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Neue Veröffentlichungen aus dem Institut
Kirstin Casemir / Christian Fischer: Deutsch. Die Geschichte unserer Sprache. 2013.
Claudia Lieb / Christoph Strosetzki (Hg.): Philologie als Literatur- und Rechtswissenschaft. Germanistik und Romanistik 1730 - 1870.
Kordula Schulze (Hg.): Die deutsche Sprache und ich. Sprachbiographische Dimensionen des Lernens und Lehrens von Deutsch als Fremdsprache. Münster: Lit 2013
Martina Wagner-Egelhaaf (Hg.), Auto(r)fiktion. Literarische Verfahren der Selbstkonstruktion, Bielefeld: Aisthesis 2013.
Logik der Prosa. Zur Poetizität ungebundener Rede. Hg. von Astrid Arndt, Christoph Deupmann, Lars Korten. Göttingen 2012.
Felix Woitkowski: Kollaboratives und literarisches Schreiben im Internet.
Robert Peters: Mittelniederdeutsche Studien. Gesammelte Schriften 1974 bis 2003.
Reálie Německa – Kultur und Gesellschaft in Deutschland. (Sabina Schroeter-Brauss)
Kalkavan, Zeynep (2012) Lesen und Textverstehen in der Zweitsprache. Berlin: Cornelsen Scriptor.
Constanze Spieß: Sprachstrategien und Kommunikationsbarrieren. Zur Rolle und Funktion von Sprache in bioethischen Diskursen.
Kirstin Casemir / Christian Fischer: Deutsch. Die Geschichte unserer Sprache. 2013.
288 S. mit 13 s/w Abb., Reg., Glossar, geb. mit SU
Format: 14,5 x 22,0 cm
€ 29,90 [D]
ISBN 978-3-86312-355-0
Deutsch, was ist das eigentlich und wo kommt es
her? Die Geschichte unserer Sprache umfasst rund 1300 Jahre. Wir benutzen sie ganz selbstverständlich und wissen doch nur wenig über sie.
Im Buch werden prägende Faktoren wie die Rolle von Schule, Religion und Politik, die neuen Medien und die Fachsprachen, der Sprachwandel oder das Verhältnis von Schreib- und Sprechsprache behandelt. Zahlreiche Beispiele und Abbildungen erleichtern das Verständnis. Info-Kästen bieten historische Textzeugnisse, unterhaltsame Namengeschichten oder überraschende Worterklärungen. Literaturempfehlungen und ein Glossar runden den Band ab.
Claudia Lieb / Christoph Strosetzki (Hg.): Philologie als Literatur- und Rechtswissenschaft. Germanistik und Romanistik 1730 - 1870.
Als die Wissenschaftsgeschichte der modernen Philologie beginnt, gibt es an deutschen Universitäten noch keine etablierten Nationalphilologien wie die Germanistik und die Romanistik, sehr wohl aber ein wachsendes akademisches Interesse an literarischen Texten und an Rechtsquellen. Die Erforschung römisch-lateinischer und deutschsprachiger Rechtsquellen in ihren historischen Kontexten führt im 18. Jahrhundert zur Teilung des Fachs Jurisprudenz: Es spaltet sich in Romanistik und Germanistik. Rund ein Jahrhundert später differenzieren sich die gleichnamigen philologischen Fächer aus.
Dass in Literatur- und Rechtswissenschaft die Fächer Germanistik und Romanistik entstehen, ist Folge einer bislang kaum beachteten interdisziplinären Beziehung. Der Band zeigt exemplarisch die intensive Forschung zum Zusammenhang von Literatur, Sprache und Recht an den Universitäten und Akademien des 18. und 19. Jahrhunderts. Er beleuchtet die vergessene Vorgeschichte der gegenwärtigen Law-and-Literature-Bewegung und bietet einen neuen Beitrag zur Fachgeschichte von Germanistik, Romanistik und Jurisprudenz.
Kordula Schulze (Hg.): Die deutsche Sprache und ich. Sprachbiographische Dimensionen des Lernens und Lehrens von Deutsch als Fremdsprache. Münster: Lit 2013
Reihe: Deutsch-usbekische Studien. Bd. 4, 152 S.
Der vorliegende Band ist das Ergebnis einer aus der Kampagne "Deutsch - Sprache der Ideen" resultierenden Ausschreibung des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD). Es erscheint eine Sammlung von Texten usbekischer und deutscher Stipendiaten des DAAD, die über ihre Erfahrungen mit der deutschen Sprache berichten sowie fachdidaktische und sprachwissenschaftliche Ansätze zur Förderung von Deutsch als Fremdsprache in Usbekistan aufzeigen; dazu gehören Vorschläge zum Einsatz neuer Medien im DaF-Unterricht, zur Lehrerfortbildung sowie zur Weiterentwicklung interkultureller Kontakte.
