Schriftliche Bewerbung

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Bevor Sie Ihren PC einschalten und direkt mit dem Verfassen Ihres Anschreibens beginnen, kann es sehr hilfreich sein, sich zu verdeutlichen, dass in dem Wort „Bewerbung“ das Wort „Werbung“ drinsteckt. Denn vom ersten Moment an machen Sie Werbung für sich selbst: Warum sind Sie eine geeignete Mitarbeiterin oder ein passender Mitarbeiter für den Arbeitgeber Ihrer Wahl?

Um diese Frage zu beantworten, ist es gut, dem Arbeitgeber mit den Bewerbungsunterlagen Entscheidungs- bzw. Unterscheidungsmerkmale zu geben. Und diese gilt es herauszufiltern, bevor Sie mit dem eigentlichen Schreiben beginnen. Denn wenn Sie diese Vorarbeit geleistet haben, dann haben Sie eine gute Grundlage für Ihr Anschreiben und für Ihren Lebenslauf geschaffen: Jetzt wird es Ihnen voraussichtlich einfacher fallen, beide Teile inhaltlich zu füllen.

Das Anschreiben

Formaler Aufbau eines Anschreibens – ein Beispiel
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  1. Ihre Adresse…
    …sollte zumindest auch eine Telefonnummer und Ihre E-Mailadresse beinhalten. Das Format der Kopfzeile ist eine (!) Möglichkeit und soll Ihnen an dieser Stelle aufzeigen, wie Sie sich etwas Platz im Anschreiben verschaffen können.
  2. Die Arbeitgeberadresse…
    …sollte vollständig und korrekt sein. Achten Sie darauf, die Person mit Vor- und Nachnamen zu adressieren. Ihre Bewerbung geht immer an Herrn… oder Frau…
  3. Das Datum…
    …ist aktuell. Die Form spielt dabei keine Rolle.
  4. Die Betreffzeile…
    …enthält nicht nur, bei wem Sie sich als was (z. B. Praktikantin) bewerben, sondern hier steht auch, wann und wo Sie die Ausschreibung gesehen haben (wenn es eine gab). Diese Angaben stehen nicht nach der Anrede.
  5. Die Anrede…
    …sollte, wenn es eben geht, personalisiert sein und nicht aus „Sehr geehrte Damen und Herren“ bestehen.
  6. Ihre Grußformel…
    …sollte recht formal sein. Liebe Grüße, MfG, Herzliche Grüße und Co. sind an dieser Stelle unpassend.
  7. Ihre Unterschrift…
    …wird bei E-Mailbewerbungen eingescannt, sonst einfach unten drunter geschrieben, ohne Ihren Namen noch einmal zu tippen.
  8. Die Anlagen…
    …werden nicht mehr im Einzelnen aufgeführt, sondern nur noch durch das Wort „Anlagen“ gekennzeichnet.

Inhaltliche Aspekte des Anschreibens

Das Anschreiben einer Bewerbung ist Ihre (einzige) Möglichkeit, einen ganz persönlich-individuellen Eindruck zu erzeugen und sich somit von der Masse an Bewerbungen abzuheben. Damit dies gelingt, ist eine Selbstanalyse Ihrer Fähigkeiten und Kenntnisse im Vorfeld wichtig: Formulieren Sie Kernaussagen in Bezug auf Ihre Qualifikationen und die angestrebte Stelle. Entwickeln Sie ein persönliches Interessen- und Qualifikationsprofil: Greifen Sie hier auch auf Ihre Analyse im Vorfeld der Praktikumsplatzsuche zurück oder nehmen Sie an entsprechenden Workshops und Seminaren aus dem Veranstaltungsprogramm des Career Service teil.

Legen Sie im Anschreiben dar, warum Sie die anfallende Arbeit bei Ihrem Arbeitgeber gut übernehmen können und wollen. Greifen Sie Aspekte aus Ihrem Lebenslauf auf und bringen Sie diese mit den geforderten Fähigkeiten des Arbeitgebers in Verbindung: Führen Sie also Belege für Ihre Behauptungen an.

Einige Beispiele für das Belegen von behaupteten Eigenschaften:

„… Ihren Anforderungen im Bereich Organisationstalent kann ich entsprechen, weil ich als studentische Hilfskraft jedes Semester eine Tagung für den Studiendekan organisiere…“
„…Darüber hinaus bin ich aufgrund meines langjährigen gesellschaftlichen Engagements als aktives Mitglied von ______________ vertraut im Umgang mit Vereinen und privaten Initiativen. Diese Erfahrungen kann ich bei Ihnen im Projekt xyz einbringen…“

Unnötige Wiederholungen aus dem Lebenslauf sollten dabei vermieden werden. Dies wäre wahrscheinlich bei folgendem Satz der Fall:

„Im Rahmen meines Studiums an der Universität Münster habe ich bereits internationale Erfahrungen durch ein Auslandssemester sammeln und meine Spanischkenntnisse ausbauen können.“

Diese Informationen sind dem Leser Ihrer Bewerbung meistens schon aus Ihrem Lebenslauf bekannt. Hier wäre es hilfreich, dem Arbeitgeber zu verdeutlichen, welchen Bezug Sie zu diesem Unternehmen haben und welchen Nutzen er von Ihrer Mitarbeit haben wird.

