Seminar für Fundamentaltheologie und Religionsphilosophie

»Das Schönste, was wir erleben können, ist das Geheimnisvolle. Es ist das Grundgefühl, das an der Wiege von wahrer Kunst und Wissenschaft steht. Wer es nicht kennt und sich nicht mehr wundern, nicht mehr staunen kann, der ist sozusagen tot und sein Auge erloschen. Das Erlebnis des Geheimnisvollen […] hat auch die Religion gezeugt« (Albert Einstein).

Gibt es am Ende nur das Fressen und Gefressenwerden der Natur oder das dröhnende Schweigen der unendlichen Räume? Oder könnte es mehr als die messbare, darstellbare und herstellbare Welt geben – das »Unermessliche«? Eine uneinholbare Weite und eine unauslotbare Tiefe, in der die Klänge des Alltags gehört werden können, wie Akkorde der Ewigkeit? Eine Wirklichkeit, für die es sich zu leben lohnt, in der sich Leben orientiert und sich Sinn erschließt, weil der Durst des Daseins zur Fülle gelangt und Erfüllung findet?

Haben Sie schon einmal Geschmack für das Geheimnis des Unendlichen verspürt und den inneren Antrieb, danach zu fragen, warum überhaupt etwas ist oder geschieht und nicht vielmehr nichts? Dann sind Sie beim Seminar für Fundamentaltheologie und Religionsphilosophie richtig gelandet. Hier wird im Kontext der religionsphilosophischen Gegenwartsfragen und der theologischen Begründungsprobleme mit beiden Lungenflügeln geatmet: mit philosophischer Vernunft und religiösem Glauben.

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Aktuelles


Die Vorlesung "Die philosophische Gottesfrage" von Herrn Dr. Stammer entfällt krankheitsbedingt am 20. Dezember 2017


Dr. Tiemo R. Peters starb am 25. November 2017.

Zusammen mit der Katholisch Theologischen Fakultät der WWU (Nachruf der Fakultät) trauert das Seminar für Fundamentaltheologie und Religionsphilosophie um Dr. Tiemo Rainer Peters, der mit seinem Leben die politische Dimension der Theologie reflexiv, praktisch und geistlich ausgestaltet hat.

In Gedenken an ihn und zu seinem Gedächtnis rufen wir einige Zeilen zur Erinnerung,  in denen seine Treue zu jener „tiefen Diesseitigkeit, in der die Erkenntnis des Todes und der Auferstehung immer gegenwärtig ist“ und sein Verständnis der Theologie als „ein Hilfsmittel, ein Kampfmittel, nicht Selbstzweck“ (Bonhoeffer) zum Ausdruck kommt:

Eine Gewissheit jedoch gibt es: Die Worte vom neuen Himmel und der neuen Erde, von den abgetrockneten Tränen und vom Tod des Todes sind so stark, so sehr durch die Leiden der Menschheit geprägt, in Patmos und Auschwitz, dass man gegen ein Heil protestieren müsste, in dem diese Verheißungen nicht erfüllt wären [...].

Ich will mich - gegen die Regeln der Vernunft - an die Bilder einer radikalen Erlösung halten: den neuen Himmel, die neue Erde. Ich weiß, dass das endliche, diesseitige Leben dadurch gelassener, humaner gelebt werden kann: in befreiter Endlichkeit, frei vom Zwang, dem sterblichen Leben Ewigkeiten abtrotzen zu müssen; unmögliche Ewigkeiten auf Glück, Jugend, Wachstum, Fortschritt, Wohlstand.

Ich weiß auch, dass die Verheißungen der neuen Gottesstadt das Elend der menschlichen Gesellschaft ertragen hilft. Ich weiß aber zugleich, dass der Anblick der apokalyptischen Bilder das Leid der Menschen: ihre Tränen, ihr Geschrei, ihre Schmerzen und Tode unerträglich macht und unerträglich machen will, so dass ich aufschreien müsste und nicht anders mehr leben dürfte als im aktiven Protest dagegen.

Ich begreife, dass ich die apokalyptische Rede vom Tod des Todes nur dann richtig verstehe, wenn ich anders lebe, Formen alternativen Lebens suche und selbst zum „Apokalyptiker“ im Sinn des frohen Botschafters, Jesus, werde: nicht utopisch verstiegen, sondern konkret engagiert; Tränen abwischen schon jetzt und eher meiner Klugheit widersprechend als dem eschatologischen Recht des Menschen auf unbedingte Erlösung.

Ich lerne: Erst durch solidarisch-engagiertes Handeln, nicht durch Reflexion oder gar bloße dogmatische Behauptung, wird der Bann des Todes gebrochen, wird die Wirklichkeit durchlässig für den Traum, der Schmerz für die Freude und der Tod für das Leben.“ 

(T. R. Peters, Tod wird nicht mehr sein, 46-47).



Bitte beachten: Die Vorlesung 021787 "Religionskritik" mit Dr. Baab wurde verlegt und findet aktuell in Raum KTh II in der Johannisstr. 8 - 10 statt!


Neuerscheinung 2017

LIBERTA' COME CAPACITA' D'ESPERIENZA

Neuerscheinung 2016

Neuerscheinung 2015

Neuerscheinung 2015