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Universitätsprofessorin
Dr. Susanne Günthner

 

Vortragsreihen, Tagungen und sonstige sprachwissenschaftliche Ereignisse


Vortragsreihen
Tagungen
Pressespiegel
Sontige sprachwissenschaftliche Veranstaltungen

Vortragsreihen 

 
Vorträge auswärtiger Gelehrter
 


Dr. Olga Artamonova (Universität Lüneburg) hält am Mittwoch, den 13.07.2016 einen Vortrag zum Thema

„‚Ausländersein‘ an der Hauptschule: Ethnische/Kulturelle Zugehörigkeit interaktional“

im Rahmen der Vorlesung „Sprache und Kultur“ von Prof. Dr. Susanne Günthner.
Beginn: 10.15 Uhr, Johannisstraße 4, Raum JO 01



Dr. Qiang Zhu (Xi‘an International Studies University) hält am Mittwoch, den 29.06.2016 einen Vortrag zum Thema

„Anmoderation wissenschaftlicher Vorträge: Chinesisch-Deutsch im Vergleich“

im Rahmen der Vorlesung „Sprache und Kultur“ von Prof. Dr. Susanne Günthner.
Beginn: 10.15 Uhr, Johannisstraße 4, Raum JO 01



Prof. Dr. Zhu Jianhua (Tongji-Universität Shanghai) hält am 11.01.2016 einen Vortrag zum Thema

"Entwicklungstendenzen des Deutschunterrichts an chinesischen Hochschulen"

Beginn: 14:15 Uhr, Stein-Haus, Schlossplatz 34, Raum VSH19



Prof. Dr. Damaris Nübling (Universität Mainz) hält am Mittwoch, den 14.01.2015 einen Vortrag zum Thema

"Gender-Onomastik. Fragen, erste Antworten und offene Themen zu Namen und Geschlecht"


im Rahmen der Vorlesung "Sprache und Geschlecht" von Prof. Dr. Susanne Günthner.

Beginn: 10.15 Uhr, Johannisstraße 4, Raum JO 01



Prof. Dr. em. Jörg Bergmann (Universität Bielefeld) hält am Montag, den 20.01.2014 einen Vortrag zu dem Thema

"'Können Sie schon irgendwas Näheres- ä::h-' – Moralisierung und Mobilisierung in Feuerwehrnotrufen"

Beginn: 16.15 Uhr, Aula im Stein-Haus



Prof. Dr. Wen, Renbai (Xi'an International Studies University) hält am Donnerstag, den 22.07.2010 einen Vortrag zu dem Thema

"Morphologie des Chinesischen"

Beginn: 8:30 Uhr, Raum SH 118 (Stein-Haus)



Prof. Dr. Vilmos Ágel (Universität Kassel) hält am Mittwoch, den 19.05.2010 einen Vortrag.

"Junktionsprofile aus Nähe und Distanz"

Beginn: 8.00 Uhr in Raum SH 19 (Stein-Haus)



Prof. Dr. Arnulf Deppermann (IDS Mannheim) hält am Mittwoch, den 21.04.2010 im Rahmen der Eröffnungsfeier des Centrums Sprache und Interaktion (CeSI) einen Vortrag zu dem Thema

"Korpora in der Gesprächsforschung"

Begin: 14:00 Uhr, Raum 116 (Stein-Haus)



Dr. Ulrike Freywald (Universität Potsdam) hält am Montag, den 11.01.2010 einen Vortrag zu dem Thema

"Komplementsätze mit Verbzweitstellung im gesprochenen Deutsch"

Beginn: 14 Uhr in Raum SH 11



Prof. Dr. Stephan Stein (Universität Trier) hält am Donnerstag, den 12.11.2009 einen Vortrag zum Thema

"Schriftliche Textkonstitution - Zwischen Typisieren und Unikalisieren"

Beginn: 14:00 Uhr in Raum SH 011 (Stein-Haus)


