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Mikroverfilmung

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Mikroverfilmung und Digitalisierung von Büchern und Archivalien ist harte Arbeit. Selbst wenn die Mittel des Unterhaltsträgers oder entsprechende Fördermittel Dritter (Stiftungen, DFG) reichlich sprudeln, so ist mit der Zuweisung der erforderlichen Geldmittel zunächst einmal nur der Anfang gemacht.

Mit der Auswahl der Objekte, bei denen die Verfilmung überhaupt eine sinnvolle Alternative zur Restaurierung darstellt, fängt der Arbeitsprozess an. Kriterien sind der physische Zustand des Objektes und sein Gefährdungsgrad, die Benutzungsfrequenz, der Seltenheitsgrad, der ästhetische und finanzielle Wert des Objektes sowie seine kulturelle Bedeutung. Auch stellt sich hier sofort die Grundsatzfrage: Verfilmung, Restaurierung oder Entsäuerung? Oder alle drei Verfahren in sinnvoller Abstimmung? Oder sind konservatorische Maßnahmen ausreichend?

Auf die Auswahl folgt die Kollationierung und gegebenenfalls die Ergänzung unvollständiger Vorlagen. Auch müssen die Versicherungswerte und die konservatorischen Vorgaben festgelegt werden. Danach erfolgt die Auftragsvergabe an einen externen Dienstleister. Hier sollten schriftliche "Richtlinien für die Mikroverfilmung" selbstverständlich sein. Sie sind Bestandteil des Geschäftes, welches zwischen Bibliothek und externem Dienstleister abgeschlossen wird.

Nach Rückführung der Bestände werden die Mikroformen oder die Digitalisate in den entsprechenden Datenbanken oder Bibliothekskatalogen verzeichnet [EROMM].

 

 
Die British Library hat die Mikroverfilmung von Zeitungen eingestellt. Sie wird zukünftig Digitalisierungen von Zeitungen anbieten. Die Empfehlungen zur Mikroverfilmung sind jedoch noch im Netz verfügbar:
National Preservation Office:
Guide to Preservation Microfilming (2001)
http://www.bl.uk/blpac/pdf/microfilmguide.pdf

 
 

Klaus Etzenberger:
Technische Normen und Anweisungen für die mikrographische Sicherungsverfilmung
http://www.landeshauptarchiv-brandenburg.de/FilePool/Etzenberger_Sicherungsverfilmung.pdf

 
 

Barbara Keimer:
Mikroverfilmung von Büchern als bestandserhaltende Maßnahme. Berlin 1997 (Dbi-Materialien 154)

 
 

Frieder Kuhn:
Nicht zu vergessen: Mikrofilm! : ein Zwischenruf
[Erschienen: Kulturgut aus Archiven, Bibliotheken und Museen im Internet : neue Ansätze und Techniken (Werkhefte der Staatlichen Archivverwaltung Baden-Württemberg : Serie A Landesarchivdirektion ; 17), Stuttgart : Kohlhammer 2004; S. 203-206]
http://www.landesarchiv-bw.de/sixcms/media.php/120/43102/WerkheftA17_Schnitt.pdf

 
 

ISO 4087, Ausgabe 2005-04: "Micrographics - Microfilming of newspapers for archival purposes on 35 mm microfilm"
[Die Norm kann über den Beuth Verlag, 10772 Berlin, Tel: 030 2601-2260, Fax: 030 2601-1260, E-Mail: info@beuth.de, zum Preis von EUR 50,00 bezogen werden.]

