Schriften des Institutum Judaicum Delitzschianum

(Göttingen, Vandenhoeck & Ruprecht)

Neu: Bd. 8,2:

Folker Siegert, Das Leben Jesu. Eine Biographie aufgrund der vorkanonischen Überlieferungen, 2010, 240 Seiten, ISBN 978-3-525-54205-7  Buchbeschreibung und -bestellung (Vandenhoeck & Ruprecht)

Dieser Band bietet den Ablauf des öffentlichen Lebens Jesu, so wie er sich aus den Erinnerungen ergibt, die in den ältesten christlichen Texten enthalten sind. Grundlage sind die vier kanonischen Evangelien, jedoch »zurückgebaut« auf ihre – separat nicht mehr erhaltenen – Quellenstücke und neu aufgereiht anhand der internen Chronologie der Johannes-Quellen. Diese letzteren sind in ihrem historischen Wert bisher noch nicht erkannt worden. Was sich ergibt ist eine historische Biographie in dem Sinne, dass die Quellen genauestens nachgewiesen sind und dass sie benutzt werden unter Wahrnehmung aller Merkmale des Ortes und der Zeit. In ihrer Wiedergabe wird terminologisch getrennt zwischen Vorstellung und Ereignis einerseits sowie zwischen Ereignis und Wiedergabe andrerseits.

In den letzten Jahrzehnten hat die Auswertung der hinter den großen Synoptikern stehenden Logienquelle Q wertvolle Korrekturen des kirchlichen Jesus-Bildes erbracht. Dieser third quest of the historical Jesus (nach früheren Ansätzen an Q und an Markus) wird hier vorausgesetzt; seine Ergebnisse liegen vor und sind weitgehend rezipiert.

Neu: Bd. 8,1:

Folker Siegert, Synopse der vorkanonischen Jesusüberlieferungen. Zeichenquelle und Passionsbericht, die Logienquelle und der Grundbestand des Markusevangeliums in deutscher Übersetzung gegenübergestellt, 2010, 224 Seiten, ISBN 978-3-525-54207-1  Buchbeschreibung und -bestellung (Vandenhoeck & Ruprecht)

Mit diesem Werk wird die Quellengrundlage künftiger Leben-Jesu-Forschung um die beiden Johannes-Quellen, nämlich um die »Zeichen«-Quelle und den Passionsbericht, die hier beide in deutscher Übersetzung wiedergegeben werden, erweitert. Es gelingt nicht nur, beide in fast vollständigem Umfang wiederzugewinnen. Die Quellen lassen sich auch in ihre ursprüngliche Ordnung versetzen. Dabei ergibt sich beide Male – auch bei den sieben »Zeichen« – eine plausible chronologische Folge auf nachvollziehbaren Wegen.

Durch Beiordnung der inhaltlich entsprechenden Synoptiker-Texte – wiederum ohne deren erkennbare Erweiterungen – lässt sich ein sehr genaues Bild von dem öffentlichen Wirken Jesu gewinnen.
Ein Anhang, dem letzten Mahl Jesu gewidmet, untersucht das Bindeglied zwischen dem historischen Jesus und dem Gottesdienst der christlichen Kirche.

Bd. 7:

Folker Siegert, Das Evangelium des Johannes in seiner ursprünglichen Gestalt. Wiederherstellung und Kommentar, 2008, 856 Seiten, ISBN 978-3-525-50147-4  Buchbeschreibung und -bestellung (Vandenhoeck & Ruprecht)

Der Verfasser des Johannesevangeliums, in Quellen des 2. Jahrhunderts Johannes »der Senior« genannt, ein Lehrer des ephesinischen Christentums in den Zeiten Trajans, verfügte sowohl über eine eigene, sehr alte Tradition, als auch über genaue Kenntnis der drei synoptischen Evangelien. Von allen Autoren des Neuen Testaments ist Johannes der einzige, der die Jesusüberlieferung in ihrer Gänze kennt.

Die postume Veröffentlichung des Evangeliums hat Verwirrungen im Text erzeugt, die sich unter Wahrnehmung der noch wörtlich erhaltenen, großenteils funktionslos gewordenen Gliederungssignale beheben lassen. Dies geschieht hier nach den Vorarbeiten von Julius Wellhausen, Eduard Schwartz und Robert Forna, dezidiert nicht nach Emanuel Hirsch was Rudolf Bultmann mit seinem Kommentar beabsichtigte, wird hier zu Ende geführt.

Der rekonstruierte Evangelientext wird in kompletter Übersetzung wiedergegeben und unter Heranziehung aller in Frage kommenden zeitgenössischen Quellen kommentiert. Er erweist sich als geschlossener theologischer Entwurf in nichtmythologischer Sprache. Das Evangelium ist die diskursive, narrative und v.a. dialogische Theologie eines Judenchristen, für den Jesus die Tora ablöst, nicht aber die Kirche das Judentum.

Bd. 6/1-2:

Folker Siegert (Hg.), Über die Ursprünglichkeit des Judentums (Contra Apionem). Mit Beiträgen von Jan Dochhorn und Manuel Vogel, 2008, 429 Seiten, ISBN 978-3-525-54206-4  Buchbeschreibung und -bestellung (Vandenhoeck & Ruprecht)

Dies ist die erstmalige Wiedergabe der gesamten Bezeugung dieses mehrfach, aber schlecht überlieferten Textes – sei sie direkt oder indirekt, sei sie griechisch, lateinisch oder armenisch. Der griechische Text von Niese (1889) wird emendiert, dabei von zahlreichen Korruptelen geheilt, und neu übersetzt. Beigaben liefern einen detaillierten Variantenapparat, Klärungen ägyptologischer und semitistischer Fragen und einen kurz gehaltenen Kommentar zu Begriffs- und Sachfragen.

Die ausführliche Einleitung befasst sich mit Zustandekommen und Überlieferung dieses Werkes, des letzten seines bekannten Autors, und sie würdigt es als eine Apologie für die Besonderheit des Judentums seit ältesten Zeiten, im Römischen Reich und seither. Ein »Konflikt der Kulturen« bildet sich darin ab, der erst im 20. Jahrhundert, nach der Schoa und den von ihr angestoßenen Lernprozessen, an Schärfe verloren hat.

Bd. 5:

Folker Siegert (Hg.), Israel als Gegenüber: Festschrift zum 50. Jahrestag der Instituts-Neugründung in Münster, 2000, 584 Seiten, ISBN 3-525-54204-6.

Bd. 4:

Heinz-Josef Fabry; Armin Lange; Hermann Lichtenberger (Hg.), Qumranstudien: Vorträge undBeiträge der Teilnehmer des Qumranseminars auf dem internationalen Treffen der Society of Biblical Literature, Münster, 25.-26. Juli 1993, 1996, 252 Seiten, ISBN 3-525-54202-X.

Bd. 3:

Christfried Böttrich, "Die Vögel des Himmels haben ihn begraben": Überlieferungen zu Abels Bestattung und zur Ätiologie des Grabes, 1995, 157 Seiten, ISBN 3-525-54203-8.

Bd. 2:

Gerbern S. Oegema, Der Gesalbte und sein Volk: Untersuchungen zum Konzeptualisierungsprozeß der messianischen Erwartungen von den Makkabäern bis Bar Koziba, 1994, 351 Seiten, ISBN 3-525-54201-1.

Bd. 1:

Dietrich-Alex Koch; Hermann Lichtenberger (Hg.), Begegnungen zwischen Christentum und Judentum in Antike und Mittelalter: Festschrift für Heinz Schreckenberg, 1993, 400 Seiten, 3-525-54200-3.