Kunstwerke am Institut für Pharmazeutische Biologie und Phytochemie
Das Gemälde im 1. OG

Das großformatige Gemälde befindet sich im Foyer des 1. Obergeschosses. Es wurde 1961 von dem Künstler Hans Joachim Beyer (1908-1980) - einem Schüler von Karl Schmidt-Rottluff und Lyonel Feininger - gemalt.
Der Bildstock im Erdgeschoss
Auf dem Gelände zwischen Kinderbach und Schlossgraben stand bis 1961 ein Bildstock aus Baumberger Sandstein, der Christus mit dem Kreuz beim Auszug aus Jerusalem, hin nach Golgatha, darstellt. Berichten nach soll dieser Bildstock nach dem Siebenjährigen Krieg (1756 – 1763) errichtet worden sein.

Er stand über Jahre hinweg am sogenannten „Abschnittstor“ am Horstmarer Landweg, bis er nach einer Restaurierung 1961 auf einer Rasenfläche vor dem Institut für Pharmazeutische Biologie und Phytochemie platziert wurde. Zum Schutz vor weiterer Verwitterung des empfindlichen Sandsteins wurde der Bildstock nach einer weiteren Restauration 1990 in der Eingangshalle des Instituts aufgestellt.
Das Relief im Erdgeschoss

Ein Werk von Hans Jähne, Detmold
Kräuterbücher
Im Buchbestand des Instituts befindet sich ein künstlerisch gestaltetes Kräuterbuch aus dem Jahr 1614. Es ist das:
Kräuterbuch des uralten und in aller Welt berühmtesten griechischen Schreibers Pedanius Dioscorides aus Anazarbaeus
Von allerlei wohlriechenden Kräutern/Gewürzen / köstlichen Ölen und Salben / Bäumen/ Harzen/Gummi/Getränken / Kochkräutern /scharfschmeckenden Kräutern / und andern / so allein zur Arznei gehörig Kräuterwein / Metallen / Steinen / allerlei Erden / allem und jedem Gift / viel und mancherlei Tieren und derselbigen heilsamen und nutzbaren Stücke.
In sieben sonderbaren Bücher underschieden.
Erstlich durch Johann Danz von Ast / dem Arznei-Doctor verdeutscht /
Nunmehr aber von Peter Uffenbach - besteltem Medico zu Frankfurt
Aufsneue durchgesehn/ verbessert / in eine richtige Form gebracht/ und mit allerlei lebhaften Figuren verziert / Ergänzt durch zwei Bücher vom wohlerfahrenen Wundarzt Hieronymus Braunschweig / Von der Kunst des Destillierens und dann dem heilsamen und vielfältigen Gebrauch aller und jedem destilliertem Wasser.
Gedruckt zur Frankfurt am Main/ durch Erasmus Kempffer/ in Verlegung Conrad Corthois
Anno M. D. C. XIV.

Das Werk geht mit seinem lateinischen Text zurück auf Pedanius Dioscorides, der es im 1. Jahrhundert n. Chr. verfasste. Er beschreibt in 7 Büchern alle bekannten Arzneimittel der alten Welt, so die Wirkung von über 500 Pflanzen aufgrund eigener Anschauung und Erfahrung. Dieses Werk galt bis in 17. Jahrhundert hinein als unumstößliche Grundlage der Arzneimittel und Arzneimittelkunde. Das Werk basiert auf einer Übersetzung von Johann Danz von Ast. Es wurde überarbeitet von Peter Uffenbach; es ist reichhaltig und künstlerisch gestaltet; die vielen Abbildungen sind nach dem Druck handkoloriert.
Das Kräuterbuch wird ergänzt durch ein Werk von Hieronymus Braunschweig (innenseitiges Deckblatt):

Kunst des Destillierens, oder Destillierkunst des wohlerfahrenen Hieronymus Braunschweig, eines Chirurgen oder Wundarztes aus Straßburg. Ein Buch in dem beschrieben wird, nicht allein die unterschiedliche Art und Weise zu destillieren sondern auch die dazugehörigen Gefäße und in welcher Weise gestaltet/ und wie lange ein destilliertes Wasser vorrätig gehalten werden kann.
Vor vielen Jahren/ von jenem dem Autor selbst in Druck gefertigt und in 2 verschieden Büchern unterschieden.
Wiederum aufs Neue durchgesehen / mit schönen Figuren in Kupfer verziert/ von alle Irrtümern befreit / und mit besserem Deutsch versehen.
Über das Leben des Hieronymus Braunschweig ist wenig bekannt. Er war um 1500 als Wundarzt vor allem in Straßburg zeitweilig auch in Köln tätig. Seine Destillierbücher dienten im 16. Jahrhundert als verbreitete Lehr- und Anleitungsbücher Apothekern, Badern und medizinischen Laien.
Die Schausammlung
Auf 2 Etagen des Instituts befinden sich in schönen Glasvitrinen ca. 400 Standgefäße einer alten Schausammlung von Gewürz- und Arzneidrogen.

Es handelt sich bei den Einzelstücken überwiegend um Ganzdrogen, die teilweise sehr selten geworden sind. Diverse Schaustücke sind längst obsolet und kaum noch zu beschaffen. Gerade in den alten Harzen und im Balsam spiegelt sich die alte Pharmakognosie wieder.
Als das Institut ist in den 60igerJahren gegründet wurde, konnte diese Sammlung aus dem Institut für Botanik ausgegliedert werden und sie fand hier ihren heutigen Platz. Die Sammlung dient, wie der Name sagt, überwiegend als Anschauungsmaterial, z. B. in Lehrveranstaltungen. In sehr seltenen Fällen werden Proben für Vergleichsuntersuchungen entnommen. Das Institut kann sich sehr glücklich schätzen, über eine so umfangreiche alte Sammlung zu verfügen.
Die Bodenfliesen
Die Bodenfliesen im gesamten Flur und Treppenhaus des Instituts sind von der typischen Ausgestaltung her ein „künstlerisches“ Unikat.

Die weißen, kreisrunden und unregelmäßigen ovalen Formen erinnern beim Besuch des Instituts jeden Pharmazeuten an Stärkekörner. Ungeklärt bleibt die Frage, um welche Stärke es sich handeln könnte. Einige halten diese Form für Kartoffelstärke (aber...), andere meinen, es sei Gerstenstärke oder gar die Stärke der Erbse. Richtig ist, dass der Anblick dieser Formen an die mikroskopischen Bilder von diversen großkörnigen Stärken erinnert.