Tagungen

Tagungsankündigung
"Grammatik und Dialogizität: sequenzielle, syntaktische und prosodische Muster zwischen Emergenz und Sedimentierung"

Gradia G

Zu diesem Thema wird vom 13-15.06.2012 eine Tagung des DFG-Projekts "Grammatik und Dialogizität - Retraktive und projektive Konstruktionen im interaktionalen Gebrauch" stattfinden. Alle Interessierten sind herzlich (nach Anmeldung) eingeladen. Weitere Informationen zu der Tagung finden sich auf der Internetseite und im Programmheft zu der Tagung.

1. Nachwuchstagung der Graduate School Empirical and Applied Linguistics an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster „Linguistik zwischen Empirie und Theorie“

Die Graduate School Empirical and Applied Linguistics der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster lädt interessierte NachwuchsforscherInnen zur ersten Nachwuchstagung am 26. und 27. September 2011 ein.

In der 2009 an der Universität Münster gegründeten Graduate School arbeiten Wissen-schaftlerInnen und Promovierende interdisziplinär an Fragestellungen zu verschiedenen Teilgebieten der Sprachwissenschaft, einschließlich Untersuchungen im Rahmen der Einzel-philologien sowie der Sprachlehrforschung und Psycholinguistik. Die Untersuchungen erfolgen auf einer empirischen Basis, um zu aussagekräftigen Ergebnissen in Bezug auf den tatsächlichen Sprachgebrauch zu gelangen, die ggf. zur praktischen Anwendung (z. B. im Bereich DaF) nutzbar gemacht werden können.
Jedoch: keine Empirie ohne Theorie. Zum einen ist der Zugang zu empirischen Daten ohne einen theoretischen Rahmen, der unter anderem auch die jeweilige Methodik beeinflusst, nicht denkbar. Zum anderen ist es das Ziel, die empirischen Ergebnisse der eigenen Frage-stellungen auf eine theoretische Ebene zu heben und so mit dem weiteren Forschungsfeld in Zusammenhang zu bringen.
Diesem Spannungsfeld wollen wir uns daher unter dem Rahmenthema „Linguistik zwischen Empirie und Theorie“ in der ersten Nachwuchstagung der Graduate School widmen. Den TeilnehmerInnen wird die Möglichkeit geboten, eigene Fragestellungen und Projekte im Bereich der empirischen Sprachwissenschaft zu präsentieren. Dabei sollen vor allem Fragen und Erkenntnisse an der Schnittstelle von Theorie und Empirie gemeinsam diskutiert werden wie z. B.:

  • Welches Verhältnis von Theorie und Empirie liegt einer empirischen Arbeit zugrunde?
  • Welche Konsequenzen bringen empirische Ergebnisse für den theoretischen und methodischen Rahmen der eigenen Arbeit mit sich?
  • Mit welchen Methoden lassen sich theoretische Annahmen empirisch überprüfen?
  • Wie viel empirische Evidenz verträgt/benötigt eine linguistische Theorie?


Den Eröffnungsvortrag wird Prof. Dr. Reinhard Fiehler (Institut für Deutsche Sprache, Mannheim) halten.

    Programm der Tagung
    Weitere Informationen zur Tagung

"Kommunikation und Öffentlichkeit: Sprachwissenschaftliche Potenziale zwischen Empirie und Norm"

Münster:  09. Juni – 11. Juni 2010

Diskussionen um Fragen sprachlicher Normen sind immer wieder Gegenstand öffentlicher Auseinandersetzungen. Aber an welchen Vorstellungen von der Gültigkeit sprachlicher Normen orientieren sich solche Diskussionen? Welche Vorstellungen von sprachlichen Standards bilden die Folien für derartige Auseinandersetzungen um angemessenes sprachliches Verhalten? Die Tagung „Kommunikation und Öffentlichkeit: Sprachwissenschaftliche Potenziale zwischen Empirie und Norm“ finanziert vom „Stifterverband für die deutsche Wissenschaft“ findet vom 09. – 11. Juni 2010 in Münster am Germanistischen Institut statt und beinhaltet Themen zur sprachlichen Normbildung und zu Fragen der Normiertheit von Sprache und Kommunikation.

