Tagung:
Kommunikation und Öffentlichkeit: Sprachwissenschaftliche Potenziale zwischen Empirie und Norm
Münster: 09. Juni – 11. Juni 2010
Diskussionen um Fragen sprachlicher Normen sind immer wieder Gegenstand öffentlicher Auseinandersetzungen. Aber an welchen Vorstellungen von der Gültigkeit sprachlicher Normen orientieren sich solche Diskussionen? Welche Vorstellungen von sprachlichen Standards bilden die Folien für derartige Auseinandersetzungen um angemessenes sprachliches Verhalten? Die Tagung „Kommunikation und Öffentlichkeit: Sprachwissenschaftliche Potenziale zwischen Empirie und Norm“ finanziert vom „Stifterverband für die deutsche Wissenschaft“ findet vom 09. – 11. Juni 2010 in Münster am Germanistischen Institut statt und beinhaltet Themen zur sprachlichen Normbildung und zu Fragen der Normiertheit von Sprache und Kommunikation.
Im Rahmen der Tagung sollen vier Bereiche herausgegriffen werden, die im Hinblick auf den Zusammenhang zwischen deskriptiven und normativen Aspekten eine Vielzahl von Ansatzpunkten liefern.
• Im Bereich der medialen Kommunikation wird die Frage gestellt, inwiefern unterschiedliche mediale Umgebungen zur Herausbildung, Veränderung oder Verfestigung bestimmter Normen führen, die sich von etablierten Normen (Orthographie, Grammatik, Anredekonventionen etc.) unterscheiden.
• Im Bereich der schulischen Kommunikation wird die Frage nach dem Zusammenhang zwischen Deskription und Präskription dahingehend behandelt, ob und wenn ja unter Bezug auf welche Annahme Lehrende normierend in den Sprachgebrauch von Schüler/inne/n eingreifen sollen und an welchen Standards sich LehrerInnen im muttersprachlichen oder DaF-Unterricht orientieren sollen.
• Im Bereich der berufsfeldbezogenen Gesprächsforschung wird die Frage im Mittelpunkt stehen, inwieweit empirische Befunde zu beobachtbarem Kommunikationsverhalten normativ gewendet genutzt werden können, um beispielsweise Coaching-Angebote zu entwickeln.
• Im Bereich Regionalität und sprachliche Normen werden Diskussionen über regionalsprachliche Standardformen sowie das mögliche Potenzial einer plurizentrischen Perspektive auf die deutsche Sprache erwartet.
Auf theoretisch-konzeptioneller Ebene soll in allen Schwerpunktbereichen danach gefragt werden, welche Modelle sprachlicher bzw. kommunikativer Normen dem Kommunikationsverhalten der Beteiligten zugrunde liegen, bzw. an welchen sprachlichen Ideologien diese sich orientieren und wie sich diese Modelle begründen bzw. kritisieren lassen.
Tagungsorganisation:
Prof. Dr. Susanne Günthner
Dr. Wolfgang Imo
Dr. Dorothee Meer
PD Dr. Jan Georg Schneider
Kontaktadresse:
tina.grams@gmx.de