Martina Wagner-Egelhaaf (Hg.), Auto(r)fiktion. Literarische Verfahren der Selbstkonstruktion, Bielefeld: Aisthesis 2013.
In die literaturwissenschaftliche Debatte über die Autobiographie hat der französische Literaturwissenschaftler Serge Doubrovsky den Begriff 'Autofiktion' eingebracht, der in den letzten Jahrzehnten zunehmend auf Resonanz in Forschung und Feuilleton gestoßen ist. Dabei sind sich diejenigen, die den Begriff verwenden, nicht immer einig, was genau mit 'Autofiktion' zu bezeichnen ist. Möglicherweise liegt gerade in den unterschiedlichen Akzentuierungen, die der Begriff erlaubt, seine theoretische und textanalytische Produktivität. Dass die 'Wahrheit' eines Lebens am besten durch 'Dichtung' zur Darstellung gebracht werden kann, wusste freilich bereits Goethe, der seine Autobiographie Dichtung und Wahrheit (1811-1833) nannte. Allerdings lässt sich gerade in der Gegenwartsliteratur ein verstärktes Bewusstsein von der grundsätzlichen Fiktionalität des Ichs feststellen, das zu neuen Formen und Verfahrensweisen der Selbstdarstellung geführt hat, auch und gerade unter Nutzung digitaler Formate. Dabei wird deutlich, dass im Zeichen der Auto(r)fiktion auch die Debatte um die Autor-Kategorie in der Literaturwissenschft neue Impulse erhält. Der vorliegende Band führt erstmals die Autofiktions- und Autorschaftstheorie zusammen und präsentiert eine Fülle von frappierenden Fallbeispielen.
Mit Beiträgen von Eric Achermann, Inge Arteel, Stephan Berghaus, Yvonne Delhey, Yahya Elsaghe, Marta Famula, Annika Jensen, Innokentij Kreknin, Albert Meier, Christian Moser, Jutta Müller-Tamm, Beatrice Sandberg, Christian Sieg, Jeanine Tuschling, Martina Wagner-Egelhaaf und Daniel Weidner.
Logik der Prosa. Zur Poetizität ungebundener Rede. Hg. von Astrid Arndt, Christoph Deupmann, Lars Korten. Göttingen 2012.
Während über die Kunstförmigkeit versifizierter Rede kein Zweifel besteht, ist die ästhetische Qualität der
Prosa keineswegs von vornherein ausgemacht: Die formale Nähe zur alltagssprachlichen Kommunikation (einschließlich des Erzählens) legt die Prosa auch material auf den ›niederen‹ Stoffbezirk des Profanen oder – in metonymischer Bezeichnung – Prosaischen fest. Einer Idee Albert Meiers folgend, gehen die Beiträger des Bandes ›Logik der Prosa‹ der Frage nach, welche Strategien und Formen eine poetische Prosa entwickelt, durch die oder in denen sie ›Kunst‹ bzw. ›Dichtung‹ wird. Der Band bietet neben Beiträgen zur Poetik der Prosa, zu Form- und Gattungsbeziehungen und umfangreichen Einzelinterpretationen auch einen Erstdruck von Johann Gottfried Herders Exzerpt von Pierre Daniels Huets ›Traité de l'origine des romans‹.
Link zur Verlagsseite: http://www.v-r.de/de/title-0-0/logik_der_prosa-1008730/
Felix Woitkowski: Kollaboratives und literarisches Schreiben im Internet.
Reihe: Schreiben - interdisziplinär. Studien, Band 7, 2012, broschiert, 160 Seiten
Das Internet ermöglicht Schreiberinnen und Schreibern durch seine kommunikativen und technischen Möglichkeiten auch Formen der gemeinsamen Textproduktion und definiert damit Autorschaft neu. Die vorliegende Studie untersucht die Wirksamkeit eines solchen kollaborativen Schreibens, Arbeitens und Lernens sowohl mit Blick auf den Prozess, einschließlich seiner zahlreichen Redigierungsphasen, als auch auf das Produkt. Im Zentrum der Untersuchung steht ein Projekt, bei dem Schreibinteressierte gemeinsam eine Anthologie mit Science-Fiction-Storys erarbeiten.
Robert Peters: Mittelniederdeutsche Studien. Gesammelte Schriften 1974 bis 2003. Herausgegeben von Robert Langhanke. Bielefeld 2012: Verlag für Regionalgeschichte.
