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Prof. Dr. Karl Gabriel
Ökumene an der Basis
Ergebnisse einer sozialwissenschaftlichen Studie
1. Gesellschaftliche Entwicklungen: Flexibilisierung und veränderte
Kirchenbindung
Folgende Trends haben zur Veränderung der Situation der
Kirchengemeinden und zum Wandel der Kirchenbindung1
beigetragen : Die zu Beginn der 80er Jahre in den Gemeinden Aktiven
hatten sichere Arbeitsplätze, was ihnen die Möglichkeit
gab, in langen Perspektiven zu denken, zu planen und sich zu binden.
Die Flexibilisierung in der Wirtschaft verkürzt die Zeitperspektiven,
für die der einzelne planen kann2.
In den Gemeinden wird das schon allein an der hohen Fluktuation
der Gemeindemitglieder deutlich, die auch die Bindung an die Kirchengemeinde
reduziert. Der Flexibilisierung einher geht auch eine andere Lebensorientierung.
Unter den Bedingungen raschen sozialen Wandels und von Unsicherheit
steht die Realisierung persönlicher Zielsetzungen in der Zukunft
unter hohen Risiken. Außerdem sind die Folgeprobleme von Entscheidungen
tendenziell unabsehbar. In solchen Situationen erscheinen flexible
Handlungsstrategien aussichtsreicher als langfristige Festlegungen.
Daraus ergibt sich auch eine andere Perspektive, unter der der einzelne
Glauben wahrnimmt. In einer Gemeinde wurde dieser Zusammenhang während
eines ökumenischen Wochenendseminars über die Rechtfertigungslehre
exemplarisch bewusst. In diesem Seminar kam man zu dem Ergebnis,
dass sich die Fragestellung Luthers heute umgekehrt habe: Luther
habe gefragt. 'Wie kriege ich einen gnädigen Gott?' Heute dagegen
werde gefragt: 'Gibt es überhaupt einen Gott und wenn ja, warum
lässt er bestimmte Dinge zu?' Es werde also nicht mehr gefragt:
'Wie werde ich Gott gerecht?', sondern: 'Wie wird Gott mir gerecht?'
Bezugspunkt sei also nicht mehr Gott, sondern der einzelne. Darin
spiegelt sich die Tendenz zu einer stärkeren Individualisierung
auch der religiösen Erfahrung wider. (Krüggeler 1999;
Gabriel 2003).
Diese Perspektivenumkehr gilt auch und gerade für das Verhältnis
zu Organisationen, und damit auch für Veränderungen im
Verhältnis zur Kirche. Im Vordergrund steht nicht mehr die
Frage: Was erwartet die Organisation von mir, wie ordne ich mich
in die Organisation ein, sondern: Was leistet die Organisation für
mich und mein Erleben? Welche Möglichkeiten habe ich in dieser
Organisation? Dieser Perspektivenwechsel gilt nicht nur im Hinblick
auf die Kirchen, sondern auch auf andere Organisationen, wie Gewerkschaften,
Parteien oder den Staat. Der Einzelne richtet sich nicht mehr in
einer ihm als vorgegeben erscheinenden Welt ein, sondern konstruiert
die Welt um sich als Mittelpunkt. Er wählt das, was er an der
Organisation als nützlich oder schön findet aus und wählt
das, was ihn stört soweit wie möglich ab oder blendet
es aus. So kann er sich auch über Verbote ohne schlechtes Gewissen
hinwegsetzen. Richtete sich die vorige Generation noch an
einer als vorgegeben erscheinenden Wirklichkeit aus, die sie zwar
kritisieren konnte und auch durch Einwirken verändern wollte,
auf die sie sich aber als Ganze bezog, so dass Glauben für
sie bedeutete, sich für eine Wirklichkeit als Ganze zu entscheiden,
so kann die nachfolgende Generation bestimmte Elemente, die ihr
gefallen, auswählen und andere, die ihr weniger zusagen, abwählen.
Die Verringerung des Zeithorizonts, für den man sicher planen
kann, beeinflusst auch die Bindungsbereitschaft. Lebenslange Verpflichtungen
einzugehen, erscheint immer schwieriger. Daher haben Gruppen und
Verbände mit einem solchen Anspruch auch immense Nachwuchsprobleme.
Dagegen berichten alle Pfarrer, für überschaubare Projekte
keine Probleme zur Aktivierung von Ehrenamtlichen zu haben. Von
dieser Verkürzung des Zeithorizonts sind auch die Vorstellungen
über Leistung und Gegenleistung betroffen. Je kurzfristiger
der Zeithorizont wird, desto wahrscheinlicher wird es, dass auch
soziale Beziehungen nach dem Prinzip des Tausches beurteilt werden,
dass Leistung und Gegenleistung kurzfristig aufgewogen werden. So
verändert sich das Verhältnis zwischen Organisation und
Mitglied zunehmend in Richtung eines Verhältnisses von Anbieter
und Kunde. Als Kunde erwarten die Mitglieder für ihr Engagement
fachlich qualifizierte Gegenleistungen. Damit müssen sich die
Kirchengemeinden auf den Markt begeben, auf dem sie um Zeit, Kraft,
Aufmerksamkeit und Engagement mit anderen Anbietern in Konkurrenz
treten.3
2. Kirchengemeinden und die Zukunft des Glaubens
Betrachtet man die gegenwärtige Diskussionslage um die Zukunft
des christlichen Glaubens, so fällt auf, daß den Gemeinden
- insbesondere in ihrer Ausprägung als Territorialgemeinden
- in der Regel wenig Zukunftsfähigkeit attestiert wird.