 
 

Hans van Dormolen, Robert Gillesse (technical guidelines), Henriette Reerink (procedures):
Metamorfoze Preservation Imaging Guidelines (2007)
http://www.metamorfoze.nl/sites/metamorfoze/files/bestanden/richtlijnen/guidelinespijune07.pdf

 
 

Farbmikrofilme - Ein neues Konzept zur Bestandserhaltung
Bisher eignet sich die Mikroverfilmung nur für Texte, nicht aber für farbige Bilder oder solche mit Graustufen. Das Fraunhofer-Institut für Physikalische Messtechnik IPM in Freiburg hat ein Konzept für einen Laserfilmbelichter für Farbmikrofilme ausgearbeitet. Die Laserbelichter erreichen eine Bildqualität und -auflösung, die es ermöglicht, Gemälde in ihrer ursprünglichen Farbbrillianz und Konturschärfe abzubelichten. Der größte Vorteil der neuen Methode liegt jedoch darin, dass Digitalisierung und Mikroverfilmung aufeinander aufbauen und man mit nur geringem Mehraufwand beides hat, das Digitalisat zur Entlastung der Originale und den Farbmikrofilm zur Langzeiterhaltung. Für die Realisierung der neuen Technik fehlen zur Zeit leider noch die Geldmittel.
http://www.ipm.fraunhofer.de/de/Idee_Kompetenzen/Optik/laser-belichtungstechnik.html

 
 

Im Rahmen des ARCHE-Projektes entwickelte das Fraunhofer Institut für Physikalische Messtechnik in Zusammenarbeit mit der Firma MicroArchive Systems, dem Landesarchiv Baden-Württemberg, der Universitätsbibliothek Stuttgart und anderen Partnern einen Laserbelichter, der es ermöglicht, digitale Bilddaten mit sehr hoher Genauigkeit und Farbtreue auf alterungsbeständigem Farbmikrofilm zu speichern.
Zum erfolgreichen Abschluß des Projektes fand unter dem Titel "Eine ARCHE zur Rettung digitalen Kulturguts" am 27. Juni 2006 ein Abschluß-Kolloquium statt. Die einzelnen Vorträge dieser Veranstaltung hat die Universität Stuttgart online zur Verfügung gestellt:
http://elib.uni-stuttgart.de/opus/frontdoor.php?source_opus=2731

Im einzelnen handelt es sich um folgende Vorträge:
Gerald Maier, Landesarchiv Baden-Württemberg:
Strategische Ziele des ARCHE-Projekts für Archive, Bibliotheken und Museen

Wolfgang Riedel, Fraunhofer Institut für Physikalische Messtechnik:
ArchiveLaser® - Langzeitarchivierung auf Farbmikrofilm

Wolfgang J. Riedel, Andreas Hofmann, Fraunhofer IPM Freiburg:
ArchiveLaser® - Langzeitarchivierung auf Farbmikrofilm
[Erschienen in: Auskunft Vol. 27 (2007), Heft 1]

Klaus Wendel, Universitätsbibliothek Stuttgart:
Das ARCHE-Verfahren zur Kombination von Bildformaten mit Metadaten auf Mikrofilm

David Gubler, MicroArchive Systems:
Möglichkeiten der Nutzung des ArchiveLaser®

 
 

Ein grundsätzlicher Beitrag zum Sinn und Zweck des Mikrofilms im Archiv (analog anwendbar für Bibliotheken) und zur Rolle des Mikrofilms für die Überlieferung (leicht überarbeitet, Vortragsform wurde beibehalten):
Hartmut Weber:
Der Mikrofilm im Archiv - Bestandsaufnahme und Zukunft (1998)

 
 

Eine Übersicht über den Verfilmungsbedarf deutscher Zeitungen bietet der Bericht für den Unterausschuss Bestandserhaltung des Bibliotheksausschusses der Deutschen Forschungsgemeinschaft.
Claudia Bartels (Bearb.):
Versuch einer Ermittlung des Verfilmungsbedarfs deutscher Zeitungen nach gegenwärtigem Stand (2000)
http://epflicht.uni-muenster.de/download/pdf/22371?originalFilename=true

 
 

Hartmut Weber:
Verfilmen oder Instandsetzen? Schutz- und Ersatzverfilmung im Dienste der Bestandserhaltung
http://www.landesarchiv-bw.de/sixcms/media.php/120/47194/weber_1992_weber2.pdf

 
 

Bodo Uhl:
Die Verfilmung als Mittel der Bestandserhaltung (1997)
http://www.landesarchiv-bw.de/sixcms/media.php/120/46714/Weber_Herausf_Uhl.pdf