Im Rahmen der Tagung sollen vier Bereiche herausgegriffen werden, die im Hinblick auf den Zusammenhang zwischen deskriptiven und normativen Aspekten eine Vielzahl von Ansatzpunkten liefern.

  • Im Bereich der medialen Kommunikation wird die Frage gestellt, inwiefern unterschiedliche mediale Umgebungen zur Herausbildung, Veränderung oder Verfestigung bestimmter Normen führen, die sich von etablierten Normen (Orthographie, Grammatik, Anredekonventionen etc.) unterscheiden.
  • Im Bereich der schulischen Kommunikation wird die Frage nach dem Zusammenhang zwischen Deskription und Präskription dahingehend behandelt, ob und wenn ja unter Bezug auf welche Annahme Lehrende normierend in den Sprachgebrauch von Schüler/inne/n eingreifen sollen und an welchen Standards sich LehrerInnen im muttersprachlichen oder DaF-Unterricht orientieren sollen.
  • Im Bereich der berufsfeldbezogenen Gesprächsforschung wird die Frage im  Mittelpunkt stehen, inwieweit empirische Befunde zu beobachtbarem Kommunikationsverhalten normativ gewendet genutzt werden können, um beispielsweise Coaching-Angebote zu entwickeln.
  • Im Bereich Regionalität und sprachliche Normen werden Diskussionen über regionalsprachliche Standardformen sowie das mögliche Potenzial einer plurizentrischen Perspektive auf die deutsche Sprache erwartet.

Auf theoretisch-konzeptioneller Ebene soll in allen Schwerpunktbereichen danach gefragt werden, welche Modelle sprachlicher bzw. kommunikativer Normen dem Kommunikationsverhalten der Beteiligten zugrunde liegen, bzw. an welchen sprachlichen Ideologien diese sich orientieren und wie sich diese Modelle begründen bzw. kritisieren lassen.


Tagungsorganisation
Prof. Dr. Susanne Günthner
Dr. Wolfgang Imo
Dr. Dorothee Meer
PD Dr. Jan Georg Schneider


Kontaktadresse
tina.grams@gmx.de



Tagung "Sprachliche Konstruktionen von Geschlechtsidentität"

13.–15. November 2008, Humboldthaus
Veranstalterinnen: Prof. Dr. Susanne Günthner, Dr. Dagmar Hüpper, Constanze Spieß
Germanistisches Institut,
Abteilung Sprachwissenschaft

Das Tagungsprogramm finden Sie hier: Tagungsprogramm (pdf-Dokument)

Pressespiegel 

Sensibilität und Detailgenauigkeit statt einfacher Rezepte - Wie die Angewandte Gesprächsforschung versucht, die berufliche Kommunikation zu verbessern

"Die Cockpit-Kommunikation ist nur ein Anwendungsfeld unter vielen für die praxisbezogene Gesprächsforschung. Der Bedarf an Training und Optimierung ist groß: Berufliche Arbeit ist ja heute zu einem großen Teil „Gesprächsarbeit“ und mündliches Handeln. Ob es um die Koordination alltäglicher interner Arbeitsabläufe geht oder die Motivation von Mitarbeitern, um die Gewinnung oder Betreuung von Kunden und Geschäftspartnern, um die positive Außendarstellung eines Unternehmens und seiner Produkte oder auch um die interne wie öffentliche Bewältigung von Führungsaufgaben oder gar Krisen – ohne kompetente und effiziente mündliche Kommunikation auf den verschiedensten Aufgabenfeldern und Ebenen können Institutionen nicht erfolgreich agieren. Kommunikative Kompetenz oder aber deren Mangel schlagen sich im Image und letztlich auch in den Bilanzen nieder. Und dennoch gehört in vielen Berufen Kommunikationstraining nach wie vor nicht zu den Ausbildungsinhalten, vertraut man auf starre Leitfäden oder die Routine erfahrener Mitarbeiter.

