werden. Die Vielfalt der Quellen im Archiv reicht von mittelalterlichen Urkunden über frühneuzeitliche Hexenprozessprotokolle bis hin zu Akten, Wahlplakaten und Flugblättern der Revolutionen, Diktaturen und Demokratien des 20. Jahrhunderts.
    Historische Projektarbeit kann von kleineren Recherchen im Rahmen des Unterrichts bis hin zu größeren Projektvorhaben (z.B. Geschichtswettbewerb, Stolpersteinprojekte) reichen. In allen Fällen ist die historische Projektarbeit im Archiv handlungsorientiert, kompetenzfördernd und folgt dem Ansatz des entdeckenden bzw. forschenden Lernens.
    Die Übung ist praxis- und anwendungsnah ausgerichtet. In einer Einführungsphase werden zunächst das Lehr-Lernkonzept der Projektarbeit sowie die Möglichkeiten historischen Lernens im Archiv an konkreten Beispielen vorgestellt und ausprobiert. Im Anschluss daran werden die Studierenden selbst in den Beständen des Landesarchivs auf Spurensuche gehen, ein eigenes Projektvorhaben exemplarisch durchführen und didaktisch reflektieren.
    Literatur:
    Michael Sauer (Hrsg.): Spurensucher. Ein Praxisbuch für historische Projektarbeit. Edition Körber-Stiftung, Hamburg 2014.
    Lange, Thomas/Lux, Thomas: Historisches Lernen im Archiv, Schwalbach/Ts. 2004.

  • Master of Education Gym/Ges


    Spezialvorlesung

    PROF. DR. SASKIA HANDRO
    Sprache(n) und historisches Lernen
    Do, 12-14 Uhr, Beginn: 19.10.2017, Raum bitte dem HISLSF entnehmen
    Sprachsensibler Fachunterricht wird derzeit fächerübergreifend als schulische Herausforderung diskutiert, die sich angesichts heterogener sprachlicher Voraussetzungen Lernender stellt. Doch der Zusammenhang von Sprache und historischem Lernen muss nicht nur angesichts der Mehrsprachigkeit Lernender und inklusiver Lerngruppen neu gedacht werden. Im Zuge der Kompetenzorientierung gewinnt auch das Sprachhandeln, d.h. die Lese- und Schreibfähigkeit in den Fächern eine neue Bedeutung. Sprache und Sprachhandeln wird deutlicher als historisches Lern- und Denkwerkzeug modelliert, dessen Förderung Voraussetzung für schulischen Lernerfolg aber auch geschichtskulturelle Teilhabe ist.
    Insbesondere für den Geschichtsunterricht sind sprachliche Kompetenzen zentral. Lernende müssen Geschichte aus Quellen rekonstruieren und sehen sich mit der Historizität von Sprache konfrontiert. Geschichtskulturelle Kompetenz erwerben, heißt aber auch die unterschiedlichen Präsentationsformen von Geschichte und die Diskurse über Geschichte in der Öffentlichkeit „lesen“ sowie die den Erzählungen über Geschichte inhärenten narrativen Strukturen, Sinnstiftungs- und Deutungsmuster entschlüsseln. Andererseits sollen Lernende im Sinne narrativer Kompetenz befähigt werden, Geschichte(n) selbst zu erzählen.
    Sprachhandlungen wie Lesen und Schreiben erweisen sich somit als für historisches Lernen und Erzählen zentrale Kulturtechniken, die jedoch im Fach Geschichte Spezifika aufweisen.
    Was heißt es also „Geschichte zu lesen oder zu schreiben“? Was sind fachspezifische Lese- und Schreibprobleme, aber auch Lese- und Schreibstrategien? Wie konstruiere ich binnendifferenzierende Aufgabenformate oder bearbeite Schulbuchtexte oder Quellen für sprachschwache Lerner?
    Die Vorlesung widmet sich auf der Basis theoretischer Modelle und empirischer Befunde zentralen Dimensionen sprachlichen Handelns im Geschichtsunterricht. In Analyse von Schulbuch- und Schülertexten werden fachspezifische Problemlagen diskutiert und binnendifferenzierende Lese- und Schreibstrategien für den Geschichtsunterricht vorgestellt.
    Literatur:
    Saskia Handro (Hrsg.): Sprache und historisches Lernen (= Zeitschrift für Geschichtsdidaktik 14/2015), Göttingen 2015.
    Josef Leisen: Handbuch Sprachförderung im Fach. Sprachsensibler Fachunterricht in der Praxis. 2 Bde. Stuttgart 2013.
    Saskia Handro: Sprache und historisches Lernen. Dimensionen eines Schlüsselproblems des Geschichtsunterrichts. In: Michael Becker-Mrotzek u.a. (Hrsg.): Sprache im Fach. Sprachlichkeit und fachliches Lernen. Münster u.a. 2013, S. 317-333.
    Melanie Beese u.a. (Hrsg.): Sprachbildung in allen Fächern. München 2014.
    Hilke Günther-Arndt: Hinwendung zur Sprache in der Geschichtsdidaktik. In: Saskia Handro/Bernd Schönemann (Hrsg.): Geschichte und Sprache. Münster 2010 (Zeitgeschichte – Zeitverständnis, Bd. 21), S. 16–46.


    Hauptseminare

    Die Anmeldung zu den Veranstaltungen erfolgt über SESAM. Bitte beachten Sie die weiterführenden Informationen unter http://www.uni-muenster.de/Geschichte/hist-dida/studieren/index.html.

    PROF. DR. BERND SCHÖNEMANN
    Geschichtstheorie für die Unterrichtspraxis
    Di, 12-14 Uhr, Beginn: 17.10.2017, Raum F 073
    Im Rahmen der Veranstaltung können in Absprache mit dem Lehrenden auch Leistungspunkte für Inklusion erworben werden.

    PROF. DR. BERND SCHÖNEMANN
    Geschichte des Geschichtsunterrichts (1871 - 1945)
    Do, 16-18 Uhr, Beginn: 19.10.2017, Raum F 073
    Im Rahmen der Veranstaltung können in Absprache mit dem Lehrenden auch Leistungspunkte für Inklusion erworben werden.

    PROF. Dr. SASKIA HANDRO / VANESSA KILIMANN
    Lesestrategien im Geschichtsunterricht - Zwischen Theorie und Praxis
    Mi, 18-20 Uhr, Beginn: 11.10.2017, Raum F 073
    Sa, 9-17 Uhr, Einzelveranstaltung, Termin: 21.10.2017, Raum F 073
    Sa, 9-17 Uhr, Einzelveranstaltung, Termin: 28.10.2017, Raum F 073

