BSc. Biowissenschaften


Bachelor of Science (B.Sc.) Biowissenschaften ist der grundlegende wissenschaftliche Studiengang am Fachbereich Biologie. Alle drei in Münster angebotenen Master of Science Studiengänge können aufbauend auf dem BSc. Biowissenschaften studiert werden. Und natürlich ist es auch jederzeit möglich sich auf biowissenschaftliche Master-Studiengänge an anderen Standorten zu bewerben.

Zunächst vielleicht mal eine grundlegende Erläuterung:

Was bedeutet Biowissenschaften und wie unterscheidet sich der Studiengang von "normalen" Biologie-Studiengängen?

Die Biologie ist das interdisziplinäre Fach im Bereich der Naturwissenschaften. Um den vielen vielen Fragen des Lebens auf den Grund zu gehen, ist es absolut notwendig sich mit den Grundlagen aller naturwissenschaftlichen Bereiche auseinander zu setzen. Aus unserer Sicht würden wir wohl folgendes sagen: Physik, Chemie, Mathe, Informatik... stellen die intersessanten Methoden und Möglichkeiten zur Verfügung. Die Biologie aber stellt die wirklich spannenden Fragen. Um zu untermauern, dass die moderne Biologie nicht eine alte, öde Sache ist, in der man im Wald steht und mit den Blumen spricht, sondern sich eingängigen gesamt-naturwissenschaftlichen Fragestellungen widmet, wurde der Name Biowissenschaften gewählt. Das sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass man schlicht und ergreifend Biologie studiert. Dennoch wird in Münster auf Interdisziplinarität viel Wert gelegt. Von Beginn an im Studium, welches wir euch im folgenden vorstellen:

Wie ist das Studium aufgebaut?

Eine Übersicht über den Ablauf der Module im Studiengang Biowissenschaften findet ihr auf den Seiten des Fachbereiches Biologie. Uns soll es hier darum gehen, euch das Studium von Studi zu Studi/Schüler ein wenig näher zu beschreiben:

Die ersten zwei Semester dienen logischerweise einem breit angelegten Grundlagen-Studium. Ihr solltet euch nicht wundern, dass das erste Jahr nur zu einem Drittel aus Biologie zu bestehen scheint. Das ist keinesfalls so, weil man eben am Anfang die blöden Nebenfächer abarbeiten muss. Nein, Chemie, Physik, Mathe und Informatik sind wirklich wichtig für euer Studium. Dennoch stößt man häufig auf das folgende Phänomen:

Chemie konnte ich auch in der Schule schon nie... das brauch ich gar nicht erst versuchen...

Mit der Einstellung bleibst du am besten gleich zu Haus. Auch wenn die Studienreform eine stark verschulte Studienorganisation hervorgebracht hat: Uni ist nicht gleich Schule. Ihr studiert das, was ihr euch aussucht. Dazu gehört auch, sich darauf einzulassen die vielen Fassetten eures Faches richtig kennen zu lernen. In der Schule ist das nämlich kaum möglich. 

Egal welches Nebenfach euch quält, geht mit Interesse an die Sache heran. Ihr werdet herausfinden, dass es immer etwas gibt, was euch fasziniert. Auch wenn es viel Arbeit und Mühe ist. In den höheren Semestern werdet ihr merken, was es euch gebracht hat, dass ihr euch z.B. in Chemie auf den Hosenboden gesetzt habt.

Einen Überblick für das erste Semester bietet euch dieser Beispielstundenplan mit Übungsgruppenterminen.

Kann ich mir aussuchen, welche Inhalte ich verstärkt studieren möchte?

