Forschungsprojekte
Projekte
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- 5: Austauschprogramm Mexiko
- 6: Gejagt, Gezähmt, Geopfert – Tierdarstellungen in Lateinamerika
abgeschlossene Projekte
- 7: Modellprojekt Praxis Ethnologie
- 8: Das ewige Jetzt
- 9: Sex and the Body
- 10: Bulsa-Ausstellung
- 11: Konfessionelle Koexistenz in Südthailand
- 12: Traditional Policies of the Thai
Gejagt, Gezähmt, Geopfert – Tierdarstellungen in Lateinamerika
23. Februar – 28. März 2010
Die Bilder der Ausstellung gibt es hier zu sehen!
Der Jaguar war für die Maya ein Symbol der Macht. Der Frosch stand in vielen vorspanischen Kulturen für Fruchtbarkeit. Und das Lama schätzen die Menschen in Peru noch heute als treues Haustier. In allen Lebensbereichen der indigenen Bevölkerung Lateinamerikas spielen Tiere bis heute eine große Rolle. Sie werden gejagt, gezähmt, geopfert! Die ethnologische Sonderausstellung im Archäologischen Museum der Universität Münster deckt auf, welche Bedeutungen sich hinter den Tieren verbergen.
Symbolcharakter haben Tiere insbesondere in der Mythologie vorspanischer Kulturen: Als Beschützer von Kriegern, Heilern oder Herrschern und als Götterboten nehmen sie eine Schlüsselfunktion ein oder werden als Gottheiten verehrt. Tiere haben durch ihre Lebensweisen in Gewässern, Höhlen, Wäldern und der Luft Zugang zu verschiedenen Lebenswelten und können so mit dort angesiedelten Göttern in Kontakt treten. Beispielsweise die Fledermäuse werden als nachtaktive Tiere oft mit der Unterwelt verbunden. Zusammen mit den Eulen werden sie in einigen Mythen mit dem Tod in Verbindung gebracht.
In der Vorstellung indigener Gesellschaften können Götter verschiedene Erscheinungsformen annehmen und mehrere Funktionen erfüllen. Der Jaguar etwa gilt als Schicksalsdoppelgänger der Machthaber, er ist sozusagen ihr Alter Ego und Beschützer. Die Raubkatze unterstreicht die Macht und Stärke der Herrscher, steht jedoch auch für Fruchtbarkeit. So haben beispielsweise bei den Maya Darstellungen des Regengottes oft Jaguarattribute, wie Reißzähne und Augenringe.
Immer wiederkehrende Bedeutungen, die bei vielen Tieren auftreten, stehen im Zusammenhang mit Stärke, Macht und Fruchtbarkeit. Diese Konzepte waren und sind teilweise bis heute für das gesellschaftliche Leben vieler Menschen von großer Bedeutung und spielen eine wichtige Rolle bei Heilungszeremonien und landwirtschaftlichen Ritualen.
Die rund 80 Exponate in der Ausstellung sind allesamt Tierdarstellungen und erstrecken sich von Tonskulpturen, Textilien, Musikinstrumenten über Schmuck und Opferschalen bis hin zu großformatigen Fotos und zeitgenössischer Volkskunst. Thematisch ist die Ausstellung in zehn Tiergruppen und den mit ihnen verbundenen Bedeutungen untergliedert:
Ein Götterbegleiter - Der Vogel
Eine eierlegende Wollmilchsau - Das Lama
Für Macht und Stärke - Der Jaguar
Kostbares aus der Tierwelt - Die Cochinille-Laus
Beschützer des Menschen - Der Stier
Die Welt der Ornamente - Tiere des Wassers
Dem Menschen sehr nah - Der Affe
Ein Zeichen für Fruchtbarkeit – Die Schlange
Boten der Unterwelt - Fledermaus und Eule
Ein Gehilfe des Regengottes - Der Frosch
Das Projekt
Im Rahmen eines Seminars am Institut für Ethnologie haben 20 Studierende der Kultur- und Sozialanthropologie die Ausstellung erarbeitet. Das Projekt ermöglichte den Studierenden Praxiserfahrungen in verschiedenen Bereichen musealer Arbeit zu sammeln. In Arbeitsgruppen führten sie die einzelnen Schritte der Ausstellungskonzeption eigenverantwortlich durch: von der Titelfindung über die Objektauswahl, Literaturrecherche bis hin zur Präsentation der Exponate im Museumsraum und der Erarbeitung eines Begleitprogramms.
Die Sammlung
Die archäologisch-ethnologisch ausgerichtete Privatsammlung von Dr. Dieter Allkämper ist im Laufe der vergangenen Jahrzehnte aufgebaut worden und umfasst heute rund 6.000 Objekte aus Lateinamerika. Die Exponate sind sowohl Zeugnisse vergangener Kulturen aus vorspanischer Zeit als auch Objekte der gegenwärtigen Kulturen und ermöglichen somit einen umfassenden Einblick in das künstlerische und handwerkliche Schaffen indigener Kulturen Lateinamerikas. Der Sammler bereiste zahlreiche lateinamerikanische Länder und führte archäologische Forschungen durch. Eine Auswahl seiner gesammelten Objekte ist nun im Archäologischen Museum der Westfälischen Wilhelms-Universität zu sehen.
Ausstellungsort:
Archäologisches Museum der Universität Münster
Fürstenberghaus,
Domplatz 20-22
48143 Münster
Öffnungszeiten:
Dienstag - Freitag: 14 – 17 Uhr
Samstag und Sonntag: 11 – 17 Uhr
Montags geschlossen
Der Eintritt ist frei.
Führungen
Eine kostenlose Führung findet jeden Sonntag um 16 Uhr im Anschluss an die Veranstaltungsreihe des Archäologischen Museums „Vortrag des Monats“ statt.
Auf Anfrage bieten wir gerne zusätzliche Führungen für Privatgruppen oder Schulklassen an.
Institut für Ethnologie
Ansprechpartner: Christina Henneke
Studtstraße 21
48149 Münster
Tel.: +49 251 83-27311
Fax: +49 251 83-27313
ifethno@uni-muenster.de
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