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Wiederaufbau des Archäologischen Instituts in Prag
Ein Bericht von Dr. Lubos Jiran, Prag

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Bitte um Unterstützung beim Wiederaufbau des Archäologischen Instituts in Prag

Der 14. August 2002 wird sicherlich als der schwärzeste Tag in die Geschichte des Archäologischen Instituts der Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik (Archeologický ústav AV CR) in Prag eingehen. Das verheerende Moldauhochwasser überschwemmte die Gebäude des Instituts in der Letenská Straße bis zu einer Höhe von 3 m. Der Gesamtbestand der Bibliothek, die mit ca. 70.000 Bänden die größte archäologische Bibliothek des Landes darstellte, wurde nahezu vollständig vernichtet. Gleiches gilt für die Lagerbestände der in den letzten 15 Jahren herausgegebenen Publikationen, die unrettbar beschädigt wurden. Überschwemmt und verschlammt wurden auch das geodätische Archiv (ca. 10.000 topographische Karten und Pläne), das Fotoarchiv (ca. 120.000 Negative und Diapositive), die naturwissenschaftlichen Laboratorien, die Restaurierungswerkstätten sowie das Fundmagazin.

Das 1919 gegründete Archäologische Institut in Prag beschäftigt mit über 50 Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen die größte Zahl professioneller Archäologen in der Tschechischen Republik. Es befaßt sich mit der Auswertung von Funden und Befunden aller Art vom Paläolithikum bis in die Neuzeit und führt gezielt Ausgrabungen in Tschechien durch. Zu den Aufgaben gehören weiterhin die Organisation von Fachkonferenzen und die Verbreitung des archäologischen Wissens durch Vorträge und Ausstellungen. Dazu zählen auch Kooperationen auf internationaler Ebene wie zuletzt die Ausstellung "Europas Mitte um 1000". Das Institut ist der bedeutendste Herausgeber archäologischer´Fachliteratur in der Tschechischen Republik, einschließlich der zwei wichtigsten archäologischen Zeitschriften Památky archeologické und Archeologické rozhledy. Mit der Bibliothek und dem Fundarchiv bot es eine unvergleichbar gute Informationsquelle sowohl für die Fachwelt als auch die breite Öffentlichkeit.

In den letzten Jahren konnte die technische Ausrüstung des Dokumentationszentrums und der Abteilung für geophysikalische Prospektion auf den neuesten Stand gebracht werden. Dank gezielter Anstrengungen sind auch die Restaurierungswerkstätten mit modernster Technologie ausgestattet worden. Aufgrund der stetig wachsenden Bedeutung naturwissenschaftlicher Methoden wurden mehrere Arbeitsstellen wie z. B. zur Pollenanalyse eingerichtet. Im Aufbau begriffen war ein molekular genetisches Zentrum, das sich auf die Isolierung von DNA aus Knochenmaterial konzentrierte, und eine zentrale Datenbank der archäologischen Quellen. Gerade verlief die Generalrekonstruktion und Modernisierung der Bibliotheksräume, deren Bestände aus diesem Grund ins Erdgeschoß eines Nachbargebäudes ausgelagert worden waren.

Fast alle diese Anstrengungen wurden nun auf einen Schlag zunichte gemacht. Angesichts dieses Desasters bitten wir um Unterstützung bei der Beseitigung der Schäden und dem Wiederaufbau, denn ohne die Hilfe der gesamten archäologischen Gemeinschaft sowie der breiten Öffentlichkeit wird das Institut auf lange Zeit hinaus lahmgelegt sein. Willkommen sind Buchgeschenke (wissenschaftliche Monographien, Sammelschriften, Zeitschriften, Wörterbücher, Enzyklopädien, Skripte usw.) für den Neuaufbau der Bibliothek und finanzielle Unterstützung.

Dr. Lubos Jiran
Direktor

 

Ansprechpartner für Buchspenden:

Die Buchspenden aus Deutschland koordiniert Prof. Dr. Claus von Carnap- Bornheim, Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen. Bitte senden Sie ihm Listen mit jenen Büchern, die Sie zur Verfügung stellen möchten.

Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen
Archäologisches Landesmuseum Schloß Gottorf
24837 Schleswig
Tel. 04621 / 813 309
Fax: 04621 / 813 535
E.mail: Carnap@t-online.de

 

Geldspenden:

Für Geldspenden wird demnächst ein Spendenkonto in Deutschland eingerichtet werden, wo auf Wunsch auch Spendenquittungen ausgestellt werden können. Die Kontonummer wird so schnell wie möglich bekanntgegeben.

Zur Zeit sind Geldspenden per Auslandsüberweisung auf folgendes Konto möglich:

Konto des "Archeologický ústav AV CR Praha",
CZ-11801 Praha 1, Letenska 4
Ceska Narodni Banka Praha
SWIFT: CEKOCZPP
Kontonr. 17537031/0710 Diesen Spendenaufruf finden Sie zusammen mit anderen Informationen und einigen Bildern aus dem Archäologischen Institut in Prag auch im Forum von Archäologie- Online:
http://www.archaeologie-online.de/cgi-bin/gforum/gforum.cgi?post=12396
und als Sonderseite bei "archäologisch. Die Zeitschrift für Archäologie im Internet":
http://www.archaeologisch.de/sonderseiten/flut/aiprag.html

 
 

Zum Autor:
Dr. Lubos Jiran, Direktor des Archäologischen Instituts in Prag
E-mail: arupraha@arup.cas.cz
Web: http://www.arup.cas.cz
Geschäftsstelle:
Universitäts- und Landesbibliothek Münster
Krummer Timpen 3-5, 48143 Münster
E-mail: office@forum-bestandserhaltung.de