Prof. Dr. a.D. Gerhard Kratzsch

Das Institut für Didaktik der Geschichte trauert um sein Mitglied

Professor a. D. Dr. Gerhard Kratzsch

der am 30. April 2012 im Alter von 91 Jahren verstorben ist.

Gerhard Kratzsch wurde am 14. Oktober 1920 in Merseburg geboren. Freigestellt als Grundschullehrer, studierte er Geschichte und Germanistik an der Universität Münster.1967 wurde er ebendort mit einer Dissertation über „Kunstwart und Dürerbund. Ein Beitrag zur Geschichte der Gebildeten im Zeitalter des
Imperialismus“ zum Dr. phil. promoviert. Von 1969 bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1986 war er an der Pädagogischen Hochschule und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster tätig, zunächst als Akademischer Rat und nach seiner Habilitation im Jahre 1971 über „Die Arnim-Prozesse 1874-1876“ als
Wissenschaftlicher Rat und Professor. Seinen späteren regionalgeschichtlichen Studien verdanken wir grundlegende Erkenntnisse zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte Westfalens im 20. Jahrhundert. Die Universität verliert mit Gerhard Kratzsch einen anerkannten Forscher und engagierten wissenschaftlichen Lehrer.

Prof. Dr. Bernd Schönemann
Prof. Dr. Saskia Handro


CURRICULUM VITAE

  • geb. 1920 in Merseburg, ist Prof. a.D. an der Universität Münster für Neuere Geschichte und Didaktik der Geschichte
  • Nach dem Studium (Geschichte und Germanistik), Promotion (1967) und Habilitation (1971) Prof. an der PH Münster, seit 1980 an der Universität Münster

Forschungsschwerpunkte: Sozialgeschichte der Neuzeit


PUBLIKATIONEN

Monographien:

  • Kunstwart und Dürerbund. Ein Beitrag zur Geschichte der Gebildeten im Zeitalter des Imperialismus, Göttingen 1969
  • Harry von Arnim. Bismarck-Rivale und Frondeur. Die Arnim-Prozesse 1874-76, Göttingen 1974
  • Der Gauwirtschaftsapparat der NSDAP. Menschenführung - "Arisierung" - Wehrwirtschaft im Gau Westfalen-Süd. Eine Studie zur Herrschaftspraxis im totalitären Staat, Münster 1989
  • Engelbert Reichsfreiherr von Kerckerinck zur Borg. Westfälischer Adel zwischen Kaiserreich und Weimarer Republik, Münster 2004

Aufsätze (in Auswahl):

  • Friedrich Harkort, ein märkischer Liberaler (1969/70)
  • Schulreform in Birkenfeld zur Zeit von Restauration und Vormärz (1978)
  • Hannibal Fischer und die erste deutsche Flotte (1979)
  • Die Entfaltung des deutschen Vereinswesens in den letzten 200 Jahren (1978)
  • Vereine mit ideellen Zwecken im 19. Jhdt. Ein Beitrag zur Vereinsgeschichte der Provinz Westfalen (1982)
  • "Der Kunstwart" und die bürgerlich-soziale Bewegung (1983)
  • Volkstum und Heimat als Perspektiven der Kulturpflege in der ersten Hälfte des 20. Jhdts. (1987)
  • Vereinsbildung und Vereinswesen (1989)
  • Der deutsche Arbeitsmarkt im Urteil der Wirtschaftsberater der NSDAP (1990)
  • Der Gauwirtschaftsberater im Gau Westfalen-Süd (1991)
  • Die Verdrängung der Juden aus der mittelständischen Wirtschaft im Regierungsbezirk Arnsberg (1994)
  • Die Arnim-Prozesse 1874-1876 (2002)
  • Engelbert von Kerckerinck zur Borg und die Westfälische Kommission für Heimatschutz (2002, Nachdruck 2004)
  • "Kunstwart" und Dürerbund (2004)
  • Das wirtschaftspolitische Gauamt. In: Aufsatzsammlung über die Gauleitung der NSDAP, hg. v. d. IfZ München, (im Druck)
  • Engelbert von Kerckerinck zur Borg. In: Westfälische Lebensbilder (2007)