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Frankfurter Forderungen zur Verwendung alterungsbeständiger Papiere für die Buchherstellung

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1. Dem Buch als Träger der kulturellen Überlieferung wird eine hohe Bedeutung zugemessen. Deshalb begrüßen und unterstützen die Teilnehmer des Symposions mit Nachdruck die dauerhafte Sicherung des gedruckten Wortes.
 
2. Die Teilnehmer waren der Auffassung, dass die höchstmögliche Alterungsbeständigkeit von Büchern angestrebt werden muss. Mit den heutigen technischen Möglichkeiten sind entsprechende Papiere herstellbar und verfügbar. Alterungsbeständigkeit von Büchern ist jedoch nur wirklich zu realisieren, wenn das Buch in einem Gesamtsystem betrachtet wird, von der Herstellung des Papiers über die Herstellung des Buches bis hin zur Aufbewahrung.
 
3. Nach heutigem Stand des Wissens sind die saure Fertigung von Papieren und die Anteile von Holzschliff maßgebend für den Rückgang der mechanischen Festigkeit verantwortlich, den Papier beim Altern erleidet. Die Teilnehmer forderten deshalb eine Benennung der für den Buchdruck verwendeten Papiere. Diese soll für Druckerei, Verlag und Buchkäufer verdeutlichen, ob diese beiden maßgebenden Kriterien für ein Papier zutreffen oder nicht. Die geforderte Benennung soll dies sowohl für Naturpapiere als auch für Streichrohpapier (d.i. die Basis in gestrichenen Papieren) zum Ausdruck bringen.
 
4. Zur Spezifikation, ob ein Papier alterungsbeständig ist, muss für Natur- und für Streichrohpapiere folgendes angegeben und vom Hersteller bzw. Händler garantiert werden:
ausschließlich gebleichte Zellstoffe ohne verholzte Faser
ein pH-Wert von 7,5 bis 9 (7 bezeichnet dabei den neutralen Zustand)
ein Calciumcarbonat-Puffer von mind. 3% als zusätzlichen Schutz gegen schädigende Umwelteinflüsse.

5. Die Verwendung einer solchen Papierqualität soll künftig in Büchern gekennzeichnet sein. Im Falle einer solchen Kennzeichnung verpflichtet sich die Deutsche Bibliothek, diese in ihren bibliographischen Diensten anzugeben und damit Buchhändlern, Bibliotheken und Buchkäufern einen eindeutigen Qualitätshinweis zu geben. Die Teilnehmer waren sich einig, dass in diesem Sinne auf die künftigen EG-Richtlinien Einfluss genommen werden soll.
 
6. Die Teilnehmer begrüßten die einhellige Unterstützung des Aufrufs der Gesellschaft für das Buch und der Deutschen Bibliothek an die Verleger durch den Verleger-Ausschuss des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.
 
7. Die Teilnehmer waren sich einig, dass im Bereich der Alterungsbeständigkeit von Papieren und der Spezifikation für alterungsbeständige Papiere noch ein Forschungsbedarf besteht. So ist z.B. bei gestrichenen Papieren nicht erforscht, welchen Einfluss auf die Alterungsbeständigkeit die für den Strich (d.i. die Beschichtung an der Oberfläche) verwendeten Bindemittel haben. Sie appellieren an die zuständigen staatlichen Stellen und auch an die Forschungseinrichtungen der Industrie, entsprechende Forschungen zu initiieren, zu unterstützen und durchzuführen.
 
8. Die Teilnehmer begrüßten die Gelegenheit, im Rahmen des von der Gesellschaft für das Buch und der Deutschen Bibliothek veranstalteten Symposions die anstehenden Probleme erörtern zu können. Sie hielten weitere Konsultationen in diesem Expertenkreis für erwünscht.
 

 

Zum Artikel:
Ergebnisse eines Symposions der Deutschen Bibliothek und der Gesellschaft für das Buch am 14. Februar 1990

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