• ratio fidei Als G.K. Chestertons "Father Brown" seinen ersten Fall löste und einen Straftäter überführte, der sich als Priester verkleidet hatte, da fragte ihn dieser, wodurch er ihm denn auf die Schliche gekommen sei. "’Sie haben die Vernunft angegriffen’, sagte Father Brown. ‘Das ist schlechte Theologie.’" Aufzuklären, warum das so ist, und zu zeigen, wie es anders geht, dazu ist die Reihe "Ratio fidei" gedacht. Die unter diesem Titel erscheinenden Studien kommen unter den Bedingungen von heute der bereits neutestamentlich fixierten christlichen Selbstverpflichtung nach, bereit zu sein, Rechenschaft über die Gründe der Hoffnung zu geben, die den Glauben beseelt (vgl. 1 Petr 3,15). Rechenschaft über Gründe gibt es nur vernunftförmig und also unter Bezug auf die Philosophie. Schon zu Zeiten eines Anselm von Canterbury war das klar (und nicht zufällig zitiert dieser gleich im ersten Kapitel seiner Schrift "Cur Deus homo?" die eben erinnerte Petrusbrief-Stelle). Mit Beginn der Neuzeit, die im wesentlichen durch eine fundamentale Krise der christlichen Tradition aufkommt, wird dieser Philosophiebezug des theologischen Diskurses für diesen so konstitutiv, daß sich nicht wenige der Großen aus der philosophischen Szene als die (im Vergleich zu den kirchlich-orthodoxen Repräsentanten) "besseren" Theologen verstehen. Die nachfolgende Epoche eines prinzipiellen Verdachts gegen Vernunftansprüche und -leistungen, klassisch gespurt durch Feuerbach, Nietzsche, Freud und Heidegger und gegenwärtig flächendeckend durch Wortmeldungen präsent gemacht, die sich "postmodern" nennen, bringt die Theologie vor eine überraschende Frage: Ob, wie und inwiefern sie sich denn nun selbst in Pflicht genommen sieht, aus eigenen Ressourcen eben jener Vernunft zur Hand zu gehen, kraft deren sie bis dato als vernunftverpflichtete und darum nicht zuletzt auch universitäre Disziplin gilt. Darum werden in der Reihe "Ratio fidei" tief in die Tradition zurückgreifende Denkformanalysen nicht weniger Platz finden als kritische Fühlungnahmen zu neuesten Trends in der Philosophie. Der vorliegende Eröffnungsband tut in gewissem Sinne beides zugleich: Er sucht die Auseinandersetzung mit demjenigen - Nietzsche -, der wie kein anderer vor ihm jeden Vernunftanspruch als illusionär denunziert und entsprechend der Philosophie wie der Theologie jegliche Zukunft bestreitet: ein standesgemäßer Antritt für "Ratio fidei".
  • pontes "Pontes. Philosophisch-theologische Brückenschläge" ist als Forum speziell für junge Autorinnen und Autoren gedacht, die es gegen den theologischen wie philosophischen mainstream der Mühe für wert halten, über theologische Gedanken philosophisch Rechenschaft abzulegen oder umgekehrt der Philosophie durch theologische Überlegungen zu denken zu geben. Aufgenommen werden Staats-, Diplom- und Lizentiatsarbeiten, die viel zu gut sind, um in Schubläden zu verschwinden.