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Historisch betrachtet liegt dem Katastrophenschutz ein ordnungspolitischer Gedanke zugrunde. Durch Erhaltung wichtiger Akten soll die Disponibilität obrigkeitlicher Institutionen bewahrt und damit die Kontinuität des herrschenden Regimes auch im Kriegs- oder Krisenfall gewährleistet werden.

Die Internationalisierung des Kulturgutschutzes durch die "Haager Konvention zum Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten" der UNESCO aus dem Jahr 1954 zeugt von der Erkenntnis, dass durch Kriege in allen Nationen Kulturgüter gefährdet werden, die "für das kulturelle Erbe aller Völker von großer Bedeutung" sind. Um diese zu schützen, werden ganz bestimmte Maßnahmen zu ihrer "Sicherung und Respektierung" vorgeschrieben. Umgesetzt wurde das Abkommen mit dem Bundesgesetz vom 11. April 1967 zu der Konvention zum Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten vom 14. Mai 1954. Vorangegangen waren die Haager Konventionen von 1899 (Text). Sie sind die ersten wichtigen internationalen Vereinbarungen zum Schutz kultureller Güter im Falle eines Krieges. Die Haager Konvention von 1954 wurde im Jahr 1977 durch die Zusatzprotokolle zu den Genfer Konventionen gestärkt. Sie enthalten Regeln zum Schutz der Opfer bewaffneter internationaler Konflikte.

In jüngeren Jahren wurde der Bezugsrahmen der Haager Konvention ausgeweitet und umfasst heute auch die internationale Zusammenarbeit zur Kulturguterhaltung im Fall einer Naturkatastrophe. Diese Neuorientierung manifestierte sich in der Gründung des ICBS (International Committee of the Blue Shield) im Jahre 1996, das sich durch die Übernahme des Symbols der Haager Konvention, des "Blauen Schild" direkt auf diese bezieht.

Das "Gesetz zur Ausführung der Konvention vom 14. Mai 1954 zum Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten" vom 24.5.2007 befasst sich mit der Rückgabepflicht von Kulturgut, das im Zusammenhang mit einem bewaffneten Konflikt nach Deutschland gebracht wurde.

 

Seitenübersicht:

I. Internationaler Kulturgutschutz
II. Nationaler / Regionaler Kulturgutschutz
III. Erfahrungsberichte

 

 

I. Internationaler Kulturgutschutz zur Seitenübersicht

Die Erfahrungen des letzten Jahrzehntes in den Krisenregionen der Welt verdeutlichen die Wichtigkeit einer internationalen Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Kulturguterhaltung, wie sie in den folgenden Beiträgen beschrieben wird.

 

Peter Maass:
Cultural Property and Historical Monuments
http://www.crimesofwar.org/a-z-guide/cultural-property-and-historical-monuments/

 
 

George Mackenzie (1999):
The Blue Shield : symbol of cultural heritage protection
http://www.ifla.org/IV/ifla68/papers/093-099e.pdf

 
 

Laurie W. Rush:
Cultural Property Protection as a Force Multiplier in Stability Operations. World War II Monuments Officers Lessons Learned
http://usacac.army.mil/CAC2/MilitaryReview/Archives/English/MilitaryReview_20120430_art008.pdf
[Erschienen in: Military Review March-April 2012, S. 36-43]

 
 

Ross Shimmon:
The Blue Shield: the Cultural Red Cross? (2003)
http://www.ifla.org/IV/ifla69/papers/600e-Shimmon.pdf

 
 

Roman Schmidt- Radefeldt:
Internationaler Schutz von Kulturgütern in bewaffneten Konflikten - Eine Einführung
http://www.deutsches-wehrrecht.de/Aufsaetze/UBWV_2007_401.pdf

 
 

Roland Stachowiak:
Der Schutz von Kulturgut. Gestern - Heute - Morgen
http://www.kulturgutschutz.eu/downloads/Publikation_Der_Schutz_von_Kulturgut.pdf

 
 

Matthew K. Steen:
Collateral Damage: The Destruction and Looting of Cultural Property in Armed Conflict (2008)
http://works.bepress.com/cgi/viewcontent.cgi?article=1000&context=matthew_steen
Abstract:
http://works.bepress.com/matthew_steen/1/

 
 

René Teijgeler:
Preserving cultural heritage in times of conflict
http://www.culture-and-development.info/issues/conflict.htm
[aus: Preservation management for libraries, archives and museums. Edited by G.E. Gorman and Sydney J. Shep 2006, London: Facet Publishing p. 133-165]

 
 

Jørgen Wadum:
ICOM Committee for Conservation and War

 
 

Corine Wegener, Marjan Otter:
Cultural Property at War: Protecting Heritage during Armed Conflict
http://www.getty.edu/conservation/publications_resources/newsletters/23_1/feature.html

 
 

 

 