Von einer künftigen "Netzwerkkirche" als Zusammenspiel
selbstorganisierter Gruppen und Initiativen sprechen einige, die
um der Zukunft des Christentums willen die herkömmliche Gemeindekirche
abzulösen habe (Hochschild und Poensgen 2000). Konzentrierten
sich die Reformhoffnungen während und nach dem 2. Vatikanum
noch auf die Erneuerung und Verlebendigung des Gemeindelebens, so
gilt die Situation der Kirchengemeinden heute als Ausdruck eines
Reformstaus. Binnen weniger Jahre sind sie in der Einschätzung
von Expertenmeinung von Lokomotiven der Kirchenreform zu Bremsklötzen
geworden, deren Potential zur Veränderung skeptisch bis katastrophal
beurteilt wird.
Auf Grund der Ergebnisse unserer Untersuchung lassen sich folgende
Aspekte hervorheben: Es fällt auf, wie stark die Kirchengemeinden
ein Spiegelbild ihrer sozialräumlichen Umwelt, deren Probleme
und deren Auseinandersetzungen mit herausfordernden gesellschaftlichen
Entwicklungen in ihrem Nahbereich darstellen. Wo ein dichtes Netz
von Vereinen und enge Kommunikationsbezüge zwischen den Akteuren
der unterschiedlichen Daseinsbereiche existieren, können
Kirchengemeinden - so in der Kleinstadt - einen gewichtigen Part
im lokalen Handlungsgefüge einnehmen und nach Innen und Außen
innovative und beispielhafte Perspektiven und Problemlösungen
ins Spiel bringen. Dies gilt für glaubenspastorale Initiativen
einer veränderten Firmvorbereitung und Jugendarbeit insgesamt
wie auch für sozialpastorale Innovationen auf dem Feld der
Hospizarbeit.4 Wo Neubaugebiete
im Generationenwechsel ihren Charakter verändern und die "neue
Ökonomie" die Zeithorizonte verkürzt, ergeben sich
auch für Kirchengemeinden neue Konstellationen, auf die
mit veränderten Konzepten - etwa hinsichtlich der Gewinnung
und des Einsatzes von Ehrenamtlichen - reagiert wird. Das Beispiel
großstädtischer Innenstadtgemeinden macht nachhaltig
deutlich, daß Kirchengemeinden unvermeidlich in den Abwärtssog
verarmender und alternder Stadtteile und in Konflikte um veränderte
Nutzungsgewohnheiten innerstädtischer Areale hineingezogen
werden. Es wird aber auch deutlich, daß Kirchengemeinden zu
den Kristallisationspunkten gehören, die für die Aufrechterhaltung
eines lokalen Selbstbewußtseins in Verarmungsgebieten eine
wachsende Bedeutungszuschreibung erhalten und sie zu jenen Arenen
zu rechnen sind, in denen die Interessengegensätze und Konflikte
um den Lebensraum City in aller Härte ausgetragen werden.
Das Gesamtbild läßt den Schluß zu, daß
die Gemeinden stärker in die positiven wie die negativen, belastenden
Entwicklungen ihres Nahraums eingebunden sind, sich stärker
nicht nur passiv, sondern auch aktiv und innovativ mit den Veränderungen
in ihrer Umwelt auseinandersetzen, als dies die gegenwärtige
Diskussion über absterbende und milieuverengte Kirchengemeinden
erwarten läßt. Mit ihren Ortsgemeinden reichen die Kirchen
mitten in die lokalen Sozial- und Lebensräume hinein, werden
sie mit den rapiden Veränderungen vor Ort konfrontiert und
finden sich in den gegenwärtigen gesellschaftlichen Konfliktlagen
und Brennpunkten wieder. Abhängig vom Potenzial an Personen,
das ihren Nahraum prägt, bzw. in ihrem Nahraum verbleibt, gelingt
es ihnen, Ressourcen einer aktiven Auseinandersetzung mit einer
veränderten Umwelt zu erschließen. Es kann bezweifelt
werden, ob eine aus vernetzten Gruppen sich konstituierende Kirche
eine vergleichbare Integration und Verschränkung mit gesellschaftlichen
Veränderungsprozessen im unmittelbaren Handlungs- Erlebens-
und Erleidensraum der Menschen vor Ort aufweisen würde.
Insofern bleiben Territorialgemeinden der unverzichtbare Ort einer
alltagsbezogen Glaubens- wie Sozialpastoral.
