Mammutfenster
© DBCO GmbH

Landsberg‘sche Kurie

Die Landsberg’sche Kurie ist eine der drei letzten Kurien der einstigen bischöflichen Domimmunität, die den zweiten Weltkrieg überdauert haben. Die barocke Dreiflügelanlage verfügt mit dem Ehrenhof über eine repräsentative, öffentliche Schauseite zur Pferdegasse und über eine halböffentliche Rückseite zum Garten.

Geschichte:


1703 – 1707
Für den Bauherrn Franz Ferdinand von Landsberg nach Plänen von Gottfried Laurenz Pictorius errichtet, verfügt das Gebäude über ein nüchternes Erscheinungsbild und eine zurückhaltende Gestaltung, welche vermutlich den Respekt vor dem Fürstbischof und Landesherrn widerspiegeln.

1813
Bis zu diesem Zeitpunkt hat die Landsberg’sche Kurie mehreren Mitgliedern des Domkapitels als Wohnsitz gedient. Im Rahmen der Säkularisation wird das Domkapitel durch Napoleon aufgehoben und später völlig neu organisiert. Nach dem Tod ihres letzten Bewohners fällt die Kurie in der Folge an die Regierung.

1880
Das Gebäude geht erstmalig in eine universitäre Nutzung über und verschiedene Institute, darunter das »museum mineralogicum et zoologicum«, ziehen ein. Auch wenn immer wieder unterschiedliche Nutzungen im Gebäude untergebracht sind, erhält der geologisch-paläontologische Teil des Museums von nun an fortwährend einen Platz im Gebäude.

1943
Im zweiten Weltkrieg wird die Landsberg’sche Kurie nahezu vollständig zerstört. Nach schweren Bombentreffern brennen Mittelbau und Südflügel aus, der Nordflügel wird im Anschluss völlig neu aufgebaut.

1948 – 1950
Nach dem Krieg wird der Bau äußerlich unverändertwieder aufgebaut. Im Inneren erhält er eine Stahlbeton-Skelett-Konstruktion anstelle der vorherigen Holzbalkendecken, eine neue, kleinteilige Aufteilung für die Verwaltungsnutzung sowie eine vollständige Unterkellerung der Seitenflügel.

2006
Der ehemalige Museumsleiter Klemens Oekentorp berichtet über den nach fast 60 Jahren universitärer Nutzung erreichten Zustand des Gebäudes: »Inzwischen sind zahlreiche Institute bzw. Institutsteilbereiche untergebracht: Dies hat zur Folge, dass heute Besucher dieser Institutionen [...] in dem verschachtelten Gebäude umherirren und oftmals dann in letzter Verzweiflung in meinem Arbeitszimmer mit der Bitte um Hilfe erscheinen.«

2011
In einem ersten Bauabschnitt wird – gefördert durch Mittel aus dem Konjunkturpaket II – das Gebäude umfassend saniert und umgebaut. Zukünftig sind alle öffentlichen Bereiche des Museums barrierefrei erschlossen. Während im Inneren großzügige Ausstellungsräume entstehen, bleibt auch zukünftig der barocke Gesamteindruck erhalten. Einzig das »Mammut von Ahlen« erhält ein eigenes »Mammutfenster« mit Blick auf den Domplatz.