Die Medizin im Umgang mit Tod und Sterben

 


Ärztliches Handeln, vor allem in Form der modernen hochtechnisierten Medizin, berührt den Menschen an einem Punkt, der Gegenstand vieler Bilder ist. Die Medizin betrifft den Menschen in seiner Leiblichkeit, seiner Verletzlichkeit und Vergänglichkeit. Sie weist ihn, der sich selbst als denkendes und empfindenes Subjekt wahrnimmt, darauf hin, daß er auch Körper ist und Gegenstand einer Einstellung sein kann, die wir Objekten entgegenbringen, die uns in der Welt begegnen. Der Vorwurf, daß die moderne Medizin den Menschen nicht mehr als Subjekt, sondern bloß noch als ein zu reparierendes Objekt behandelt, trifft diesen Punkt und rückt zugleich das Unbehagen aus, das sich damit verbindet ... Wir alle haben gelernt, daß die Medizin ohne die Übernahme dieser objektivierenden Einstellung nur begrenzt Erfolge erzielen kann. Wir haben auch alle gelernt, uns selbst im konkreten Fall (wer hat von sich noch kein Röntgenbild gesehen?) in der objektiven Einstellung zu betrachten. Und im allgemeinen haben wir alle megr oder weniger akzeptiert, daß wir in unserer körperlichen Existenz eben auch eine naturwissenschaftlich-technische erforschbare und zumindest teilweise beherrschbare Seite haben. Aber trotzdem bleibt das grundlegende Unbehagen dieser objektiven Perspektive gegenüber.

Quelle: Michael Quante, Macht und Ohnmacht der Menschenbilder: Medizin ziwschen Medien und Moral, in: Jutta Phillips-Krug und Cecilia Hausheer (Hrsg.), Frankensteins Kinder. Film und Medizin, Zürich 1997, S.146f.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 [Informationen aus dem Internet]
           
   

Bioethik und Hirntod

   
   

 
    Die naturwissenschaftliche und medizinische Erforschung der Funktionsweise des menschlichen Geistes schreitet voran. Die Sonderstellung des Gehirn zeigt sich darüber hinaus an seiner porminenten Rolle im menschlichen Tod. Der Streit um das Hirntodkriterium wird von manchen auch als Attacke gegen den Versuch geführt, den Menschen auf sein Gehirn zu reduzieren. Man muß klar sagen, daß das Hirntodkriterium eine derartige Gleichsetzung von Mensch und Gehirn nicht impliziert. Der Ausfall des Gehirns ist nichts als eine hinreichende Bedingung dafür, daß der Tod eines Menschen eingetreten ist.

 
  Schattenwürfe einer totalen Medizin - von Frank Meyer

   
  Anhörung vor dem Gesundheitsausschuß des Deutschen Bundestages zu den Themen Hirntod und Organverpflanzung - von Dr. Nadeem Elyas

   
  Begriffliche Probleme des Hirntodes - von Martin Kurthen

   
  Entwurf eines Gesetzes über die Spende, Entnahme und Übertragung von Organen (Transplantationsgesetz - TPG)

   
  Der Hirntod und die Unantastbarkeit des menschlichen Lebens - aus: Neue Solidarität Nr. 33/97

   
  Hirntod und technologischer Wandel - aus: Telepolis

   
  Die Folgen der Transplantionsmedizin - von Erika Feyerabend

   
  Hirntod - ein neuer Tod? - von Monika Knoche

   
  NZZ Format - Wann ist der Mensch tot? - Literatur zum Thema Medizin und Tod

   
         
   

Medizin

   
       
Geschichte der Medizin - eine Linksammlung

Sterben in einer modernen Gesellschaft - aus: Damokles 3/93

Altern und Sterben - ein Buch von Robert E. Ricklefs und Caleb E. Finch

 
Grenzen in der medizinischen Lebensverlängerung - ethische Überlegungen

 
     
[Bildnachweise]    
           
      Bücher    
         
    Museum für Gestaltung Zürich (Hrsg.), Frankensteins Kinder. Film und Medizin, 1997

   
    Philippe Ariès, Bilder zur Geschichte des Todes, München/Wien 1984

   
           
      Internet    
           
    http://memopolis.uni-regensburg.de/sieben/ leichenbitter/hipokrat/hippo_d.html

   
    http://www.bic.mni.mcgill.ca/