Seminar für Zeit- und Religionsgeschichte des Alten Testaments

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Informationen:

04.10.2017

Nachschreibetermin_Basisphasen-Klausuren:

Theologisches Vollstudium: Kombiklausur Theologie und Literaturgeschichte AT

Bachelor LABG 2009: Kombiklausur Literaturgeschichte AT und NT

Uhrzeit/Ort: 10-12 Uhr; JO 1 (Johannisstr. 4)

Gutes Sehen
© Johannes Schnocks

Neue Ansätze in der Exegese der biblischen Klagepsalmen standen im Sommer 2015 im Mittelpunkt einer Tagung, zu der sich Spezialisten der Psalmenforschung aus Nordamerika, Deutschland, der Schweiz und Israel in Münster versammelt hatten. Umbrüche in den vergangenen Jahrzehnten haben der Formen- und Gattungskritik eine veränderte Rolle in der Psalmen-Exegese zugewiesen. Dieser Paradigmenwechsel macht sich besonders bei der Auslegung von Klagepsalmen bemerkbar. Beispiele für eine veränderte Schwerpunktsetzung sind Forschungsfragen wie solche nach anthropologischen Eigenheiten der Klagepsalmen, nach der Rolle von Gewalt, Armut oder Vergänglichkeit in ihren rhetorischen Konzepten, nach ethischen Implikationen, nach ihrem je individuellen Profil als poetische theologische Literatur, aber auch nach ihrer Funktion in der Komposition des Psalmenbuchs.

Psalmen

Utb Psalmen KleinUtb Psalmen Klein

Die Psalmen sind poetische Texte, die in großer Breite Fragen des Menschseins und der Gottesbeziehung meditierend, klagend oder enthusiastisch lobend vor Gott zur Sprache bringen. Ihre Zusammenstellung im biblischen Psalmenbuch ist für Juden und Christen seit dem Altertum bis heute in der privaten Spiritualität und im Gottesdienst ebenso wie in der wissenschaftlichen Theologie von größter Bedeutung.

Das Alte Testament und die Gewalt

GewaltGewalt

Es ist unbestritten, dass im Alten Testament immer wieder von Gewalt die Rede ist. In manchen Texten wird sogar Gott selbst als Urheber mit Gewaltereignissen in Verbindung gebracht, oder er fordert Menschen zu gewalttätigem Handeln auf. Auch wenn die wissenschaftliche Exegese in vielen Fällen einen Teil des Gewaltpotentials besser verstehbar machen konnte, bleiben solche Texte doch theologisch anstößig. Das gilt besonders, wenn man auch auf ihre Rezeptionsgeschichte schaut. Hier stellt sich die beklemmende Frage, ob die literarische Gewalt der Texte im Lauf der Geschichte zur Legitimierung zwischenmenschlicher Gewalt geführt hat oder – nach manchen Vertretern der aktuellen Diskussion um Religion und Gewalt – sogar dazu führen musste. Das Buch bearbeitet für diesen Problemkreis wichtige Themen und Texte aus der Hebräischen Bibel und den Makkabäerbüchern und untersucht schließlich auch die Rezeption der Texte in Kreuzzugsaufrufen des Mittelalters.

Sterben über den Tod hinaus

sterbensterben

In vormodernen Gesellschaften wurde eine Person erst in ihren Beziehungen zu anderen Menschen als wirklich lebendig angesehen. Entsprechend bedeutete eine Isolation aus dem Gemeinwesen eine Minderung des Lebens und der Existenz. Der Ausschluss konnte so weit gehen, dass man die Ausgegrenzten als Tote bezeichnete. Dieser Vorstellung liegt die Wahrnehmung zugrunde, dass der Tod nicht nur ein biologisches Phänomen ist, sondern ebenfalls durch die kulturelle Praxis einer Gesellschaft bestimmt wird.

Von Kairo über Münster bis Beirut

Das bundesweit einmalige Projekt „Theologie Interreligiös“ für muslimische und christliche Theologen ging in die dritte Runde. Hochrangige Gäste haben sich Anfang November in Münster zu einem regen Austausch getroffen. Mehr dazu unter: Von Kairo über Münster bis Beirut und Pressemitteilung

Studieren in Jerusalem

Das Theologische Studienjahr Jerusalem bietet Studierenden der katholischen und evangelischen Theologie die Möglichkeit, einige Zeit in Jerusalem zu leben, das Heilige Land aus erster Hand zu erleben. Das intensive Studium der biblischen Fächer, der Ostkirchenkunde, Judaistik und Islamwissenschaften macht den Aufenthalt zu einem unvergesslichen Erlebnis:http://www.studienjahr.de

Schnocks Start

Prof. Dr. Johannes Schnocks, Professor für Zeit- und Religionsgeschichte des Alten Testaments

Münsteraner ist er seit 2009, Professor für Zeit- und Religionsgeschichte des Alten Testaments seit einem Jahr - und am 12. April 2013 hielt er seine offizielle Antrittsvorlesung. Dass Johannes Schnocks an der Fakultät inzwischen bekannt und anerkannt ist, zeigte die große Beteiligung aus unserer Fakultät, aber auch aus der (exegetischen) Wissenschaft).

In seiner Begrüßung betonte Dekan Reinhard Feiter, dass Johannes Schnocks wissenschaftlich zwei Heimaten hat: Die Universität Bonn, wo er studiert, promoviert und habilitiert hat und Jerusalem, wo er sich als Student und später als Dozent immer wieder aufhielt. Näheres zur Person und zur wissenschaftlichen Arbeit von Johannes Schnocks finden Sie hier.

In seiner Antrittsvorlesung sprach der Alttestamentler zum Thema: „Barmherzig und gerecht ist der Herr. Exegetische Überlegungen zur spannungsreichen alttestamentlichen Rede von Gott“. Darin stellte er die Frage, ob Gottes Barmherzigkeit ein Gegensatz zu Gottes Gerechtigkeit darstellt und skizzierte die gängige Auffassung, Jesus habe im Neuen Testament den "barmherigen Vater" verkündet, während das Alte Testament einen Gott kennt, der gerecht bis zur Unbarmherigkeit ist. Anhand einiger Textstellen aus dem Makkabäerbuch und den Psamlen löste er diesen Widerspruch auf. "Die Barmherzigkeit Gottes ist kein Gegensatz, sondern eine Konkretion seiner Gerechtigkeit."