Die angewandte Gesprächsforschung hat in den letzten Jahrzehnten zahlreiche berufliche Gesprächstypen analysiert, etwa Verhandlungen, Beratungs- und Verkaufsgespräche, Reklamationen. Aber auch Telefonseelsorger oder Verhandlungsführer der Polizei wurden bei der Bewältigung ihrer anspruchsvollen Aufgaben beforscht und dafür geschult."
[...]

Lesen Sie den kompletten Artikel von Michael Klemm hier.


 
Frau sagt: "Ich bin Student"

Münster - Studentinnen und Studenten, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler: In jedem offiziellen Text wird heute die weibliche und die männliche Form genannt, um kein Geschlecht zu diskriminieren. Prof. Dr. Susanne Günthner, Sprachwissenschaftlerin an der Universität Münster, macht die Beobachtung, dass diese Regel in der deutschen Alltagssprache kaum angekommen ist – und registriert gerade bei der jüngeren Generation eine geringere Bereitschaft zur „Political Correctness“ bei der Geschlechter-Nennung. Günther und einige Kolleginnen haben von Donnerstag bis Samstag (13. bis 15. November) zu einer internationalen Tagung eingeladen, um das Phänomen der „Geschlechtersprache“ und ihre Entwicklung zu diskutieren. WN-Redakteurin Karin Völker sprach mit Susanne Günthner im Vorfeld der Tagung über Frauen- und Männersprache.
[...]

Lesen Sie den kompletten Artikel hier.


Sprechstunde beim Anti-Sick


Riesenandrang bei Peter Eisenbergs Vortrag „Was ist richtiges Deutsch?“
Von: Lukas Speckmann - Foto: Matthias Ahlke

Münster.
Peter Eisenberg ist ein ganz Schlimmer. Die Germanisten, sagt er, dürften ruhig mal das innere Messer zücken: „Wir sollten die Sicks nicht einfach gewähren lassen!“
Um die Fronten zu klären: Bastian Sick ist der Autor von „Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“ und verkündet einem Millionenpublikum, was richtiges und falsches Deutsch ist. Prof. Dr. Peter Eisenberg ist ein international renommierter Germanist und Duden-Autor. Und wenn man so will: der Anti-Sick. Weil ihm der Begriff „falsches Deutsch“ ganz schwer runtergeht.
Am Mittwochabend sprach Eisenberg im Verlagshaus Aschendorff. Sein Vortrag „Was ist richtiges Deutsch?“ war der Abschluss der Reihe „Die deutsche Sprachmisere – ein natürlicher Sprachwandel“, veranstaltet vom Germanistischen Institut der Universität und den Westfälischen Nachrichten zum Jahr der Geisteswissenschaften. Der Andrang war nicht nur groß, er war riesig. Selbst Stehplätze wurden knapp. Vielleicht wäre noch mehr los gewesen, wenn sich Bastian Sick höchstpersönlich hätte blicken lassen. Doch der, sagt Eisenberg lächelnd, sei der Begegnung bislang ausgewichen. Eisenbergs These: Gutes Deutsch ist sicher richtig – doch richtiges Deutsch muss nicht gut sein. Und vor allem: Die deutsche Sprache war noch nie so gut und so vielfältig wie heute.
Da wäre vor allem die geschriebene Standardsprache. Die hat ihre Regeln, und diese Regeln sollte beherrschen, wer nicht auffallen will. Aber es gibt auch viele Ausdrucksmöglichkeiten, die nicht zum geschriebenen Standard gehören: Umgangssprache, Dialekte, literarische Ergüsse. Ist das alles etwa falsch? Beispiel: Ich bin klüger als du. Sehr schön, das ist Standard. Ich bin klüger wie du. Das lässt den Deutschlehrer schmerzlich zusammenzucken, wird aber häufig gesagt. Ich bin klüger als wie du. Klingt nach Kindersprache. Doch kein geringerer als Faust ist „so klug als wie zuvor“. Ja klar, der Goethe darf das. Problematisch wird es immer dann, wenn ein gestrenger Sprachapostel eine dieser Möglichkeiten in Bausch und Bogen verdammt. Sick wettert gegen „Sinn machen“, weil das ein übler Anglizismus sei. Eisenberg fragt: Ja und? Passt das nicht wunderbar ins Deutsche? Ist „Sinn machen“ etwa schlechter als „Spaß machen“ oder „Angst machen“? Auch ein Anglizismus sei schließlich etwas Urdeutsches... Der Referent blickt aufmunternd in die Runde. Sprechstunde! Weitere Beispiele aus dem Publikum? Was ist mit „Anfang diesen Jahres“ und „Anfang dieses Jahres“? Letzteres ist Standard, Ersteres klingt schöner... Der Fußballer, der von den „Talenten, wo ich habe“ spricht? Das darf der, das ist Bayrisch – und Bayrisch ist auch richtiges Deutsch. Sagt zumindest Prof. Dr. Peter Eisenberg.

