| Fernerkundungs- und GIS-Analyse der
Impaktstrukturen Strangways (N.T.) und Shoemaker (W.A.), Australien
Im Rahmen der Arbeit wurden die australischen Impaktstrukturen Strangways (N.T.) und Shoemaker (W.A.) mithilfe von Fernerkundungsmethoden, Geländedaten und unter Einbeziehung bereits vorhandener geologischer Information analysiert. Mit dem Aufbau einer GIS-basierten Datenbank für beide Strukturen zielt die Arbeit auf einen direkten Vergleich zwischen den Signaturen, welche die Impaktereignisse im mikroskopischen Bereich (schockmetamorphe Indikatoren), im Gelände (shatter cones, Impaktite) und in kleinmaßstäblichen Fernerkundungsdaten hinterlassen haben. Die beiden Krater sind hinsichtlich ihres Targetmaterials aus vorwiegend siliziklastischen Sedimentgesteinen auf einem kristallinen Sockel, hinsichtlich ihres heute sichtbaren Durchmessers von ca. 20 km (Strangways) bzw. 31 km (Shoemaker) und aufgrund ihres vermutlich proterozoischen Alters miteinander vergleichbar. Die Strangways-Struktur (646 +/- 42 Ma) besteht aus einem Kern archaischer Granite und Gneise, die kranzförmig von Sedimentgesteinen der Roper Group umgeben werden. Shatter cones wurden während der Geländearbeiten innerhalb des granitoiden Basements und in den tiefsten Teilen der Roper Group (Limmen Sandstone) festgestellt. Reste von Impaktiten mit Schmelzanteil sind auf wenige Aufschlüsse im zentralen Bereich beschränkt. Impaktbrekzien, in denen entweder Fragmente aus granitoiden Gesteinen oder sedimentärem Material dominieren, finden sich im N und E des Kraterkerns. Als weitere Anzeichen einer schockmetamorphen Beanspruchung finden sich PDFs im granitoiden Basement der Struktur. Die Shoemaker-Struktur (1630 Ma ?) ist im Vergleich zu Strangways auf ein Niveau unterhalb des Kraterbodens erodiert, so dass Impaktite nicht mehr erhalten sind. Der granitoide Kern wird kranzförmig von Sedimentgesteinen der Earaheedy Group umgeben, die sich zusätzlich zu ihrer strukturellen Aufrichtung in Form einer ringförmigen Synklinale anordnen. Undeutliche shatter cones sind in den granitoiden Gesteinen und in den unteren sedimentären Einheiten der Yelma und Frere Formation entwickelt, PDFs lassen sich in Graniten und Syeniten im N’ Teil des Kerns nachweisen. Der Erosionsgrad nimmt von SW in Richtung NE ab, wie an der Verbreitung der jüngeren sedimentären Targeteinheiten und ihrer Lagerungsverhältnisse ersichtlich ist.
Nach der GIS-Integration
topografischer und geologischer Karten wurden für beide Strukturen
Satellitenbilddaten vom Typ Landsat 5 TM prozessiert und zu dekorrelierten
RGB-Farbkompositen verarbeitet. Neben der Verwendung von statistisch ausgewerteten
Kombinationen aus Original-TM Daten sowie der Berechnung von Ratios zur
Hervorhebung der spektralen Variationen führte insbesondere die Verwendung
von Hauptkomponenten höherer Ordnung zu einer verbesserten spektralen
Differenzierung der Targeteinheiten, Impaktite (Strangways) und Post-Impakt-Lithologien.
Aufgrund ihrer mittleren geometrischen (30 x 30 m) und spektralen Auflösung
und der Beeinflussung der Reflexionseigenschaften von Gesteinen durch Vegetation
und Verwitterungsbildungen sind die Resultate, die aus den computergestützten,
unüberwachten und überwachten Klassifikationen der Shoemaker-Daten
gewonnen wurden, als nicht zufriedenstellend zu bewerten. Mit der Verwendung
einer objekt-orientierten Klassifikation konnte eine geringfügig höhere
Klassifikationsgüte erreicht werden. Die Methodik stellt eine Weiterentwicklung
dar, da räumliche und texturelle Parameter in den Klassifikationsprozess
miteinbezogen werden können. Als komplementäre Datensätze wurden
Radardaten vom Typ ERS-SAR verarbeitet, die insbesondere die heute aufgeschlossenen
Kratermorphologien wiedergeben und mit digitalen Höhenmodellen zur Erhöhung
ihrer Detailgenauigkeit kombiniert wurden. Aeroradiometrische Daten sind
als optimale ergänzende Fernerkundungsdaten in den Untersuchungsgebieten
anzusehen, da sie keine Beeinflussung durch Morphologie, Vegetationsdecke
oder Verwitterungsbildungen zeigen. Mithilfe von aeromagnetischen Daten,
die aufgrund der andersartigen Aufnahmeverfahren und des hohen numerischen
Rechenaufwandes vorprozessiert zur Verfügung standen, lassen sich Aussagen
über die zeitlichen Beziehungen der Impaktereignisse zur Platznahme
von Ganggesteinen in den Untersuchungsgebieten herstellen, die mit den geochronologisch
ermittelten Altern der Krater korrelieren. Download
der vollständigen Arbeit im PDF-Format (16 MByte). Eine CD-Rom mit den
GIS-Daten als ArcView/ArcExplorer-Projekt kann per email-Anfrage zur Verfügung
gestellt werden. |