    Angesichts einer Vielzahl historischer Textgattungen ist die Bedeutung des Lesens im Geschichtsunterricht unstrittig und Textverstehen grundlegend für historisches Lernen. Aufgrund der Eigenart historischer Texte und der dafür notwendigen fachspezifischen Lesekompetenz bildet das Textverstehen zugleich ein Schlüsselproblem des Geschichtsunterrichts. Motiviert durch Fragen der (bildungs-)sprachlichen Förderung von sprachschwachen Lernenden mit und ohne Migrationshintergrund erweist sich eine fachspezifische Leseförderung im Geschichtsunterricht als unumgänglich und gewinnt im Kontext der Debatte um Binnendifferenzierung, Diagnostik und individuelle Förderung weiter an Relevanz. Die Kenntnis und Erprobung fachspezifischer Lesestrategien stellt jedoch eine Herausforderung der Geschichtslehrerausbildung da. Das Hauptseminar greift dieses Problem auf. In einem theoretischen Teil werden fachspezifische Einflussfaktoren auf das Textverstehen beschrieben und fachlich begründet sowie Heterogenität im Textverständnis analysiert. Der praktische Teil des Seminars findet an einer Kooperationsschule in Münster statt. Die Studierenden erhalten die Möglichkeit binnendifferenziertes Lehr-Lernmaterial im Seminarkontext zu entwickeln und mit Schülerinnen und Schülern einer 7. Gymnasialklasse im Rahmen von max. drei Doppelstunden Geschichte zu erproben. Die abschließenden Sitzungen dienen der Reflektion der Praxiserfahrung.
    Das Hauptseminar findet im Rahmen des Teilprojekts 4 „Praxisprojekte in Kooperationsschulen“ des Programms „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ an der Universität Münster statt, in dem schulische Praxisprojekte zum Thema „Textverstehen in allen Fächern und inklusiven Kontexten“ an Kooperationsschulen umgesetzt werden.
    Das Hauptseminar beginnt in der ersten Semesterwoche und ist aufgrund seines Praxisbezugs auf verschiedene Termine verteilt:
    Mittwochs, 11.10., 18.10., 13.12. und 20.12. jeweils von 18-20 Uhr
    Samstags, 21.10. und 28.10. jeweils von 9-17 Uhr
    Die Praxisphase in der Kooperationsschule umfasst max. drei Doppelstunden Geschichte und findet im November nach Absprache mit der Kooperationsschule statt.
    Leistungspunkte können über die aktive Teilnahme am Seminar und über die Reflektion der Praxiserfahrung im Rahmen einer Hausarbeit erworben werden.
     
    Im Rahmen der Veranstaltung können in Absprache mit den Lehrenden auch Leistungspunkte für Inklusion erworben werden.

    DR. OLIVER NÄPEL
    Aktuelle Fragen der Geschichtsdidaktik
    Di, 10-12 Uhr, Beginn: 17.10.2017, Raum F 073

    Die Geschichtsdidaktik versucht den gesellschaftlichen Anforderungen an eine verantwortungsvolle historisch-politische Bildung in theoretischer, empirischer und pragmatischer Hinsicht gerecht zu werden. Da Gesellschaften einem steten Wandel unterworfen sind, muss sich auch die Geschichtsdidaktik neuen Herausforderungen stellen. Dies führt in vielfacher Hinsicht zu Neuorientierungen und Kontroversen, die im Seminar aufgegriffen und diskutiert werden. Konkrete aktuelle konkrete geschichtskulturelle und –unterrichtliche Angebote sollen darauf aufbauend untersucht werden, inwieweit sie diesen Herausforderungen gerecht werden. Die Prämissen anspruchsvoller Lehr-/Lerneinheiten sollen pragmatisch und somit berufsqualifizierend im Seminar eingeübt und umgesetzt werden. Die TeilnehmerInnen werden daher in Kleingruppen zu eigenen Themeneinheiten der Geschichtsdidaktik Sitzungen konzipieren, Materialien gestalten und entsprechend umsetzen.
    Im Rahmen der Veranstaltung können in Absprache mit dem Lehrenden auch Leistungspunkte für Inklusion erworben werden.

    DR. MARTIN SCHLUTOW
    Geschichte bilingual - ein Gewinn für das historische Lernen?
    Mi 10-12 Uhr, Beginn: 18.10.2017, Raum F 073

    Bilingualer Geschichtsunterricht befindet sich in der Schullandschaft seit Jahren im Aufwind. Zahlreiche Schulen werben auf ihren Homepages mit einem Schulprofil, das historisches Lernen im Rahmen von bilingualen Modulen, Differenzierungskursen oder sogar eigenen bilingualen Klassen ermöglichen soll. Doch trotz der großen Popularität dieser Form historischen Lernens im Schulalltag wird in der geschichtsdidaktischen Forschung der Nutzen des bilingualen Geschichtsunterrichts kontrovers diskutiert. So ist Wolfgang Hasberg beispielsweise der Auffassung, „[d]er Gewinn des bilingualen Geschichtsunterrichts für das Fremdsprachenlernen” stehe nicht in Frage, „wohl aber sein ‚Mehrwert‘ für das historische Lernen” (2004). Ein erstes Ziel des Seminars ist es deshalb, die vorhandenen theoretischen und empirischen Erkenntnisse der Geschichtsdidaktik über bilinguales historisches Lernen zu erörtern. In einem weiteren Schritt soll das Seminar Raum bieten für eine Diskussion geeigneter Gütekriterien bilingualen Geschichtsunterrichts sowie für eine eigenständige Analyse vorhandener bilingualer Unterrichtsmedien und für erste Versuche der Planung von bilingualem Geschichtsunterricht.
    Im Rahmen der Veranstaltung können in Absprache mit dem Lehrenden auch Leistungspunkte für Inklusion erworben werden.

    DR. CHRISTIAN WINKLHÖFER
    Urteilsbildung im Geschichtsunterricht
    Mi, 8-10 Uhr, Beginn: 6.12.2017, Raum bitte dem HISLSF entnehmen
    Fr, 8-14 Uhr, Einzelveranstaltung, Termin: 26.1.2017

    Ziel historischen Lernens ist weniger der Erwerb historischen Gegenstandswissens, sondern die Befähigung der Lernenden zum eigenständigen historischen Denken. Zentrale Bedeutung kommt dabei der historischen Urteilsfähigkeit zu. Im Seminar werden zunächst verschiedene Theorien der (historischen) Urteilsbildung vorgestellt und verglichen, bevor im zweiten Teil empirische Erkenntnisse über die Fähigkeit von Schülerinnen und Schülern, fundierte Sach- und Werturteile zu formulieren, besprochen werden. Darauf aufbauend werden schließlich verschiedene Aufgabenformate zur Förderung historischer Urteilskompetenz aus gängigen Unterrichtsmaterialien diskutiert.
     
    Bitte beachten Sie bitte bei Ihrer Semesterplanung: Das Hauptseminar beginnt erst am 06. Dezember. Ferner ist für den 26. Januar ein Block-Termin angesetzt.
    Im Rahmen der Veranstaltung können in Absprache mit dem Lehrenden auch Leistungspunkte für Inklusion erworben werden.


    Übungen

    Die Anmeldung zu den Veranstaltungen erfolgt über SESAM. Bitte beachten Sie die weiterführenden Informationen unter http://www.uni-muenster.de/Geschichte/hist-dida/studieren/index.html.

    DR. OLIVER NÄPEL
    Geschichte digital – als Teil von Geschichtskultur und Geschichtsunterricht
    Do, 10-12 Uhr, Beginn: 19.10.2017, Raum F 073

    Das in unserer Welt immer bedeutsamer werdende Web2.0 mit seinen vielfältigen Angeboten und Nutzungsmöglichkeiten bietet einen hochspannenden Erfahrungsraum. Auch ‚Geschichte‘ findet sich hier in unterschiedlichster Form und Ausprägung. Dabei sind die Zielsetzungen vieler solcher Angebote nicht immer mit den Vorstellungen der Geschichtsdidaktik übereinstimmend. Die Übung wird keine ‚Medienschelte‘ angesichts der vielfach beobachtbaren inhaltlichen und didaktischen Mängel üben, sondern vielmehr ausgehend von der Diskussion, ob die Zielsetzungen der Geschichtsdidaktik, ihre Konzepte und Kategorien sich sinnvoll auf die gesamtgesellschaftliche Beschäftigung mit Vergangenheit übertragen lassen, versuchen, diese Prinzipien in bestehenden Angeboten wiederzuerkennen. Nach der kritisch-analytischen Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Angeboten, soll der Versuch unternommen werden, Angebote weiter oder eigene selber zu entwickeln (zumindest konzeptionell), ggfls. auch umzusetzen, um das volle Potenzial historischer Bildung im, über und mit dem Web2.0 auszuschöpfen. Die Anbindung solcher Angebote an den Geschichtsunterricht wird ebenfalls ein Schwerpunkt der Veranstaltung sein.