3. Zukunft der ökumenischen Beziehungen
In den letzten 15 Jahren ist in den Gemeinden eine neue Generation
nachgewachsen. Diese erlebte die Errungenschaften der vorigen Generation
in Sachen Ökumene nicht mehr als etwas Besonderes. Sie hat
ihre Schulzeiten zum größten Teil in Gemeinschaftsschulen
verbracht und erlebte schon in ihrer Kindheit vielfältige ökumenische
Aktivitäten. Sie sind für sie schon zur Normalität
geworden. Dazu haben auch die ökumenischen Entwicklungen selbst
stark beigetragen. Die Mischehengesetzgebung ist durch die damaligen
Gesetzesänderungen entschärft. Zieht man in Betracht,
welcher innerfamiliale und gemeindliche Konfliktstoff über
Generationen hinweg in der konfessionsverschiedenen Ehe lag, wird
das Ausmaß der Veränderungen erst deutlich. In beiden
Konfessionen übersteigt inzwischen der Anteil der Eheschließungen,
in denen nur ein Partner evangelisch bzw. katholisch ist, die Zahl
der Eheschließungen mit gleichkonfessionellen Partnern deutlich.5 Ökumene als spezielles
Anliegen scheint sich zu einem Generationenthema der heute über
50jährigen zu entwickeln. Für ökumenische Interessen,
Motive und Aktivitäten fehlen der jüngeren Generation
offensichtlich die generativen Themen und Herausforderungen, die
sich mit Aussicht auf Erfolg verfolgen ließen.
4. Spannungsfeld Kirchengemeinde und Caritas/Diakonie
Neben Aufgaben der Verkündigung des Evangeliums und der
Weitergabe des Glaubens an die kommenden Generationen, der Feier
des Gottesdienstes und dem Bemühen um die Festigung der Gemeinschaftsbildung
nach Innen spielen in allen untersuchten Gemeinden vielfältige
Aktivitäten im sozial-caritativen Bereich eine erhebliche Rolle.6 Mit der Entstehung neuer Gemeindeinitiativen
im Bereich von Dritt-Welt-Gruppen oder des Ost(Mittel)Europa-Engagements,
sozial-caritativer Aktivitäten der Sozialverbände vor
Ort und der Arbeit von Gemeindegremien und -ausschüssen beziehen
sich die Gemeinden auf Notlagen und Problemsituationen in ihrem
näheren und weiteren Umfeld und versuchen durch ihr Handeln
zu Problemlösungen beizutragen. Wie sich am Beispiel der Arbeit
mit jungen Familien, Kindern und Jugendlichen, aber auch im Bereich
der Altenarbeit und neuer Formen der Sterbebegleitung zeigte, reagieren
die Gemeinden mit ihren sozial-caritativen Aktivitäten auf
die spezifischen Herausforderungen in ihrer unmittelbaren Umwelt
und widersetzen sich so den Tendenzen ihrer sozialen Isolierung.
Im Kontrast dazu haben die Gemeinden in den letzten Jahren zentrale
und wichtige Handlungsfelder ihres herkömmlichen sozial-caritativen
Engagements weitgehend verloren. Besonders drastisch ist dies in
unserer Untersuchung am Beispiel der Transformation der traditionellen
gemeindlichen Aktivitäten im Bereich der ambulanten Alten-
und Krankenpflege deutlich geworden. Mit der Überführung
der Gemeindeschwestern in Sozialstationen ist den Kirchengemeinden
ein wichtiges Aufgaben- und Identifikationsfeld weggebrochen. Dieser
Sachverhalt wurde in allen untersuchten Gemeinden beklagt. Die neuere
Gesetzgebung im ambulanten Pflegebereich hat eine schon länger
beobachtbare Entwicklung auf die Spitze getrieben. Die Sozialstationen
in kirchlicher Trägerschaft sehen ihr Handeln vom Gesetzgeber
auf ein Pflegeverständnis zurückgedrängt, das eine
ganzheitliche, für eine religiöse Symbolisierung
offene Pflegepraxis nicht mehr zuläßt. Gleichzeitig werden
sie vom Gesetzgeber in ein für sie neues und ungewohntes Konkurrenzverhältnis
zu privatwirtschaftlichen Anbietern hineingestellt, das sie nicht
nur zu verstärkter Professionalisierung, sondern mehr noch
zu administrativen Reformen und einer stärkeren Bürokratisierung
ihres Handelns zwingt. Nach unseren Ergebnissen hat der noch im
Gang befindliche Prozess dazu geführt, dass die Sozialstationen
in der Trägerschaft von Diakonie und Caritas und die Gemeinden
sich wechselseitig aus den Augen verloren haben.
Obwohl die Verantwortlichen in den Kirchengemeinden und Sozialstationen
ein Problembewußtsein für die negativen Folgen dieser
Entwicklung besitzen, sehen sie sich von der Reichweite und dem
Tempo der Veränderungen so bedrängt, dass neue Formen
der Kooperation bisher nicht in den Blick kommen. Denkbar wäre
zum Beispiel, dass Sozialstationen ihren Bezug zur Gemeinde und
zu einem gemeindlichen Netz von Ehrenamtlichen gerade als ein besonderes
Potenzial in der Konkurrenz zu privatwirtschaftlichen Anbietern
entdecken und entwickeln. Zur Erschließung der notwendigen
personellen und auch motivationalen Ressourcen und Investitionen
fehlt den Beteiligten im Augenblick offenbar die Kraft. Damit droht
ein Handlungsfeld "entkirchlicht" zu werden, dem für
ein glaubwürdiges Zeugnis christlichen Handelns heute eine
spezifische Bedeutungssteigerung zuzusprechen ist. Nirgendwo
sind die Tendenzen zur Gewöhnung an offensichtlich inhumane
und der Würde der menschlichen Person widersprechende Strukturen
und Praktiken stärker als auf dem Feld der Pflege und Sorge
für die wachsende Zahl der Hochbetagten und schwerst Pflegebedürftigen.
