Forum Bestandserhaltung
Home
Das Forum Grundlagen Konservierung und Restaurierung Konversion Notfall Dienstleister

Notfall

Grundsätze
Einführungen
Brandschäden
Wasserschäden
Prävention
Bergung
Strategien
Notfallverbünde
Notruf
Historische Dokumentation
Kriegsschäden

Diesen Beitrag: drucken  
 

Historisch betrachtet liegt dem Katastrophenschutz ein ordnungspolitischer Gedanke zugrunde. Durch Erhaltung wichtiger Akten soll die Disponibilität obrigkeitlicher Institutionen bewahrt und damit die Kontinuität des herrschenden Regimes auch im Kriegs- oder Krisenfall gewährleistet werden.

Die Internationalisierung des Kulturgutschutzes durch die "Haager Konvention zum Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten" der UNESCO aus dem Jahr 1954 zeugt von der Erkenntnis, dass durch Kriege in allen Nationen Kulturgüter gefährdet werden, die "für das kulturelle Erbe aller Völker von großer Bedeutung" sind. Um diese zu schützen, werden ganz bestimmte Maßnahmen zu ihrer "Sicherung und Respektierung" vorgeschrieben. Vorangegangen waren die Haager Konventionen von 1899 (Text). Sie sind die ersten wichtigen internationalen Vereinbarungen zum Schutz kultureller Güter im Falle eines Krieges. Die Haager Konvention von 1954 wurde im Jahr 1977 durch die Zusatzprotokolle zu den Genfer Konventionen gestärkt. Sie enthalten Regeln zum Schutz der Opfer bewaffneter internationaler Konflikte.

In jüngeren Jahren wurde der Bezugsrahmen der Haager Konvention ausgeweitet und umfasst heute auch die internationale Zusammenarbeit zur Kulturguterhaltung im Fall einer Naturkatastrophe. Diese Neuorientierung manifestierte sich in der Gründung des ICBS (International Committee of the Blue Shield) im Jahre 1996, das sich durch die Übernahme des Symbols der Haager Konvention, des "Blauen Schild" direkt auf diese bezieht.

 

Seitenübersicht:

I. Kulturgutschutz in Deutschland
II. Internationaler Kulturgutschutz
III. Erfahrungsberichte

 

 

I. Kulturgutschutz in Deutschland zur Seitenübersicht

Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe:
Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten
http://www.bbk.bund.de/SharedDocs/Downloads/BBK/DE/Publikationen/Broschueren_Flyer/Kulturgutschutz_7-Auflage.pdf

 
 

Blue Shield ist seit 1996 die internationale Dachorganisation für den Schutz des Kulturerbes im Krieg und bei Katastrophen. Zur Zeit befindet sich das deutsche Nationalkomitee erst in der Anfangsphase.
Informationen über Inhalte, Möglichkeiten der Mitarbeit und bereits bestehende Verbände bietet die Homepage:
http://www.blueshield.de

 
 

Mit Gesetz vom 27.04.2004 zum 01. Mai 2004 wurde das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) neu eingerichtet. Es übernimmt die Zivilschutzaufgaben, die bisher vom Bundesverwaltungsamt (BVA) in der Abteilung V - Zentralstelle für Zivilschutz (ZfZ) - wahrgenommen wurden.

Neue Behördenanschrift:
Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK)
Zentrum für Zivilschutztechnik "Kulturgutschutz"
Deutschherrenstraße 93 - 95, 53177 Bonn
Tel.: 0228-5554-249 oder 01888-550-249
Fax: 0228-5554-336 oder 01888-550-336
http://www.zivilschutz-online.de/

 
 

Eine grundlegende Einführung:
Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK):
Durchführung von Maßnahmen nach der Haager Konvention zum Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten

 
 

"Alltägliche" Kulturgutschutzarbeit:
Kulturgutschutz - Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten
http://www.bva.bund.de/imperia/md/content/abteilungen/abteilungv/vb3/publikationen/5.pdf

 
 

 

 

II. Internationaler Kulturgutschutz zur Seitenübersicht

Die Erfahrungen des letzten Jahrzehntes in den Krisenregionen der Welt verdeutlichen die Wichtigkeit einer internationalen Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Kulturguterhaltung, wie sie in den folgenden Beiträgen beschrieben wird.

 
 

Ross Shimmon (2003):
The Blue Shield: the Cultural Red Cross?
http://www.ifla.org/IV/ifla69/papers/600e-Shimmon.pdf

 
 

George Mackenzie (1999):
The Blue Shield : symbol of cultural heritage protection
http://www.ifla.org/IV/ifla68/papers/093-099e.pdf

 
 

Jørgen Wadum:
ICOM Committee for Conservation and War

 
 

 

 

III. Erfahrungsberichte zur Seitenübersicht

Über die im bewaffneten Konflikt oder durch Terrorismus verursachten Schäden und deren Folgeerscheinungen berichten die folgenden Beiträge (in chronologischer Abfolge):

 
 

"Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte!" - In diesem Sinne sei die Bildergalerie der Kriegsschäden an kroatischen Archiven empfohlen.
Miljenko Pandzic:
Archives in Croatia 1991-1995
http://www.unesco.org/webworld/other/war_archives/croatia.htm

 
 

Der US-amerikanische Denkmalpflegeverband Heritage Preservation gab eine Studie über die kulturellen Folgeschäden der Attentate vom 11.9.2001 heraus. Im Rahmen der Studie wurden unter anderem betroffene Institutionen nach bestehenden Notfallplänen und den Erfahrungen mit ihrer Umsetzung befragt.
Eine kurze Zusammenfassung der Ergebnisse:
http://www.heritagepreservation.org/NEWS/Cataclysm.htm

Auch der Gesamttext der Studie ist als PDF verfügbar:
Cataclysm and Challenge. Impact of September 11, 2001, on Our Nation's Cultural Heritage
http://www.heritagepreservation.org/PDFS/Cataclysm.pdf

 
 

Auch der AIC veröffentlichte bereits im Dezember 2001 eine Analyse des Schutts der WTC-Türme. Untersucht werden Gesundheitsrisiken und das Gefährdungspotential für verschmutztes Kulturgut.

Mary Ballard:
World Trade Center Dust: Its Potential to Interact with Artifacts and Works of Art
http://www.si.edu/MCI/downloads/articles/wtc_dust.pdf

 
 

Geschäftsstelle:
Universitäts- und Landesbibliothek Münster
Krummer Timpen 3-5, 48143 Münster
E-mail: office@forum-bestandserhaltung.de