Auch wenn man schon weiß, was einen ganz besonders interessiert: Einige Grundlagen sollte einfach jeder Biologie beherrschen, egal ob er sich eher für Ökologie oder Molekulargenetik interessiert. Außerdem ist es verdammt sinnvoll, über seinen Tellerrand zu blicken. Denn ihr werdet erstaunt sein, wie sehr sich die biologischen Teildisziplinen überschneiden. Ein gutes Verständnis für die Biologie werdet ihr nur erreichen, wenn ihr versucht die Zusammenhänge zu erkennen. Das Gen, dass ihr in dem Bakterium Exemplarius genticus untersucht, hat vielleicht eine unglaublich große Übereinstimmung mit einer Gensequenz in einer bestimmten Pflanzenfamilie? Ob es da einen mega spannenden Zusammenhang gibt, könnt ihr natürlich nur erkennen, wenn ihr euch sowohl in Mikrobiologie als auch in Botanik, Genetik und Evolutionsbiologie grundlegend auskennt. Daher geht das vertiefte Grundlagenstudium auch im 3. und 4. Semester weiter. Hier allerdings mit viel stärkerem Schwerpunkt im Bereich biologischer Fragestellungen als in den ersten beiden Semestern.

Hinzu kommt eine weitere Besonderheit des Studiums in Münster. Im Rahmen des Schlüsselkompetenzmoduls werdet ihr über die fachliche Materie hinaus Wissenswertes und Interessantes über Biowissenschaften im gesellschaftlichen Kontext lernen. Wer will schon nach dem Studium mit Zellen und Molekülen rumhantieren können, ohne aber Ahnung davon zu haben, was für eine Gesamtbedeutung das eigene Handeln eigentlich hat. Sich mit den gesellschaftlichen Implikationen wissenschaftlicher Forschung zu beschäftigen, ist sowohl für euch persönlich gut als auch dafür sinnvoll, um Wissenschaft auch mit Verantwortungsbewusstsein zu assoziieren. Wichtiger Bestandteil dieses Moduls ist die Praxisphase, in der ihr z.B. Lerngruppen für Lehramtsstudierende betreuen oder auch in Bestimmungsübungen / in Laborpraktika bei der Studierendenbetreuung mitarbeiten werdet.

Wir finden auch, dass es wichtig ist, eigene Schwerpunkte setzen zu können. Denn guter Lernerfolg hängt davon ab, dass man sich intrinsisch für ein Thema begeistern kann. Im Studienverlauf Biowissenschaften gibt es ab dem 5. Semester die Möglichkeit, sich die Module frei auszuwählen. Bis dahin muss man vielfach einfach das lernen, was eben auf dem Stundenplan steht, auch wenn man sich schon viel lieber tief in die Materie einer bestimmten Richtung stürzen würde. Für mehr Wahlmöglichkeiten auch schon früher im Studium setzen wir uns nach besten Kräften ein.

Im 6. Semester geht es dann mit riesen Schritten auf eure Bachelor-Arbeit zu. Ihr verbringt das ganze Semester über in der Arbeitsgruppe, in der ihr die Bachelor-Arbeit schreibt. Hier liegt eine enorme Stärke der Biologie in Münster. Ihr habt genug Zeit, um nicht irgendetwas zusammenzuwurschteln, sondern ihr könnt eine experimentelle Arbeit im Bereich der aktuellen Forschung schreiben. Dennoch besteht für Interessierte auch die Möglichkeit einer eher theoretischen Arbeit, z.B. in der Biodidaktik. Für diejenigen aber, die später einmal forschen möchten, ist die Möglichkeit einer experimentellen Bachelor-Arbeit wirklich Gold wert.

Wie sind meine Jobchancen? Wo werde ich später arbeiten?

Die Frage wird sehr häufig gestellt, ist auch durchaus berechtigt, aber eben nicht leicht zu beantworten. Bei einem derart fassettenreichen Fach wie Biologie, kann man eben kaum voraussagen, wo der Einzelne später einmal arbeiten wird. Jobmöglichkeiten gibt es in der Wirtschaft, der Industrie, der Medizin und und und... Wo ihr landet, hängt von euren Interessen ab und davon, wie gut ihr in dem seid, was ihr tut (logischerweise werdet ihr vermutlich in dem besonders gut sein, was euch interessiert. In der Regel besser, als in dem, was ihr nicht so cool findet, aber wovon ihr denkt, dass es eben besser für die Karriere ist. Ihr müsst herausfinden was ihr wollt). Fragt euch immer wieder, ob das, was ihr tut auch das ist, was ihr tun möchtet. 

