Tipps und Trick

So ein Studienstart führt natürlich bei jedem Einzelnen von euch zu unterschiedlichen Erwartungen, Freuden, aber auch Fragen und Sorgen. Schnell werdet ihr merken, dass sich euer Studium deutlich von der Schule unterscheidet. Schließlich seid ihr nun größtenteils selbstverantwortlich. Ihr müsst euch darum kümmern, euch für anmeldepflichtige Kurse einzutragen, den Stoff aus der Vorlesung nachzuarbeiten und pünktlich, sowie vorbereitet in Kursen zu erscheinen. Man mag gar nicht glauben, wie schwer einem das am Anfang fallen kann. Das bedeutet keinesfalls, dass man vielleicht doch nicht fürs Studium geeignet ist, sondern nur, dass man noch lernen muss, sich den neuen Herausforderungen zu stellen.

Außerdem hat jeder selbstverständlich seine ganz persönlichen Anliegen, die vielleicht noch nicht einmal direkt mit dem Studium zu tun haben, sich aber doch darauf auswirken.

Denkt dran: Egal, welches Problem ihr habt, sucht das Gespräch (mit Fachstudienberatern, Kommilitonen, Fachschaftlern, etc.) und haltet nach Lösungen Ausschau. Hier geben wir euch ein paar kleine Tipps, die euch vielleicht schon etwas weiterhelfen, wenn ihr euch mit einem bestimmten Problem konfrontiert seht.

Ich verstehe in der Vorlesung einfach gar nichts, die anderen kommen viel besser mit...

Es gibt ein interessantes Phänomen: Du sitzt im Hörsaal, lauschst angestrengt dem Dozenten, aber nichts von dem, was er da erzählt wird dir richtig klar. Also schaust du vorsichtig mal zur Seite, versuchst aber möglichst den Anschein zu wahren, dass du konzentriert zuhörst. Dabei stellst du also fest, dass die anderen um dich herum sehr aufmerksam sind. Manche machen Notizen, andere nicken mit dem Kopf. Die kommen offensichtlich alle viel besser mit als du selbst. So ein Mist. Du musst einfach nur zu dumm sein dafür. Wie sonst soll sich das erklären.
Dann passiert folgendes: Der Dozent erkundigt sich, ob jemand das noch nicht verstanden habe. Du zögerst kurz, dann aber traust du dich, hebst den Finger und bittest, er möge das noch einmal erläutern. Schon fragt der Dozent, ob noch mehr Leute in diesem Punkt Probleme haben. Langsam, aber stetig heben sich daraufhin im Hörsaal immer mehr Hände, bis dir schließlich klar wird, dass es allen anderen genauso geht wie dir. Alles klar?

Aber noch was: Wenn ihr zum wiederholten Male feststellen solltet, dass ihr mit dem Stil des Dozenten nichts anfangen könnt, den Stoff aber mit eurem Lehrbuch super versteht, dann habt auch keine Angst davor, die Vorlesung nicht mehr zu besuchen. Gerade die Grundlagen kann man sich auch gut mit Freunden aus dem Lehrbuch erarbeiten. Wir empfehlen aber grundsätzlich zunächst einmal die Vorlesungen regelmäßig zu besuchen, damit ihr eine Möglichkeit habt, dies überhaupt zu entscheiden.

Ich verstehe den Stoff, den ich nacharbeiten soll, ja kaum

Ganz entspannt bleiben. Sprich mal mit deinen Kommilitonen, wie es ihnen so ergeht. Du wirst sowohl solche finden, denen es auch so ergeht, als auch solche, die genau das, was du nicht raffst, schon längst verstanden haben. Der beste Rat hier ist: Helft einander. Ihr sitzt alle in einem Boot. Wer den Stoff gut verstanden hat, kann sich selbst dadurch prüfen, dass man ihn seinen Kommiliton/innen erklärt. Anschließend geht ihr ein Bier zusammen trinken und schon geht's voran.
Nehmt euch aber auch die Zeit und schafft euch zu Hause eine gute Lernatmosphäre. Gemütlich sitzend mit Tee und Ruhe. Und dann lest euer Buch und stürzt euch auf eine der vielen Fragestellungen des Themas. Wenn ihr den Einstieg erst einmal habt, kommt der Rest meist von allein. Es gibt einfach auch Fragestellungen, über die man erst einmal gründlich nachdenken muss. Dann aber besprecht das Gelernte in den Repetitorien, Übungsgruppen und privat mit euren Kommilitonen.
Das wichtigste ist: Nicht verzagen. Andere vor euch haben es auch geschafft. Sprecht aber auch offen über eure Lernschwierigkeiten und fragt z.B. euren Tutor, euren O-Gruppen-Leiter oder auch in der FS nach Lerntipps. Die Universität selbst bietet zudem viel Programm zum Thema "Lernen lernen" an. Seid euch nicht zu schade dafür.

Meine Kurse überschneiden sich

Gerade im Bereich Lehramt kommt das nun einmal immer wieder vor. Hier ist guter Rat teuer. Bei Vorlesungen, deren Termine sich überschneiden, bleibt euch wohl nichts anderes übrig, als nur eine von beiden zu besuchen. Macht euch aber keine Sorgen darum, denn wie oben schon erläutert, kann man sich den Stoff der Grundlagenmodule auch sehr gut mit Hilfe von Büchern erarbeiten. Zudem gibt es Skripte und ihr könnt eure Kommilitonen um eine Kopie ihrer Mitschriften bitten. Wie gesagt: Helft euch gegenseitig.

