Zur Geschichte des Instituts für Buchwissenschaft & Textforschung
Das Institut besteht seit den fünfziger Jahren und trug bis 1999 den Namen 'Forschungsinstitut für Buchwissenschaft und Bibliographie / Institutum Erasmianum'. Es war ursprünglich von dem Romanisten Heinrich Lausberg gegründet worden. Die Forschungsarbeit dieser frühen Jahre war in besonderem Maße auf die mittelalterliche Manuskriptkultur und auf paläographische Studien ausgerichtet. In den späten fünfziger Jahren leitete der Historiker Otto Herding kurze Zeit das Institut und widmete sich vor allem der Edition der Werke von Erasmus von Rotterdam und früher deutscher humanistischer Texte (daher der ursprüngliche Name des Instituts, Institutum Erasmianum). Seit den sechziger Jahren war das Institut durch seine beiden Leiter, die Anglisten Bernhard Fabian und Marvin Spevack, mit dem Englischen Seminar in einem Fachbereich verbunden. Seit der Neuordnung der Philosophischen Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster ist das Institut eigenständig im Fachbereich 9 'Philologie' verankert, kooperiert aber nach wie vor besonders mit dem Englischen Seminar der Universität Münster.
Im Mittelpunkt der Forschungsarbeit des Instituts stand vor allem seit den sechziger Jahren die Buchgeschichte von der Erfindung des Buchdrucks an, die analytische Druckforschung, die Geschichte und Gegenwart des Bibliothekswesens wie auch die Grundlagenforschung zu editionstheoretischen und -praktischen Problemen. In vielen Fällen handelte es sich vor allem bei den von Bernhard Fabian betreuten Forschungsvorhaben um Drittmittelprojekte, die durch das Land NRW, die DFG und das Volkswagenwerk gefördert wurden. Als Ergebnisse langjähriger Forschungsarbeit sind vor allem der Katalog englischsprachiger Druckwerke vor 1800 der Universitätsbibliothek Göttingen (1987-1988: 3 parts), die Neuausgabe der Meßkataloge und das Handbuch der historischen Buchbestände in Deutschland und Europa, das seit 2001 abgeschlossen ist, zu nennen.
Das Institut befindet sich in zentraler Lage in Münster und in Nähe zu den anderen Instituten und Seminaren des Fachbereichs 9 'Philologie'. Es verfügt über eine Spezialbibliothek von ca. 8000 Bänden.