Die augenblickliche Konzentration auf die Hospizarbeit im gemeindlichen
Bereich hat möglicherweise - neben anderen Faktoren -
auch zum Hintergrund, dass es sich um ein Feld handelt, das
weitgehend außerhalb des wohlfahrtsstaatlich geregelten und
finanzierten Aufgabenbereichs der Wohlfahrtsverbände liegt.
Dies würde darauf hinweisen, dass nach wie vor die kirchlich-pastorale
bzw. gemeindliche "Erststruktur" und die kirchlich-verbandliche
"Zweitstruktur" keine angemessene Beziehung zueinander
gefunden haben.7 Diese Schlußfolgerung
legen unsere Ergebnisse im Bereich der Sozialstationen nahe. Auf
deutlich engere Bezüge verweisen unsere Ergebnisse im Bereich
der Kindergärten. Angefangen beim hauptamtlichen Personal und
sich fortsetzend bei den Aktiven in den Gemeinden hat der gemeindliche
Kindergarten einen eher steigenden Stellenwert im Bewußtsein
der Verantwortlichen in den Gemeinden. Gemeindenahe Kindergärten
stehen im Zentrum des Bemühens vieler Gemeinden, ein Feld kirchlich-religiöser
Prägung für die Heranwachsenden zu schaffen, das schon
mit Krabbelgruppen beginnt und mit Angeboten der Jugendarbeit
endet.
5. Großgemeinden als Gefährdung der Gemeinde als
persönliches Beziehungsnetz und Gemeinschaft
Mit der Gemeindetheologie des II. Vatikanums hat der Beziehungs-
und Gemeinschaftsaspekt der gemeindlichen Realität eine deutliche
Aufwertung erfahren. Die Kirche versteht sich konstitutiv als Volk
Gottes, das sich vor Ort realisiert: "Die Kirche Christi ist
wahrhaft in allen rechtmäßigen Ortsgemeinschaften der
Gläubigen anwesend, die in der Verbundenheit mit ihren Hirten
im Neuen Testament auch selbst Kirchen heißen. Sie sind nämlich
je an ihrem Ort ... das von Gott gerufene neue Volk". (Lumen
gentium 26; Haslinger/Bundschuh-Schramm 2000, 294) Für das
Konzil wie für die Gemeinsame Synode der Bistümer in der
Bundesrepublik Deutschland ist ein Verständnis von Gemeinde
charakteristisch, das die persönliche Bindung und den Gemeinschaftscharakter
bzw. die Verbundenheit als Volk Gottes hervorhebt. Auf die Realität
in den Gemeinden ist die Gemeindetheologie des II. Vatikanum nicht
ohne Einfluß geblieben.
Nach unseren Ergebnissen sind in den Beschluss- und Beratungsgremien
der Kirchengemeinden Vertreter eines Gemeindeverständnisses
in der Mehrzahl, das auf personale Bindung und "Ganzheitlichkeit"
zentralen Wert legt. Konkret besagt dies, dass der Beziehungsaspekt
in den Kirchengemeinden eine hervorragende Rolle spielt, so dass
Sachentscheidungen stark von den persönlichen Beziehungen beeinflusst
werden. Die Bereitschaft zur aktiven Mitarbeit in der Gemeinde hängt
wesentlich von den persönlichen Beziehungen zum Pfarrer und
anderen Leitungspersonen ab.
Wichtige Bedingung für die Bindung an die Gemeinde ist die
Pflege der persönlichen Beziehungen zwischen Pfarrer und Gemeindemitgliedern.
"Der Pfarrer muss eine Per-son zum Anfassen sein", so
oder ähnlich äußerten sich viele der Befragten.
Um dieser Aufgabe nachkommen zu können, muss die Gemeinde eine
überschaubarer Größe haben. Der Personalmangel in
den Gemeinden erschwert den Pfarrern zunehmend die Herstellung und
Aufrechterhaltung persönlicher Beziehungen selbst zu den aktiven
Gemeindemitgliedern. Überall werden mehr Hausbesuche eingefordert.
Doch weisen die Pfarrer allein auf die Zeit hin, die sie mit Hausbesuchen
anläßlich von Altengeburtstagen, Sakramentenspendung,
Sterbefällen usw. machen müssen, so dass für spontane
Hausbesuche keine Zeit bleibt.
Aufgrund des Verständnisses der Kirchengemeinde als personal
verbundene Gemeinschaft besteht in den Gemeinden auch eine starke
Abwehrhaltung gegen Gemeindezusammenlegungen, denn große Gemeinden
machen solche Kontakte unmöglich.8
Diese Abwehrhaltung wird dadurch verstärkt, dass mit
einer Änderung der Gemeindegrenzen Eingriffe in das Gemeinwesen
der Gemeinde verknüpft sind. Immer wieder wurde darauf hingewiesen,
dass sich mit der Veränderung der Grenzen Gruppen aufgelöst
hätten, dass die Integration der Gruppen auf neuer räumlicher
Basis immens viel Zeit und Energie erforderlich machen würde.
