Das Versuchsfeld und der Arzneipflanzengarten (Aufbau - Konzeption - Geschichte)

Der hinter dem alten Institutsgebäude an der Hittorfstraße gelegene Bereich des Arzneipflanzengartens  ist (inkl. Versuchsfeld) ca. 2 ha groß. Bereits vor über 200 Jahren wurden hier große Flächen vom Botanischen Garten als Baumschule und später vom Gartenbauverein genutzt. Das heutige Gartenareal des Instituts für Pharmazeutische Biologie und Phytochemie – zum Teil im Besitz der Universität (heute BLB) und zum Teil städtischer Besitz – geht zurück auf einen 1941 von der Apothekerschaft gegründeten Apothekergarten. Dieser Garten diente über lange Jahre nicht nur zu Forschungszwecken, sondern sicherte auch den Bedarf der Bevölkerung an Arzneipflanzen.

Mit Gründung des Instituts für Pharmakognosie (alter Name) wurde 1961 unter der Institutsleitung von Prof. Dr. E. Schratz der gesamte Bereich dem Institut integriert und diente als Versuchsfeld.

1962 wurde der über lange Jahre hier tätige Gärtnermeister Üffing durch den Gärtnermeister Theodor Ludewig abgelöst. Das Versuchsfeld entwickelte sich mit seiner großen Artenvielfalt zu einem einzigartigen Arzneipflanzengarten.

Der große Garten diente nun nicht nur der Forschung, mit Forschungsschwerpunkten zu Untersuchungen an Thymian und Rhabarber sondern vermehrt auch zu Lehrzwecken für Studierende der Pharmazie.

Betrgeb1960
Gartenbetriebsgebäude im Bau (1960)
Apg
Arzneipflanzensystem für Studierende

Einen Zuwachs an Bedeutung erfuhr der Garten durch die Einbeziehung in neue Forschungsarbeiten durch die Professoren Friedrich, Glasl und Nahrstedt.

Ab 1987 liegt die verantwortliche Leitung und Betreuung aller Kulturen in den Händen vom Gärtnermeister Lars Krüger. Neue Konzepte wurden in die Praxis umgesetzt, so dass für Lehrzwecke ein großer Nutzpflanzenbereich für Studierenden der Lebensmittelchemie und ein Arzneipflanzensystem (siehe Foto) für Studierende der Pharmazie neu angelegt wurden. Durch die Erneuerung der Gewächshausanlage 1995 (2-schiffige Anlage mit modernster Regeltechnik, insgesamt 235 m² für ca. 300 verschiedene Pflanzenarten) erfuhr die Kultivierung tropischer Arzneipflanzen eine erhebliche Verbesserung.

Im Jahr 2005 verzeichnete der Garten einen weiteren Aufschwung durch die Professoren A. Hensel und Th. Schmidt, die den Pflanzenbestand - teils durch sehr seltene Arten für die Forschungsvorhaben - erheblich erweiterten. Hier ist das über Jahre gewachsene Know-how der Gärtner gefragt, denen selbst die Anlage schwieriger Kulturen gelingt. An Attraktivität nicht zu überbieten ist die neue Anlage eines 5000 m² großen Arzneipflanzengartens, der wegen seiner Größe und Konzeption einzigartig ist. Verteilt auf 10 Beete, geformt nach menschlichen Organen und mit großen Infotafeln versehen, stehen fast 150 Arzneipflanzen, die verschiedenen Therapiebereichen zugeordnet sind. Da der Garten nun an Werktagen allen interessierten Besuchern offen steht, kommen viele Gäste, um entweder selbst oder bei organisierten Führungen den Bereich zu erkunden und viel zu lernen.