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Niederdeutsche Sprache und Literatur

 

Allgemeine Hinweise

Die umgangssprachlich so genannte „Niederdeutsche Abteilung" trägt den offiziellen Namen Abteilung Niederdeutsche Sprache und Literatur, sie ist eine Abteilung des Germanistischen Instituts und befindet sich in der Robert-Koch-Str. 29 (Nähe Hüfferstift).


Was ist überhaupt „Niederdeutsch"?

Heute wird „Niederdeutsch" meistens „Plattdeutsch" genannt; es wird fast ausschließlich gesprochen und nur wenig geschrieben. Im Mittelalter war Niederdeutsch eine Sprache, die sowohl mündlich als auch schriftlich in vielen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens, des Handels und Verkehrs benutzt wurde. Im Süden sprach und schrieb man hochdeutsch, im Norden niederdeutsch. Als Sprache des Hansebundes hatte das Niederdeutsche in ganz Nordeuropa, von Brügge über Bergen bis Nowgorod, Geltung. Erst mit der Herausbildung der neuhochdeutschen Standardsprache hat das Niederdeutsche viele seiner Funktionen eingebüßt.

Zeitlich unterscheiden wir Altniederdeutsch bzw. Altsächsisch (schriftliche Überlieferung ab ca. 800 bis ca. 1100), Mittelniederdeutsch (ca. 1200 bis ca. 1650) und Neuniederdeutsch bzw. Plattdeutsch (ca. 1650 bis heute).

Welche Seminare kann man in der Niederdeutschen Abteilung besuchen?

In der Abteilung Niederdeutsche Sprache und Literatur werden Pro- und Hauptseminare angeboten, die sowohl den Bereich A Sprachwissenschaft als auch den Bereich B Literaturwissenschaft abdecken. Daneben gibt es häufig Lektürekurse.

Kann ich mir die Seminare anrechnen lassen?

Die Gleichwertigkeit zu den Seminaren, die in den Abteilungen "Sprachwissenschaft" und "Literatur des Mittelalters" im Stein-Haus angeboten werden, ist gegeben, wie auch im kommentierten Vorlesungsverzeichnis unter dem Punkt „Gleichwertigkeit von Veranstaltungen und Studiennachweisen" nachzulesen ist: „Obligatorische Proseminare der Abteilung Niederdeutsche Sprache und Literatur sind obligatorischen Proseminaren der Abteilungen Sprachwissenschaft und Literatur des Mittelalters gleichwertig. Entsprechende Studiennachweise werde ohne weitere Feststellungen anerkannt. Die genaue Zuordnung geht aus der Liste der Lehrveranstaltungen der Abteilung Niederdeutsche Sprache und Literatur hervor." Die Gleichwertigkeit bezieht sich auch auf Hauptseminare, die in der Abteilung Niederdeutsche Sprache und Literatur angeboten werden.

Bin ich dann im Verlauf meines Studiums festgelegt?

Wenn man Seminare des Grundstudiums in der Niederdeutschen Abteilung besucht, heißt das nicht, dass man dann nicht Hauptseminare der anderen Abteilungen im Stein-Haus besuchen könnte. Umgekehrt gilt genauso: Wer sein Grundstudium in den Abteilungen des Stein-Hauses gemacht hat, kann an Hauptseminaren der Niederdeutschen Abteilung teilnehmen.

Wie sieht es mit Prüfungen in der Niederdeutschen Abteilung aus?

Genauso wie in den Abteilungen des Stein-Hauses besteht in der Niederdeutschen Abteilung die Möglichkeit, Prüfungen abzulegen und Abschlussarbeiten (Staatsexamen Sek. II/I, Magister, Dissertation) zu schreiben. Im Bereich der mittelalterlichen Literatur können die Prüfungen bei Herrn Prof. Dr. V. Honemann abgelegt werden, im Bereich der Sprachwissenschaft bei Herrn Prof. Dr. J. Macha.

Arbeitsräume und Bibliothek

Die Abteilung Niederdeutsche Sprache und Literatur besitzt eine sehr gut ausgestattete Präsenzbibliothek.
Die Öffnungszeiten der Bibliothek sind:
Montags bis donnerstags von 9.00 Uhr bis 17.00 Uhr und freitags von 9.00 Uhr bis 16.00 Uhr.
Ein Kartenkopierer ist in der Bibliothek vorhanden.
Die Ausleihbedingungen sind die für Präsenzbibliotheken üblichen. Im Einzelfall können aber nach Rücksprache (!) mit den Lehrenden Ausnahmen gemacht werden.
In der Robert-Koch-Str. 29 befindet sich auch die Kommission für Mundart- und Namenforschung Westfalens des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, die ebenso über eine reich ausgestattete Bibliothek zur Niederdeutschen Philologie verfügt. Auch diese Bibliothek steht der Benutzung offen.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Das Geschäftszimmer der Abteilung Niederdeutsche Sprache und Literatur ist mit Frau Karola Hunke dienstags und donnerstags vormittags besetzt.
Es gibt eine Wissenschaftliche Assistentin, Frau Dr. Friedel Roolfs, und einen Akademischen Oberrat, Herrn Dr. Robert Peters M.A.

Die Leitung der Abteilung haben abwechselnd Herr Prof. Dr. Volker Honemann von der Abteilung Literatur des Mittelalters und Herr Prof. Dr. Jürgen Macha von der Abteilung Sprachwissenschaft inne. Beide Professoren und Herr Dr. Peters gewährleisten parallel das Hauptseminarangebot in den Bereichen A und B (Sprachwissenschaft und Literaturwissenschaft). Proseminare werden von Frau Dr. Roolfs und Herrn Dr. Peters angeboten.

Wissenswertes darüber hinaus

In Deutschland gibt es insgesamt sieben Universitätseinrichtungen, in denen niederdeutsche Sprache und Literatur erforscht und gelehrt wird: außer in Münster in Bielefeld, Hamburg, Göttingen, Kiel, Greifswald und Rostock.

Das Fach Niederdeutsche Philologie gliedert sich in die Einzeldisziplinen Niederdeutsche Sprache (Sprachgeschichte, Dialektologie, Soziolinguistik, Namenkunde), ältere niederdeutsche Literatur und neue niederdeutsche Literatur.

Schwerpunkte der Forschung in der Abteilung Niederdeutsche Sprache und Literatur in Münster sind:

  • das Projekt „Mittelniederdeutsches Glossarienkorpus", das das Ziel verfolgt, den Wortschatz, der in lateinisch-mittelniederdeutschen und mittelniederdeutsch-lateinischen Vokabularhandschriften des späten Mittelalters überliefert ist, zu sammeln und zu veröffentlichen
  • der „Atlas frühmittelniederdeutscher Schreibsprachen", der in Form einer kartografischen Darstellung die regionalen niederdeutschen Schreibsprachen des 14. Jahrhunderts beschreiben soll
  • die Erforschung historischer Stadtsprachen
  • die Sammlung niederdeutsche Frühdrucke als Grundlage für eine niederdeutsche Literaturgeschichte des späten Mittelalters
  • die Edition mittelalterlicher Handschriften und Drucke
  • der westfälische Autor Augustin Wibbelt





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