Eine Veränderung der räumlichen Grenzen beeinträchtigt
das gerade von Gemeindeaktiven immer wieder hervorgehobene Heimatgefühl,
das die Mitarbeit in der Gemeinde hervorruft, da mit der Veränderung
der räumlichen Grenzen auch die stabilisierende Wirklichkeit
der Gemeinde verändert wird. Gerade dieses Heimatgefühl,
das die Mitarbeit in den Kirchengemeinden vermittelt, wird als hoher
Wert von den Aktiven eingeschätzt.
In den katholischen Kirchengemeinden wird der Zwang zur Zusammenlegung
von Gemeinden auf den Priestermangel zurückgeführt. Dieser
Priestermangel wird den Auswahlkriterien für den Priesterberuf,
Zölibat und männliches Geschlecht, zugeschrieben. Evangelische
Gemeinden, die andere Auswahlkriterien für Geistliche hätten,
hätten sogar einen Bewerberüberschuss. Würde man
die Auswahlkriterien ändern, bedürfe es keiner Zusammenlegung
von Gemeinden. Um die Struktur der Kirchengemeinden beibehalten
zu können, fordern sie Änderungen in den Zugangskriterien
zum Priesterberuf. In den evangelischen Kirchengemeinden wird der
Zwang zur Gemeindezusammenlegung dagegen überwiegend auf den
Rückgang der Finanzmittel der evangelischen Kirchen zurückgeführt.
Die Widerstände gegen Gemeindezusammenlegungen sind aber nicht
geringer als in den katholischen Gemeinden. Gleichgültig wie
verursacht, wird die Zusammenlegung benachbarter Gemeinden innerhalb
der Gemeinden als Bedrohung ihres Bestandes interpretiert. Das Hauptinteresse
verlagert sich daher auf die Bestandserhaltung. Auch dadurch tritt
das ökumenische Anliegen in den Hintergrund. Gleichzeitig ist
die Tendenz beobachtbar, dass sich die Gemeindebindung von der Kirchenbindung
löst und verselbständigt. In mehreren Fällen wurde
der Gemeindemitgliedschaft hohe Relevanz zugeschrieben, während
man sich von der Kirche distanzierte.
6. Das ehrenamtliche Engagement in den Gemeinden
Typisch für die in Kirchengemeinden Engagierten ist, dass
sie schon vor ihrem Engagement eine Bindung zur Gemeinde hatten.
Die relativ regelmäßige Teilnahme am Gottesdienst und/oder
die Mitgliedschaft in gemeindlichen Gruppen ging dem Engagement
in der Regel voraus. Die Gewinnung neuer Ehrenamtlicher ist dabei
in den letzten Jahren offensichtlich schwieriger geworden.
Für die Hauptamtlichen hat sich der Aufwand für die Neuanwerbung
und die Pflege der Ehrenamtlichen deutlich erhöht. Eine zunehmende
Zahl von Ehrenamtliche waren von vornherein nur bereit, sich für
ein bestimmtes Projekt oder für einen bestimmten Zeitraum zu
engagieren. Ohne religiöse Sozialisation in der Familie und
entsprechende gemeindliche Kontaktbezüge waren die Chancen
gering, die Kirchengemeinde als eigenes Betätigungsfeld zu
entdecken.
Einen hohen Stellenwert räumten die ehrenamtlich Engagierten
dem Bewußtsein ein, in eine Glaubensgemeinschaft integriert
zu sein. Dabei schälten sich zwei unterschiedliche Definitionen
von Gemeinde als Gemeinschaft mit Folgen für das Engagement
heraus: Gemeinde als Heimat und Gemeinde als Wahlverwandtschaft.
Hinsichtlich der zu erwartenden künftigen Entwicklung des ehrenamtlichen
Engagements in Kirchengemeinden lassen sich unserer Ergebnisse in
folgenden Thesen zusammenfassen:
- In Zukunft wird die Zahl derer, die es als eine Selbstverständlichkeit
betrachten, sich in der Gemeinde zu engagieren, weiter abnehmen.
Die Erwartung, daß die Menschen sich in fortgeschrittenem
Alter schon rein lebenszyklisch bedingt dem gemeindlichen Nahraum
wieder zuwenden, dürfte so nicht richtig sein. Für
die freie Zeit, die nach dem Ausstieg aus dem Berufsleben bleibt,
finden die Älteren zunehmend vielfältige Verwendung.
Die Realisierung eigener Lebensentwürfe durch Reisen oder
nachgeholte Bildungsprozesse spielen eine wichtige Rolle.
- Wenn auch offensichtlich der Selbstbezug auch für die
gemeindlich Aktiven eine stärkere Bedeutung erhält,
bleibt die Tatsache: alle wollen direkt von einem bereits aktiven
Gemeindemitglied angesprochen werden. Die Bereitschaft, zur
Gewinnung neuer Ehrenamtlicher Menschen aktiv anzusprechen,
wird damit zu einem entscheidenden Faktor für die Zukunft
des gemeindlichen Ehrenamts.
