Band 11: Klaus Arntz: Melancholie und Ethik

Band 11

Eine philosophisch-theologische Auseinandersetzung mit den Grenzen sittlichen Subjektseins im 20. Jahrhundert. Regensburg 2003


Humanes Ethos steht in der Spannung zwischen Erfahrungen offensichtlicher Tragik sowie Spuren und Zeichen verborgenen Sinns. Entlang zentraler Gestalten der Theologie und Philosophie des 20. Jahrhunderts - Joseph Bernhart, Odo Marquard, Johann Baptist Metz, Dieter Henrich und Klaus Demmer - wird dieser Problemstellung nachgegangen und die Bedeutung einer subjektzentrierten Autonomiebegründung für den Aufriss einer zeitgemäßen Fundamentalmoral aufgezeigt. Auf der Basis einer Theorie des sittlichen Selbstbewusstseins, die am spezifischen und unhintergehbaren Charakter sittlicher Subjektivität festhält, erfolgt die nachdrückliche argumentative Verteidigung eines christlich inspirierten Humanismus. Dadurch wird der vermeintliche Gegensatz zwischen der sittlichen Autonomie des Subjekts und der ethisch geforderten mitmenschlichen Solidarität fundamentaltheologisch überwunden. Für die theologische Ethik ergeben sich aus diesen Überlegungen neue Möglichkeiten, sich als handlungsleitende Sinnwissenschaft im Dienst an einer Metaphysik der Lebensdeutung zu profilieren.