    DR. MARTIN SCHLUTOW
    Museum und historisches Lernen
    Do, 14-16 Uhr; Beginn: 19.10.2017, Raum F 073

    Zahlreiche Medien und Institutionen der Geschichtskultur widmen sich heute der Vergegenwärtigung von Geschichte. Das Museum nimmt dabei nach wie vor eine prominente Stellung ein: Als Stätte des Sammelns, Erforschens und Ausstellens historischer Objekte ist es seit dem sogenannten ersten Museumszeitalter im 19. Jahrhundert vor allem im städtischen Raum sehr präsent. Heutzutage werden historische Großausstellungen und Museumsgründungen im Fernsehen und in großen überregionalen Zeitungen ausführlich rezensiert und als Medienevents zu echten Besuchermagneten stilisiert. Darüber hinaus fungiert das historische Museum als außerschulischer Lernort, der Schulklassen als wichtige Zielgruppe seines Angebotsrepertoires begreift. Die Veranstaltung möchte darum einerseits zu einer Auseinandersetzung mit ideen- und sozialgeschichtlichen Entwicklungslinien der Institution Museum bis in die Gegenwart anregen und andererseits mittels einer exemplarischen Betrachtung aktueller Dauerausstellungen der Frage nachgehen, wie im Museum historisch gelernt werden kann.
     
    Organisatorischer Hinweis: Im Rahmen der Übung sollen das Ruhrmuseum in Essen und das DFB-Museum in Dortmund besucht werden. Eine Teilnahme an diesen Exkursionen wird von den Teilnehmern erwartet (voraussichtliche Termine: 16.11.17 und 11.01.18).

    DR. MARTIN SCHLUTOW
    Unterrichtsplanung Geschichte
    Do, 16-18 Uhr; Beginn: 19.10.2017, Raum bitte dem HISLSF entnehmen

    Unterrichtsplanung gehört ohne Frage zu den wichtigsten Aufgaben eines Geschichtslehrers. Trotzdem fühlen sich angehende Geschichtslehrer auf dieses Tätigkeitsfeld oft schlecht vorbereitet (vgl. Kanert 2014, S. 237). Umso wichtiger ist es deshalb für Studierende des Lehramtes Geschichte, die relevanten geschichtsdidaktischen Ansätze zur Unterrichtsplanung zu kennen. Dementsprechend ist es das Ziel dieser Veranstaltung, in einem ersten Schritt die theoretischen Grundlagen der Unterrichtsplanung im Fach Geschichte zu erarbeiten. In einem zweiten Schritt sollen diese hinsichtlich ihrer unterrichtspraktischen Relevanz in unterschiedlichen Lehr-Lernkonzepten des Geschichtsunterrichts – darbietend, erarbeitend, aufgabenbasiert, projektförmig oder erkundend – diskutiert werden.

    DR. CHRISTIAN WINKLHÖFER
    Forschendes Lernen im Geschichtsunterricht
    Mi, 10-12 Uhr, Beginn: 6.12.2017, Raum bitte dem HISLSF entnehmen
    Fr, 8-14 Uhr, Einzelveranstaltung, Termin: 12.1.2017, Raum F 073

    „Größenwahn” oder „Königsweg”? Unter dieser zugespitzt formulierten Problemfrage diskutiert Bodo von Borries (2005) Chancen und Grenzen historischen Lernens im projektförmigen Geschichtsunterricht. Vergegenwärtigt man sich die teils beeindruckenden Produkte des alle zwei Jahre stattfindenden Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten, so liegen die Vorteile dieses methodischen Zugriffs jedenfalls auf der Hand. Der Geschichtswettbewerb ist jedoch nur ein Beispiel für forschend-entdeckendes Lernen im Geschichtsunterricht. Die Übung beschäftigt sich darüber hinaus auf theoretischer wie unterrichtspraktischer Ebene auch mit der Planung, Begleitung und Auswertung kleinerer Unterrichtsprojekte sowie mit Schülerreferaten und Facharbeiten, die im geschichtsdidaktischen Diskurs bisher wenig Aufmerksamkeit erfahren haben.
     
    Bitte beachten Sie bitte bei Ihrer Semesterplanung: Die Übung beginnt erst am 06. Dezember. Ferner ist für den 12. Januar ein Block-Termin angesetzt.

    JAN MATTHIAS HOFFROGGE
    Der Westfälische Friede als Erinnerungsort
    Mo, 16-18 Uhr, Beginn: 16.10.2017, Raum F 073

    „Am Abend des 24. Oktober 1648 unterzeichneten in Münster die Vertreter dreier Großmächte und zahlreicher deutscher Reichsstände die Urkunden des ersten großen Friedensschlusses der europäischen Geschichte. Von diesem Augenblicke an rechnet man seither eine neue Epoche.”
    Noch in Fritz Dickmanns nüchterner Einleitung in sein Standardwerk „Der Westfälische Frieden” (Münster 1959, S. 1) zeigt sich, dass es sich bei diesen Urkunden um einen Erinnerungsort handelt, der Identität stiftet.
    Das merkt man nicht zuletzt in Münster: angesichts des "Friedenssaales" etwa oder in Werbeanzeigen an Bussen und Bahnhöfen, in denen Münster als Kongressstadt beworben wird. Anlässlich der Zeitachse 1648-1918-2018 sollen in der Stadt zudem eine Handvoll Friedensausstellungen stattfinden – womit wiederum eine Tradition fortgeführt wird. Gab es in Münster doch schon 1898, 1948, 1978, 1988 und 1998 kleine und größere Jubiläumsfeiern zum Jahrestag des Westfälischen Friedens, der zudem in der Zeit des Nationalsozialismus von großer Bedeutung für die städtische Kulturpolitik war.
    Wie wurde und wird der Friede von 1648 bei solch unterschiedlichen Anlässen gedeutet? Welche Gegenwartserfahrungen und Zukunftserwartungen spiegeln sich in den jeweiligen Deutungen? Und welche Rolle spielt die Geschichtswissenschaft bei diesem öffentlichen Vergangenheitsgebrauch?
    Auf der Suche nach Antworten auf diese Fragen müssen wir zunächst die Begriffe „Geschichtskultur” und „Erinnerungsort” klären. Daran anschließend erfolgt eine Einführung in Recherchetechniken, mit denen sie geschichtskulturelle Quellen (leichter) finden werden. Auf dieser konzeptionellen und methodischen Basis finden dann Themensitzungen zu einzelnen Rezeptionsereignissen (vor allem in Münster) statt. Im Zentrum steht dabei die Arbeit mit Quellen, die jeweils einzelne Kommilitonen federführend aufbereitet haben. Denkbar ist, dass wir in diesem Zusammenhang auch (außerschulische) Lernorte besuchen. In einem Abschlussblock wollen wir nach den längerfristigen Entwicklungen fragen. Zudem soll überlegt werden, wie und zu welchem Zwecke sich diese Deutungsgeschichte vermittelt werden kann bzw. sollte.
    Literatur: Für einen ersten Einblick in die Ereignis- und Deutungsgeschichte:
    Repgen, Konrad: Der Westfälische Friede. Ereignis und Erinnerung. In: Historische Zeitschrift 267 (1998), S. 615-647.
    (Im Universitätsnetz abrufbar unter: https://doi.org/10.1524/hzhz.1998.267.jg.615)
    Zur allgemeinen Einführung:
    Duchhardt, Heinz: Das Feiern des Friedens. Der Westfälische Friede im kollektiven Gedächtnis der Friedensstadt Münster, Münster 1997.
    Eichhorn, Jaana: Geschichtswissenschaft zwischen Tradition und Innovation. Diskurse, Institutionen und Machtstrukturen der bundesdeutschen Frühneuzeitforschung, Göttingen 2006.
    François, Etienne: 24. Oktober 1648. Der Westfälische Frieden. In: Erinnerungstage. Wendepunkte der Geschichte von der Antike bis zur Gegenwart, hrsg. v. Etienne François / Uwe Puschner, München 2010, S. 111-126.
    Gantet, Claire: Der Westfälische Friede. In: Deutsche Erinnerungsorte, I, hrsg. v. Etienne François / Hagen Schulze, München 2001, S. 86-104.
    Schönemann, Bernd: Die Rezeption des Westfälischen Friedens durch die deutsche Geschichtswissenschaft. In: Der Westfälische Friede. Diplomatie, politische Zäsur, kulturelles Umfeld, Rezeptionsgeschichte, hrsg. v. Heinz Duchhardt / Eva Ortlieb, München 1998, S. 805-825.
    (Eine Liste mit Spezialuntersuchungen, die zu diesem Erinnerungsort großer Zahl vorliegen, wird zum Semesterbeginn zur Verfügung gestellt.)

