Ökumenische Beziehungen der orthodoxen Kirche

Seit dem II. Vatikanischen Konzil haben sich die Beziehungen zwischen der katholischen und der orthodoxen Kirche erheblich verbessert, seit 1979 wird ein offizieller theologischer Dialog geführt. Auch mit anderen Kirchen führt die Orthodoxie ökumenische Gespräche. In diesem Forschungsschwerpunkt werden einerseits die ökumenischen Dialoge der Orthodoxie untersucht, andererseits werden die theologischen Voraussetzungen, Schwerpunkte und Unterschiede beleuchtet.

 

Beteiligte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler

  • Thomas Bremer
     
  • Evgeny Pilipenko: Person und Sakrament in den Entwürfen katholischer Theologen des 20. Jahrhunderts. Systematische Analysen mit einem Brückenschlag zum Dyotheletismus (Dissertationsprojekt, abgeschlossen 2009)
    Das Problem der ‚actuosa participatio’ des Menschen als Teil des sakramentalen Vorgangs unter personalistischen Gesichtspunkt zu betrachten mit dem Versuch, den Wert und die Art der subjektiven Aktivität des Einzelnen in ihrer Korrelation mit der personalen Wirkung Gottes sowie mit der gemeinschaftlich-ekklesialen Dimension der Sakramente hermeneutisch zu erschließen, ist das Hauptanliegen dieser Studie, die sich in ihrem historisch-dogmatischen Aspekt auf die wichtigsten Entwürfe im Traktat Sakramentenlehre der vor- und nachvatikanischen Periode stützt. Anhand mysterial-spiritueller und anthropologisch-existenzieller Grundzügen dieser Sakramentstheologien ist es systematisch zu problematisieren, ob der Mensch als Person eine eigenartige und kreative Rolle im Vollzug der Sakramente spielen kann bzw. soll und folglich als ein in der Tat selbständiger Dialogpartner Gottes im kommunikativen Sakramentsprozess ernst genommen werden darf.
     
  • Thomas Bremer und Christoph Mühl: Rechtfertigungslehre und Gerechtigkeit Gottes in den ökumenischen Dialogen mit russisch-orthodoxer Beteiligung (Dissertationsprojekt im Rahmen des Verbundprojekts „Kulturen der Gerechtigkeit. Normative Diskurse im Transfer zwischen Westeuropa und Russland“, voraussichtlicher Abschluss: 2017)
    Die Rechtfertigungslehre wird in der Orthodoxie weitgehend als westlicher „Import“ empfunden; ihr Ansatz entspricht nicht der östlichen theologischen Tradition. In den zahlreichen ökumenischen Dialogen, die die russische Orthodoxie vor allem mit Kirchen der Reformation geführt hat, wurde das Thema aber immer wieder aufgeworfen. Dieses Projekt will untersuchen, ob und wie sich diese Gespräche auf die russische Theologie ausgewirkt haben. Es wird von Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert und im Rahmen eines Verbundprojekts zum Thema „Kulturen der Gerechtigkeit. Normative Diskurse im Transfer zwischen Westeuropa und Russland“ mit den Fächern Philosophie, Osteuropäische Geschichte und Slavistik in Bochum, Münster und Dresden durchgeführt.
     
  • Thomas Bremer, Hans-Peter Großhans und Evgeny Pilipenko: Ekklesiologie ökumenisch (Workshop in Berlin, 10.-13. Juni 2010)
    Die Ekklesiologie stellt einen der Hauptstreitpunkte zwischen den verschiedenen Konfessionen dar. Evangelische, katholische und orthodoxe Theologien setzen in der Ekklesiologie unterschiedliche Schwerpunkte, die von den jeweiligen Zeitumständen beeinflusst sind. Ein erster explorativer Workshop von deutschen und russischen Theolog/inn/en, der im Juni 2010 in Berlin stattfand, konnte aber zeigen, dass es trotz vieler Unterschiede auch Übereinstimmungen in der evangelischen, katholischen und orthodoxen Theologie gibt. Bislang findet auf deutsch-russischer Ebene kein theologischer Fachdiskurs zur Ekklesiologie und ihrer Bedeutung für die Ökumene statt.

Veröffentlichungen

  1. Pilipenko, Evgeny: Person im Sakrament. Systematische Analysen der Entwürfe katholischer Theologen des 20. Jahrhunderts mit einem Brückenschlag zum Dyotheletismus. Regensburg: Pustet 2010 (=ratio fidei, Bd. 43 )