|
|
||
| LINKWEG ::: Inhalt / Wirtschaftliche Grundstrukturen / Abweichungen von Malthus. Kreislauf / | ||
2.4. Malthus |
Wirtschaft
Wirtschaftliche Grundstrukturen und Entwicklungen
2. Bevölkerungsentwicklung und langfristige
Konjunkturphasen
2.5. ABWEICHUNGEN VOM MALTHUSIANISCHEN KREISLAUF ODER: NOT MACHT ERFINDERISCH
von Ulrich Pfister und Barbara Stollberg-Rilinger
2.5.1. Die These von Boserup
2.5.2. Diskussion
| 2.5.1. Die These von Boserup | |
Viele technische Innovationen sind zumindest zunächst arbeitsintensiv und verlangen deshalb eine hohe Bevölkerungsdichte (z.B. Agrarmodernisierung mit dem Übergang zu bracheloser Landnutzung und ganzjähriger Stallfütterung). Eine hohe Bevölkerungsdichte fördert zudem wegen niedriger Transportkosten die Arbeitsteilung. Folglich muss ein Bevölkerungswachstum nicht unabänderlich in die Verarmung führen, sondern erleichtert vielmehr die Adaptation technischer und organisatorischer Innovationen, welche die Arbeitsproduktivität erhöhen. (
Boserup, Population)
Graphik: Bevölkerung und technologischer Fortschritt nach Boserup
| 2.5.2. Diskussion | |
Die These ist umstritten, da Boserup universalgeschichtlich argumentiert und ein empirischer Nachweis im Detail schwierig ist. In der FNZ scheint aber v.a. eine Vertiefung der Arbeitsteilung dazu beigetragen zu haben, das Realeinkommen einer erheblich wachsenden Bevölkerung
(
Bevölkerungsentwicklung) über dem Subsistenzniveau zu halten. Die diesbezüglichen Vorgänge
(
Ansätze zu marktwirtschaftlicher Verflechtung) entwickeln sich zudem im späten 16. und frühen 17. Jh. sowie im späten 18. Jh., d.h. in Phasen starken Bevölkerungsdrucks, besonders dynamisch, was für Boserups These spricht.
2.4. Malthus |
| © 2003 by Barbara Stollberg-Rilinger • mail: fnz.online@uni-muenster.de | |