    JAN MATTHIAS HOFFROGGE
    Soziale Fragen. Geschichtsdidaktische Perspektiven auf Heterogenität
    Di, 14-16 Uhr, Beginn: 17.10.2017, Raum F 073

    Für Siegfried Kawerau war sie in den 1920er-Jahren noch der Ausgangspunkt der Geschichtsdidaktik, Hans-Jürgen Pandel räumte ihr in seinem Dimensionenmodell des Geschichtsbewusstseins eine eigene Kategorie ein – in der gegenwärtigen geschichtsdidaktischen Debatte fristet die soziale Ungleichheit dagegen ein Nischendasein.
    Fragen sozialer Ungleichheit werden politisch jedoch weiterhin kontrovers diskutiert. Und auch in der Geschichtsdidaktik könnten sie bald wieder an Bedeutung gewinnen – etwa unter den Aspekten der Heterogenität, Diversity oder Intersektionalität, die einleitend erörtert werden.
    In der Übung werden wir zunächst geschichtsdidaktische Studien besprechen, die auf ganz unterschiedliche Arten und Weisen Wechselwirkungen zwischen sozialer Ungleichheit und historischem Lernen untersuchen. Zudem sollen Schulbücher und Lehrpläne diachron und synchron dahingehend untersucht werden, wie sie das Thema präsentieren.
    Basierend auf diesen Vorarbeiten sollen Sie abschließend selbst kleinere eigene Unterrichtseinheiten entwickeln. Diese sollen einerseits soziale Ungleichheit als Lerngegenstand vermitteln sowie anderseits die Heterogenität potentieller Lerngruppen berücksichtigen.
    Die Lektüretexte finden Sie in einem Reader, der in der ersten Sitzung vorgestellt werden wird.

    MAX TWICKLER
    "Kriegerdenkmäler in der Friedensstadt": Durch Münsteraner Geschichte(n)
    1. Termin (konstituierende Sitzung) Mo, 18 Uhr (Einzelveranstaltung) 6.11.2017, Veranstaltungsort für alle Termine: F 271 (2. Etage, Fürstenberghaus, Innenneubau)

    „Wenn wir durch Münster spazieren oder mit dem Rad die Stadt erkunden, dann sehen wir das uns Bekannte, Vertraute und Alltägliche… Aber vieles, was einst einmal da war, von dem heute nur mehr Spuren überdauert haben, oder manches, das inzwischen so gut versteckt ist, dass es kaum auffällt, bleibt verborgen. Dabei sind es oft gerade diese Orte, die besonders spannend und faszinierend sein können. Viele von ihnen haben eine ganz spezielle und einzigartige Geschichte.”
    Diese einleitenden Worte des im Jahr 2016 herausgegebenen 5-bändigen Radtourenführer „Durch Münsteraner Geschichte(n)” wecken gewiss Interesse. Die Übung wird sich mit der 3. Route der Tour auseinandersetzen und die Konzeption des Teilbandes zu „Kriegerdenkmälern in der Stadt des Friedens kritisch hinterfragen. Neben einer didaktischen Einordnung und Kontextualisierung im Hinblick auf eine überregionale Kriegerdenkmalskultur soll die vorgeschlagene Route auch tatsächlich erkundet werden.
    Bitte beachten:
    Diese Übung wird als Blockseminar veranstaltet. Weitere Termine werden in der 1. Sitzung vereinbart. Die Teilnahme an den Sitzungen ist dabei obligatorisch.
    Eine Literaturliste wird in der ersten Sitzung ausgegeben.

    MAX TWICKLER
    Guter Geschichtsunterricht? Empirische Zugriffe und (fach-)spezifische Gütekriterien in der Diskussion
    Mo, 12-14 Uhr, Beginn: 16.10.2017, Raum bitte dem HISLSF entnehmen

    Das Herausarbeiten von Gütekriterien guten/gelingenden Geschichtsunterrichts bezeichnet seit geraumer Zeit ein ebenso bedeutsames wie problematisches Aufgabenfeld der Geschichtsdidaktik. Die Übung soll sich zunächst den beiden wohl bekanntesten empirischen Ansätzen zur Beantwortung dieser Frage widmen, die verwendeten Methoden kritisch hinterfragen sowie die Konsequenzen kontrovers diskutieren. In einem zweiten Schritt sollen bereits zum Konsens gehörende geschichtsdidaktische Prinzipien im Hinblick auf ihre Anwendbarkeit im Schulbetrieb überprüft werden.
    Eine Literaturliste wird in der ersten Sitzung ausgegeben.

    MAX TWICKLER
    Aufarbeitung der Vergangenheit? Vergangenheits- und Geschichtspolitik in der BRD und DDR nach 1945
    Do, 12-14 Uhr, Beginn: 19.10.2017, Raum F 073

    ‚Aufarbeitung der Vergangenheit‘ – Geht das überhaupt? Die Übung wird zum einen, aufbauend auf den Thesen Norbert Freis zur Vergangenheitspolitik, die Dialektik der westdeutschen Demokratiegründung nach 1945 untersuchen. Anders formuliert: Freiheitliche demokratische Grundordnung – Aber zu welchen Preis? Zum anderen sollen hier geschichtspolitische Zusammenhänge, aufbauend auf dem Konzept von E. Wolfrum, aufgedeckt werden. Hier wird insbesondere das Verhältnis zwischen beiden deutschen Staaten im Fokus stehen. Ziel der Übung ist dabei die Diskussion unterschiedlicher Strategien der Konfrontation mit der Vergangenheit und das Herausarbeiten von geschichtspolitischen Argumentationsfiguren als Mittel der Politik.
    Eine Literaturliste wird in der ersten Sitzung ausgegeben.