- Die „Heimatorientierten“ in den Gemeinden orientieren sich
sehr stark an der Person des Pfarrers und an dem, was der einmal
eingespielten Stabilität der Gemeinde und ihrer Gruppen
entspricht bzw. dient. Der Dienst an und in der Gemeinde genießt
Vorrang gegenüber der Realisierung eigener Handlungsentwürfe.
Die in der Gemeinde Gleichgesinnte für ihr eigenes Engagement
suchen, orientieren sich eher an Themen und Zielen und
erwarten die Lockerung traditioneller Handlungsbeschränkungen.
Beide Perspektiven sind in der Lage, sich zu ergänzen:
die einen können dazu beitragen, dass neue sinnstiftende
Handlungsfelder erschlossen werden, die anderen, daß gefährdete
alte Handlungsfelder erhalten bleiben. Den Verantwortlichen
in den Gemeinden käme in diesem Zusammenhang die Aufgabe
zu, zwischen dem „heimatorientierten“, alten gemeindlichen Ehrenamt
und dem neuen Ehrenamt auf der Suche nach Mitstreitern im selbstgewählten
Engagement eine produktive Vermittlung herzustellen.
7. Zwei alternative Entwicklungstendenzen
Insgesamt zeichnen sich in den Kirchengemeinden zwei grundverschiedene
Entwicklungstendenzen ab. Die eine dringt darauf, die Gemeinden
als persönlich verbundene Gemeinschaften zu erhalten. Deren
Vertreter betonen die Ganzheitlichkeit der Gemeindearbeit und wehren
sich gegen die Zusammenlegung von Gemeinden, weil dadurch der persönliche
Kontakt zum Pfarrer und innerhalb der Gemeinde beeinträchtigt
wird und die Beheimatung bedroht erscheint. Die Betonung personaler
Beziehungen steht im Mittelpunkt. Die Gemeindetheologie des 2. Vatikanum
war dadurch geprägt wie auch die Zielsetzung, von der "versorgten
Pfarrei" zur "sorgenden Gemeinde" zu gelangen. In
den Gemeindegremien bilden die Vertreter dieser Richtung in der
Regel die Mehrheit. Die zweite Tendenz lässt sich stärker
auf das System der Arbeitsteilung ein und arrangiert sich mit dem
Umstand, dass das Angebot der Kirchengemeinden zunehmend Marktcharakter
gewinnt. Man sieht sich in Konkurrenz zu einer wachsenden Zahl anderer
Anbieter, die unter den Bedingungen knapper Zeitressourcen um Aufmerksamkeit
und Teilnahme werben. Dem entsprechen andere Organisationsformen.
Die Kirchengemeinde muss sich stärker als Dienstleistungsanbieter
organisieren, um auf dem Markt zu bestehen.
In welche dieser Richtungen sich die Kirchengemeinden entwickeln,
hängt nicht zuletzt von kirchenpolitischen Entscheidungen ab.
Zunehmend werden die Gemeinden von den Kirchenleitungen in die Richtung
von großräumigen Dienstleitern mit einem notwendig stärker
anonymisierten Angebot gelenkt. Die Verringerung der Zahl der Pfarrer
und ihre kurzfristige Zuweisung auf bestimmte Stellen behindern
den Aufbau persönlicher Bindungen zwischen den Pfarrern und
Gemeindemitgliedern ebenso wie die Zusammenlegung von Gemeinden.
Personale Bindungen setzten voraus, dass die Pfarrer zumindest die
aktiven und aktivierbaren Gemeindemitglieder kennen. Für ein
solches Kennenlernen sind aber Zeit und eine überschaubare
Gemeindegröße erforderlich. Auch die Budgetierung der
Finanzen behandelt alle Gemeinden entsprechend bürokratischer
Gleichheitsgesichtspunkte unabhängig von ihren jeweiligen Problemlagen.
Unter solchen Bedingungen wird es immer schwieriger, dass sich in
den Gemeinden persönlich geprägte Bindungen zum Pfarrer
und innerhalb der Gemeinde entwickeln.
In allen untersuchten Gebieten im Westen der Bundesrepublik waren
Diskussionen über die Zusammenlegung von benachbarten Gemeinden
im Gange. Die Veränderung räumlicher Gemeindegrenzen bedeutet
nicht nur die Schaffung neuer Verwaltungsstrukturen, sondern impliziert
gleichzeitig immer auch Eingriffe in die Gemeinwesen und Umstrukturierung
der Seelsorgestruktur. In allen betroffenen Gemeinden kämpften
die Gemeindemitglieder um den Wohnsitz des Pfarrers. Der Pfarrer
ist nach wie vor der Knotenpunkt des kirchengemeindlichen Gemeinwesens.
