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Herzlich Willkommen auf den Internet-Seiten des
Netzwerks Multilokalität!


Im "Netzwerk Multilokalität“ sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen zusammengeschlossen, die sich mit unterschiedlichen Aspekten des Phänomens der residenziellen Multilokalität auseinandersetzen und dabei unterschiedliche Forschungsfragen verfolgen.

Residenzielle Multilokalität lässt sich – neben monolokaler Sesshaftigkeit, Zirkulation (tagesrhythmischer oder circadianer Mobilität) und Migration – als eigenständige Form einer spezifischen sozialen Praxis der Lebensbewältigung verstehen. Das Besondere der Multilokalität besteht darin, dass mit dieser sozialen Praxis die Standortofferten von zwei (oder mehreren) Lokalitäten miteinander verknüpft und für den betreffenden Haushalt bzw. seine Mitglieder nutzbar gemacht werden können.

Im Hinblick auf ihre konzeptionelle Grundorientierung setzt die Arbeit des "Netzwerk Multilokalität" an der Überlegung an, dass multilokale Arrangements des alltäglichen Lebens im Zusammenhang mit einem beschleunigten sozialen Wandel in der Spätmoderne entstehen bzw. sich ausweiten. Sie lassen sich als eine Form der zirkulären Mobilität verstehen, bei der die Akteure zwei oder mehrere Wohnorte als Arbeits-, Ausbildungs- und oder Freizeitorte aufrechterhalten, an denen sie in individuell gestalteten Rhythmen an- und abwesend sind. Im Vergleich zu einer monolokalen Lebensform verändern sich die Rhythmik und die räumlichen Bezüge des Alltagslebens sowie die sozialen Interaktionsstrukturen in grundlegender Weise.

Obwohl das Thema nicht prinzipiell neu ist, erfährt es in der jüngeren Vergangenheit eine erhöhte Aufmerksamkeit, die nicht nur auf die quantitative Ausweitung des Phänomens zurückzuführen ist, sondern vor allen Dingen auch darauf, dass multilokal Wohnende in ihrer alltäglichen Lebenspraxis immer wieder nach Passungen suchen müssen, die sich aus ihrer Mehrfachverortung und den bestehenden (systemischen) Dysfunktionalitäten im Bereich des Wohnens ergeben. Menschen müssen in zunehmendem Maße Funktionen übernehmen („In-Sourcing“), die der Wohlfahrtsstaat, Unternehmen und Gebietskörperschaften abgegeben haben bzw. unausgefüllt lassen. Multilokalität ist jedoch kein Phänomen, das sich auf von außen gesetzte Zwänge reduzieren lässt, sondern es schließt auch die „freie Wahl“ der Lebensgestaltung ein. Das Interesse des "Netzwerk Multilokalität" gilt allen Entscheidungen für die mehrfache Verortung der Lebenstätigkeiten, mit denen die alltagsweltlichen Praktiken des Wohnens insgesamt komplexer und dynamischer werden.

Wegen der Komplexität des Phänomens halten wir eine multiparadigmatische Zugangsweise für sinnvoll. Residenzielle Multilokalität lässt sich aus der Sicht unterschiedlicher und konkurrierender Paradigmen betrachten, wobei jeweils unterschiedliche Facetten und Ausprägungen des Phänomens in das Blickfeld geraten.

 


Netzwerk Multilokalität

Prof. Dr. Gerald Wood
Institut für Geographie, WWU
Heisenbergstr. 2
48149 Münster
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