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Universitätsprofessor

Dr. Tomas Tomasek

 

 
Lehrangebot im Sommersemester 2013:

Vorlesung: Der späte Minnesang: Vom Ende der "klassischen Zeit" bis zu Oswald von Wolkenstein
Seminar: Konrad von Würzburg, Kleinere Dichtungen
Seminar: Die "Tristan"-Fortsezungen Ulrichs von Türheim und Heinrichs von Freiberg
Seminar: Der Tannhäuser, Dichter und Sagengestalt



 
Vorlesung:
Der späte Minnesang: Vom Ende der "klassischen Zeit" bis zu Oswald von Wolkenstein
(090141)

Mo. 10:00 Uhr - 12:00 Uhr (Audi Max - Johannisstr. 12-20)

Kenntnisse über die Anfänge und erste Hochblüte der deutschen Liebeslyrik (‚Des Minnesangs Frühling‘, Walther von der Vogelweide) gehören zum germanistischen Grundwissen. Das intensive Fortleben der deutschen Minnelyrik im 13. Und 14. Jh. ist weniger bekannt. Diese Lücke soll die Vorlesung schließen und ein Epochenbild der deutschen Liebeslyrik im Spätmittalter zeichnen. Im Vergleich mit dem klassischen Minnesang bietet die nachwalthersche Minnelyrik ein in vieler Hinsicht verändertes Erscheinungsbild, für das Hugo Kuhn den Begriff “Minnesangs Wende“ geprägt hat. Es treten Autoren ins Blickfeld, denen, gemessen an ihren Vorgängern, der Dichterberuf weniger ein sittlich-ethischer Auftrag zu sein scheint, deren literarische Leistung jedoch mit dem Begriff des “Epigonentums“ nicht zu erfassen wäre. Über die Denk- und Formenwelt der klassischen  mhd. Dichtung voll verfügend, versuchen bedeutende Sänger des 13. und 14. Jahrhunderts, das höfische Erbe durch formale Virtuosität zu erneuern oder es mit den Mitteln der Parodie kritisch zu beleuchten. An ausgewählten Textbeispielen (Burkhart von Hohenfels, Ulrich von Lichtenstein, Neidhart u.a.) mit Schwerpunkten auf Gottfried von Neifen, Tannhäuser und Johannes Hadlaub soll die Entwicklung der nachwaltherschen Minnelyrik bis zu Oswald von Wolkenstein, dem sog. “letzten Minnesänger“, verfolgt werden.



 
 

Seminar:
Konrad von Würzburg, Kleinere Dichtungen
(091760)
 
Di. 10:00 Uhr - 12:00 Uhr (vom Stein-Haus - VSH 17)

Konrad von Würzburg ist einer der vielseitigsten und bedeutendsten mittelhochdeutschen Autoren der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Im Seminar werden drei Kurzerzählungen Konrads (jeweils zwischen 300 und 700 Versen) aus verschiedenen Schaffensphasen behandelt: Zuerst soll das 'Herzmaere' als ein Zeugnis der frühen Gottfried-Rezeption untersucht werden. (Konrads 'Herzmaere' ist derjenige mittelhochdeutsche Text, der Gottfrieds 'Tristan' am nächsten steht.) Die Erzählung 'Der Welt Lohn' soll vor allem unter motivgeschichtlichen Gesichtspunkten untersucht werden (Motiv der „Frau Welt“). Am Ende des Semesters wird Konrads Erzählung 'Heinrich von Kempten' im Vordergrund stehen, ein Text mit historisch-politischen Implikationen.

Textgrundlage: Konrad von Würzburg: Heinrich von Kempten, Der Welt Lohn, Das Herzmaere. Mittelhochdeutscher Text nach der Ausgabe von Edward Schröder. Übersetzt mit Anmerkungen und einem Nachwort versehen von Heinz Roelleke. Stuttgart 1968 (RUB 2855).



 
  

Seminar:
Die "Tristan"-Fortsezungen Ulrichs von Türheim und Heinrichs von Freiberg 
(091190)
 
Di. 18:00 Uhr - 20:00 Uhr (vom Stein-Haus - VSH 116)

Der 'Tristan' Gottfrieds von Straßburg ist ein Fragment geblieben. Schon bald nach dem Tode des Dichters muss der Wunsch nach einer Vervollständigung des Romantorsos groß gewesen sein, denn bereits um 1230 dichtete Ulrich von Türheim eine 'Tristan'- Fortsetzung, di ein den meisten Gottfried-Handschriften zum Werk des Straßburger Dichters hinzugefügt wurde. Geegen 1285 verfasste Heinrich von Freiberg für ein böhmisches Publikum eine weitere Fortsetzung des Gottfriedschen Fragments. Diesen Autoren stellte sich die schwierige Aufgabe, an die konzeptionellen Vorgaben des genialen 'Tristan'-Dichters Anschluss zu finden; zugleich bot sich ihnen die Möglichkeit, durch die Gestaltung der Schlusspartien des Romans eigene Akzente für die Werkdeutung zu setzen. Ziel des Kolloquiums wird es sein, zu erörtern, wie die beiden Gottfried-Fortsetzer diese Aufgabe lösten und welche unterschiedlichen Konzeptionen sie dabei verfolgten.

Textgrundlage: Heinrich von Freiberg. Tristan. Hrsg. v. D. Buschinger. Göppingen 1982 (GAG 270). – Ulrich von Türheim: Tristan. Hrsg. v. Th. Kerth. Tübingen 1979 (ATB 89)



 
 

Seminar:
 Der Tannhäuser, Dichter und Sagengestalt
(091650)
 
Mi. 10:00 Uhr - 12:00 Uhr (vom Stein-Haus - VSH 011)

Zu den profiliertesten Dichtern der ersten nachwaltherschen Lyrikergeneration zählt der Tannhäuser. In konsequenter Auseinandersetzung mit der klassischen Dichtungstradition und unter genauer Kenntnis der neuesten Tendenzen in der Lyrikentwicklung seiner Zeit schuf er sich einen eigenen Stil von parodistischer Frische und ästhetischem Raffinement. Der Erfolg, der dieser Dichtart bescheiden war, lässt sich u.a. daran ermessen, dass der Tannhäuser um 1240 zum Nachfolger Neidharts am Wiener Hof avancieren konnte. Die erhaltenen Lieder und Sprüche dieses Dichters bilden ein überschaubares Textkorpus von vielseitigem Charakter (Minnelyrik, Leichdichtung, Kreuzlied etc.). Es soll vom Seminar erarbeitetet und in die „literarische Landschaft“ der mhd. Lyrik des 13. Jhs. eingeordnet werden. Am Ende der Seminararbeit wird die bereits im 13. Jh. entstandene und bis ins 19. Jh. nachwirkende (H. Heine, R. Wagner) Tannhäuserballade zu behandeln sein.

Textgrundlage: Tannhäuser. Die lyrischen Gedichte der Handschriften C und J. Hrsg. v. H. Lomnitzer u. U. Müller. Göppingen 1973 (Litterae 13).

 


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