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Derzeit laufende Projekte:
DFG-Projekt: Bibelverständnis
Unter der Leitung der Professoren DDr. Karl Gabriel [Institut
für Christliche Sozialforschung] und Dr. Martin Ebner [Seminar
für Exegese des NT] führt eine Arbeitsgruppe (PD DDr.
Helmut Geller, Dipl.Theol. Christian Schramm, Dipl. Theol. Johanna
Erzberger MA) eine Untersuchung zu "Bibelverständnis
und Bibelzugang" durch. Das Projekt wird gefördert durch
die Deutsche Forschungsgemeinschaft. Ziel des Projektes ist
es herauszufinden, in welchen Situationen Menschen heute biblischen
Texten begegnen, welches (Vor-) Verständnis sie von der Bibel
mitbringen und wie sie biblische Texte interpretieren, also kurz
welchen Zugang zu und Umgang mit biblischen Texten sie haben und
welche Relevanz sie diesen Texten zusprechen. Um herauszufinden,
ob Vorverständnisse und Textauslegung milieuspezifisch variieren,
sollen ca. 15 Gruppendiskussionen in entsprechenden Milieus durchgeführt
werden, die anschließend mittels rekonstruktiver Auswertungen
analysiert werden. Zielsetzung ist die Rekonstruktion unterschiedlicher
Typen von "Alltagsexegesen". Für jede Gruppe soll
ermittelt werden, nach welcher Hermeneutik sie an die Texte herangehen,
um daraufhin Möglichkeiten zu erkunden, ob sich Anknüpfungspunkte
zu gegenwärtigen Methoden der wissenschaftlichen Exegese finden
lassen.
Kontakt: Forschungsprojekt "Bibelverständnis"
Hüfferstr. 27 Raum 1.47 48149 Münster Tel.:
0251/83-32645 oder -32646 e-Mail: bibel@uni-muenster.de
Homepage: http://egora.uni-muenster.de/fb2/bibel/aktuelles.shtml
DFG-Projekt: Ambulante Pflege zwischen
Familie, Staat und Markt
Unter Leitung der Professoren DDr. Karl Gabriel (Institut für
Christliche Sozialwissenschaften an der Westfälischen Wilhelms-Universität
Münster) und Dr. Eckart Pankoke (Fachgruppe Soziologie an der
Universität GH Essen) führt eine Arbeitsgruppe (PD DDr.
Helmut Geller, Stefan Leibold, Sigrid Bathke) die Untersuchung „Ambulante
Pflege zwischen Familie, Staat und Markt" durch. Das Projekt
wird gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft.
Durch die Einführung der Pflegeversicherung im Jahre 1995 haben
sich die Finanzierungsbedingungen für Pflegeeinrichtungen entscheidend
verändert. Das Kostenerstattungs- oder Verlustabdeckungsprinzip
wurde ersetzt durch wettbewerbsfördernde Ausschreibungsverfahren
und vertragsförmig vereinbarte Leistungsentgelte. Der Pflegebereich
hat sich von einer anbieterorientierten Bedarfs- zu einer nachfrageorientierten
Marktwirtschaft entwickelt, in der alle Anbieter gleich gestellt
sind. Die Umstellung sollte die Konkurrenz auf dem Markt erhöhen
und so die Leistungsfähigkeit steigern. Erstrebt wird damit
gleichzeitig eine Kostensenkung. Aufgabe der Untersuchung ist
es zu erkunden, wie sich der Ökonomisierungsdruck auf das Selbstverständnis
von Einrichtungen der ambulanten Pflege, die konkrete Pflege und
die Beurteilung durch die Klienten auswirkt. Ziel des Projektes
sind also nicht Evaluierungen oder Zertifizierungen der beteiligten
Pflegestationen. Vielmehr soll ermittelt werden, wie sie in Auseinandersetzung
mit den Rahmenbedingungen ihre Konzepte entwickeln und wie sie diese
Konzepte in die Pflegepraxis umsetzen. So sollen Perspektiven sichtbar
werden, unter denen die Beteiligten Pflege organisieren und wahrnehmen,
in Kontexte einordnen und bewerten. Um dieses Ziel zu erreichen
soll die Untersuchung in drei Erhebungsschritten durchgeführt
werden. Zuerst sollen die Leiter/innen der Pflegestationen in
unterschiedlicher Trägerschaft ihre Einrichtung vorstellen,
Stärken und Schwächen der Pflegeversicherung aus ihrer
Sicht reflektieren und die Auswirkungen der Pflegeversicherung auf
das Selbstverständnis und die Arbeitsweise der Einrichtung
erörtern. Im zweiten Untersuchungsschritt sollen Pfleger/innen
ihren Pflegealltag darstellen und erörtern, welche Kriterien
sie bei der Aufstellung von Pflegeplänen berücksichtigen,
wie sie diese Pläne in ihre Pflegepraxis umsetzen und welche
Probleme aus ihrer Sicht dabei auftreten. Im dritten Untersuchungsschritt
sollen Klienten der Einrichtung oder deren Angehörige mittels
eines standardisierten Fragebogens darüber befragt werden,
wie sie ihren Alltag organisieren, welche Probleme bei der Integration
der Pflege in ihre Lebenswelt auftreten, auf welche Weise sie Leistungen
der Pflegeversicherung in Anspruch nehmen und wie sie die Pflege
und deren Rahmenbedingungen insgesamt beurteilen. Die Untersuchung
soll in den Städten Münster und Essen durchgeführt
werden. Insgesamt werden 20 Pflegestationen in verschiedener Trägerschaft
einbezogen.
(Auszug aus dem Tätigkeitsbericht 2002)
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