 Vortrag Eisenberg 1

Referent Prof. Dr. Peter Eisenberg (r.) wird im Verlagshaus Aschendorff vom stellvertretenden WN-Chefredakteur Wolfgang Kleideiter begrüßt – und von zahlreichen Zuhörern.

 Vortrag Eisenberg 2

 



Mein Schatz der Nebensatz

Im Zuge des Jahres der Geisteswissenschaften hat das Germanistische Institut der WWU verschiedene Vortragsreihen und einige Einzelveranstaltungen organisiert. Die Vortragsreihe „Die deutsche Sprachmisere – ein natürlicher Sprachwandel?“ eröffnete am 10. Mai Prof. Dr. Susanne Günthner (Münster) mit dem Thema: weil – es ist zu spät. Ist die deutsche Nebensatzstellung noch zu retten?
Erwartet hatte der stellvertretende Chef-Redakteur der Westfälischen Nachrichten, der zum Auftakt der Reihe im hauseigenen Vortragssaal einige Worte ans Plenum richtete, etwa 50 Interessierte. Tatsächlich kamen über 100 Menschen, die nicht nur den Spezies Dozent oder Student zuzuordnen waren. So mussten sich Etliche mit einem Stehplatz begnügen.
[...]

Quelle: Semesterspiegel

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Peking-Ente mit Witzen

Doktoranden halten Vorträge an ungewöhnlichen Orten: Humor in Deutschland und China
Text und Foto von Frank Zimmermann