Die Jobchancen hängen natürlich auch von nicht vorhersagbaren Faktoren ab, wie der wirtschaftlichen Lage zum Zeitpunkt eures Abschlusses und natürlich auch vom dem gewissen Quäntchen Glück. Forschung bedeutet eben auch viel Frustrationstoleranz. Dennoch könnt ihr natürlich schon im Studium viel dafür tun, dass ihr später zu den gefragten Kandidaten gehört. In Münster seid ihr da bestimmt nicht gerade schlecht aufgehoben!

Macht euch klar: Euer Arbeitsmarkt ist nicht Münster, nicht NRW, nicht einmal Deutschland. Sondern eher Europa und darüber hinaus. Flexibilität ist gefragt!

Bedenkt: Es gibt noch keine besonderen Erfahrungen mit dem Berufseinstieg nach dem Bachelor. Geht erst einmal davon aus, dass ihr noch mindestens den Master draufsetzt.

Ich will auf jeden Fall nach dem Bachelor Biomedizin studieren und im Bereich der Tumorbiologie beim Krankheitsbild XYZ forschen!

Dazu eine Frage: Bist du überambitioniert karrieregeil oder ist das wirklich das, was dich einfach megamäßig fasziniert und dein reges Interesse weckt? Im Zweiten Fall: Okay, viel Erfolg bei dem Versuch, dir deinen Traum zu erfüllen, die Möglichkeiten hast du. In beiden Fällen aber: Ruhig Blut! Du hast vielleicht noch nicht einmal angefangen, dein Fach zu studieren.  Warte doch erst einmal ab, was das Studium dir alles bieten wird. Du wärest nicht die erste Person, die Pflanzen in der Schule total langweilig fand und am Ende in der botanischen Grundlagenforschung landet und voll darin aufgeht. Sei neugierig und offen für das, was dich erwartet! 

Und denk dran: Nur weil auf deinem Studiengang vielleicht nicht "Master of Applied Ecological International Overkill Superboy Advanced Research" steht, heißt das noch lange nicht, dass du deinen Interessen nicht nachgehen kannst und darin sehr erfolgreich sein kannst. Keine Panik!

Die Stärken des Biowissenschaften Studiums in Münster - kurz zusammengefasst:

  • Guter Studienstandort: Nahezu alle Disziplinen der Biologie können in Münster studiert werden. Insbesondere da es zahlreiche Kooperationsmöglichkeiten gibt mit Medizin, Chemie, Physik. 
  • Breites Grundlagenstudium: Der starke Fokus auf Interdisziplinarität der Biologie ermöglicht das erlernen eines sehr umfassenden Verständnisses für die Biologie
  • Viel Praxisbezug: Ab dem ersten Semester seid ihr regelmäßig im Labor und lernt nicht nur trockene Theorie
  • Experimentelle Bachelor-Arbeit: Ihr bekommt Zeit und die notwendige Betreuung für eine umfangreiche Bachelor-Arbeit. Das ist viel Wert
  • Großer Stellenwert auf überfachlichen Kompetenzen: Damit ihr keine Fachidioten werdet...
  • Gutes Verhältnis zwischen Studierendenschaft und Dozenten: Klar gibt es auch mal Reibereien, aber die Meinung der Studierenden ist an unserem Fachbereich sehr gefragt und wir haben eine gutes Verhältnis zum Fachbereich. Das ist toll!
  • Super nette Bio-Fachschaft ;-)

Ansprechpartner für den Studiengang Bachelor of science:

Solltest du weitere Fragen haben und möchtest gern persönlich mit jemandem ins Gespräch kommen, dann schreib einfach eine E-Mail an Philipp Harpeling, Verena Fuhrmann oder  Dennis Gadalla.


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