Die "Mittelniederdeutschen Studien" versammeln 26 Beiträge von Robert Peters, die zwischen 1974 und
2003 entstanden sind und die mittlere Sprachstufen des Niederdeutschen sowie die Sprachgeschichte des Niederdeutschen, insbesondere des Westfälischen, behandeln. Im Mittelpunkt steht der dreiteilige "Katalog sprachlicher Merkmale zur variablenlinguistischen Erforschung des Mittelniederdeutschen", der zum Ausgangspunkt zahlreicher variablenlingustischer Untersuchungen mittelniederdeutscher Schreibsprachen geworden ist; einige Detailstudien von Robert Peters zu diesem Thema werden auch in den "Mittelniederdeutschen Studien" erneut abgedruckt. Beiträge zur Bedeutung des Mittelniederdeutschen für die Hanse sowie zur Sprachgeschichte der Stadt Münster und Westfalens werden ebenso geboten wie umfassende Beiträge 'zur Sprachgeschichte des niederdeutschen Raumes', so der Titel eines Beitrags von 1998. Die von Robert Peters erreichte Neubewertung der angeblichen Geltung einer lübischen Norm für mittelniederdeutsche Schreibsprachen als einem Mythos der niederdeutschen Philologie wird in mehreren Beiträgen erläutert und diskutiert. Für Forschung und Lehre zum Mittelniederdeutschen werden wichtige Forschungsergebnisse und Forschungsintrumente erneut in gebündelter Form vorgelegt.
Reálie Německa – Kultur und Gesellschaft in Deutschland. (Sabina Schroeter-Brauss)
Das am 01.11.2012 im tschechischen Verlag Jiří Fraus (Plzeň) erschienene Lehrbuch für die Sekundarstufe II an Gymnasien und beruflichen Mittelschulen gibt in 13 Kapiteln Einblicke in verschiedene Bereiche des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens in Deutschland, teilweise auch in Österreich und der deutschsprachigen Schweiz. Zu den Themen gehören z.B. Sport, Lebensstil, Medien, Verkehr und alternative Energien, aber auch „Klassiker“ wie Literatur, deutsche Sprache und Religion/Brauchtum. Das Buch richtet sich an Jugendliche und (junge) Erwachsene, die in der Fremdsprache Deutsch schon fortgeschritten sind (Niveau B2). Ziel des Buchs ist es, ihnen ein aktuelles Deutschlandbild zu vermitteln und im Landeskundeunterricht zur Reflexion und Diskussion anzuregen. Neben Texten, Fotos, Grafiken und Tabellen gibt es zu jedem Kapitel Aufgaben und ein Verzeichnis spezieller Wörter.
Parallel zur Printversion erscheint das Buch als „Flexibook“ (E-und I-Book) für die Interaktive Tafel. Reálie Německa – Kultur und Gesellschaft in Deutschland. Autorka: Sabina Schroeter-Brauss. Plzeň: Nakladatelství Fraus, 2012.
Kalkavan, Zeynep (2012) Lesen und Textverstehen in der Zweitsprache. Berlin: Cornelsen Scriptor. 
Lesen ist nicht nur einer von mehreren Kompetenzbereichen aus dem Lehrplan Deutsch. Lesefähigkeit spielt im Schulalltag und darüber hinaus in alltäglichen Lebenssituationen eine prominente Rolle. Das Buch gibt einen Einblick in das zweitsprachliche Lesen sowie in die Teilbereiche Literalität und Fachtextanalysen. In diesem Band werden beispielhaft Texte analysiert und Analyseraster für die sprachliche und grammatische Komplexität von Texten exemplarisch vorgestellt. Daraus werden die häufigsten Schwierigkeiten der jungen Leser/innen abgeleitet und anschließend konkrete Hilfen und Tipps zur Verbesserung der Leseleistung und des Textverstehens an die Hand gegeben.
Constanze Spieß: Sprachstrategien und Kommunikationsbarrieren. Zur Rolle und Funktion von Sprache in bioethischen Diskursen.
Bioethische Diskurse sind in unserer Gesellschaft allgegenwärtig. Sie behandeln Themen, die Fragen der menschlichen Existenz berühren. Nicht selten treffen in bioethischen Diskursen unterschiedliche Vorstellungen vom menschlichen Dasein bzw. unterschiedliche Auffassung vom Menschen aufeinander.
Aus diesem Grund sind solche Diskurse besonders brisant und konfliktträchtig. Die Brisanz ethischer Fragestellungen wird dabei nicht zuletzt in medialen Diskursen sprachlich verhandelt oder auch konstruiert; sie zeigt sich u.a. in verschiedenen sprachlichen Strategien. Diese können – werden sie nicht offengelegt – zu Kommunikationsbarrieren oder Verständnisschwierigkeiten führen.
Die Beiträge dieses Bandes widmen sich aus sprachwissenschaftlicher, ethischer, medizinischer und phiolosophischer Perspektive der sprachlichen Materialität bioethischer Diskurse und deren Konflikthaftikheit. Sie geben verschiedene Einblicke in die Reflexion sprachlicher Strategien und legen somit Mechanismen kommunikativer Barrieren offen.

