Landesgruppe Nordrhein-Westfalen

Regionalgruppe Westfalen-Lippe e.V.

Termine WintERSEMESTER 2017/2018

 

Dienstag, 14.11.2017

Prof. Dr. Bernd Clement, Pharmazeutisches Institut der Universität Kiel

Thema:

Die Mitochondriale Amidoximreduzierende Komponente (mARC) - Stand der Forschung und Bedeutung als fremdstoffmetabolisierendes Enzym

Zusammenfassung

Der oxidative Arzneistoffmetabolismus durch besonders das Cytochrom P450 Enzymsystem ist sehr gut untersucht und die große Bedeutung für die Arzneistofftherapie insgesamt bestens bekannt. Reduktive Umwandlungen sind in dem Zusammenhang eher vernachlässigt worden. Im Vortrag soll gezeigt werden, dass besonders für Stickstofffunktionen Reduktionen von ähnlicher Bedeutung sind. Nach der Entdeckung der Mitochondrialen Amidoximreduzierenden Komponente (mARC) in unserem Arbeitskreis konnten wir die metabolische Bedeutung eines Dreikomponentensystems, bestehend aus mARC, Cytochrom b5 Reduktase und Cytochrom b5 für die Reduzierung von allen denkbaren N-oxygenierten Verbindungen zeigen. mARC ist neben Aldehydoxidase, Xanthinoxidase und Sulfitoxidase das vierte molybdänhaltige Enzym in Säugetieren. Neben dem Arzneistoffmetabolismus ist es auch die Basis für das von uns entwickelte Prodrug-Prinzip "Amidoxime an Stelle von Amidinen": Im Vortrag werden neben dem reduktiven Arzneistoffmetabolismus und Prodrugs auch mögliche physiologische Bedeutungen des Enzyms, wie Modulierung des NO-Stoffwechsels und Detoxifizierung von N-hydroxilierten Purin- und Pyrimidinbasen angesprochen werden. Ziel soll es sein, die Bedeutung von "Nicht-P450 Enzymen" für den Fremdstoffmetabolismus herauszustellen.


Dienstag, 28.11.2017

Manfred Krüger, Linner Apotheke, Krefeld

Thema:

Sektorenübergreifende Beratung und Versorgung von Menschen mit Diabetes - Realität und Perspektiven für Apotheke und Arztpraxis

Zusammenfassung

Aus Sicht von Ärzten und Apothekern ist die intensivere Zusammenarbeit für eine Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit entscheidend. Dies betrifft vor allem Menschen mit chronischen Erkrankungen, komplizierteren Behandlungsregimen, Polymedikation und potentiellen arzneimittelbezogenen Problemen. Bei Menschen mit Diabetes kommen diese Faktoren alle zusammen und potenzieren die Wahrscheinlichkeit von Fehlern, aber so auch die Notwendigkeit einer intensiven, gemeinsamen Betreuung. Die EADV Kommission (Einbindung der Apotheker in die Diabetikerversorgung) der DDG/BAK, aber auch die Landesgesundheitskonferenz NRW und das Aktionsbündnis Patientensicherheit haben sich mit Rollen und Aufgaben, aber auch Grenzen und Möglichkeiten beschäftigt, hier Arzt und Apotheker besser zu vernetzen. Konkrete Patientenbeispiele zeigen, wie dies in der Praxis funktionieren kann und welche Ergebnisse erzielt werden. Studien mit verschiedenen Patientenklientelen und Settings machen deutlich, dass sowohl bei Kindern und Jugendlichen, Typ I+II Diabetikern, aber auch bei geriatrischen Patienten alle von einer erfolgreichen Kommunikation und Kooperation profitieren. Medikationsanalyse und Medikationsmanagement sind eine gemeinsame Aufgabe von Patient, Arzt und Apotheker für eine bessere Arzneimitteltherapiesicherheit.


Dienstag, 23.01.2018

Prof. Dr. Falk Hoffmann, Department für Versorgungsforschung, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

Thema:

Arzneimittelversorgung von Pflegeheimbewohnern

Zusammenfassung

Aktuell leben in Deutschland etwa 800.000 Menschen in Pflegeheimen. Diese oft sehr hochaltrige Bevölkerungsgruppe ist durch ein hohes Maß an chronischen Erkrankungen sowie körperliche und kognitive Einschränkungen gekennzeichnet. Pflegeheimbewohner werden im internationalen Vergleich häufiger im Krankenhaus behandelt. All diese Konstallationen führen oftmals zu einer Polypharmazie. So erhalten etwa drei Viertel der Pflegeheimbewohner 5 oder mehr Arzneimittel als Dauermedikation. Etwa die Hälfte davon ist potenziell bei eingeschränkter Nierenfunktion kontraindiziert beziehungsweise in der Dosierung anzupassen, was jedoch nicht immer berücksichtigt wird. Zusätzlich erhält jeder Bewohner im Durchschnitt 2-3 Bedarfsmedikamente, die mit der Dauer des Aufenthaltes zunehmen. Dabei werden im Wesentlichen Analgetika, Mittel gegen gastrointestinale Beschwerden sowie Psychopharmaka eingesetzt. Insgesamt werden in den speziell für Ältere existierenden Empfehlungen (z.B. PRISCUS, Beers oder Leitlinien) wesentliche versorgungsrelevante Probleme zur Medikation nicht in ausreichendem Maß adressiert. Im Vortrag werden diese sowie weitere Themen der Arzneimittelversorgung von Pflegeheimbewohnern diskutiert.


Außerdem laden wir am

Freitag, den 12.01.2018, 9-17 Uhr zum PharMSchool Symposium ein.

Ort: großer Hörsaal im PharmaCampus


Die Vorträge finden jeweils um 19 Uhr c. t. im großen Hörsaal (Hörsaal 1) der Pharmazeutischen Institute, Corrensstrasse 48,
48149 Münster statt.
Für das freiwillige Fortbildungszertifikat der Apothekerkammer Westfalen-Lippe werden die Veranstaltungen mit je 2 Punkten der Kategorie 3 bewertet.