Münster.
Ein Deutscher und ein Chinese sitzen beim Essen. Fragt der Deutsche: „Was bekommt man, wenn man einen Pitbull mit einem Collie kreuzt?“ – „Einen Hund, der einem erst ins Bein beißt und dann Hilfe holt!“ Der Witzerzähler lacht, der Chinese nicht.
Dieses Rollenspiel konnten ein Dutzend Zuschauer im China-Restaurant „Bali“ erleben. Hier stellte die Promovendin Jieying Zhang im Rahmen des Promovierendentages ihre Forschung vor. Die germanistische Doktorandin beschäftigt sich mit „Witzen im deutsch-chinesischen Vergleich und erklärt: „Der Chinese hat den Witz nicht verstanden, denn in China ist das Wissen über einzelne Hunderassen, das man braucht, um den Witz zu verstehen, nicht sehr verbreitet.“ Zhang ist vor gut sieben Jahren nach Münster gekommen, um Germanistik und Anglistik zu studieren. Sie selber ist mit ihrem guten Deutsch allerdings noch nicht zufrieden und gibt zu, trotz ihrer Forschung viele deutsche Witze nicht zu verstehen. Ist die Studentin so streng mit sich oder stapelt sie gerade tief? Denn Tiefstapeln, dass hat sie in der Einleitung ihrer Präsentation verraten, ist in China ein probates stilistisches Mittel.
Auch chinesische Witze sind, selbst in deutscher Übersetzung, für Deutsche selten lustig. „In der chinesischen Sprache gibt es sehr viele Homophone“, erklärt Prof. Dr. Susanne Günthner das Problem wissenschaftlich. Die Linguistin, die selbst in China geforscht hat, betreut die Doktorandin bei ihrer Witze-Forschung. Während es im Deutschen nur wenige Homophone gibt – also gleich lautende Wörter mit verschiedener Bedeutung gibt, wie das Schloss mal als Gebäude und mal als Verschluss –, sind sie im Chinesischen weit verbreitet. Ein Beispiel: In China heißt Engel Tian shi. Diese Wort kann aber sowohl „Gesandter des Himmels“ bedeuten, wie auch „täglich arbeiten“. Darauf basiert die Pointe in einem chinesischen Witz, in dem die Frau glaubt ihr Bräutigam nenne sie Engel, während er ihr nur tägliche Arbeit voraus sagt.
Ob diese kurzweilige Forschung denn auch einen praktischen Nutzen habe, wollte einer der Zuhörer wissen. Den sieht Prof. Günthner durchaus: „Gerade Geisteswissenschaftler mit interkulturellem Wissen sind in der globalisierten Wirtschaft begehrte Mitarbeiter.“

Pekingente mit Witzen 



Vortragsreihe über den Wandel der Sprache

Von Harald Suerland

Münster
Manchmal zeigt sich an einem Stück Kuchen, ob die Grammatik falsch ist – oder eher neuartig. "Ich nehme noch ein Stück Kuchen, obwohl ich schon zwei gegessen habe", sagt der Mensch an der Kaffeetafel, und man weiß: Er nimmt noch eins. Vielleicht sagt er aber auch: "Ich nehme noch ein Stück Kuchen, obwohl... ich habe schon zwei gegessen." Dann kann man fast sicher sein: Er nimmt kein drittes Stück. Das Wörtchen obwohl leitet hier einen Nebensatz mit "Verbzweitstellung" ein – so nennt Professor Dr. Susanne Günthner von der Westfälischen Wilhelms-Universität den Nebensatz, der nicht korrekt mit dem Verb am Ende gebildet ist (... gegessen habe), sondern der mit dem Verb an zweiter Stelle wie ein Hauptsatz daherkommt (...ich habe schon). Zu ihrem Vortrag in der Reihe "Die deutsche Sprachmisere – ein natürlicher Sprachwandel?" begrüßte Wolfgang Kleideiter, der stellvertretende Chefredakteur der Westfälischen Nachrichten, etwa 140 Zuhörer im Vortragssaal des Aschendorff-Verlags. Die sorgten sich womöglich um die deutsche Nebensatzstellung, deren Rettung das Thema von Günthners Vortrag „weil – es ist zu spät“ war. Bei den Weil-Sätzen und den Obwohl-Sätzen hat sie sich eingebürgert, die berüchtigte „Verbzweitstellung“, so dass Sprachwächter gegen jene Politiker oder Moderatoren wettern, die mit schlechtem Beispiel vorangehen, weil... es ist ja so einfach. Oder hat die Marotte andere Ursachen als die Vereinfachung, ist sie vielleicht simultanen Übersetzungen aus dem Englischen geschuldet oder auf eine klammheimliche Verdrängung des Wörtchens "denn" zurückzuführen? Solchen Thesen widerspricht Susanne Günthner und zitiert aus ihren umfangreichen Erforschungen gesprochener Sprache das Beispiel einer Frau, die einen "korrekten" Weil-Satz mit einem "unkorrekten" koppelt, also beide Varianten kennt und nutzt. Wer mit "weil" und "obwohl" Nebensätze wie Hauptsätze bildet, nutzt die Wörter eben nicht mehr als Konjunktionen, sondern, wie es wissenschaftlich heißt, als "Diskursmarker" und "Korrekturmarker". So korrigiert der Obwohl-Satz mit dem Stück Kuchen den Hauptsatz, in dem der Mensch ein weiteres Stück nehmen wollte. Selbst der Duden, so Susanne Günthner, hat auf die Besonderheiten der gesprochenen Sprache gegenüber der Schriftsprache aufmerksam gemacht. In Deutschkursen für Ausländer sollte man die Schriftsprache lehren, aber auch auf jene Besonderheiten des Sprechens eingehen, die eben keine "Verlotterung" sind, rät die Professorin und zitiert den Dichter Friedrich Hölderlin: "Auch eine Blume ist schön, weil sie blühet unter der Sonne." Quelle: Westfälische Nachrichten vom Samstag 12.5.07.  



