Moderne Spiritualität und der Einfluss Indiens

Fast unsichtbar ist moderne Spiritualität, die sich nicht mehr an institutionelle Formen klassischer Religionen gebunden sieht, vielmehr autonom aus unterschiedlichen Traditionen schöpft und „Ganzheitlichkeit" beansprucht, zu einem Teil des religiösen Mainstream in westlichen Gesellschaften geworden. Alternative Spiritualitätsformen und Religionskompositionen finden sich nicht nur außerhalb der Kirchen, sondern bis in die Kirchen hinein. Dieser Formenwandel des Religiösen wurde mit Theorien religiöser Individualisierung erklärt und die neuen Religionsstile mit Begriffen wie „Selbstreligion" etc. bezeichnet.

Das Gegenstandsfeld religiöser Gegenwartskultur wird am Lehrstuhl intensiv bearbeitet und ist zu einem neuen Arbeitsschwerpunkt von Prof. Dr. Annette Wilke geworden. Eine Reihe von Abschlussarbeiten (Promotionen, Magister- und BA-Arbeiten) sind auf diesem Gebiet entstanden oder am entstehen. Der Fokus von Professor Wilkes eigener Forschung liegt auf neueren empirischen und theoretischen Befunden, metatheoretischen Analysen sowie dem Advaita-Vedanta im zeitgenöissischen Indien und der Rolle Indiens in der Formation moderner Spiritualität. Neben einem umfangreichen Artikel zur Thematik wurden bereits zentrale Thesen zur Indieninspiration moderner religiöser Habitusformen im Band Wilke, A. und O. Moebus: Sound and Communication. An Aesthetic Cultural History of Sanskrit Hinduism. Berlin/New York:de Gruyter, S. 809-1041, entwickelt, die noch weiter verfolgt und ausgebaut werden sollen.

Veröffentlichungen