DFG-Projekt: Topographien der Autobiographie
Raum und
Zeit gelten als die grundlegenden Anschauungsformen des Menschen.
Während die dem Primat des Historischen verpflichteten
Geisteswissenschaften ihre Aufmerksamkeit bislang primär auf die
Dimension der Zeitlichkeit richteten, hat der sog. ‚topographical turn’
in den Kulturwissenschaften die Bedeutung des Raums für die kulturelle
Bedeutungskonstitution in den Blick gerückt. Auch autobiographische
Texte wurden bislang vor allem als chronologisch strukturiert
wahrgenommen. Die räumliche Dimension der autobiographischen
Selbstdarstellung ist in der Forschung unberücksichtigt geblieben.
Dieses Projekt unternimmt eine Pilotstudie, die an drei zentralen
Werkkomplexen (Goethe, Walter Benjamin und W. G. Sebald) und markanten
historischen Schnittstellen in detaillierter Textanalyse die
konstitutive Rolle von Orten und Räumen für das autobiographische Genre
aufzeigt. Es wird gezeigt, dass die spezifische Referenzialität der
Autobiographie, d. h. die Art und Weise, in der sie auf tatsächliches
gelebtes Leben referiert, wesentlich über topographische Bezüge
hergestellt wird. Erstmals wird in der aktuellen Raumdiskussion die
Beziehung von Raum und auf sich selbst reflektierender Subjektivität
herausgearbeitet. Das Projekt hat am 1.4.2009 begonnen und besitzt eine Laufzeit von 3 Jahren.
TOP-Adressen
- Centrum für Rhetorik, Kommunikation und Theaterpraxis (CfR)
- Schreib-Lese-Zentrum (SLZ)
- Centrum Sprache und Interaktion (CeSI)
- Zentrum für Lehrerbildung (ZfL)
- Promotionskolleg Sprachwissenschaft
- Graduate School "Practices of Literature"
- Promotionskolleg "Literaturtheorie als Theorie der Gesellschaft"
- Fachbereich 09: Philologie

