Schülerinnen und Schüler der Biologie-Leistungskurse der Friedensschule Münster
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Biologie-Leistungskurs absolviert Schülerpraktikum in den WWU-Laboren der Biochemie


Ab sofort sind Begriffe wie "Primer", "Nukleotide" oder "DNA-Polymerase" keine Fremdworte mehr für die Schülerinnen und Schüler der Friedensschule


"Auf zur WWU!" - hieß es am 16.02.2017 für die Schülerinnen und Schüler der Biologie-Leistungskurse der Friedensschule Münster. In den Laboren am Institut für Biochemie der Westfälischen Wilhelms-Universität war bereits alles für den Versuchstag „Genetischer Fingerabdruck“ vorbereitet. Organisiert und betreut wurde das spannende Praktikum von fünf studentischen Betreuern der Junior GBM (Junior-Gruppe der Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie Münster) unter der Leitung von Florian Mayerthaler. Die Schülerinnen und Schüler waren sehr gut vorbereitet, da bereits im Schulunterricht Themen der Genetik und dazugehörende Methoden durchgenommen wurden. Alle waren natürlich gespannt, das Erlernte in praktischen Versuchen selbständig in einem Labor anzuwenden. Für die Schülerpraktikanten bestand der erste Schritt darin, sich Mundschleimhautzellen mittels eines Wattestäbchens zu entnehmen. Die DNA wurde in den folgenden Schritten isoliert, vervielfältigt, aufgetrennt und analysiert. Jeder der Schülerpraktikanten arbeitete dabei mit seiner eigenen Probe. Methoden wie das Pipettieren sehr geringer Flüssigkeitsmengen wurden erlernt und sicher umgesetzt. Zudem wurde zentrifugiert, mit dem Vortex-Schüttler gearbeitet, Agarose-Gele gegossen und gängige Laborverfahren wie die PCR (Polymerase-Ketten-Reaktion) und die Gelelektrophorese angewendet. Die Polymerase-Kettenreaktion ist eine Standardmethode, die zur schnellen und gezielten Vervielfältigung von DNA-Sequenzen genutzt wird. In der Praxis wird die Methode unter anderem für das Erstellen und Überprüfen genetischer Fingerabdrücke verwendet. Dadurch werden heutzutage viele Kriminalfälle gelöst oder auch Vaterschaften überprüft. Am Ende des Versuchstags wurden die erhaltenen Ergebnisse diskutiert. Der Clou ist, dass sich die aufgetrennten DNA-Proben je nach Geschlecht unterscheiden. Die aufgetrennte DNA-Probe eines Mannes zeigt zwei Banden unterschiedlicher Größe an einer Stelle auf dem Elektrophorese-Gel, an der bei einer Frauenprobe nur eine einzelne Bande auftritt.