Forum Bestandserhaltung
Home
Das Forum Grundlagen Konservierung und Restaurierung Konversion Notfall Dienstleister

Konservierung und Restaurierung

Grundlagen
Schrift und Bild
Papierrestaurierung
Partielle Behandlung
Feuchtbehandlung
Stabilisierung
Spezialpapiere
Sonderprobleme
Dienstleister
Massenneutralisierung
Pergamentrestaurierung
Einbandrestaurierung
Sondermaterialien
Restaurierung konkret
Der Einfluß von Gummi Arabicum auf die Färbung von Eisengallustinte und die Festigkeit von Papier
Teil II: Beobachtungen und Elementaranalyse an Originalen
Abstract eines Beitrages von Céline Rémazeilles, Véromoque Rouchon-Quillet, Jacky Bernard, Thomas Calligaro, Jean Claude Dran, Laurent Pichon, Joseph Salomom & Myriam Eveno

Diesen Beitrag: drucken  
 

Gummi Arabicum wurde in der westlichen Welt bei der Zubereitung von Eisengallustinte häufig als Bindemittel eingesetzt. Anhand einer Elementaranalyse von 17 originalen Proben wurde sein Einfluß auf das Phänomen des Tintenfraßes untersucht. Die meisten stammten aus der gleichen Quelle, was bedeutet, daß sie in der Vergangenheit unter gleichen klimatischen Bedingungen gelagert waren. Die Untersuchung mit dem Elektronenmikroskop (SEM-Technik) zeigte auf den guterhaltenen Proben eine starke Schicht des Bindemittels, während im Tintenbereich der geschädigten fast nichts dergleichen gefunden werden konnte. Die Elementaranalyse zeigte in allen Proben nennenswerte Mengen von Calcium und Kalium auf. Sie wurden dem bei der Tintenherstellung eingesetzten Bindemittel zugewiesen. Ein Vergleich der Proben mit gleichhohem Gehalt an Eisen zeigte, daß die besterhaltenen auch den höchsten Gehalt an Gummi Arabicum aufwiesen. Das Bindemittel dürfte den Abbauprozess des Papiers dadurch verhindert, daß es die den Abbau verursachenden Komponenten physikalisch zurückhält. Gegen diese Schutzfunktion wirkt das Eisen der Tinte, welches den Abbau auch des Bindemittels bewirkt. Wenn dieser vollzogen ist, können die abbaufördernden Tintenkomponenten in das Papier eindringen.

In the occidental world, Gum Arabic has been extensively used as a binder in iron gall ink preparation. Its impact on iron gall ink corrosion was investigated based on elemental analysis of seventeen originals. Most of these originals have the same origin, what means that they were stored under the same climatic conditions. SEM imaging showed that the gum forms a thick covering layer on well preserved samples. On corroded samples almost no matter could be observed ín the inked areas. Elemental analysis showed significant amounts of Calcium and Potassium in all samples. These two elements were attributed to the gum used in the preparation of the ink. Looking at samples containing the same amount of iron, it was observed that the best preserved ones contained the highest quantity of gum. The presence of Gum Arabic in the ink delays also the degradation process of the paper. The gum may physically protect the paper because the corrosive components of the ink are embedded in this medium. This protective effect is limited because the gum interacts chemically with the iron. When it is destroyed, the corrosive components of the ink are free to migrate into the paper.

 

 
Zum Artikel:
Volltext in Restaurator 26,2 (2005) S. 118-133

Geschäftsstelle:
Universitäts- und Landesbibliothek Münster
Krummer Timpen 3-5, 48143 Münster
E-mail: office@forum-bestandserhaltung.de