    REGINA GÖSCHL
    Geschichtskulturelle Institutionen und Medien
    Mi, 14-16 Uhr, Beginn: 18.10.2017, Raum F 073
    Die Veranstaltung wird sich ausgehend von der geschichtsdidaktischen Forschungskategorie der Geschichtskultur mit unterschiedlichen Institutionen und Medien (z.B. Museum, Gedenkstätte, Film, Comic, Literatur etc.) beschäftigen. Dabei soll der Frage nach den spezifischen Darstellungsweisen von Geschichte im jeweiligen Medium / in der jeweiligen Institution theoretisch und exemplarisch nachgegangen werden.
    Ein Semester- und Literaturplan wird in der ersten Sitzung ausgegeben.

    DR. WOLFHART BECK
    Schüler forschen im Archiv - Historische Projektarbeit am außerschulischen Lernort
    Do, 16-18 Uhr, Beginn: 19.10.2017, Raum: Die Veranstaltung findet im Landesarchiv NRW (Bohlweg 2) statt!
    Geschichte ein Stück weit selber erforschen, historische Spuren suchen, deuten und auswerten und damit einen eigentätigen und lebendigen Zugang zur Geschichte finden – das ist ein hoher Anspruch, der sich mit der historischen Projektarbeit verbindet. Was aber bedeutet das konkret? Schülerinnen und Schüler können eigene Fragen an die Geschichte stellen, geeignete Quellen recherchieren, ihren Forschungsweg planen und reflektieren sowie ihre eigene Narration präsentieren. Damit ist zugleich der Weg zu außerschulischen Lernorten geöffnet. Insbesondere die Archive nehmen dabei eine besondere Stellung ein. Hier begegnen Schülerinnen und Schüler originalen Zeugnissen der Vergangenheit, hier wird die Geschichte der eigenen Stadt oder Region konkret erfahrbar und kann erforscht werden. Die Vielfalt der Quellen im Archiv reicht von mittelalterlichen Urkunden über frühneuzeitliche Hexenprozessprotokolle bis hin zu Akten, Wahlplakaten und Flugblättern der Revolutionen, Diktaturen und Demokratien des 20. Jahrhunderts.
    Historische Projektarbeit kann von kleineren Recherchen im Rahmen des Unterrichts bis hin zu größeren Projektvorhaben (z.B. Geschichtswettbewerb, Stolpersteinprojekte) reichen. In allen Fällen ist die historische Projektarbeit im Archiv handlungsorientiert, kompetenzfördernd und folgt dem Ansatz des entdeckenden bzw. forschenden Lernens.
    Die Übung ist praxis- und anwendungsnah ausgerichtet. In einer Einführungsphase werden zunächst das Lehr-Lernkonzept der Projektarbeit sowie die Möglichkeiten historischen Lernens im Archiv an konkreten Beispielen vorgestellt und ausprobiert. Im Anschluss daran werden die Studierenden selbst in den Beständen des Landesarchivs auf Spurensuche gehen, ein eigenes Projektvorhaben exemplarisch durchführen und didaktisch reflektieren.
    Literatur:
    Michael Sauer (Hrsg.): Spurensucher. Ein Praxisbuch für historische Projektarbeit. Edition Körber-Stiftung, Hamburg 2014.
    Lange, Thomas/Lux, Thomas: Historisches Lernen im Archiv, Schwalbach/Ts. 2004.

    ISABELLE NIENTIED
    Geschichtsunterricht erforschen: Praxisprojekt
    Mo, 10-12 Uhr, Beginn: 16.10.2016 – 13.11.2017, Raum F 073
    Sa, 10-16 Uhr, Einzelveranstaltung, Termin: 18.11.2017, Raum F 073
    Sa, 10-16 Uhr, Einzelveranstaltung, Termin: 9.12.2017, Raum F 073

    Das Seminar bietet eine praxisnahe Einführung in empirische Forschungsmethoden, die für die Umsetzung von Studienprojekten im Praxissemester Geschichte benötigt werden. Die Veranstaltung legt den Schwerpunkt auf eigenes Explorieren und Einüben im Rahmen eines Praxisprojekts. Am Beginn des Semesters steht eine einführende Seminarphase, in der die Grundlagen empirischer Forschungstätigkeit und verschiedene Erhebungsmethoden behandelt werden (5 Sitzungen). Auf Grundlage dieses Wissens sollen die Studierenden an einem ersten Blocktermin in Arbeitsgruppen eigene Erhebungsinstrumente erstellen (Interviewleitfäden, Fragebögen, Beobachtungsbögen etc.). Daraufhin werden an einem zweiten Blocktermin an einer Kooperationsschule eigenständig Daten erhoben. Dies geschieht ebenfalls in Arbeitsgruppen. An einem dritten Blocktermin werden die erhobenen Daten im Seminar stichprobenartig ausgewertet und diskutiert. Das Seminar endet im Dezember. Studienleistung: Lerntagebuch.
    Literatur:
    Altrichter, Herbert – Posch, Peter: Lehrerinnen und Lehrer erforschen ihren Unterricht. Unterrichtsentwicklung und Unterrichtsevaluation durch Aktionsforschung, 4., überarb. und erw. Aufl., Bad Heilbrunn 2007.
    Thünemann, Holger – Zülsdorf-Kersting, Meik (Hgg.): Methoden geschichtsdidaktischer Unterrichtsforschung, Schwalbach/Ts. 2016 (Wochenschau Geschichte Band 5).

    ISABELLE NIENTIED
    Forschungsmethoden für das Praxissemester
    Mo, 14-16 Uhr, Beginn: 16.10.2017, Raum F 073

    Das Seminar bietet eine theoretisch fundierte und praxisnah ausgerichtete Einführung in empirische Forschungsmethoden. Diese werden für die Umsetzung von Studienprojekten im Praxissemester benötigt. Die Veranstaltung legt den Schwerpunkt auf offene, nicht-standardisierte, subjektnahe Ansätze (Leitfadeninterviews, halbstrukturierte Beobachtungen, offene schriftliche Befragungen etc.). Es findet eine gründliche und interaktive Einführung in verschiedene, geschichtsdidaktisch geschärfte Erhebungs- und Auswertungsmethoden statt, wobei eine Haltung forschenden Lernens schon im Seminar durch eigenes Ausprobieren und Einüben angebahnt werden soll.
    Ziel ist es, die TeilnehmerInnen darauf vorzubereiten, in der schulpraktischen Phase ein eigenes, themengerechtes Methodendesign zu entwickeln, eine (kleinere) geschichtsdidaktische Studie selbständig durchzuführen und so vertiefte Einblicke in schulisches historisches Lehren und Lernen zu erlangen. Die Forschungsmethoden werden nicht inhaltsentkoppelt, sondern anhand verschiedener Schlüsselfragen der geschichtsdidaktischen Lehr-Lern-Forschung behandelt (Schülervorstellungen, sprachsensibler Geschichtsunterricht, Schülerurteile zu Geschichtsunterrichtsqualität, individualisierende Lernaufgaben, Heterogenität und Differenzierung etc.). Praktische Übungen werden an authentischem Datenmaterial durchgeführt, z.B. an Schülerinterviews, Stundentranskripten, Fragebögen.
    Studienleistung: Lerntagebuch.
    Literatur:
    Altrichter, Herbert – Posch, Peter: Lehrerinnen und Lehrer erforschen ihren Unterricht. Unterrichtsentwicklung und Unterrichtsevaluation durch Aktionsforschung, 4., überarb. und erw. Aufl., Bad Heilbrunn 2007.
    Thünemann, Holger – Zülsdorf-Kersting, Meik (Hgg.): Methoden geschichtsdidaktischer Unterrichtsforschung, Schwalbach/Ts. 2016 (Wochenschau Geschichte Band 5).


