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1. Okzidentaler Rationalismus |
Theorien der Frühen Neuzeit
Modernisierung - Zivilisierung - Disziplinierung
2. FUNKTIONALE DIFFERENZIERUNG, SYSTEMTHEORIE (LUHMANN, PARSONS)
2.1. Evolution
2.2. Gesellschaftliche Differenzierung
2.3. Gesellschaftliche Semantik
Talcott Parsons (1902-1979), bedeutender amerikanischer Soziologe, entwickelte Theorie der gesellschaftlichen Differenzierung, die zur Grundlage der modernen Systemtheorie wurde.
| 2.1. Evolution | |
Die Entwicklung der Gesellschaft wird als evolutionärer Prozess (in Analogie zu biologischen Prozessen) begriffen: Durch eine funktionale Spezialisierung („Arbeitsteilung“) der einzelnen Teile wird das ganze System komplexer und leistungsfähiger. Wie ein biologisches System erzeugt sich auch ein soziales System fortlaufend selbst („Autopoiesis“). Der Prozess der Differenzierung ist ein evolutionärer Vorgang, der nicht von den Individuen geplant und gesteuert wird. Kleinste Einheiten sozialer Systeme sind nach Luhmann nicht Individuen, sondern Kommunikationsakte. Die gesamte Evolution wird vorangetrieben durch Variation (Auftreten neuer Möglichkeiten, z.B. durch Innovationen wie Schrift), Selektion (Auswahl bestimmter aus der grenzenlosen Zahl von Möglichkeiten, „Reduktion von Komplexität“) und Stabilisierung der erreichten Problemlösungen.
| 2.2. Gesellschaftliche Differenzierung | |
Es werden drei aufeinanderfolgende Typen von Gesellschaft angenommen:
In der Frühen Neuzeit z.B. differenzieren sich u.a. Politik und Religion zu autonomen gesellschaftlichen Systemen aus; die Politik bezieht die Legitimität ihrer Entscheidungen nicht mehr von der Religion, sondern produziert sie innerhalb und durch ihre Entscheidungsverfahren selbst.
| 2.3. Gesellschaftliche Semantik | |
Differenzierung geht einher mit einem Wandel der „gesellschaftlichen Semantik“, d.h. der Art und Weise, wie die Gesellschaft sich selbst beobachtet und beschreibt. Durch die funktionale Differenzierung kommt es zu einer Vervielfältigung der Perspektiven; eine einheitliche Repräsentation der Gesellschaft als ganzer (vormoderne „Ordo“-Vorstellung) wird unmöglich.
1. Okzidentaler Rationalismus |
| © 2003 by Barbara Stollberg-Rilinger • mail: fnz.online@uni-muenster.de | |