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| LINKWEG ::: Inhalt / Bürgertum / Gemeinsame kulturelle Werte und Praktiken / | ||
6.3. Verschiedene akademische
Berufsgruppen |
Soziale Ordnung
6. Bürgertum - Neue Funktionselite
6.4. GEMEINSAME KULTURELLE WERTE UND PRAKTIKEN
Gemeinsam ist allen diesen Gruppen, dass sie ihren Status in erster Linie der eigenen Ausbildung und Arbeit verdanken. Dies führt zur Entwicklung einer gemeinsamen „Mentalität“ in Abgrenzung zum Hofadel und zum „gemeinen Volk“ durch Bildung, kulturelle Praktiken und Wertvorstellungen. Diese Mentalität beschränkt sich nicht allein auf den Gelehrtenstand, sondern kennzeichnet gerade auch stadtbürgerliche Gruppen wie Kaufleute, Unternehmer, aber auch Teile des Adels. Diese „normsetzenden Schichten“ suchen ihre neuen Werte und Verhaltensweisen im 18. Jh. zunehmend offensiv den anderen sozialen Gruppen zu vermitteln; sie verstehen sie nicht mehr als ständische, sondern als universelle Normen.
6.4.1. Ökonomische
Prämissen
6.4.2.
Verhaltensstil
6.4.3.
Geselligkeitsformen
6.4.4. Liebe, Ehe,
Familie
6.4.5. Bildung als
neue „Religion“
| 6.4.1. Ökonomische Prämissen | |
Ökonomische Nützlichkeit wird der Maßstab des Handelns:
Quelle:
Bürgerliche Tugenden – Carl Friedrich Bahrdt, Handbuch
der Moral für den Bürgerstand, 1789
| 6.4.2. Verhaltensstil | |
Eine entsprechende Nüchternheit des Verhaltensstils folgt:
Quelle: Ablehnung von Luxus – Carl Friedrich Bahrdt,
Handbuch der Moral für den Bürgerstand, 1789
| 6.4.3. Geselligkeitsformen | |
Frei eingegangene Bindungen („Freundschaft“)
ersetzen die Bindungen von Stand und Korporation; Bildung
tritt als neues Ausschlusskriterium an die Stelle der
Geburt. „Patriotische“ und „gemeinnützige“ Sozietäten,
Lesegesellschaften, Freimaurerlogen etc. sind spezifische
Geselligkeitsformen der neuen ständeübergreifenden
Eliten seit dem 18. Jh. (
Aufklärung), im Gegensatz
zu ständisch exklusiven, korporativen Formen der
Geselligkeit (z.B. Zunft- und Herrentrinkstuben).
| 6.4.4. Liebe, Ehe, Familie | |
Während
das vormoderne
„ganze Haus“ durch die Einheit von
Wirtschaften und Leben gekennzeichnet war und das Ehepaar
ein „Arbeitspaar“ bildete (z.B. als Bauern-,
Handwerker-, aber auch Amtspaar), kommt es im Bildungsbürgertum
tendenziell zur Trennung von Erwerbsarbeit und Hausarbeit;
d.h. Frau und Kinder werden von der außerhäuslichen
Erwerbsarbeit des Mannes ferngehalten und in eine
idealisierte private „Intimsphäre“ als Rückzugsort
von den Zwängen des Erwerbslebens verbannt. Die bürgerliche
Kernfamilie distanziert sich zunehmend vom Gesinde. Die
Hausfrauenrolle wird von Teilhabe an der wirtschaftlichen
Produktion tendenziell entlastet und auf Sorge für Mann
und Kinder reduziert. Liebe wird aufgewertet und zum Kern
der Ehe erhoben, tendenziell die freie Wahl des
Ehepartners propagiert. Gegenüber den Sexualnormen des
Hofadels und des „Pöbels“ wird eine strengere
sexuelle Kontrolle propagiert (Verbot vorehelichen
Geschlechtsverkehrs). Die Erziehung der Kinder wird zur
programmatischen Aufgabe.
Quelle: Joachim Heinrich Campe, Väterlicher Rath für
meine Tochter
verwandte Themen: Haus, Familie, Ehe, Geschlechter
| 6.4.5. Bildung als neue „Religion“ | |
Die Bildung, der die neue Elite ihren sozialen Aufstieg verdankt, wird im 18. Jh. überhöht und als „Menschenbildung“ zum universellen Wert erhoben. Ideal ist die allseitige Ausbildung des Individuums zu stetig fortschreitender Vollkommenheit; Selbstbildung statt äußeren Zwangs soll die Autonomie des Subjekts begründen.
6.3. Verschiedene akademische
Berufsgruppen |
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