    Forschungsmethoden für das Praxissemester

    Die Anmeldung zu den Veranstaltungen erfolgt über SESAM. Bitte beachten Sie die weiterführenden Informationen unter http://www.uni-muenster.de/Geschichte/hist-dida/studieren/index.html.

    ISABELLE NIENTIED
    Geschichtsunterricht erforschen: Praxisprojekt
    Mo, 10-12 Uhr, Beginn: 16.10.2016 – 13.11.2017, Raum F 073
    Sa, 10-16 Uhr, Einzelveranstaltung, Termin: 18.11.2017, Raum F 073
    Sa, 10-16 Uhr, Einzelveranstaltung, Termin: 9.12.2017, Raum F 073

    Das Seminar bietet eine praxisnahe Einführung in empirische Forschungsmethoden, die für die Umsetzung von Studienprojekten im Praxissemester Geschichte benötigt werden. Die Veranstaltung legt den Schwerpunkt auf eigenes Explorieren und Einüben im Rahmen eines Praxisprojekts. Am Beginn des Semesters steht eine einführende Seminarphase, in der die Grundlagen empirischer Forschungstätigkeit und verschiedene Erhebungsmethoden behandelt werden (5 Sitzungen). Auf Grundlage dieses Wissens sollen die Studierenden an einem ersten Blocktermin in Arbeitsgruppen eigene Erhebungsinstrumente erstellen (Interviewleitfäden, Fragebögen, Beobachtungsbögen etc.). Daraufhin werden an einem zweiten Blocktermin an einer Kooperationsschule eigenständig Daten erhoben. Dies geschieht ebenfalls in Arbeitsgruppen. An einem dritten Blocktermin werden die erhobenen Daten im Seminar stichprobenartig ausgewertet und diskutiert. Das Seminar endet im Dezember. Studienleistung: Lerntagebuch.
    Literatur:
    Altrichter, Herbert – Posch, Peter: Lehrerinnen und Lehrer erforschen ihren Unterricht. Unterrichtsentwicklung und Unterrichtsevaluation durch Aktionsforschung, 4., überarb. und erw. Aufl., Bad Heilbrunn 2007.
    Thünemann, Holger – Zülsdorf-Kersting, Meik (Hgg.): Methoden geschichtsdidaktischer Unterrichtsforschung, Schwalbach/Ts. 2016 (Wochenschau Geschichte Band 5).

    ISABELLE NIENTIED
    Forschungsmethoden für das Praxissemester
    Mo, 14-16 Uhr, Beginn: 16.10.2017, Raum F 073

    Das Seminar bietet eine theoretisch fundierte und praxisnah ausgerichtete Einführung in empirische Forschungsmethoden. Diese werden für die Umsetzung von Studienprojekten im Praxissemester benötigt. Die Veranstaltung legt den Schwerpunkt auf offene, nicht-standardisierte, subjektnahe Ansätze (Leitfadeninterviews, halbstrukturierte Beobachtungen, offene schriftliche Befragungen etc.). Es findet eine gründliche und interaktive Einführung in verschiedene, geschichtsdidaktisch geschärfte Erhebungs- und Auswertungsmethoden statt, wobei eine Haltung forschenden Lernens schon im Seminar durch eigenes Ausprobieren und Einüben angebahnt werden soll.
    Ziel ist es, die TeilnehmerInnen darauf vorzubereiten, in der schulpraktischen Phase ein eigenes, themengerechtes Methodendesign zu entwickeln, eine (kleinere) geschichtsdidaktische Studie selbständig durchzuführen und so vertiefte Einblicke in schulisches historisches Lehren und Lernen zu erlangen. Die Forschungsmethoden werden nicht inhaltsentkoppelt, sondern anhand verschiedener Schlüsselfragen der geschichtsdidaktischen Lehr-Lern-Forschung behandelt (Schülervorstellungen, sprachsensibler Geschichtsunterricht, Schülerurteile zu Geschichtsunterrichtsqualität, individualisierende Lernaufgaben, Heterogenität und Differenzierung etc.). Praktische Übungen werden an authentischem Datenmaterial durchgeführt, z.B. an Schülerinterviews, Stundentranskripten, Fragebögen.
    Studienleistung: Lerntagebuch.
    Literatur:
    Altrichter, Herbert – Posch, Peter: Lehrerinnen und Lehrer erforschen ihren Unterricht. Unterrichtsentwicklung und Unterrichtsevaluation durch Aktionsforschung, 4., überarb. und erw. Aufl., Bad Heilbrunn 2007.
    Thünemann, Holger – Zülsdorf-Kersting, Meik (Hgg.): Methoden geschichtsdidaktischer Unterrichtsforschung, Schwalbach/Ts. 2016 (Wochenschau Geschichte Band 5).

  • Master of Education HRSGe


    Spezialvorlesung

    PROF. DR. SASKIA HANDRO
    Sprache(n) und historisches Lernen
    Do, 12-14 Uhr, Beginn: 19.10.2017, Raum bitte dem HISLSF entnehmen
    Sprachsensibler Fachunterricht wird derzeit fächerübergreifend als schulische Herausforderung diskutiert, die sich angesichts heterogener sprachlicher Voraussetzungen Lernender stellt. Doch der Zusammenhang von Sprache und historischem Lernen muss nicht nur angesichts der Mehrsprachigkeit Lernender und inklusiver Lerngruppen neu gedacht werden. Im Zuge der Kompetenzorientierung gewinnt auch das Sprachhandeln, d.h. die Lese- und Schreibfähigkeit in den Fächern eine neue Bedeutung. Sprache und Sprachhandeln wird deutlicher als historisches Lern- und Denkwerkzeug modelliert, dessen Förderung Voraussetzung für schulischen Lernerfolg aber auch geschichtskulturelle Teilhabe ist.
    Insbesondere für den Geschichtsunterricht sind sprachliche Kompetenzen zentral. Lernende müssen Geschichte aus Quellen rekonstruieren und sehen sich mit der Historizität von Sprache konfrontiert. Geschichtskulturelle Kompetenz erwerben, heißt aber auch die unterschiedlichen Präsentationsformen von Geschichte und die Diskurse über Geschichte in der Öffentlichkeit „lesen“ sowie die den Erzählungen über Geschichte inhärenten narrativen Strukturen, Sinnstiftungs- und Deutungsmuster entschlüsseln. Andererseits sollen Lernende im Sinne narrativer Kompetenz befähigt werden, Geschichte(n) selbst zu erzählen.
    Sprachhandlungen wie Lesen und Schreiben erweisen sich somit als für historisches Lernen und Erzählen zentrale Kulturtechniken, die jedoch im Fach Geschichte Spezifika aufweisen.
    Was heißt es also „Geschichte zu lesen oder zu schreiben“? Was sind fachspezifische Lese- und Schreibprobleme, aber auch Lese- und Schreibstrategien? Wie konstruiere ich binnendifferenzierende Aufgabenformate oder bearbeite Schulbuchtexte oder Quellen für sprachschwache Lerner?
    Die Vorlesung widmet sich auf der Basis theoretischer Modelle und empirischer Befunde zentralen Dimensionen sprachlichen Handelns im Geschichtsunterricht. In Analyse von Schulbuch- und Schülertexten werden fachspezifische Problemlagen diskutiert und binnendifferenzierende Lese- und Schreibstrategien für den Geschichtsunterricht vorgestellt.
    Literatur:
    Saskia Handro (Hrsg.): Sprache und historisches Lernen (= Zeitschrift für Geschichtsdidaktik 14/2015), Göttingen 2015.
    Josef Leisen: Handbuch Sprachförderung im Fach. Sprachsensibler Fachunterricht in der Praxis. 2 Bde. Stuttgart 2013.
    Saskia Handro: Sprache und historisches Lernen. Dimensionen eines Schlüsselproblems des Geschichtsunterrichts. In: Michael Becker-Mrotzek u.a. (Hrsg.): Sprache im Fach. Sprachlichkeit und fachliches Lernen. Münster u.a. 2013, S. 317-333.
    Melanie Beese u.a. (Hrsg.): Sprachbildung in allen Fächern. München 2014.
    Hilke Günther-Arndt: Hinwendung zur Sprache in der Geschichtsdidaktik. In: Saskia Handro/Bernd Schönemann (Hrsg.): Geschichte und Sprache. Münster 2010 (Zeitgeschichte – Zeitverständnis, Bd. 21), S. 16–46.