„Durch mein erfolgreich absolviertes Auslandsstudium in Spanien ist es für mich kein Problem, Anfragen Ihrer Kunden per Telefon oder E-Mail in Spanisch zu beantworten.“

Achten Sie auf eine deutliche, klare Formulierung und halten Sie Ihr Anschreiben präzise.

Der Lebenslauf

Ein Überblick
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Der Lebenslauf gibt einen Überblick über den bisherigen Bildungs- und Berufsweg des Bewerbers/der Bewerberin. Ihm entnehmen Personalverantwortliche in der Regel den Großteil der für seine/ihre Entscheidung relevanten Informationen. Denken Sie daran, dass es sinnvoll sein kann, die Gestaltung des Lebenslaufs auf einen spezifischen Arbeitgeber zuzuschneiden, indem bestimmte Fakten ausführlicher dargestellt werden oder die Reihenfolge verändert wird.

Üblicherweise wird der Lebenslauf tabellarisch angelegt und benennt die relevanten Daten und Fakten stichwortartig. Übersichtlichkeit ist entscheidendes Kriterium bei der Zusammenstellung der Angaben im Lebenslauf: Die zentralen und relevanten Stationen sollten auf einen Blick zu erfassen sein. Verwenden Sie deutliche Überschriften für einzelne Abschnitte und verwenden Sie möglichst keine Abkürzungen.

Ihren Lebenslauf können Sie chronologisch oder rückwärts chronologisch anlegen. Üblicher im akademischen Bereich ist die Rückwärtschronologie, da es für die meisten Arbeitgeber interessanter ist, was Sie gerade studieren, als die Tatsache, dass Sie einmal die Grundschule besucht haben. Diese können Sie übrigens aus Ihrem Lebenslauf auch streichen.

  • Persönliche Daten

    Neben Ihrer Adresse und Ihren Kontaktdaten müssen hier Geburtsort und -datum rein. Alle anderen Angaben (z. B. Familienstand, Konfession, Staatsangehörigkeit etc.) sind freiwillig. Je nach Arbeitgeber müssen diese freiwilligen Angaben aber manchmal im Lebenslauf auftauchen, z. B. die Konfession, wenn Sie sich bei einer Institution bewerben, die einen kirchlichen Träger hat.

  • Studium

    Hier sollten zumindest Name der Universität, Studienfach/-fächer und angestrebter Abschluss stehen, zusätzlich können Sie bei Bedarf z. B. Studienschwerpunkte und Thema der Abschlussarbeit nennen.

  • Praxiserfahrungen/ Nebentätigkeiten/ freie Mitarbeit/ Ausbildung/ Ehrenamt etc.

    Ihre praktischen Erfahrungen sollten Sie mit einer Zeitangabe, der Dauer, dem Arbeitgeber und der Abteilung versehen. Zusätzlich kommen hier kurze Aufgaben- und Tätigkeitsbeschreibungen rein.

  • Zivildienst, Grundwehrdienst, Bufdi, au pair, FSJ/FÖJ etc.

    Hier arbeiten Sie am besten nach dem gleichen Schema wie bei den Praxiserfahrungen.

  • Schule

    Neben den Zeitangaben tauchen hier der Name der Schule(n) und die erreichten Abschlüsse auf.

  • Auslandsaufenthalt(e)

    Hier tauchen die relevanten Erfahrungen auf, z. B. Auslandspraktikum oder -studium, Sprachkurse im Ausland o.ä.

  • Sprachkenntnisse/ EDV-Kenntnisse

    Hier listen Sie nicht nur auf, welche Sprachen/Programme Sie können, sondern auch wie gut. Wichtig ist es hierbei, möglichst präzise zu werden. Die Angabe „Französisch – 4 Jahre in der Schule“ gibt keinen Aufschluss darüber, wie gut Sie die Sprache in einem Arbeitskontext anwenden können. Verwenden Sie beispielsweise Kategorien wie Grundkenntnisse, gute Grundkenntnisse, gute Kenntnisse, sehr gute Kenntnisse, fließend, verhandlungssicher.

