Der Tod - ein (nicht) alltägliches Geschäft ?

 
 
 
 
Aus dem öffentlichen Leben schien Trauer in den vergangenen Jahrzehnten fast gänzlich verschwunden zu sein – wenn es nicht gerade um die fernsehgerechte Bestattung von Prominenten geht. Schwarze Kleidung am Arbeitsplatz wird bis heute mit Verwunderung zur Kenntnis genommen, ja als Störfaktor betrachtet. Die Reglementierungswut auf deutschen Friedhöfen führte zur gepflegten Langeweile bei der Grabstättengestaltung. Individuellere Varianten von Bestattung und Trauer blieben eine Ausnahme. Um die individuelle Gestaltung von Grabstätten auf deutschen Friedhöfen durchzusetzen, mußten angesichts der starren Bestimmungen gar immer wieder die Gerichte bemüht werden. Kurz gesagt: Im Umgang mit dem Tod schien eine Art “Dienst nach Vorschrift” zu herrschen, das Totenbrauchtum ein – wie Wolfgang Neumann urteilt - “knochentrockenes Gerüst” zu sein. Dies war das Ergebnis jener funktionalen Zergliederung des Todes, wie sie sich im 20. Jahrhundert entfaltet hat. Friedhofsbürokratie und Bestatter, Kirchen und Trauerredner teilten den Tod unter sich auf und zergliederten ihn in einzelne Segmente. Damit ist der Tod den Menschen aus der Hand genommen und funktionalisiert worden. 

Die Gegenbewegungen gegen den “konfektionierten Tod”, die sich in den letzten Jahren entfaltet haben, sind nicht mehr zu übersehen. Immer mehr Menschen nehmen die Gestaltung der Trauerfeier in die eigenen Hände, erproben neue Formen der Trauer- und Gedächtniskultur. Ihr “Traum vom anderen Tod” – das ist der Traum von einem selbstbestimmteren, reflektierteren, individuelleren Umgang mit Bestattung und Trauer ... Särge werden bunt angemalt, Trauerfeiern in Eigenregie durchgeführt. Speisen und Getränke werden als “Totenmahl” direkt bei der Trauerfeier gereicht, Tänze und eigene Gesangsdarbietungen aufgeführt - und ähnliches mehr.

Quelle: Gesellschaftliche Wege und Perspektiven einer neuen Bestattungskultur (Vortrag im Rahmenprogramm der Fachmesse “eternity 99”von Dr. Norbert Fischer)


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 [Informationen aus dem Internet]
           
    Bestattungskultur    
         
    Man wird sich auch in Deutschland mit dem Gedanken anfreunden müssen, daß der konventionelle Friedhof und die konventionelle Grabstätte, wie sie uns seit Jahrhunderten vertraut sind, künftig ihre bisherige Bedeutung für Bestattung und Trauer verlieren werden. Denkbar wäre ja für die Zukunft ein Szenario, bei dem die kostengünstige anonyme Beisetzung auf einem städtischen Friedhof gekoppelt wird mit einer aufwendig gestalteten Gedenkstätte im Internet. 

Quelle: Gesellschaftliche Wege und Perspektiven einer neuen Bestattungskultur (Vortrag im Rahmenprogramm der Fachmesse “eternity 99”von Dr. Norbert Fischer)
 

 
    postmortal.de - dient der "Rückeroberung eines selbstbestimmten Todes" 
 
   
    Bestattungsinstitut.de - bietet vielfältigste Informationen zum Thema Bestattungen
 
   
    Memopolis - eine digitale Stätte der Erinnerung
 
   
    Aeternitas - Verbraucherberatung in allen Fragen zu Friedhof, Gebühren etc.
 
   
    Verband Deutscher Thanatologen e.V. - sucht nach "neuen Wegen innerhalb des Bestattungswesens"
 
   
    Das virtuelle Krematorium - in niederländischer Sprache
 
   
    Hall of Memory - eine virtuelle Totengedenkstätte, siehe auch Ewigesleben.de
 
   
    World Wide Cemetery - listet die Verstorbenen u.a. nach der Ursache ihres Todes (Aids, Krebs, Selbstmord etc). Klicke hierzu auf den Punkt "View our memorials"
 
   
    Find a Grave - bietet die Möglichkeit einer weltweiten Suche nach berühmten Gräbern    
     
[Bildnachweise]    
           
      Internet    
         
    http://www.tombtown.com/hallow/html/index.html