    Hauptseminare

    Die Anmeldung zu den Veranstaltungen erfolgt über SESAM. Bitte beachten Sie die weiterführenden Informationen unter http://www.uni-muenster.de/Geschichte/hist-dida/studieren/index.html.

    PROF. DR. BERND SCHÖNEMANN
    Geschichtstheorie für die Unterrichtspraxis
    Di, 12-14 Uhr, Beginn: 17.10.2017, Raum F 073
    Im Rahmen der Veranstaltung können in Absprache mit dem Lehrenden auch Leistungspunkte für Inklusion erworben werden.

    PROF. DR. BERND SCHÖNEMANN
    Geschichte des Geschichtsunterrichts (1871 - 1945)
    Do, 16-18 Uhr, Beginn: 19.10.2017, Raum F 073
    Im Rahmen der Veranstaltung können in Absprache mit dem Lehrenden auch Leistungspunkte für Inklusion erworben werden.

    PROF. Dr. SASKIA HANDRO / VANESSA KILIMANN
    Lesestrategien im Geschichtsunterricht - Zwischen Theorie und Praxis
    Mi, 18-20 Uhr, Beginn: 11.10.2017, Raum F 073
    Sa, 9-17 Uhr, Einzelveranstaltung, Termin: 21.10.2017, Raum F 073
    Sa, 9-17 Uhr, Einzelveranstaltung, Termin: 28.10.2017, Raum F 073

    Angesichts einer Vielzahl historischer Textgattungen ist die Bedeutung des Lesens im Geschichtsunterricht unstrittig und Textverstehen grundlegend für historisches Lernen. Aufgrund der Eigenart historischer Texte und der dafür notwendigen fachspezifischen Lesekompetenz bildet das Textverstehen zugleich ein Schlüsselproblem des Geschichtsunterrichts. Motiviert durch Fragen der (bildungs-)sprachlichen Förderung von sprachschwachen Lernenden mit und ohne Migrationshintergrund erweist sich eine fachspezifische Leseförderung im Geschichtsunterricht als unumgänglich und gewinnt im Kontext der Debatte um Binnendifferenzierung, Diagnostik und individuelle Förderung weiter an Relevanz. Die Kenntnis und Erprobung fachspezifischer Lesestrategien stellt jedoch eine Herausforderung der Geschichtslehrerausbildung da. Das Hauptseminar greift dieses Problem auf. In einem theoretischen Teil werden fachspezifische Einflussfaktoren auf das Textverstehen beschrieben und fachlich begründet sowie Heterogenität im Textverständnis analysiert. Der praktische Teil des Seminars findet an einer Kooperationsschule in Münster statt. Die Studierenden erhalten die Möglichkeit binnendifferenziertes Lehr-Lernmaterial im Seminarkontext zu entwickeln und mit Schülerinnen und Schülern einer 7. Gymnasialklasse im Rahmen von max. drei Doppelstunden Geschichte zu erproben. Die abschließenden Sitzungen dienen der Reflektion der Praxiserfahrung.
    Das Hauptseminar findet im Rahmen des Teilprojekts 4 „Praxisprojekte in Kooperationsschulen“ des Programms „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ an der Universität Münster statt, in dem schulische Praxisprojekte zum Thema „Textverstehen in allen Fächern und inklusiven Kontexten“ an Kooperationsschulen umgesetzt werden.
    Das Hauptseminar beginnt in der ersten Semesterwoche und ist aufgrund seines Praxisbezugs auf verschiedene Termine verteilt:
    Mittwochs, 11.10., 18.10., 13.12. und 20.12. jeweils von 18-20 Uhr
    Samstags, 21.10. und 28.10. jeweils von 9-17 Uhr
    Die Praxisphase in der Kooperationsschule umfasst max. drei Doppelstunden Geschichte und findet im November nach Absprache mit der Kooperationsschule statt.
    Leistungspunkte können über die aktive Teilnahme am Seminar und über die Reflektion der Praxiserfahrung im Rahmen einer Hausarbeit erworben werden.
    Im Rahmen der Veranstaltung können in Absprache mit den Lehrenden auch Leistungspunkte für Inklusion erworben werden.

    DR. OLIVER NÄPEL
    Aktuelle Fragen der Geschichtsdidaktik
    Di, 10-12 Uhr, Beginn: 17.10.2017, Raum F 073

    Die Geschichtsdidaktik versucht den gesellschaftlichen Anforderungen an eine verantwortungsvolle historisch-politische Bildung in theoretischer, empirischer und pragmatischer Hinsicht gerecht zu werden. Da Gesellschaften einem steten Wandel unterworfen sind, muss sich auch die Geschichtsdidaktik neuen Herausforderungen stellen. Dies führt in vielfacher Hinsicht zu Neuorientierungen und Kontroversen, die im Seminar aufgegriffen und diskutiert werden. Konkrete aktuelle konkrete geschichtskulturelle und –unterrichtliche Angebote sollen darauf aufbauend untersucht werden, inwieweit sie diesen Herausforderungen gerecht werden. Die Prämissen anspruchsvoller Lehr-/Lerneinheiten sollen pragmatisch und somit berufsqualifizierend im Seminar eingeübt und umgesetzt werden. Die TeilnehmerInnen werden daher in Kleingruppen zu eigenen Themeneinheiten der Geschichtsdidaktik Sitzungen konzipieren, Materialien gestalten und entsprechend umsetzen.
    Im Rahmen der Veranstaltung können in Absprache mit dem Lehrenden auch Leistungspunkte für Inklusion erworben werden.