In Kursen und Übungen spielt euch das flexible Anwahlsystem in der Biologie in die Karten. Schaut welche Kurse im anderen Fach ihr nicht verlegen könnt und wählt eure Kurse in Bio so, dass es nicht zu Überschneidungen kommt. Ach und übrigens:
Freitags nachmittags Uni ist kein Drama, sondern normaler Bestandteil eures Studiums. Gewöhnt euch dran.
Sollte es trotzdem Probleme geben mit der Anwahl der Kurse, wendet euch persönlich an Herrn Klapper.
Bei Problemen mit Überschneidungen, die das Tutorium betreffen, meldet euch rechzeitig beim Prüfungsamt und bittet um Verlegung in ein anderes Tutorium. Im Zweigelsfall schreibt noch vor dem ersten Termin eurem Tutoriums-Prof eine E-Mail, weist ihn auf die Überschneidung hin und dass ihr euch ans Prüfungsamt gewendet habt.

Irgendwie habe ich mir das Bio-Studium ja doch anders vorgestellt. Ich weiß nicht, ob es das richtige für mich ist

Sollte euch dieser Gedanke kommen und zwar auch zum zweiten und dritten Mal, dann ignoriert ihn auf keinen Fall. Natürlich ist das Studium in den ersten Semestern zunächst ganz anders, als in den höheren Semestern und die wirklich spannenden Dinge erwarten euch vielleicht erst nach dem Grundlagen-Studium. Dennoch: Ist schon die theoretische Auseinandersetzung mit dem Stoff nichts für euch, dann behaltet eure Sorgen nicht für euch. Es ist überhaupt keine Schande, sein Studienfach nochmal zu wechseln. Besser ihr erkennt schnell, wenn ihr euch im Studienfach verwählt habt, als wenn ihr erst 5 Semester drauf rumkaut, um dann zu merken, dass ihr tot unglücklich damit geworden seid.
Ihr könnt euch an eure Tutoriums-Profs wenden, wie auch an Studienfachberater und Studentische Ansprechpartner. Die Entscheidung müsst ihr am Ende natürlich selbst treffen, aber es kann euch helfen, euer Anliegen gemeinsam mit anderen zu reflektieren. So könnt ihr am besten herausfinden, ob eure Vorstellung vom Studium vielleicht wirklich nicht dem entspricht, was ihr zunächst einmal gewählt habt.

Lehrbücher sind teuer und zahlreich - welches ist das richtige für mich?

Auf keinen Fall solltet ihr losgehen und einfach ein Lehrbuch kaufen. Auch dann nicht, wenn der Prof in der Vorlesung dieses Buch als Fachliteratur angibt. Es gibt für jeden Bereich zahlreiche Lehrbücher und die Entscheidung, welches das richtige für den jeweiligen Studierenden ist, hängt komplett von diesem selbst ab. Manche lernen besser mit vielen bunten Illustrationen, andere sind sehr textorientiert. Manche Leute mögen es einfach nicht, wenn das Buch zu schwer ist, um bequem auf dem Schoss zu liegen und wieder andere lesen sowieso am liebsten am Computer.

Bücher gibt es zu Hauf in den Bibliotheken. Die ULB hat zahlreiche Exemplare der meisten Bio-Bücher. Außerdem gibt es ja auch noch die Zweigbibliothek Medizin und die ZB Chemie (hier allerdings nicht zur Ausleihe). Auch hier findet ihr so einige Lehrbücher, die ihr im Bio-Studium gebrauchen könnt. Schaut im OPAC nach, ob und wo ihr das gewünschte Buch in den Bibliotheken finden könnt.
Wenn ihr gern ein Buch kaufen möchtet, aber noch nicht wisst welches, dann nehmt euch die Zeit im Laden in Ruhe im Buch zu lesen. Am besten lest ihr jeweils Auszüge aus einem Kapitel, dessen Inhalt ihr schon kennt und aus einem Kapitel, dessen Inhalt neu für euch ist. Auf diese Weise findet ihr am besten heraus, welches Buch für euch geeignet erscheint.
Bücher kaufen geht natürlich auch aus zweiter Hand. Schaut auf die zahlreichen Aushänge an Hörsälen, Schwarzen Brettern usw. Viele Studis aus höheren Semstern verkaufen ihre Bücher gern zu fairen Preisen an euch.

Noch etwas wichtiges: Es gibt viele Bücher online! Als Studierende der WWU habt ihr aus dem WWU-Netz (z.b. per W-LAN direkt aus der Uni oder per VPN von zu Hause aus) Zugriff auf eine ganze Reihe von E-Books, die ihr Kapitelweise herunterladen könnt. Das bietet sich insbesondere dann an, wenn es tatsächlich nur ein bestimmtes Kapitel aus dem Buch ist, das euch interessiert.

Nicht zurückschrecken vor englischen Lehrbüchern! Die englischen Bücher sind häufig günstiger und aktueller. Man gewöhnt sich sehr schnell an das Lehrbuch-Englisch und spätestens ab dem 5. Semester werdet ihr ohnehin englische Primärliteratur lesen. Also nur Mut. Früh übt sich. Im Elsevier-Verlag (Spektrum) gibt es eine Reihe mit dem Titel Easy Reading. Englische Lehrbücher (und zwar echt gute!) mit deutschen Übersetzungshilfen. Zudem ist diese Reihe erstaunlich günstig. Es lohnt sich.

Zu guter Letzt: Die Fachschaft hat ebenfalls zahlreiche Lehrbücher im Fachschaftsraum. Natürlich seid ihr jederzeit herzlich eingeladen, es euch während des Präsenzdienstes auf dem Sofa gemütlich zu machen und in den Büchern zu stöbern. Die Bücher stehen allerdings nicht zur Ausleihe zur Verfügung. Dafür könnt ihr in Ruhe nen Tee dazu trinken, wenn ihr mögt.



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