Daher entzünden sich die meisten Kontroversen zwischen den
betroffenen Gemeinden an der Wohnsitzfrage der Geistlichen. Werden
die Gemeinden zu Pfarrverbänden zusammengeschlossen, die von
einem Pfarrer betreut werden, dann vervielfältigen sich die
Gremiensitzungen. Die Vergrößerung der Seelsorgsbezirke
bei gleichzeitiger Vermehrung der Gremienarbeit macht es fast unmöglich,
dass der Pfarrer selbst zu allen aktivierbaren Gemeindemitgliedern
persönliche Kontakte unterhält. Schon allein dadurch wird
die Beziehung der Gemeindemitglieder zur Gemeinde anonymer. So wird
der Druck, von einem personal geprägten Gemeinschaftszusammenhang
in eine stärker anonym und bürokratisch geprägte
Vergesellschaftung transformiert zu werden, größer. Diese
Transformation berührt das Selbstverständnis der Gemeinden
fundamental. Daher wird das Interesse der aktiven Gemeindemitglieder
zunehmend auf innergemeindliche Probleme gelenkt, die damit Priorität
vor der Ökumene erhalten.
Welche strategischen Möglichkeiten, sich den neuen Verhältnisses
anzupassen, bleiben den Gemeinden. Fast allgemein wird von der katholischen
Kirche erwartet, die Zugangskriterien für den Priesterberuf
zu ändern und Frauen und verheiratete Männer zum Priestertum
zuzulassen. Daran wird deutlich, dass in den Gemeinden andere Entscheidungsprämissen
zu Grunde gelegt werden als in den Kirchenleitungen. Nicht die Auswahlkriterien
für Priester werden als der Entscheidung entzogen vorausgesetzt,
sondern die Ermöglichung solidarischer Kommunikation. Dieses
theologisch durch die Communio- und Volk-Gottes-Theologie des 2.
Vatikanum legitimierte Verständnis von Gemeinde als Kommunikationssystem
unter Anwesenden, die sich gegenseitig kennen, erklärt die
Anziehungskraft für die Beteiligten. Für die Zukunft der
katholischen Gemeinden, für ihre "sakramentale"9 wie ihre soziale Mitte bleibt
aber die Lösung der Priesterfrage von entscheidender Bedeutung.
Die ökumenische Entwicklung vor Ort - dieser Gesamteindruck
drängt sich auf - legt im Augenblick eine Pause ein. Handelt
es sich - dies dürfte die entscheidende Frage sein - um eine
für die Ökumene eher regressive oder produktive Pause?
Anzeichen für einen regressiven Konfessionalismus in den untersuchten
Gemeinden sind nicht erkennbar. Größer ist die Gefährdung
einzuschätzen, dass auch bei den in den Gemeinden Aktiven die
Konturen einer konfessionellen Identität weitgehend verblassen.
Der Sinn ökumenischer Beziehungen ist aber daran gebunden,
dass Identitäten und Subjekte einander begegnen. Unter welchen
Bedingungen könnte man von einer produktiven Pause sprechen?
Produktive Wirkungen könnte die Pause in der Ökumene dann
entwickeln, wenn sie die Chance böte, die ökumenische
Bewegung auf den drei Ebenen von Kirchenleitung, Fachtheologen und
der gemeindlichen Basis wieder stärker aufeinander zu beziehen.
Konkret könnte dies bedeuten, daß die theologische Reflexion
sich intensiv mit dem beschäftigt, was Christen vor Ort in
Gemeinden erfahren haben und die Kirchenleitungen in eine Prüfung
eintreten, was daran als legitim anerkannt werden kann. (Hilberath
2001, 7) Auf die Erfahrungen der Gemeinden bleiben Kirchenleitungen
wie Theologen angewiesen. Wo der Versuch unternommen wird, auf administrativem
Weg geistliche Erfahrungen ökumenischer Zusammenarbeit über
das bisher erprobte Maß hinaus von vorn herein zu unterbinden,
darf man sich nicht wundern, wenn dem ökumenischen Kreislauf
der Motor fehlt und Stillstand eintritt. Die Ökumene lebt von
einer inneren Dynamik gemeinsamer Erfahrungen, deren ernsthafter
theologischer Reflexion und dem Ringen darum, was von dem
Trennenden als "versöhnte Verschiedenheit" wechselseitig
von den Kirchenleitungen anerkannt werden kann.
Produktiv könnte sich die Pause in der Ökumene auch dann
auswirken, wenn in der Zwischenzeit der gemeinsame Faden von Ökumene
und Kirchenreform wieder aufgenommen werden könnte. Das Bewußtsein,
von einem inneren Reformstau gewissermaßen gelähmt zu
sein, hat in den Kirchen und Gemeinden eine weite Verbreitung. Obwohl
die Probleme und Herausforderungen wie die ins Auge gefaßten
Lösungswege in den Gemeinden nahe beieinander liegen, fehlt
ein wirksamer Impuls, die Ökumene als Reformpotenzial stärker
ins Spiel zu bringen. Wollen die Kirchen in der Gesellschaft wie
auch die Gemeinden vor Ort tatsächlich etwas bewegen und verändern,
sind sie auf die Ökumene als Netzwerk gemeinsamen Handelns
vollends angewiesen. Wenn den Kirchen auf allen Ebenen zum Bewußtsein
kommt, dass ein konfessionelles Kirchtumsdenken ihrer inneren Reformfähigkeit
wie ihrem Zeugnis in der Gesellschaft diametral im Wege steht, könnte
allmählich der Weg für eine neue Phase der Ökumene
frei werden.