    DR. MARTIN SCHLUTOW
    Geschichte bilingual - ein Gewinn für das historische Lernen?
    Mi 10-12 Uhr, Beginn: 18.10.2017, Raum F 073

    Bilingualer Geschichtsunterricht befindet sich in der Schullandschaft seit Jahren im Aufwind. Zahlreiche Schulen werben auf ihren Homepages mit einem Schulprofil, das historisches Lernen im Rahmen von bilingualen Modulen, Differenzierungskursen oder sogar eigenen bilingualen Klassen ermöglichen soll. Doch trotz der großen Popularität dieser Form historischen Lernens im Schulalltag wird in der geschichtsdidaktischen Forschung der Nutzen des bilingualen Geschichtsunterrichts kontrovers diskutiert. So ist Wolfgang Hasberg beispielsweise der Auffassung, „[d]er Gewinn des bilingualen Geschichtsunterrichts für das Fremdsprachenlernen” stehe nicht in Frage, „wohl aber sein ‚Mehrwert‘ für das historische Lernen” (2004). Ein erstes Ziel des Seminars ist es deshalb, die vorhandenen theoretischen und empirischen Erkenntnisse der Geschichtsdidaktik über bilinguales historisches Lernen zu erörtern. In einem weiteren Schritt soll das Seminar Raum bieten für eine Diskussion geeigneter Gütekriterien bilingualen Geschichtsunterrichts sowie für eine eigenständige Analyse vorhandener bilingualer Unterrichtsmedien und für erste Versuche der Planung von bilingualem Geschichtsunterricht.
    Im Rahmen der Veranstaltung können in Absprache mit dem Lehrenden auch Leistungspunkte für Inklusion erworben werden.

    DR. CHRISTIAN WINKLHÖFER
    Urteilsbildung im Geschichtsunterricht
    Mi, 8-10 Uhr, Beginn: 6.12.2017, Raum bitte dem HISLSF entnehmen
    Fr, 8-14 Uhr, Einzelveranstaltung, Termin: 26.1.2017

    Ziel historischen Lernens ist weniger der Erwerb historischen Gegenstandswissens, sondern die Befähigung der Lernenden zum eigenständigen historischen Denken. Zentrale Bedeutung kommt dabei der historischen Urteilsfähigkeit zu. Im Seminar werden zunächst verschiedene Theorien der (historischen) Urteilsbildung vorgestellt und verglichen, bevor im zweiten Teil empirische Erkenntnisse über die Fähigkeit von Schülerinnen und Schülern, fundierte Sach- und Werturteile zu formulieren, besprochen werden. Darauf aufbauend werden schließlich verschiedene Aufgabenformate zur Förderung historischer Urteilskompetenz aus gängigen Unterrichtsmaterialien diskutiert.
     
    Bitte beachten Sie bitte bei Ihrer Semesterplanung: Das Hauptseminar beginnt erst am 06. Dezember. Ferner ist für den 26. Januar ein Block-Termin angesetzt.
    Im Rahmen der Veranstaltung können in Absprache mit dem Lehrenden auch Leistungspunkte für Inklusion erworben werden.



    Forschungsmethoden für das Praxissemester

    Die Anmeldung zu den Veranstaltungen erfolgt über SESAM. Bitte beachten Sie die weiterführenden Informationen unter http://www.uni-muenster.de/Geschichte/hist-dida/studieren/index.html.

    ISABELLE NIENTIED
    Geschichtsunterricht erforschen: Praxisprojekt
    Mo, 10-12 Uhr, Beginn: 16.10.2016 – 13.11.2017, Raum F 073
    Sa, 10-16 Uhr, Einzelveranstaltung, Termin: 18.11.2017, Raum F 073
    Sa, 10-16 Uhr, Einzelveranstaltung, Termin: 9.12.2017, Raum F 073

    Das Seminar bietet eine praxisnahe Einführung in empirische Forschungsmethoden, die für die Umsetzung von Studienprojekten im Praxissemester Geschichte benötigt werden. Die Veranstaltung legt den Schwerpunkt auf eigenes Explorieren und Einüben im Rahmen eines Praxisprojekts. Am Beginn des Semesters steht eine einführende Seminarphase, in der die Grundlagen empirischer Forschungstätigkeit und verschiedene Erhebungsmethoden behandelt werden (5 Sitzungen). Auf Grundlage dieses Wissens sollen die Studierenden an einem ersten Blocktermin in Arbeitsgruppen eigene Erhebungsinstrumente erstellen (Interviewleitfäden, Fragebögen, Beobachtungsbögen etc.). Daraufhin werden an einem zweiten Blocktermin an einer Kooperationsschule eigenständig Daten erhoben. Dies geschieht ebenfalls in Arbeitsgruppen. An einem dritten Blocktermin werden die erhobenen Daten im Seminar stichprobenartig ausgewertet und diskutiert. Das Seminar endet im Dezember. Studienleistung: Lerntagebuch.
    Literatur:
    Altrichter, Herbert – Posch, Peter: Lehrerinnen und Lehrer erforschen ihren Unterricht. Unterrichtsentwicklung und Unterrichtsevaluation durch Aktionsforschung, 4., überarb. und erw. Aufl., Bad Heilbrunn 2007.
    Thünemann, Holger – Zülsdorf-Kersting, Meik (Hgg.): Methoden geschichtsdidaktischer Unterrichtsforschung, Schwalbach/Ts. 2016 (Wochenschau Geschichte Band 5).

    ISABELLE NIENTIED
    Forschungsmethoden für das Praxissemester
    Mo, 14-16 Uhr, Beginn: 16.10.2017, Raum F 073

    Das Seminar bietet eine theoretisch fundierte und praxisnah ausgerichtete Einführung in empirische Forschungsmethoden. Diese werden für die Umsetzung von Studienprojekten im Praxissemester benötigt. Die Veranstaltung legt den Schwerpunkt auf offene, nicht-standardisierte, subjektnahe Ansätze (Leitfadeninterviews, halbstrukturierte Beobachtungen, offene schriftliche Befragungen etc.). Es findet eine gründliche und interaktive Einführung in verschiedene, geschichtsdidaktisch geschärfte Erhebungs- und Auswertungsmethoden statt, wobei eine Haltung forschenden Lernens schon im Seminar durch eigenes Ausprobieren und Einüben angebahnt werden soll.
    Ziel ist es, die TeilnehmerInnen darauf vorzubereiten, in der schulpraktischen Phase ein eigenes, themengerechtes Methodendesign zu entwickeln, eine (kleinere) geschichtsdidaktische Studie selbständig durchzuführen und so vertiefte Einblicke in schulisches historisches Lehren und Lernen zu erlangen. Die Forschungsmethoden werden nicht inhaltsentkoppelt, sondern anhand verschiedener Schlüsselfragen der geschichtsdidaktischen Lehr-Lern-Forschung behandelt (Schülervorstellungen, sprachsensibler Geschichtsunterricht, Schülerurteile zu Geschichtsunterrichtsqualität, individualisierende Lernaufgaben, Heterogenität und Differenzierung etc.). Praktische Übungen werden an authentischem Datenmaterial durchgeführt, z.B. an Schülerinterviews, Stundentranskripten, Fragebögen.
    Studienleistung: Lerntagebuch.
    Literatur:
    Altrichter, Herbert – Posch, Peter: Lehrerinnen und Lehrer erforschen ihren Unterricht. Unterrichtsentwicklung und Unterrichtsevaluation durch Aktionsforschung, 4., überarb. und erw. Aufl., Bad Heilbrunn 2007.
    Thünemann, Holger – Zülsdorf-Kersting, Meik (Hgg.): Methoden geschichtsdidaktischer Unterrichtsforschung, Schwalbach/Ts. 2016 (Wochenschau Geschichte Band 5).