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| LINKWEG ::: Inhalt / Haus, Ehe, Geschlecht / „Ganzes Haus“ / | ||
Soziale Ordnung
1. Haus, Familie, Ehe, Geschlechter
1.1. „GANZES HAUS“
1.1.1. Das Konzept des „Ganzen Hauses“ (Otto Brunner)
1.1.2. Funktionsverlust des „Ganzen Hauses“, Entstehung der „bürgerlichen Familie“
1.1.3. Kritik an diesem Modell
(Opitz, Troßbach)
| 1.1.1. Das Konzept des „Ganzen Hauses“ (Otto Brunner) | |
Anhand der so genannten Hausväterliteratur des 17./18. Jh. hat Otto Brunner die Prinzipien einer alteuropäischen Lehre des häuslichen Lebens und Wirtschaftens rekonstruiert (Modell ist der landadelige bzw. großbäuerliche Hof). Dieses ist auf die Sicherung der häuslichen Nahrung ausgerichtet; die Marktverflechtung ist gering (
„Subsistenzwirtschaft“). Das Haus ist zugleich Wirtschafts-, Sozial-, Rechts- und Herrschaftsverband. Als wirtschaftliche „Nahrungsstelle“ (Hof, Meisterstelle etc.) und soziale Grundeinheit der vormodernen Gesellschaft ist es gekennzeichnet durch die Einheit von Produktion und Reproduktion. Gruppiert um die Kernfamilie aus Ehepaar („Arbeitspaar“) und unverheirateten Kindern, umfasst es darüber hinaus alle an der Hauswirtschaft Beteiligten (Gesinde, Alte, evtl. unverheiratete Verwandte etc.).
Funktionen des Hauses sind:
Der Hausherr übt patriarchale Herrschaft über alle Hausgenossen aus. Nur vermittelt über den Hausherrn (bzw. evtl. seine Witwe) hat der Hausverband an den übergeordneten sozialen Verbänden teil (Dorf, Stadt, Kirchengemeinde etc.).
Quelle: Wolf Helmhard von Hohberg, Georgica curiosa oder Adeliges Land- und Feldleben, 1682
| 1.1.2. Funktionsverlust des „Ganzen Hauses“, Entstehung der „bürgerlichen Familie“ | |
Im späten 18./19. Jh. treten Familienhaushalt und Betrieb auseinander. Es erfolgt einerseits eine zunehmende Verlagerung der wirtschaftlichen Produktion und der Dienstleistungen in von der Familie getrennte Betriebe (Manufaktur, Amt, Fabrik etc.) und eine Zunahme von bezahlter Erwerbsarbeit (v.a. des Mannes). Andererseits bildet sich eine von wirtschaftlicher Produktion entlastete familiäre „Privatsphäre“, deren verbliebene Funktionen emotional und moralisch aufgewertet werden. „Rationalität“ der Betriebsführung und „Sentimentalität“ der Familie treten einander gegenüber. Damit einher geht eine „Polarisierung der Geschlechterrollen“
(
K. Hausen).
| 1.1.3. Kritik an diesem Modell (Opitz, Troßbach) | |
1. Haus, Familie, Ehe, Geschlechter |
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