  • Interessen

    Wenn Sie Ihre Interessen angeben, werden Sie auch hier etwas genauer als „Sport, Musik, Lesen“. Welche Sportart betreiben Sie? Spielen Sie in einer Band oder singen Sie im Chor?

  • Ort, Datum und Unterschrift

    Ein Lebenslauf in Deutschland ist immer mit Ort, Datum und Unterschrift versehen.

Videos zur SCHRIFTLICHEN BEWERBUNG

Der Career Service bietet regelmäßig Webinare (Online-Präsentationen) zu Themen der schriftlichen Bewerbung an. Die Aufzeichnungen dieser 90-minütigen Online-Veranstaltungen sind für alle Personen mit einer gültigen ZIV-Kennung im Learnweb der WWU abrufbar.

Webinar-berufsorientierung

Titel: Webinar "Bewerben für Praktika und Stellen in Deutschland"
Dauer: 01:47
Inhalte:

  •     Bewerben heißt Werben
  •     Formen der Bewerbung (ab ca. Minute 8:20)
  •     Deckblatt & Foto (ab ca. Minute 41:33)
  •     Formale Aspekte (ab ca. Minute 43:50)
  •     Inhaltlicher Aufbau (ab ca. Minute 48:50)
  •     Gestaltung des Lebenslaufes (ab ca. Stunde 1:10:37)
  •     FAQs (ab ca. Stunde 1:22:41)
Webinar-technische-aspekte-bewerbung Titel: Webinar "Scannen, Komprimieren, Speichern: Technische Aspekte im Bewerbungsprozess"
Dauer: 01:20
Inhalte:
  • Scannen
  • Virtueller Arbeitsplatz
  • PDF-Management
  • E-Mail-Management
  • Drucken
Webinar-Layout-von-Bewerbungen

Titel: Webinar "Layout von Bewerbungsunterlagen"
Dauer: 01:27
Inhalte:

  • Layout-Grundlagen
  • Typografie
  • Farbe
  • Beispiel
  • Foto
  • Literatur

Linktipps zum Thema Bewerbung

  • www.jova-nova.com
    Anhand von zahlreichen Praxisbeispielen erschließt sich dem Nutzer/der Nutzerin der Weg zur perfekten Bewerbung. Die nicht-kommerzielle Webseite besticht durch ihre Fülle an hilfreichen Tipps. Bitte beachten Sie, dass sich die Linkempfehlung nur auf die kostenlosen Bewerbungsinformationen bezieht und nicht auf den angebotenen, kostenpflichtigen Bewerbungsservice.
  • www.bewerbung-forum.de
    Gut strukturierte und informative Seite, die sich ausschließlich mit dem Thema Bewerbung befasst.

Linktipps zu Gehaltsübersichten

Wenn nach Gehaltsvorstellungen gefragt wird, sollte man diese Angaben in der Regel nicht unreflektiert aus Gehaltstabellen übernehmen. Allerdings können diese Tabellen eine Hilfestellung und ein Anhaltspunkt sein.

Der eigene "Gehaltsvorschlag" setzt sich in der Regel aus drei Komponenten zusammen:

  1. Das durchschnittliche Gehalt einer Branche, in der Regel differenziert nach Studienabschluss, Position und Berufsjahren. Diese Angaben entsprechen den Werten in den meisten Gehaltstabellen.
  2. Das Gehaltsgefüge eines Unternehmens, das u.U. von den Durchschnittswerten innerhalb einer Branche sowohl nach oben wie auch nach unten abweichen kann. Diese Informationen bekommt man in der Regel nur durch persönliche Kontakte/individuelle Recherche.
  3. Ihre eigene Gehaltsvorstellung, die sich aus Ihrem individuellen "Qualifkationsmix" und Ihrem persönlichen (Mindest-)Finanzbedarf ergibt.

Nachfolgend finden Sie Links und Hinweise zu einigen Gehaltstabellen:

Noch einige Hinweise für Ihre Bewerbung:

  • Eine Gehaltsangabe geben Sie nur an, wenn explizit danach gefragt wird (z.B. in der Stellenausschreibung).
  • Die Gehaltsangabe wird immer als Bruttoangabe pro Jahr angegeben.
  • Um ein bisschen Verhandlungsspielraum zu haben, können Sie Ihre Gehaltsvorstellungen mit einer Bandbreite angeben.

Ein Beispiel:

"Meine Gehaltsvorstellungen liegen zwischen 38.000 und 42.000€ brutto p.a."

Fotos

Literatur im Inforaum

Im Inforaum des Career Service finden Sie zahlreiche Bücher zum Thema Bewerbung unter dem Sigel BW. In der Bildergalerie finden Sie beispielhaft drei Bücher aus unserem Inforaum zur Thematik der Bewerbung.