Sozialanthropologie und Trans/Kulturelle Psychiatrie

Der Bereich "Sozialanthropologie und Trans/Kulturelle Psychiatrie" bildet einen Schwerpunkt in Lehre und Forschung von Professor Dr. Helene Basu. Im Mittelpunkt stehen vergleichende Untersuchungen von Modellen seelischer Krankheit/Gesundheit, sozio-kulturelle Definitionen von Normalität/Anormalität, rituelle und (andere) psychiatrische Behandlungspraktiken sowie die transnationale Verbreitung psychiatrischer Diskurse und Institutionen und ihre Lokalisierungen in unterschiedlichen historischen und kulturellen Kontexten. Im Sinne eines Metakonzepts umfasst der Begriff "Trans/Kulturelle Psychiatrie" eine Vielzahl theoretisch unterschiedlich akzentuierter Ansätze wie die Ethnopsychiatrie und Ethnopsychoanalyse, die kulturvergleichende Psychiatrie und die Ethnopsychologie. In Theorie und Praxis gründet die Trans/Kulturelle Psychiatrie in der interdisziplinären bzw. disziplinäre Grenzen überschreitenden Zusammenarbeit von medizinischen Psychiatern (u. angrenzenden Berufsgruppen) und Kultur- und Sozialwissenschaftlern (einschliesslich Historikern). Die sozialanthropologische Beschäftigung mit Themen aus der Trans/Kulturellen Psychiatrie liegt oftmals im Grenzbereich zur Medical Anthropology und der Religionsethnologie. Ausserdem bieten sich vielfältige Anknüpfungsmöglichkeiten zu Forschungsfragen in Bereichen wie etwa Migration, Globalisierung, Gender, Stigmatisierung und soziale Ausgrenzung, Politik, Macht und Modernität.