Anmerkungen:
1 Den folgenden Überlegungen liegen die Ergebnisse
des von der DFG geförderten Forschungsprojekts „Ökumene
und Gemeinde“ an den Universitäten Essen und Münster zu
Grunde: H. Geller/E. Pankoke/K. Gabriel in Zusammenarbeit mit: K.
Bobbert/A. Jansen/N. Wojtko (2002). Von März bis Juli 1999
wurden 121 qualitative Interviews in katholischen und evangelischen
Gemeinden an fünf Orten der Bundesrepublik durchgeführt.
Das Projekt erlaubt einen Zeitraum von 14 Jahren zu überblicken,
da dieselben Gemeinden in den Jahren 1982 bis 1984 schon einmal
untersucht wurden: H. Geller (1985).
2 Die schärfste Analyse der hier angesprochenen
Phänomene stammt von Richard Sennett (1998).
3 Zu einer breiten Erörterung der Thematik Kundenorientierung
in Kirche und Caritas siehe: Pott (2001).
4 Zur Unterscheidung von Sozial- und Glaubenspastoral
siehe Fuchs (1998).
5 IKSE (1997); Ebertz (1998), 310.
6 Insofern finden sich in den Gemeinden die von der Pastoraltheologie
betonten Grundfunktionen von Zeugnis, Liturgie, Koinonie und Diakonie
wieder. Zur neueren Diskussion siehe: Karrer (2000).
7 Zur Problematik kirchlicher "Erst- und Zweitstruktur"
siehe: Steinkamp 1994; Kaiser 2001.
8 Die Diskussion um die Zusammenlegung von Gemeinden
wird breit dokumentiert in: Eckart (1998).
9 Ein Positionspapier des ZdKs spricht von der "Gefährdung
der sakramentalen Mitte der Gemeinde" durch den Priestermangel.
(ZdK 2000).
Literatur:
Ebertz, M. N., Erosion der Gnadenanstalt? Zum Wandel der Sozialgestalt
von Kirche, Frankfurt a. M. 1998.
Eckart, J., Pfarrgemeinderat und Kooperative Pastoral: eine pastoraltheologische
Untersuchung am Beispiel der Diözese Speyer, St. Ottilien 1998.
Fuchs, O., Für eine neue Einheit von Sozial- und Glaubenspastoral,
in: Pastoraltheologische Informationen 18 (1998), 131-147.
Gabriel, K., (Post-)Moderne Religiosität zwischen Säkularisierung,
Individualisierung und Deprivatisierung, in: H. Waldenfels (Hrsg.),
Religion. Entstehung – Funktion – Wesen, Freiburg/München 2003,
109-132.
Geller, H. (Hrsg.), Ökumene in Gemeinden. Struktur und Prozesse
ökumenischer Beziehungen, Frankfurt a. M. 1985.
Geller, H./Pankoke, E./Gabriel, K. in Zusammenarbeit mit K. Bobbert/A.
Jansen/N. Wojtko, Ökumene und Gemeinde. Untersuchungen zum
Alltag in Kirchengemeinden, Opladen 2002
Haslinger, H./Bundschuh-Schramm, Ch., Gemeinde, in: Handbuch
Praktische Theologie Bd. 2, Mainz 2000, 287-307.
Hilberath, B. J., Ökumenische Bewegung im Rückwärtsgang?
Versuch einer differenzierten Bestandsaufnahme, in: Anzeiger für
die Seelsorge 2(2001), 5-9.
Hochschild, M./Poensgen, H., Die Kirche steckt im Reformstau
und die religiöse Entwicklung der modernen Gesellschaft rast
dahin. 15 Thesen zur Reform und zum Aufbruch, Mainz 2000.
IKSE (Institut für kirchliche Sozialforschung des Bistums
Essen), Deutsche Bistümer in Zeitreihen. Daten der Statistischen
Jahreserhebungen ab 1960, Essen 1997.
Kaiser, J.-Ch., Sozialer Protestantismus als kirchliche „Zweitstruktur“:
Entstehungskontext und Entwicklungslinien der Inneren Mission, in:
K. Gabriel (Hrsg.), Herausforderungen kirchlicher Wohlfahrtsverbände,
Berlin 2001, 28-47.
Karrer, L., Grundvollzüge christlicher Praxis, in: Handbuch
Praktische Theologie Bd. 2, Mainz 2000, 379-395.
Krüggeler, M., Individualisierung und Freiheit. Eine praktisch-theologische
Studie zur Religion in der Schweiz, Freiburg, Schweiz 1999
Pott, M., Kundenorientierung in Pastoral und Caritas. Ein Beitrag
zur praktisch-theologischen Hermeneutik, Münster 2001.
Sennet, R., Der flexible Mensch, Berlin 1998.
Steinkamp, H., Solidarität und Parteilichkeit. Für
eine neue Praxis in Kirche und Gemeinde, Mainz 1994.
ZdK (Zentralkomitee der deutschen Katholiken), Die Gemeinde von
heute auf dem Weg in die Kirche der Zukunft, in: ZdK (Hrsg.), Berichte
und Dokumente 114, Bonn 2001.
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