Forschung
Die kommunikative Herstellung von Vertrauen verändert sich in einer durch Digitalisierung gekennzeichneten Welt. Auf der Grundlage dieser Beobachtung analysiert das Forschungsprogramm die Konsequenzen dieser (digitalen) Kommunikationsweisen für den Aufbau und die Aufrechterhaltung von Vertrauen. Dabei verstehen die Antragsteller aus Kommunikationswissenschaft, Psychologie, Sportwissenschaft, Wirtschaftsinformatik und Wirtschaftswissenschaft unter Vertrauen einen grundlegenden sozialen Mechanismus, der kommunikativ in interpersonaler, medienvermittelt öffentlicher und in geplanter Organisationskommunikation hergestellt wird.
Das Kolleg sammelt in empirisch-analytischen, methodischen und theoretisch-konzeptionellen Forschungsprojekten der Kollegiaten Erkenntnisse für die Vertrauensforschung. Diese weisen einerseits über den jeweiligen disziplinären Forschungsstand hinaus und heben andererseits die disziplinübergreifenden Aspekte der Kategorie Vertrauen hervor.
Am Beispiel der prototypischen Untersuchungsbereiche Medien, Wirtschaft, Wissenschaft und Sport analysieren die Kollegiaten Vertrauensfragen auf drei Analyseebenen: Individuen, Organisationen und Öffentlichkeit. Diese Heuristik erlaubt es, Vertrauen und Kommunikation unter den Bedingungen von Digitalisierung auf Mikro-, Meso- und Makroebene zu erforschen. Dabei stehen vor allem die Überschneidungen dieser Ebenen im Fokus.
Das Forschungsprogramm ist in zwei Punkten innovativ: Erstens werden für die einzelnen Fächer über den Forschungsstand hinausweisende Erkenntnisse zu Vertrauen und Kommunikation erzielt. Zweitens nehmen die Dissertationsprojekte eine interdisziplinäre Perspektive auf die Vertrauensforschung ein. Basierend auf den disziplinären Erkenntnissen erschließen die Kollegiaten damit methodisches, theoretisches und empirisches Wissen.

