Freie kirchliche Schulen als organisierte Handlungsträger im Spannungsfeld von kirchlicher Eigenlogik, gesellschaftlichem Bildungsdiskurs und staatlicher Bildungspolitik) (2013 – 2016)

Projekt im Rahmen der 2. Förderphase des Excellenzclusters "Religion und Politik" der WWU Münster zus. mit apl. Prof. Dr. Christiane Frantz, Institut für Politikwissenschaften


Das Projekt zielt darauf ab, das Spannungsfeld freier kirchlicher Schulen zwischen ihrer Bindung an die Tradierungslogik der christlichen Botschaft und der gleichzeitigen Bindung an den politischen Bildungsdiskurs als Bedingungsgefüge für die Organisation freier kirchlicher Schulen zu analysieren. Folgende Fragen stehen im Mittelpunkt: Welchen Selbstanspruch formulieren die Kirchen in der Bildungspolitik sowie als Handlungsträger von Bildungsangeboten und welche Institutionalisierungen werden damit inhaltlich vertreten (Menschenbild, Bildungsverständnis, Erziehungsverständnis etc.)? Wo/wie bilden sich Prozesse religiöser Institutionalisierung auf der Ebene der Organisationsbildung und -entwicklung ab? Zu welchen Unterscheidungen zwischen der Organisationsform freie kirchliche Schule und anderen Schulen führt dies (Themensetzungen; Riten etc.)? Wo zeigen sich in der Vermittlung religiöser Eigenlogik und Anpassungsleistungen an den gesellschaftlichen und bildungspolitischen Diskurs Zielkonflikte und Norm-Inkompa¬tibilitäten und wie wird der Umgang mit solchen Konflikten im Spannungsfeld „gesellschaftlicher Bildungsdiskurs“ einerseits religiöser Eigenlogik andererseits organisiert? Wie positionieren sich die Kirchen mittels ihrer "eigenen" Schulen im gesellschaftspolitischen Bildungsdiskurs und in der bildungspolitischen Interessenvertretung gegenüber dem Staat?

Auf einer ersten Analyseebene werden die religiösen Institutionalisierungsprozesse (religiöse Eigenlogik) und ihren Niederschlag in Organisationen, insofern sich Institutionalisierungsprozesse auf der Ebene der Organisationsbildung abbilden, untersucht. Eine zweite Analyseebene verfolgt die die Vermittlung der religiösen Eigenlogik durch freie kirchliche Schulen in eine gesellschaftliche Öffentlichkeit. Die Studie ist als Fallstudie geplant und zielt darauf, eine Typisierung der kirchlichen Schule als Ort organisierten kirchlichen Bildungsanspruchs zu leisten.

Wissenschaftliche Mitarbeiter:     Anna-Maria Meuth, Max Schulte