 
 

Verwendung von Schutzmedien in Archiven
Empfehlungen der Archivreferentenkonferenz des Bundes und der Länder, ausgearbeitet vom Restaurierungsausschuß im Jahr 2000
http://www.landesarchiv-bw.de/web/47544

 
 


 
 

Erfahrungsberichte aus der Praxis

Breslau: Universitätsbibliothek
Stephan Wannewitz:
Sicherungsverfilmung ausgewählter deutschsprachiger Altbestände an der Universitätsbibliothek Breslau
http://www.personalschriften.de/datenbanken/sibres/sicherungsverfilmung-ausgewaehlter-deutschsprachiger-altbestaende.html

 
 

Canberra: National Library of Australia
Policy on Preservation Copying of Collection Materials (2007)
http://www.nla.gov.au/policy/micro.html

 
 

Darmstadt: Hessische Landes- und Hochschulbibliothek
Ein guter Arbeitsbericht über die Verfilmung einer größeren Anzahl technischer Zeitschriften (Förderprojekt der DFG) wurde vor einiger Zeit von Wolfgang Vogt vorgelegt. Der Autor beschreibt sachlich und ohne Beschönigung den Verlauf des Projektes, Auswahl, Antragstellung, Verzeichnung, Lagerung der Mikroformen und die Kosten der Maßnahme.
Ein guter Arbeitsbericht über die Verfilmung einer größeren Anzahl technischer Zeitschriften (Förderprojekt der DFG) wurde vor einiger Zeit von Wolfgang Vogt vorgelegt. Der Autor beschreibt sachlich und ohne Beschönigung den Verlauf des Projektes, Auswahl, Antragstellung, Verzeichnung, Lagerung der Mikroformen und die Kosten der Maßnahme.
Wolfgang Vogt:
Verfilmung von gefährdeten Architektur- und Technikzeitschriften
[Erschienen in: Bibliotheksdienst Heft 10, 1998]
http://deposit.ddb.de/ep/netpub/89/96/96/967969689/_data_stat/www.dbi-berlin.de/dbi_pub/bd_art/98_10_04.htm

 
 

München: Bayerische Staatsbibliothek
Helga Unger:
Verfilmung musikwissenschaftlicher Zeitschriften der Bayerischen Staatsbibliothek
[Erschienen in: Bibliotheksdienst Heft 10, 1997]
http://deposit.ddb.de/ep/netpub/89/96/96/967969689/_data_stat/www.dbi-berlin.de/dbi_pub/bd_art/97_10_03.htm

 
 

New Haven (Connecticut)
Einen kurzen Überblick über ein Verfilmungsprojekt gefährdeter Bestände einer amerikanischen Bibliothek gibt David Walls. Auslöser der Maßnahme war die massive Gefährdung des Bestandes durch säurehaltiges Papier. Mit Hilfe eingeworbener Gelder können die Bestände bereits seit zwölf Jahren durch Mikroverfilmung und Massenentsäuerung nachhaltig geschützt werden. Der finanzielle Vergleich beider Verfahren steht in dem Beitrag im Vordergrund.
David Walls:
Relative Costs for Three Preservation Modes (2000)
http://cool.conservation-us.org/byorg/abbey/an/an24/an24-4/an24-408.html

 
 


 
 

Vergleichsstudien

Mitte der 90er Jahre wurde an den Universitäten Cornell und Yale eine Vergleichsstudie erstellt zum Thema, ob Mikrofilme digitalisiert werden sollen oder Digitalisate zur Langzeitsicherung auf COM-Filme ausgegeben werden sollen. Dabei ging es nicht ausschließlich um Kosten- sondern auch um Qualitätsfragen.

 
 

Digital to Microfilm Conversion: A Demonstration Project. 1994 - 1996.
Final Report to the National Endowment for the Humanities.
http://www.library.cornell.edu/preservation/com/comfin.html

 
 

Digital Imaging and Preservation Microfilm: The Future of the Hybrid Approach for the Preservation of Brittle Books
http://www.clir.org/pubs/archives/hybrid.pdf

 
 

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