"Wollen das Arbeit kriegen..."


Von Sandra Freudenstein

Sprachmix

 


„Wir reden so: Yo, check the movie. Wollen das Arbeit kriegen, wenn nich, verpiss dich, Alter!“ Dieses Zitat prangt in fett gedruckter Schrift auf der ersten Seite von Tanja Bückers Examensarbeit. Überall hört man den Jugendslang: auf dem Schulhof, in Diskotheken und im Fernsehen. „Türkenpidgin“ wird mittlerweile von deutschen Jugendlichen genauso gesprochen wie von türkischen oder russischen. Der ursprüngliche Ethnolekt hat sich zu einem Soziolekt entwickelt. Dieses Phänomen reizte die Gymnasialreferendarin, die den Jargon jetzt empirisch untersuchte. Sprachlich zeichnet sich der Slang dadurch aus, dass Artikelformen und Präpositionen weggelassen oder durch andere ersetzt werden. [...]  Quelle: Westfälische Nachrichten

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Sonstige sprachwissenschaftlichen Veranstaltungen 

 
Studentisches Forum Linguistik

Das Studentische Forum Linguistik (SFL) an der Universität Münster richtet sich als interdisziplinäre Veranstaltung an Studierende aller Fachbereiche mit Interesse an sprachwissenschaftlichen Fragestellungen. Auch im Wintersemester finden jeden Dienstag von 18-20 Uhr Vorträge von Examenskandidaten, Diplomanden, Doktoranden und auswärtigen Gastrednern mit anschließender Diskussion statt.

Weitere Informationen, Programmvorschau und Anmeldung unter
http://sfl.uni-muenster.de


Luise F. Pusch liest: Satirisches und Gesellschaftskritisches

Im Rahmen der 12. Deutschen Physikerinnentagung in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Germanistik liest Luise F. Pusch

Satirisches und Gesellschaftskritisches

Seit über 25 Jahren schreibt Deutschlands bekannteste feministische Sprachwissenschaftlerin Luise F. Pusch ihre satirischen Glossen und deckt als linguistische Detektivin die sexistischen Fälle der deutschen Sprache auf. Ihre Glossen sind Gesellschaftskritik in humorvoller Verpackung: witzig, scharfsinnig und (selbst) ironisch.
Für den Vortrag wird sie aus dem gerade veröffentlichten Buch, einem wunderbaren „best of“ der letzten Jahre, mit satirischen Bemerkungen zu Themen von Familie über Angela Merkel bis zum Tierleben vortragen.

8.11.2008, 12:00 - 13:00
Eintritt: 5€ | kein Vorverkauf
Areva-Hörsaal | Fachbereich Physik
Wilhelm-Klemm-Str. 10, 48149 Münster

Flyer (PDF-Dokument)


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