II. Nationaler / Regionaler Kulturgutschutz zur Seitenübersicht

Bosnien-Herzegowina
20 Jahre nach der Zerstörung der Nationalbibliothek
Während der Belagerung von Sarajevo im Bosnienkrieg (1992–1995) brannte die National- und Universitätsbibliothek von Bosnien und Herzegowina im Stadtzentrum von Sarajevo komplett aus. Nur 19.700 Manuskripte, Originale, Landkarten und Graphiken konnten gerettet werden, zwei Millionen Bibliotheksbestände und ein Großteil der Sondersammlungen fielen den Flammen zum Opfer. Das Gebäude wird äußerlich detailgetreu wieder aufgebaut, der Innenausbau soll bis 2014 fertiggestellt werden.
Weitere Informationen zum Thema:
http://www.ifla.org/news/20-years-later-the-national-and-university-library-of-bosnia-and-herzegovina

 
 

Deutschland
Blue Shield ist seit 1996 die internationale Dachorganisation für den Schutz des Kulturerbes im Krieg und bei Katastrophen. Zur Zeit befindet sich das deutsche Nationalkomitee erst in der Anfangsphase.
Informationen über Inhalte, Möglichkeiten der Mitarbeit und bereits bestehende Verbände bietet die Homepage:
http://www.blueshield.de

 
 

Deutschland
Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe

Mit Gesetz vom 27.04.2004 zum 01. Mai 2004 wurde das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) neu eingerichtet. Es übernimmt die Zivilschutzaufgaben, die bisher vom Bundesverwaltungsamt (BVA) in der Abteilung V - Zentralstelle für Zivilschutz (ZfZ) - wahrgenommen wurden.

Neue Behördenanschrift:
Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK)
Zentrum für Zivilschutztechnik "Kulturgutschutz"
Deutschherrenstraße 93 - 95, 53177 Bonn
Tel.: 0228-5554-249 oder 01888-550-249, Fax: 0228-5554-336 oder 01888-550-336
http://www.bbk.bund.de/

Publikationen des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe:
Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten (7. Auflage 2012)
http://www.bbk.bund.de/SharedDocs/Downloads/BBK/DE/Publikationen/Broschueren_Flyer/Kulturgutschutz_7-Auflage.pdf

Bevölkerungsschutz 3|2011
http://www.bevoelkerungsschutz-portal.de/SharedDocs/Downloads/BVS/DE/Zustaendigkeiten/BBK/BVS_Magazin_0311.pdf
darin:
Martin Luchterhandt:
Kann man Kultur "bewahren"? Zur Auswahl bei der Sicherungsverfilmung (S. 8-11)

Eine grundlegende Einführung:
Durchführung von Maßnahmen nach der Haager Konvention zum Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten
http://www.uni-muenster.de/Forum-Bestandserhaltung/downloads/haager-konv.pdf

 
 

Deutschland
Kerstin Odendahl:
Das Normensystem zum Schutz von Kulturgütern in Deutschland. Unter besonderer Berücksichtigung von Archivgütern.
http://fiz1.fh-potsdam.de/volltext/archivar/06327.pdf
[Erschienen in: Der Archivar 59(2006), H. 1, S. 23-27]

 
 

 

 

III. Erfahrungsberichte zur Seitenübersicht

Über die im bewaffneten Konflikt oder durch Terrorismus verursachten Schäden und deren Folgeerscheinungen berichten die folgenden Beiträge (in chronologischer Abfolge):

 

"Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte!" - In diesem Sinne sei die Bildergalerie der Kriegsschäden an kroatischen Archiven empfohlen.
Miljenko Pandzic:
Archives in Croatia 1991-1995
http://www.unesco.org/webworld/other/war_archives/croatia.htm

 
 

Der US-amerikanische Denkmalpflegeverband Heritage Preservation gab eine Studie über die kulturellen Folgeschäden der Attentate vom 11.9.2001 heraus. Im Rahmen der Studie wurden unter anderem betroffene Institutionen nach bestehenden Notfallplänen und den Erfahrungen mit ihrer Umsetzung befragt.
Eine kurze Zusammenfassung der Ergebnisse:
http://www.heritagepreservation.org/NEWS/Cataclysm.htm

Auch der Gesamttext der Studie ist als PDF verfügbar:
Cataclysm and Challenge. Impact of September 11, 2001, on Our Nation's Cultural Heritage
http://www.heritagepreservation.org/PDFS/Cataclysm.pdf

 
 

Auch der AIC veröffentlichte bereits im Dezember 2001 eine Analyse des Schutts der WTC-Türme. Untersucht werden Gesundheitsrisiken und das Gefährdungspotential für verschmutztes Kulturgut.

Mary Ballard:
World Trade Center Dust: Its Potential to Interact with Artifacts and Works of Art
http://www.si.edu/MCI/downloads/articles/wtc_dust.pdf

 
 

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